Saharaleitung: Wechsel- oder Gleichstrom? Vergleich

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.483
91365 Reifenberg
so what, ihr kommt zu spät. Sowas ist doch hier schon vorgestellt worden: the "fart car".


Ist ein wenig wie: die heisse Luft der Politiker und den Wind, den die machen, energetisch nutzen. Kann da jemand per 3D Drucker die Auffangstationen machen und die Düsen...

Aber Vorschläge, Methan von pupsenden Rindviechern energetisch zu nutzen, gab es allen ernstes. Wurde auch schon gemacht, hat mich aber nicht wirklich interessiert. Dafür habe ich mir eines der weltgrößen Solarkraftwerke in Marokko angesehen. Der Strom wird aber vollständig in der Region genutzt. Auch der Strom von einer der größten Windparks Afrikas, ganz im Süden von Marokko, wird auch voll im Lande genutzt. Und das ist gut so. HGÜ, also Hochspannungs-gleichstromübertragung gibts aber dort nicht. Dafür sind die Leistungen noch zu gering und vor allem die Verbraucher zu nah.

Gruss, Roland
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
374
Ach, hier treibt sich mein Pferd herum. Es sollte eigentlich den Rasenmäher ziehen, ist mir dann aber irgendwie hierhin entlaufen und ich habs gar nicht bemerkt. Das kommt davon, wenn man mehrere Threads gleichzeitig öffnet! Man verliert den Überblick.
Also, lieber Hottomax, hott! Du bist hier eigentlich falsch!

Nee, die Afrikaner benötigen nur wenig Energie. Die werden erst einmal im Strom ertrinken, bis meine Saharaleitung fertigestellt ist. Aber der ganze überschüssige Strom wird zur Aluminiumelektrolyse benötigt. Für nicht einmal ein Sonnenjahr, dann ist die Leitung fertig.
Aber wie ich gerade von Euch erfahren habe, ist die Erde gar nicht wüst und leer, sondern voll mit Wüsten bepflastert, die mir ordentlich HGÜ-Leitungslänge sparen.

Im Übrigen ist bei mir gerade der Carlo Rubbia wieder auferstanden, dessen Erfindung, ADS, auch genügend Strom erzeugt, wenn die Sonne auf Dauer hinter der Qualmwolke verbrannter Wälder verborgen bleibt.
Mit anderen Worten, es ist unverantwortlich, dass so kurz vor der Fertigstellung neuer, sauberer Reaktortypen noch das alte, unverantwortbare Zeugs in die Landschaft gesetzt wird.

Aber, solange sich noch etliche Völker mit Atombomben bewerfen wollen, sage ich weiterhin:
"Atomkraft, nein danke!"

Der Roman hat schon öfter kundgetan, dass Hochdruck-Wasseranalyse-und Synthesegeräte bereits mit jeweils mindestens 70% Wirkungsgrad laufen und somit doch genügend Strom für die gesamte Welt zwischengespeichert werden kann. Da muss nicht einmal der Wasserstoff verflüssigt werden, um preiswerte Energiespeicher zu schaffen.
Dann brauchen wir nicht einmal den Kongo durch die Wüste leiten. Den brauchen wir allerdings, damit die Sahara grün wird und Sandstürme keine Chance mehr haben.
Im Übrigen sind Wasserstoffverflüssigungsanlagen hoch wirksame Wärmepumpen, die als Nebeneffekt, je nach Bedarf, Wärme oder Kühlenergie zur Verfügung stellen.

Auf jeden Fall, der solare Weg ist der richtige.
Elektromobilistisch sind wir damit ohnehin autark.

Wir können da auch erst einmal klein anfangen: Mit solarer Fahrradladung. Das geht sogar mit Bananensteckern und ohne teuren Elektriker.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.483
91365 Reifenberg
Immer wieder wird der Flächenbedarf für alternative Energien in Deutschland beklagt, vor allem für Solarenergie.

Na ja, kürzlich las ich mal was davon, dass der Braunkohlentagebau ja auch ziemlich viel Fläche frisst. Und das man auf dieser Fläche mit Solarmodulen ganz Deutschland locker versorgen könnte.

