Die Geschichte des Elektroautos - wie alles begann

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    F├╝r die meisten Menschen ist das Elektroauto ein Fahrzeug der Neuzeit. Doch die Vielzahl irrt in diesem Punkt - denn das erste Elektroauto stammt nicht aus dem 21. Jahrhundert. Die ersten Modelle gab es bereits im 19. Jahrhundert. Ein v├Âlliges Hirngespinst? Mitnichten. Schauen wir uns die ersten Erfindungen und die Entwicklung des Elektroautos doch einmal etwas genauer an. Dazu m├╝ssen wir allerdings ein wenig in der Zeit reisen.

    Das Elektroauto im Wandel der Zeit

    Das erste Elektroauto taucht gegen Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Der genaue Zeitraum ist nicht explizit erfasst. Es wird allerdings vermutet, dass das erste elektrische Fahrzeug zwischen 1832 und 1839 im schottischen Aberdeen von Robert Anderson entwickelt wurde. Obwohl Karl Benz bis heute f├╝r die Erfindung des Verbrennungsmotors gefeiert wird, scheint die Entstehung der f├╝hrenden, elektrischen Autos eher in den Hintergrund ger├╝ckt zu sein. Dabei galten die Fahrzeuge, die mit einem Elektromotor betrieben wurden zu damaligen Zeiten als ├╝beraus beliebt. Gegen 1888 wurde das erste deutsche Elektroauto entwickelt. Hierbei handelte es sich um einen Flocken Elektrowagen, der in einer Maschinenfabrik in Coburg hergestellt wurde. Ungef├Ąhr zur selben Zeit konzipierten in Russland zwei weitere schlaue K├Âpfe - n├Ąmlich Pawel Nikolajewitsch Jablotschkow und Ippolit Wladimirowitsch Romanov - ein weiteres Elektroauto, welches sich mit einem Elektromotor fahren lie├č. Diese Personen waren quasi Pioniere in der Welt der Elektrofahrzeuge. Nach den Dampfkraftwagen und noch vor den Verbrennungsmotoren (die gegen 1910 als Ma├čstab f├╝r Automobile galten) waren es tats├Ąchlich elektrisch betriebene Autos, die f├╝r Furore sorgten. Doch allem Anschein nach wurden die Versionen mit Verbrennermotoren wesentlich mehr in den Vordergrund gestellt. Sie erschienen als die Innovation der Neuzeit, so dass das elektrische Pendant immer mehr ein Nischen-Dasein pflegte.

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    Gemeinfrei ├╝ber Wikipedia Commons - Electric Tricycle um 1882

    Mittlerweile erlebt das Elektroauto regelrecht ein Comeback - es ist zur├╝ck und setzt sich mehr denn je durch. Die elektrischen Modelle werden die klassischen Autos irgendwann von den Stra├čen verbannen, denn ihre Vorteile liegen klar auf der Hand. Doch schauen wir uns genauer an, was das Elektroauto in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Dazu erlauben wir uns eine kurze Definition: Es gibt einen klaren Unterschied zwischen einem Elektroauto und einem Elektrofahrzeug. So ist das Elektroauto nach amtlicher Erkl├Ąrung ein Kraftfahrzeug, welches der Personenf├Ârderung dient und mindestens vier R├Ąder der EG-Fahrzeugklasse M besitzen muss. Ein elektrisches Fahrzeug hingegen kann vielerlei Formen annehmen. Dann ist es unma├čgeblich, ob es sich hierbei um ein Wasser-, Schienen-, Luft- oder Stra├čenfahrzeug handelt.

    Michael Faraday - erste Schritte in Richtung Elektromotor

    Michael Faraday wurde am 22. September 1791 geboren und war ein bekannter englischer Naturforscher. Bis heute gilt er als bedeutender Experimentalphysiker. Eines seiner wohl aufschlussreichsten Entdeckungen liegt in der elektromagnetischen Rotation sowie in der elektromagnetischen Induktion - beide Forschungsergebnisse sind auch heute noch ma├čgeblich f├╝r die Elektroindustrie. Anhand des Elektromagnetismus lie├č sich im Jahr 1821 beweisen, dass eine kontinuierliche Rotation durchaus gegeben ist. Bis heute gelten die Jahre 1831 bis 1838, in denen Faraday erstaunliche Entdeckungen machte und verschiedene Untersuchungen anstrebte, als bahnbrechend. Seine Forschungen haben die Voraussetzungen f├╝r die weitere Entwicklung des Elektromotors gepr├Ągt.

