Mushu - Ein Münchner EL


Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
369
Hallo zusammen,

ich möchte hier meine Er"fahr"ungen in Sachen EL teilen. Evtl. ist ja das Eine oder Andere interessante dabei.
Vorweg sei gesagt, dass das EL mein erstes E-Fahrzeug mit mehr als zwei Rädern ist.
Ich werde mich also zur rechten Zeit blöd anstellen und vermutlich dem Einen oder Anderen Profi ein Kopfschütteln entlocken.
ABER: Ich versuche zu lernen und bin daher immer für Tipps und Hinweise dankbar.
Trotzdem werde ich hier auch meine Fehlschläge dokumentieren, denn evtl hat ja jemand Anders mal ein ähnliches Problem.


Wie alles anfing

Im Juni 2020 segnete mein alter E-Roller (45er Klasse, Marke "E-Rex", damals von Metro gekauft um ~2000 rum) das Zeitliche. Ein Bleiakku hatte sich beim Laden aufgebläht und das Akkufach samt Halterung zerstört.
Ersatzteile sind nicht mehr zu bekommen. Also weg damit.
Tja - das war's mit dem leise summenden dahingleiten. Der Ersatzroller (125er Klasse, Honda Pantheon) macht zwar durchaus Spaß zu fahren, aber er knattert eben und man muss damit hin und wieder zur Tankstelle. Außerdem ist Zweirad im Winter für mich keine Option.
Also verschiedene Optionen erörtert, aber keine rechte Lösung gefunden, bis mir auf Ebay Kleinanzeigen ein blaues EL auf den Bildschirm plöppte.
Das EL kann alles, was ich für mein Pendelfahrzeug brauche: Es ist klein, leicht, bietet genug Platz für mich und meinen Rucksack (und sogar einen Wocheneinkauf, wie ich später feststellte) und vor Allem: Es kippt bei Schnee- und Eisglätte nicht einfach um (wie es ein Roller täte).
Der Verkäufer war freundlich und der Preis (~1500€) lag innerhalb meines Budgets. Also ab dafür!
Urlaub genommen, den Anhänger ans Auto und das Teil geholt.
Daheim angekommen meinte mein kleiner Neffe: "Das sieht ein bisschen aus, wie der kleine Drache aus Mulan."
Keine Ahnung, wie er darauf kam (ich sehe da keine Ähnlichkeit), aber so hatte das EL schon einen Namen: "Mushu", und ich war endlich wieder stolzer Besitzer eines E-Mobils.
 

Anhänge

ewienecke

Mitglied
28.04.2020
51
Kamikaze, also ich bin auch nur Einsteiger und habe seit ein halben Jahr meinen ersten EL und ich muss dir echt sagen, es gibt einige die vielleicht mit den Kopf schütteln, aber die Mehrheit hier haben Verständnis. Wichtig ist doch am ende, lernt man dazu und wie sagte mir heute Sascha, es gibt keine dummen Fragen. Glaub mir, man hilft dir
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
369
Der erste Check:

Direkt am nächsten Tag nahm ich das EL erstmals genauer in Augenschein - das war während der Übergabe nur sehr grob möglich.
Die Ergebnisse:
> LiFePo4-Akkus (das war mir schon beim Kauf sehr wichtig) in der Konfiguration 12S1P mit 36V Nennspannung und aufgedruckten 50Ah
> Original-BMS mit einer Platine auf jeder Zelle
> Perm-Motor
> Antrieb über Kette auf das linke Hinterrad (das war mir neu - bis dahin dachte ich, dass beide Hinterräder angetrieben würden)
> Einige Schäden am Plastik des Wanneninnenraums - viele davon mit Panzertape geflickt
> Das Targa-Verdeck aus Kunstleder in erstaunlich gutem Zustand
> die Haube ist verzogen - ein Spalt von etwa 2cm an der größten Stelle (auf Höhe der Knie des Fahrers)
> Das Haubenschloss hinten hakelt stark
> Reifenprofil auf den ersten Blick in Ordnung (>5mm rundum)

Kurzum: Der Zustand war passabel, wenn man bedenkt, dass das Teil schon 2003 erstmals zugelassen wurde.
Auch die 45er-Zulassung kam mir sehr entgegen.