Da hab ich mal nachgeschaut und dies gefunden:

Gesamtfläche, die durch Rohstoffabbau belegt ist
Die Fläche, die aktuell durch den Rohstoffabbau belegt und überformt ist, ist deshalb wesentlich größer als die jährlich neu in Anspruch genommene Fläche. Ausweislich der Flächenstatistik für das Jahr 2019 sind aktuell 150.585 ha (1.505,85 km²) durch Bergbaubetriebe, Steinbruch, Tagebau und Gruben belegt, also etwa 53 Mal so viel, wie jährlich neu in Anspruch genommen wird.

Quelle: Umweltbundesamt

Rechnet mal nach, wieviel Energie man auf 150 Tausend ha mit Photovoltaik in Deutschland gewinnen kann. Bei leichter Abdeckung mit landwirtschaftler Nutzung darunter kämen rund 150.000 MWp zusammen. Also rund 150 Gigawatt installierte Leistung. Stimmt meine Rechnung, oder irre ich mich: Daraus gibts dann pro Jahr rund 150.000 Gigawattstunden an elektrischer Energie, das sind 150 Terrawattstunden. Allein aus der Fläche, die jetzt sowieso schon für Energiegewinnung genutzt wird. Die Hausdächer kommen dazu, und zwar in ähnlicher Größenordnung. Und wenns nach mir ginge, würde ich alle Autobahnraststätten, vor allem die großen Parkplätze, mit Solarüberdachung ausstatten. Na ja, wills nicht übertreiben... Also: Warum in die Ferne schweifen, denn die Fläche die ist da.

Zum Vergleich: Deutschland benötigt zur Zeit rund 500 Terrawattstunden an Elektroenergie. Tendenz eher fallend.
Ach so, Wind und Wasserkraft gibts auch noch, also auf der Erzeugerseite. Wirklich nur 500 Bedarf?

Fangen wir an, und ersetzen nur die Braunkohletagebau-Flächen durch Photovoltaik-Flächen. Das sollte schon reichen. Na ja, kost natürlich was. Schafft aber Arbeitsplätze...

Wo ist die Energielücke? Ist eigentlich nicht die Frage. Eher wann. Klar, natürlich nachts und im Winter. Also mehr oder weniger doch nur ein Speicherproblem. Aber vielleicht reicht die Solarenergie dann doch sogar im Winter. Im Sommer dann auch ganz sicher für die Aluhütten von Bernd. Wenn ich richtig gerechnet habe. Wer rechnet nach, was das kostet. Als Massheinheit am besten die Kosten des Polizeieinsatzes vom Hambacher Forst zugrunde legen.

Mit solarmobilen Grüßen, Roland
 
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Emil

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04.04.2006
2.526
Das bezweifele ich stark, denn allein der Automobilverkehr braucht bei kompletter Umstellung 150 TWh. Rechnet man andere Sektoren dazu dann werden wir den jährlichen Strombedarf bestimmt auf 1000+ TWh erhöhen. Und da die Saisonalespeicherung auch nicht verlustlos geht (bei Wasserstoff sind es mindestens 50 %) braucht man tatsächlich noch viel mehr Erzeugung.

Dass die Siedlungsflächen ausreichen würden war nur ein Gedankenspiel für den aktuellen Status Quo des Stromverbrauches.

Und man möchte ja auch nicht die Landschaft die heute durch den Bergbau zerstört ist jetzt mit Quadratkilometern PV zu pflastern. Das ist dann für die Ökologie auch nicht viel besser als der Tagebau.

Nein, man muss schon Lösungen finden, die bereits versiegelte oder anderweitig genutzte Flächen mehrfach nutzen. Das mit den Parkplätzen wäre schon mal ein guter Anfang. Aber das gibt es noch viel mehr wie Straßen, oder Agro-PV, die einen Mehrfachnutzen bringen.

Und natürlich muss man am saisonalen Speicher arbeiten, der eben nicht wie bei Wasserstoff sehr hohe Verluste hat.