    Thomas Davenport erfand das erste elektrische Schienenfahrzeug

    Thomas Davenport wurde am 09. Juli 1802 in den USA geboren und konnte weltweit das erste Patent auf einen Elektromotor anmelden. Der Sohn eines Farmers war autodidaktisch veranlagt und nutzte somit sein Wissen, um die Entwicklung im Bereich Magnetismus sowie Elektrizit├Ąt voranzutreiben. Der erste Patentantrag, den Davenport 1834 einreichte, wurde abgelehnt. Doch er gab nicht auf und versuchte sein Gl├╝ck ein weiteres Mal. Davenport legte dem Patent einige Referenzen der Professoren Henry und Benjamin Franklich Bache (Enkel von Benjamin Franklin) bei. Dieser Schritt f├╝hrte zum Erfolg: Am 25. Februar 1837 erhielt das Patent schlie├člich eine Bewilligung. Nach dem Erfolg baute Davenport mit einer Modell-Lokomotive das erste elektrisch angetriebene Fahrzeug. Es fuhr im Schienenkreis, welches einen Durchmesser von einem Meter besa├č - ein kleiner Durchbruch, der bis heute vieles bewirkt hat.

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    Gemeinfrei ├╝ber Wikipedia Commons - Trouv├ę Trike

    Charles Grafton Page erbaut erstes Schienenfahrzeug im Jahr 1851

    Im Jahr 1812 wurde Charles Grafton Page in den USA geboren. Nachdem er 1832 Naturwissenschaften an der Harvard University studierte, widmete er sich sp├Ąter eher der Medizin. Obwohl er ab 1836 erfolgreich als Arzt praktizierte, unternahm er immer wieder Experimente im elektrotechnischen Bereich vor. Seine Erfindungen waren von gro├čem Erfolg gekr├Ânt, lie├č sich dank seiner Konstruktionen 1851 das erste Schienenfahrzeug mit Elektroantrieb erbauen. Es besa├č zwei Elektromotoren mit jeweils 20 PS. Weiterhin erhielt das Fahrzeug Energie dank einer tonnenschweren Batterie. Am 29. April 1851 wurde eine Probefahrt mit dem Schienenfahrzeug unternommen, bei der das Elektrofahrzeug stolze 31 km/h erzielte - ein Durchbruch zu damaligen Zeiten.

    Plant├ę entwickelt Bleis├Ąuren-Batterie

    Es war Raymond Louis Gaston Plant├ę, der am 22. April 1834 in Frankreich geboren wurde und im Jahr 1859 schlie├člich eine Bleis├Ąure-Batterie erfand. Diese Batterie gilt bis heute als der erste wiederaufladbare Bleiakkumulator. Allerdings musste dieser Prototyp weitere zwanzig Jahre ausharren, bis auch die Industrie den Nutzen erkannte. 1881 konnte der Blei-Akku schlie├člich triumphieren. Bei einer Elektrizit├Ątsmesse in der franz├Âsischen Metropole Paris zeigte Gustave Trouv├ę ein elektrisches Fahrzeug - das "Trouv├ę Tricycle", welches sich mit einem Elektromotor und dem Bleiakkumulator fahren lie├č. Das Gef├Ąhrt besa├č drei R├Ąder und einen elektrischen Motor, der 0,074 kW Leistung aufwies. Damit war eine Geschwindigkeit von ca. 12 km/h m├Âglich. Bis heute wird dieses Modell als erstes Elektrofahrzeug bezeichnet - allerdings nicht als erstes Elektroauto.