Also ran an die Ladebuchse und direkt die erste Reparatur eingeleitet: Der Schlossbügel an der Wanne, an dem das Haubenschloss einhakt gelöst und so weit nach vorne verschoben, dass das Schloss wieder sauber einrastet.
Dabei habe ich festgestellt, dass das Schloss offenbar schon mal repariert wurde: Eine Schraube wurde als Abstandshalter eingedreht, um das Schloss so ein zu stellen, dass es sich beim Druck auf den Knopf zuverlässig löst.
Naja - ich könnte mir zwar eine schönere Lösung vorstellen, aber so lange es funktioniert soll es mir recht sein.

Später am Tage dann die erste Probefahrt in heimischen Gefilden.


Erste Fahrt:

Erst einmal eine kleine Runde ums Dorf - ein Gefühl für das Fahrzeug entwickeln.
Das macht Spaß!
Also weiter zum einkaufen.
Parkplatzprobleme sind mit dem EL praktisch nicht existent - auch wenn zwei Straßenpanzer nebeneinander so parken, dass ein normales Auto dazwischen keinen Platz hat. Mit dem EL hat man dort sogar sehr komfortabel Platz.
Sehr schön!
Aussteigen, zuschließen, und ab in den Laden - ein paar Kleinigkeiten eingekauft und wieder zurück zum EL.
Dann die erste Ernüchterung: Das Haubenschloss lässt sich zwar problemlos zusperren, aber das aufsperren gestaltet sich mit der Platzhalter-Schraube als nahezu unmöglich.
Damit war ich am ersten Tag nach dem Kauf bereits gezwungen in mein eigenes Gefährt ein zu brechen (ist dank Targaverdeck keine Kunst).
Nun gut - nach einigem Gefummel von Innen funktioniert das Schloss wieder, aber zusperren werde ich das Teil wohl nicht mehr. Nicht nur weil das Schloss defekt ist, sondern vor Allem weil es so einfach ist in das "zugeschlossene" EL zu kommen. Wer da ernsthaft rein will soll wenigstens nichts beschädigen.

Merke: Keine Wertgegenstände im EL liegen lassen.

Wieder daheim war ich trotzdem sehr zufrieden. Das EL zu fahren macht Spaß, Parkplatzprobleme sind so minimal, wie mit dem Roller auch und der Kofferraum ist überraschend geräumig.
 
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Kamikaze

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24.08.2020
369
Der erste Defekt (Ladegerät)

Nach einigen Pendelfahrten in der Sommer-Sonne zu und von meinem Arbeitsplatz in der Münchner Innenstadt kam es, wie es kommen musste: An der Heimischen Steckdose das EL angestöpselt - "Patsch" - Rauch - panisch ausstecken.
Das Ladegerät hat sein Leben ausgehaucht - zusammen mit einer dicken Rauchwolke.
Also Schraubendreher geholt und die Aluplatte unter der Sitzfläche lose geschraubt - nicht dass es da klammheimlich weiter fackelt.
Glücklicherweise hat nichts (mehr) gebrannt, aber recht schnell stellten sich zwei Erkenntnisse ein:
1. Das Ladegerät ist nicht das originale, sondern ein generisches 36V-LiFePo4-Ladegerät.
2. Das Ladegerät sieht nicht gesund aus.

Also das Ladegerät (das nur mit Kabelbindern an der Aluplatte befestigt war) abmontiert und geöffnet.
Zum Vorschein kam eine völlig verkohlte Platine, ein zerbröselter Ringkerntrafo und eine Vogelfeder.
Was für ein Mist! Da ist nichts zu retten.