    Flocken Elektroauto erscheint 1888

    Das Flocken Elektroauto soll n├Ąmlich der erste Elektrowagen weltweit gewesen sein. Erbaut wurde es Deutschland - soweit die Geschichte. Allerdings wird bis heute dar├╝ber diskutiert, ob das Flocken Elektroauto tats├Ąchlich das erste Elektroauto ist. Bei diesem Gef├Ąhrt handelte es sich um einen Kutschwagen, der eine Leistung von 0,7 kW erm├Âglichte. Alles in allem wurden drei Modelle herausgebracht. Die erste Version erschien 1888, gefolgt von einer zweiten Variante, die 1898 herauskam. 1903 entstand schlie├člich die dritte Form.

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    Gemeinfrei ├╝ber Wikipedia Commons - Flocken Elektroauto

    Das erste Erfolgsmodell kam 1890 aus Amerika

    Im Jahr 1890 soll schlie├člich das erste erfolgreiche Modell von einem Amerikaner erbaut worden sein. Dieser Amerikaner hie├č William Morrison - sein Ziel war es, ein Elektrofahrzeug zu erschaffen. Das gelang ihm auch mit einem Modell, welches einer Kutsche ├Ąhnelte. Der Elektromotor, mit dem das elektrische Fahrzeug ausgestattet war, offerierte 2,5 PS. Die Energie stammte von acht Batterien, die praktisch unter den Sitzen eingebunden waren. Ebenso wie die "Trouv├ę Tricycle" konnte das erste Elektroauto Amerikas 12 km/h erzielen.

    Der Elektro-Rennwagen sorgte f├╝r eine kleine Sensation

    Schlie├člich ging alles sehr schnell. Es dauerte nicht lange, da erschien auch der erste elektrische Rennwagen, der es immerhin schon auf 100 km/h brachte. Dieses Modell entstand im Jahr 1899. Der Rennwagen "La Jamais Contente" (franz├Âsisch: Die nie Zufriedene) sah auf den ersten Blick wie ein Torpedo-Geschoss aus, in welches sich der Fahrer hineinsetzen konnte. Das erste Elektro-Rennmodell selbst wurde vom Rennwagenfahrer Camille Jenatz ins Leben gerufen, der aus Belgien stammte. Er konstruierte den Rennwagen, in dem es nur einen Lenkstock, eine Handbremse sowie einen Fu├čhebel gab. Zudem wurden zwei Elektromotoren mit jeweils 25 kW Leistung zum Einsatz gebracht. Der Reifenhersteller Michelin setzte den elektrischen Rennwagen hernach Mitte 1899 f├╝r verschiedene Testl├Ąufe ein.

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    Gemeinfrei ├╝ber Wikipedia Commons - Jamais Contente

    Anfang des 20. Jahrhunderts folgte der Durchbruch

    Das Elektrofahrzeug war fortan nicht mehr aus den K├Âpfen der Menschen zu streichen. Die Modelle erzielten zu damaligen Zeiten bereits eine Reichweite von ├╝ber 100 Kilometern, was den Fahrern durchaus gelegen kam. Somit erreichten sie ihre Ziele schnell und zur vollen Zufriedenheit. Allgemein werden die Jahre zwischen 1896 und 1912 als "Bl├╝tezeit der Elektromobilit├Ąt" bezeichnet. Bereits um die Jahrhundertwende lag der Anteil von dampfbetriebenen Fahrzeugen in den USA bei ungef├Ąhr 40 Prozent. Der Marktanteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen wurde mit 38 Prozent beziffert. Die Varianten, die mit Benzin liefen, lagen hingegen bei schwachen 22 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt wurden in den USA circa 34.000 Elektrofahrzeuge registriert. Damit lagen die Staaten auf der ganzen Welt an der Spitze, was die Anzahl der elektrischen Fahrzeuge anbelangte. Insgesamt gab es w├Ąhrend dieser Zeit 565 Marken von elektrischen Autos.