Also neues Ladegerät gesucht und bei Akkukaufhaus fündig geworden. Wichtig war mir dabei, dass das neue Ladegerät min. 10A Ladestrom bringt und mit dem Maßen des alten Laders möglichst genau überein stimmt, damit ich nicht die ganze Elektronik unter der Sitzbank umbauen muss.
Der Spaß kostet rund 120€, aber hilft nix - also bestellt.
Die nächsten Tage musste ich dann natürlich mit dem Dieselstinker zur Arbeit und durfte mir ein paar spöttische Bemerkungen der Kollegen anhören, aber was soll's - nach ein paar Tagen wird das Ersatzteil ja geliefert und dann kann es weiter gehen.
In der Zwischenzeit hatte ich ein wenig Zeit, den elektrischen Aufbau zu enträzeln, der sich unter der Sitzplatte befindet.
Kurz und gut: aus allem bin ich noch nicht schlau geworden, aber ich habe heraus gefunden, wo der Strom eingespeist wird - sowohl zum Lader, als auch von dort zum Akku.
Original scheint davon kaum etwas zu sein und ich entdecke viele Bastel-Lösungen.
So lange das alles funktioniert soll es mir reichen - das EL muss zumindest über den Winter erst mal laufen - dann kann ich mich nach und nach um die Kosmetik kümmern.

Der neue Lader hat natürlich einen E-Bike-Stecker, der nicht mit dem EL kompatibel ist. Glücklicherweise wurde gleich eine passende Buchse dafür mitgeliefert. Also die Buchse mit der bestehenden EL-Elektrik verlötet, das Ladegerät dort angesteckt und den Ganzen Spaß mit etwas Nachdruck und etlichen Kabelbindern so unter die Sitzplatte geschnallt, dass diese sich wieder befestigen ließ.
Warum so kompliziert?
Weil ich das neue Ladegerät erst ein paar Wochen testen wollte ohne die Garantie durch ein abgeschnittenes Kabel zu verlieren.
Nach einer guten Woche problemlosen Ladens hatte ich wieder ein paar Stunden Zeit, die ich dann nutzte um den Kabelsalat etwas zu bereinigen.
Kabel vom Lader abgestöpselt, Batterie mittels Batterietrennschalter getrennt und etwa 1,5m überschüssiges Kabel samt Buchse entfernt, alles mit vercrimpten Flachsteckverbindern zusammengesteckt und mit Schrumpfschläuchen isoliert. Jetzt sieht das wieder etwas ordendlicher aus und die Sitzbank passt auch wieder ohne Nachdruck an ihren Platz.
Bin zufrieden.
Trotzdem steht die "Sitzbank-Elektrik" auf der To-Do-Liste. Dieser Kabelsalat muss ein anderer werden.

Und die dritte Erkenntnis aus der ganzen Aktion: Das EL ist ein Hobbyprojekt. Ein Oldtimer eben.
Das hatte ich mir ehrlicherweise so nicht vorgestellt. Auf der Positiven Seite muss ich allerdings feststellen, dass ich der Meinung bin viele der anfallenden Reparaturen selbst ausführen zu können - insbesondere auch mit Hilfe der sehr hilfsbereiten Foristen hier. Also ein Lichtblick.
Trotzdem liegt mein Fokus ganz klar darauf, dass das EL fährt. Ich will den Diesel nur noch für Langstrecken und Anhängertouren aus der Garage holen müssen.
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
369
Der erste Umbau (Batteriekorb)

Noch ist es warm draußen, aber der Winter kommt bestimmt, und genau dafür habe ich mir das EL ja schließlich zugelegt, also langsam darauf vorbereiten, dass es kalt wird.
Ein Blick unter die Akkuabdeckung zeigt, dass der Batteriekorb praktisch aus (gewollten) Löchern besteht und der Batterieblock einfach darauf geschnallt wurde. Einzig die BMS_Platinen hat der Vorbesitzer mit einer Plexiglas-Abdeckung vor grobem Schmutz geschützt. Eine absolut gute Idee - deshalb bleibt diese Abdeckung genau so wie sie ist.
Im EL-Wiki sind bereits einige Batteriekorb-Dämmmaßnahmen zu bestaunen - also mit genug Inspiration ran ans Werk.
Leider habe ich bisher nur an Zweirädern herum geschraubt - deshalb beschließe ich von beweglichen Teilen erst mal Abstand zu halten.
In den Batteriekorb kommen OSB-Platten und darunter wird eine Styropor-Platte samt Verkleidung aus Plexiglas geschraubt.
Sieht gut aus. Bin stolz auf meinen ersten Umbau. Also Deckel... zu?
Geht nicht.
MIST!
Die 12mm der OSB-Platte im Akkukorb hebt die Akkus so weit an, dass die schwarze Abdeckung nicht mehr passt.
Also die ganze Konstruktion wieder zerlegt.
Ärger.
Frust.
Den Batteriekorb will ich nicht für zusätzliche Schrauben anbohren, damit er nicht noch schneller rostet - also muss eine andere Idee her. Mal nachdenken.
Zwischenzeitlich bewundert meine Mutter das "schnuckelige kleine Schuhkarton-Auto" und ist regelrecht entzückt als ich sie bitte eine Plane aus zuvor besorgtem Kunstleder zu nähen, damit das EL auch bei Mistwetter halbwegs trocken bleibt.
Klasse! Dann muss ich das nicht selbst machen.
Die Laune bessert sich, und so fällt auch das Denken leichter.
Ein Test mit einer Plexiglasplatte (3mm) zeigt, dass diese flach genug ist, dass der Deckel zu geht und noch etwa 5mm Luft zur Platinenabdeckung bleibt.
Sehr gut - das hält zumindest den direkten Wind und Dreck draußen.
Also den Batteriekorb richtig sauber gefegt und mit Plexi ausgekleidet.
Hinten - dort wo die Achse läuft lasse ich den Luftspalt mal bestehen. Die Entwickler haben sich da sicherlich was dabei gedacht. Bevor ich da was wichtiges blockiere oder mir die Konstruktion bei einem fetten Schlagloch vom EL geschlagen wird bleibt der Spalt erst mal so wie er ist. Evtl. mache ich da nächstes Jahr noch was. Wird sich zeigen.
Regen, Spritzwasser und grober Dreck kommen so schon mal nicht mehr so leicht an den Akku ran, aber so richtig gut gefällt mir das noch nicht.
Eine alte Camping-Isomatte (~5mm Alu-beschichtet) wird kurzerhand zu einem "Würfel" vernäht, in den der Akkublock gesetzt wird. Der "Deckel" des Würfels bleibt flexibel, damit ich ihn bei warmem Wetter auch offen lassen kann.
Natürlich reißt das dünne Plastik der Isomatte beim einsetzen des Akkublocks. Panzertape to the Rescue!
Dazu kommen noch ein paar Syropor-Platten rund herum - mit dem Spanngurt, der den Akku hält mit fixiert.
So gefällt mir das Ganze schon wesentlich besser. Die Isolation ist passabel und zusammen mit dem drastisch reduzierten Fahrtwind sollte die Akkuheizung den Block problemlos auf Temperatur halten/bringen können.
Bei der Gelegenheit gleich nochmal die Kette begutachtet (ist etwas locker) und geschmiert.
Leider sehe ich keine Möglichkeit die Kette zu tauschen - das kommt also auf die Liste für die Werkstatt.
Da muss das EL ohnehin hin - zum Reifen wechseln.

Später stellte sich heraus, dass die Isolierwirkung so gut ist, dass sich die Akkus trotz -6°C Außentemperatur und ~18°C Start-Temperatur nach ca. 22km Fahrt auf ~26°C aufheizen. Im Sommer muss der Block also wieder raus aus seinem Würfel. Für den Winter ist das aber genau das, was ich wollte. Voller Erfolg! :D
 
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Wertungen: Marcel Fischer
Hallo Rick,

warum siehst du keine Möglichkeit die Kette zu tauschen? Da gibt"s wie bei allen Rollenketten ein Kettenschloss.
Dieses Schloss und auch die Kette ist Industrie-Massenware und auch in der Bucht bestellbar.
Das einzige Problem beim Kettentausch sind die dreckigen Finger!

mfG
Peter
 

Kamikaze

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24.08.2020
369
Hallo Rick,

warum siehst du keine Möglichkeit die Kette zu tauschen? Da gibt"s wie bei allen Rollenketten ein Kettenschloss.
Dieses Schloss und auch die Kette ist Industrie-Massenware und auch in der Bucht bestellbar.
Das einzige Problem beim Kettentausch sind die dreckigen Finger!