    Zugegeben: Im Gegensatz zu den Modellen mit Verbrennungsmotoren waren die elektrisch betriebenen Fahrzeuge in ihrer Reichweite vergleichsweise eingeschr├Ąnkt. Doch trotz dieser Pr├Ąmisse konnten sie den Markt anf├╝hren. Doch warum waren diese Elektroautos beliebter als die Konkurrenz? Die Vorteile waren nicht von der Hand zu weisen. Die elektrischen Varianten ruckelten w├Ąhrend der Fahrt weniger stark als die Benziner-Version. Au├čerdem entstanden keine stinkenden Abgase und auch die Bedienungsfreundlichkeit wurde von der Kundschaft gesch├Ątzt.

    Hintergrund zur Bedienungsfreundlichkeit: Ein Verbrennungsmotor kann - anders als Dampfmaschinen oder eben die Elektromotoren - keinen Drehmoment bei Stillstand offerieren und somit nicht selbst laufen. Damit ein Verbrennungsmotor zu damaliger Zeit seine T├Ątigkeit aufnehmen konnte, musste ein Verdichtungs- und Ansaugakt vorgenommen werden. Sprich: Der Start musste mithilfe einer Handkurbel vollzogen werden. Beim Elektromotor ├╝bernimmt der Anlasser diese Arbeit. Es war also kein Wunder, dass die elektrischen Modelle damals noch als praktischer empfunden wurden.

    Hybridfahrzeug wird 1900 auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwarf der Kutschwagenfabrikant Ludwig Lohner im Auftrag von Ferdinand Porsche ein neues Fahrzeug. Dieses elektrisch betriebene Auto verf├╝gte ├╝ber zwei Elektromotoren mit je 2,5 PS. Beide Motoren waren in die Radnaben der Vorderr├Ąder integriert worden. Der "Lohner-Porsche" besa├č kein Getriebe, so dass eine Kraft├╝bertragung nicht zum Zuge kam. Damit die Reichweite allerdings nicht in die Kritik geriet, lie├č sich Porsche zus├Ątzlich etwas einfallen. Er beschloss, den Lohner-Porsche weiterhin mit einem Verbrennungsmotoren zu produzieren. Es entstand das erste Hybridfahrzeug. Mittels Generator bildete der Benzinmotor elektrische Energie, welche die Batterie versorgte. Diese konnte somit auch die beiden Elektromotoren antreiben.

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    Gemeinfrei ├╝ber Wikipedia Commons - Lohner Porsche

    Die Elektromobilit├Ąt flaute ab

    Man k├Ânnte meinen, dass die Elektromobilit├Ąt nunmehr h├Ątte ungeahnte Z├╝ge annehmen m├╝ssen. Doch es kam - wie so oft im Leben - alles anders. Obwohl die Elektromotoren klare Vorteile lieferten, setzten sich die Modelle mit Verbrennungsmotoren immer mehr durch. Doch was brachte den Umschwung?

    Gegen 1911 fanden elektrische Autos ein j├Ąhes Ende. Als Charles F. Kettering, ein Ingenieur aus Amerika, den elektrischen Anlasser f├╝r die Ottomotoren erfand, erschienen die Benziner in einem g├Ąnzlich anderen Licht. Nicht nur die niedrigen Preise f├╝r das Auto und das Benzin erfreute die Masse; auch die Pr├Ąmisse, dass die Kurbel, welche den klassischen Motor startete, nunmehr der Vergangenheit angeh├Ârte. Immer mehr Tankstellen ├Âffneten ihre Pforten und die Werbung f├╝r die Verbrennermotoren sorgte f├╝r einen enormen Imagewandel. F├╝r die damaligen Autofahrer war der Aspekt der besseren Reichweite von benzinbetriebenen Autos schlicht und ergreifend vorteilhafter. Auch die Weiterentwicklung der Elektrofahrzeuge stagnierte, so dass immer mehr Menschen den Benzinern mehr Vertrauen zukommen lie├čen. Fortan wollten zahlreiche Menschen ein Auto mit Verbrennungsmotor fahren - die elektrischen Fahrzeuge wurden immer weiter in den Hintergrund gedr├Ąngt. Das Interesse an den neuen Autos war einfach zu ├╝berw├Ąltigend, als das Elektroautos mithalten konnten. Bis zum Ende des Jahres 1920 sank der Marktanteil der elektrischen Fahrzeuge bedenklich. Die Folge: Die Produktion verschiedener Marken wurde eingestellt. Denn dort, wo kein Absatz herrscht, kann auch l├Ąngerfristig nichts hergestellt werden.

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    Vierzylinder-Motor mit gesteuerten Ein- und Auslassventil (um 1900) Quelle: Mercedes Benz

    Ein Kampf, der nie beigelegt wurde

    W├Ąhrend die Elektroautos verschwanden, entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte immer weitere Modelle und Neuheiten im Rahmen der Benziner. Selbst die ├ľlkrise, die in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufkeimte, konnte kein kollektives Umdenken erzeugen. Die damalige Krise entstand allerdings nicht, weil die ├ľlreserven weltweit ausgesch├Âpft waren - hier keimten vielmehr ├Âkonomische als auch politische Perspektiven auf. Die Elektrofahrzeuge fristeten viele Jahrzehnte ein Nischen-Dasein. Wie man heute wei├č, haben sie geduldig gewartet, in dem Wissen, dass ein Comeback auf jeden Fall m├Âglich ist.

    Bereits in den 70er und 80er Jahren funkten bereits kleine Hoffnungsschimmer auf - in England und D├Ąnemark bauten Automobilhersteller erste elektrisch betriebene Personenkraftwagen. Zwar wurden diese Modelle in erster Linie eher an Elektrizit├Ątsunternehmen verkauft und weitere Prototypen nur f├╝r Testzwecke hergestellt - doch ein Anfang war gemacht. Gegen Ende der 70er Jahre gab es in Amsterdam sogar ein weltweit erstes Car-Sharing-Projekt. Allerdings blieb der erhoffte Erfolg aus. Das Projekt wurde wegen mangelndem Interesse im Jahr 1986 wieder eingestellt.

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    Bildquelle: picture-alliance/ dpa

    Emobility kehrt zur├╝ck - st├Ąrker als je zuvor

    Erst mit dem Umdenken der Menschen f├╝r mehr Umweltbewusstsein und die Folgen der erh├Âhten ├ľlpreise scheinen die Vorteile der Elektrofahrzeuge immer weiter in den Vordergrund gef├╝hrt haben. Die in den 90er Jahren in Kalifornien entstandenen Regelungen, die gesetzlich festgelegt wurden, brachten schlie├člich das Comeback der Elektrofahrzeuge. In diesen Regelungen des CARB (California Air Resources Board) wurde verankert, dass ein gewisser Anteil der Autoproduktionen in unterschiedlichen Stufen emissionsfrei vollzogen werden muss. Seither sind Automobilhersteller gefordert, gewisse Weiterentwicklungen an den Modellen vorzunehmen, um die Umwelt nachhaltig zu sch├╝tzen.

    Diese Forderungen trugen alsbald schon erfolgreich Fr├╝chte. Bereits 1991 stellte das bayrische Automobilunternehmen BMW auf der IAA in Frankfurt den E1 vor. Hierbei handelte es sich um einen Elektroauto-Prototypen. Schon bald folgte auch das erste Elektromodell aus dem Hause Mercedes Benz. Das Modell Zebra war ebenso ein elektrisches Fahrzeug. F├╝r Furore sorgte allerdings der Horlacher Sport I. Mit diesem elektrisch betriebenen Auto war damals bereits eine Reichweite von 547 Kilometern m├Âglich. Die Geschwindigkeit lag durchschnittlich bei 55,4 km/h.

    Elektroautos erlebten weiterhin ein Auf und Ab

    Zwischen 1996 und 1999 produzierte General Motors den EV1. Von 1997 bis 2003 legte der Hersteller Toyota mit dem RAV4 EV ein weiteres Modell nach. Auch Nissan produzierte w├Ąhrend der Jahre 1998 bis 2001 den Nissan Hypermini und HONDA ver├Âffentlichte den Honda EV. Doch die Regellockerung des CARB lie├č die Produktion wieder ins Abseits geraten. Dennoch k├Ąmpften sich die Elektroautos weiter vor. In den Jahren 1994 bis 2009 wurden die unterschiedlichsten Modelle produziert - mit Erfolg. Dazu z├Ąhlten mitunter der CityEL, das Twike sowie das SAM. Auch die PSA Peugeot Citroen hielt an den Glauben der Elektromobilit├Ąt fest. Von 1995 bis 2005 wurden ungef├Ąhr 10.000 E-Fahrzeuge verschiedener Typen produziert. Dazu z├Ąhlten beispielsweise das Modell Saxo, der 106er oder das Modell Berlingo. Allerdings kamen diese Versionen nur in England, Frankreich und den Benelux-Staaten zum Zuge.