mfG
Peter
Inzwischen habe ich dahingehend auch schon vonn Herrn Schippers einige Tipps bekommen. Damals (der obige Post zeigt eine "Szene" aus dem Spätsommer) habe ich vergeblich versucht die alte Kette zu spannen bzw. zu tauschen.
Beispielsweise wusste ich nicht, dass man die komplette Perm-Motoreinheit hoch klappen kann, wenn man eine Schraube am Unterboden löst. :D
Man lernt. Damals wusste ich das aber nicht. :)
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
369
Der erste Werkstattbesuch (Reifenwechsel und allgemeiner Vor-Winter-Checkup)

Nachdem Mushu (das EL) ohnehin zur Werkstatt sollte, dachte ich mir, dass das am besten noch bei halbwegs gutem Wetter passieren sollte. Dann kann ich nämlich so lange stattdessen den Roller nutzen.
Also flugs einen Termin bei "Schippers" in Fürstenfeldbruck vereinbart. In ein paar Wochen hat er "noch Luft". Passt für mich.
Am gleichen Tag regnete es erstmals richtig heftig, als ich auf dem Heimweg von der Arbeit war.
Auf der Prnzregentenstraße in München passierte es dann. Ein Auto übersah mich offenbar und fuhr nur wenige Meter vor mir aus der Parklücke (natürlich ohne zu blinken).
Also voll in die Eisen und... huch! Das EL rutscht und dreht sich!
Die Straßenlage bei nasser Fahrbahn ist unterirdisch!
Glücklicherweise ist nichts passiert.
Also zu Hause die Reifen genauer unter die Lupe genommen:
Das Profil schaut bis auf kleinere Schäden gut aus. Der Luftdruck passt mit knapp 3bar auch zu den Angaben des Verkäufers. Warum also rutscht das EL so arg, wenn es nass ist?
Mal nachdenken. So was ähnliches hatte ich schon mal... Was war das noch gleich?
Der alte Feuerwehr-LKW... Da war die Straßenlage bei Regen ähnlich mies.
Damals lag es an überalterten Reifen.
Also mal sehen wie alt die Reifen sind...
Da geht mir doch direkt die Kinnlade bis auf den Boden: Die Reifen sind noch die Original-Reifen von der Auslieferung.
Herstellungsjahr 2003. Also satte 17 Jahre alt!
Kein Wunder also, dass die rutschen wie Hölle. Eher schon ein Wunder, dass sie so lange durchgehalten haben.
Also wird zukünftig bei Regen noch vorsichtiger gefahren, noch mehr Abstand gehalten und noch besser auf Ausparker geachtet, als sonst schon.

Dann endlich durfte Mushu in die Werkstatt.
Der Auftrag lautete: Reifen wechseln, Kette spannen, Bremsen prüfen und generell das EL auf Herz und Nieren zu prüfen, damit es gut durch den Winter kommt.
Herr Schippers veranschlagte dafür gut eine Woche und wollte sich bei mir melden, wenn er für die Abholung bereit ist.
Zwei Wochen vergingen - ohne Anruf.
Daraufhin telefonierte ich mit der sehr netten Sekretärin, die mir erklärte, dass die Reparatur noch nicht begonnen sei, aber so schnell wie möglich durchgeführt werden würde.
Schlussendlich zog sich das Ganze über etwa sechs Wochen und kostete rund 800€.
Gemacht wurde der Reifenwechsel, die Kette und die Spannvorrichtungen am Motor und die Prüfung der Bremsen. Letzteres kann ich nicht wirklich nachprüfen - also muss ich mich auf die Aussage von Herrn Schippers verlassen, der meinte: "Die Bremsen sind noch gut."
Zusätzlich teilte mir Herr Schippers mit, dass der Scheibenwischwasser-Tank samt Pumpe fehlt. Repariert wurde das aber nicht, weil das "mit dem kleinen Kennzeichen nicht so wichtig ist".
Zusätzlich kaufte ich mir gleich noch ein Adapterkabel Typ2-Schuko mit 5m Länge, damit ich notfalls auch an öffentlichen Ladesäulen "tanken" kann.
Trotz Corona und persönlichen Gründen von Hrn. Schippers war ich einigermaßen enttäuscht. Zumindest die Kommunikation hätte viel besser laufen müssen.
Als Handwerker weiß ich, dass es vorkommen kann, dass sich ein Auftrag verzögert oder irgendwas nicht wie geplant klappt. Kein Problem von dieser Seite. ABER ich wäre schon sehr gerne informiert worden, dass es länger dauert.

Wie dem auch sei:
Die Reifen rollen jetzt viel weicher ab, was dem Geräuschpegel im Inneren sehr zuträglich ist.
Auch die Straßenlage bei Nässe ist jetzt um Faktoren besser. Bei einem Bremstest auf einer abgelegenen Strecke zeigt sich, dass das EL nun auch auf nasser Fahrbahn ernsthaft bremst, wenn man in die Eisen steigt.
Beim sachten Bremsen an der Ampel quietschen die Bremsen aber noch immer unglaublich laut. Hilft nix - die nächsten Bremsbacken sind hoffentlich leiser, aber bis dahin will ich die aktuellen erst noch aufbrauchen.
Auch die Kabeltrommel (25m, 2,5mm², leuchtorange) ist angekommen. Damit kann ich am Arbeitsplatz immer eine Steckdose erreichen. Der Chef gab schon sein grünes Licht dafür.
Auch der entsprechende Steckdosen-Energiemonitor ist angekommen, damit das auch entsprechend abgerechnet werden kann (die Kollegen sollen ja nichts zu meckern haben).
Perfekt! Damit muss ich nicht länger "auf Kante" fahren und kann im Winter auch guten Gewissens mal die Heizung ein schalten.

Auch die Plane, die meine Mutter aus Kunstleder genäht hat, kommt nun täglich zu ehren und hält Mushu trocken und laub-frei.
Um Salzschmutz von der Frontscheibe zu bekommen fülle ich noch ein wenig Scheibenfrostschutz in eine alte Desinfektionsmittel-Sprühflasche. Ist zwar nicht so komfortabel, wie eine Scheibenwasch-Anlage (immerhin nur im Stand benutzbar), aber so kann ich auch bei Minusgraden unkompliziert schnell die Scheibe abwischen, wenn es all zu schlimm wird.

Der Winter kann kommen! :D
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
369
Hallo Rick,

also 3 neue Reifen + Montage und vorhandene Kette spannen und Reparatur der Spannvorrichtung
plus technische Überprüfung des EL"s. Dazu ca. 6 Wochen gebraucht!? =800€?

Das kann ja wohl nicht sei?
Es waren nicht ganz 800€ und die Kette wurde ausgetauscht, aber so sieht's aus.
Die Werkstattdichte für ELs ist leider klein genug, dass ich keine große Auswahl habe, wenn ich was nicht selber machen kann oder will. (Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Teilen wie z.B: Bremsen lasse ich lieber einen Fachmann ran. Da ist mir mein kleines Leben zu wertvoll für Experimente.)
Unterm Strich habe ich aber an den ausgeführten Leistungen (abgesehen vielleicht vom Preis) keinen Grund zur Beanstandung.
 

Enno

Mitglied
15.05.2006
275
Moin Rick,
zum drehen bei Regen - Erfahrungen. Tückisch ist eine regennasse Fahrbahn plus Sprit/Ölfilm, der nicht sichtbar war. Da habe ich einmal unfreiwillig eine 180 Grad Drehung hingelegt (ist gut gegangen aber weiche Knie…) Bei Regen fahre ich immer eher vorsichtiger aber gegen die plötzlich aufgemachte Tür oder Abbieger hat man kaum eine Chance.

Waschbehälter und Pumpe ist ein Universaltyp (erhältlich z.b. bei Westfalia). Sofern der Schlauch (und +/- 12 Volt) von hinten links (Batterieraum) nach vorne Scheibendüse noch liegt-ist das schnell gemacht. Das Aufhängeblech f.d. Behälter sollte noch an der Batterieraumrückwand zu finden sein

Quietschende Bremsen. Mir hat mal geholfen: Trommelbremsbeläge leicht mit sehr groben Schleifpapier etwas anrauen-Ruhe.
Viele Grüße
Enno
 
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Wertungen: Kamikaze

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