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    Quelle: Screenshot Youtube "Fotoautos" Video: 2001 Nissan Hypermini Details and Review

    2003 erfolgt endlich der Durchbruch

    Vielen Automobilherstellern kann man einiges vorwerfen - dass sie sich allerdings nicht f├╝r die E-Mobility eingesetzt h├Ątten, geh├Ârt nicht dazu. Zwar hatten viele Unternehmen anfangs Schwierigkeiten, die Entwicklung der elektrischen Fortschritte voranzutreiben, doch der Einsatz wurde belohnt. 2003 gelang der Durchbruch. Zun├Ąchst schafften es eher kleine oder mittelst├Ąndische Firmen mit elektrischen Fahrzeugen f├╝r Aufsehen zu sorgen. Sie produzierten Serienfahrzeuge oder bauten bestehende Autos einfach um. Dazu geh├Âren zum Beispiel der Citysax, der auf der Basis des Chevrolet Matiz (zweite Generation) aufbaut. Auch der STROMOS, der seit 2010 aus dem Hause German E-Cars angeboten wird, z├Ąhlt zu dieser Riege. Die Modelle Suzuki Splash sowie Opel Agila B wurden hier als Grundstein verwendet.

    Absoluter Vorreiter, der den Verlauf der Elektroautos sch├╝rte und grandiose Ma├čst├Ąbe setzte, war jedoch Tesla Motors. Mit dem Tesla Roadster konnte 2006 ein Modell pr├Ąsentiert werden, welches eine ansehnliche Reichweite von immerhin 350 Kilometern erzielte. Hernach folgten Fahrzeuge wie Chevrolet Volt, i-MiEV von dem Hersteller Mitsubishi, AIXAMs Mega e-City oder der Citroen C-Zero.

    Mittlerweile schie├čen die elektrischen Fahrzeuge wie Pilze aus dem Boden. Nahezu jedes Unternehmen bringt derweil Elektroautos hervor oder plant dieses in naher Zukunft. Vor allem Audi, BMW, Mercedes, Renault und Volkswagen sind bestrebt, hervorragende Elektroautos herauszubringen, die f├╝r eine breite Masse ansprechend sind. Nun liegt es vielmehr an der Menschheit, die Vorteile zu erkennen und das Angebot zu nutzen.

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    Bildquelle: Jaguar

    F├╝r viele Autofahrer sind die Preise, die f├╝r die unterschiedlichen Modelle verlangt werden, allerdings noch etwas zu hoch angesetzt. Die hohen Kosten sind allerdings der Technik und allen voran den Akkus zu schulden. Doch auch in diesem Punkt arbeitet die Industrie derweil flei├čig an L├Âsungen. Sogar die Infrastruktur, die als weiteres Problem angesehen wird, wird step by step ausgebaut.

    Wie die Geschichte zeigt, hat sich das Elektroauto vielleicht so manches Mal in die Schranken weisen lassen m├╝ssen - doch niemals das elektrische Auto, mit den offensichtlichen Vorz├╝gen, g├Ąnzlich aufgegeben. Obwohl es bereits erfolgreich war, musste es viel Kritik hinnehmen. Jetzt ist das Elektroauto wieder zur├╝ck und beweist, wie viel Potenzial in ihm steckt. Wir d├╝rfen also gespannt sein, was das Elektroauto in den kommenden Jahren noch f├╝r ├ťberraschungen f├╝r uns bereithalten wird.

    Quelle:

    elektroauto-news.net
    wikipedia.org
    saving-volt.de
    was-war-wann.de
    focus.de

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