Wir müssen uns auch endlich davon verabschieden nur D alleine zu betrachten, sondern das Potential der unterschiedlichen Energieangebote in ganz Europa zu nutzen. Jede Region kann ihren Beitrag leisten und insgesamt sorgt das für eine hohe Diversifikation, die den tatsächlichen regionalen saisonalen Speicherbedarf erheblich reduzieren kann.
 
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Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.483
91365 Reifenberg
Hallo Emil, wenn ich zur Stromerzeugung oder dem Strombedarf schreibe "Tendenz eher fallend", so spekuliere ich hier nicht oder meine nur, sondern beobachte die Tendenz in der Stromerzeugung der letzten 3 Jahre laut Statistik der deutschen Bundesregierung, also:

Bruttostromerzeugung insgesamt in Milliaren kWh637,3in 2018603,8in 2019567,4in 2020

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Energie/Erzeugung/Tabellen/bruttostromerzeugung.html

Und ja, wenn alles mögliche jetzt auf Strom umgestellt wird, z.B. auch die Heiztechnik, chemische Prozesse, die Energie für die Hochöfen und auch für Bernds Aluhütten und so weiter, so werden wir mehr Strom benötigen in der Zukunft. Im Moment zeigt sich diese Tendenz nicht. Die Statistiken zeigen ja nur reale Trends. Über die Gründe kann man freilich lange diskutieren. Z.B. auch darüber, dass sich mehr und mehr Verbraucher - auch grosse Verbraucher - teilweise aus der öffentlichen Versorgung ausklinken und lieber Eigenversorgung betreiben. Meist aus eigenen Solaranlagen. Ich z.B. mache das im Moment und halbiere meinen Strombedarf aus dem Netz, und ich sehe diesen Trend auch bei vielen Landwirten, deren Anlagen ja Jahr für Jahr mehr aus der EEG Vergütung rausfallen. Und vor allem bei E-Auto Fahrern, die vielfach eigene Solaranlagen auf dem Dach oder so haben und so trotz erhöhtem Strombedarf weniger aus dem öffentlichen Netz nehmen. Sauerei eigentlich, das verfälscht nicht nur die Statistik, sondern untergräbt auch die Geschäftsmodelle der großen Energieversorger und der Netzbetreiber.

Und ja, alle Berechnungen gehen für eine ferne Zukunft von rund 50 oder 60 Millionen Elektro PKW mit je rund 3000 kWh p.a. an Energiebedarf aus. Scheint mir einigermaßen ok für rund 20 kWh/100km und rund 15.000 km p.a. im Durchschnitt. Wobei die 20 kWh/100km sicher von vielen unterboten wird. Der Energiebedarf könnte auch noch wegfallen, wenn die E-Autofahrer noch mehr als bisher eigene Solaranlagen für ihre E-Autos anschaffen.

Der systemische Fehler liegt aber darin, dass nicht gegengerechnet wird. Werden alle km elektrisch gefahren, entfällt der Strombedarf für die Ölförderung, den Transport, die Aufbereitung und die Vermarktung des Flüssigkraftstoffs. Jedenfalls für den Teil, den die Verbrenner PKW nun nicht mehr brauchen. Die Schätzungen gehen hier weit auseinander. Ich halte einen Bereich von 50 bis 100 Terrawattstunden p.a., die man dadurch gegenrechnen kann, für realistisch.
Und dass dann der Primärenergiebedarf von 500 bis 600 Terrawattstunden wegfällt im Ölbereich, wird auch gerne verschwiegen. Beim Solarstrom wird fast nie von Primärenergieertrag von der Sonne gesprochen, sondern fast immer von Nettoenergie aus den Photovoltaikanlagen, also von dem, was dann tatsächlich nutzbar ist.

Bleibt ein realer Mehrbedarf von 50 bis 100 Terrawattstunden p.a. für 100% PKW Elektromobilität. Und wir haben mindestens 20 Jahre Zeit für diese Umstellung, wahrscheinlich noch mehr.

Beim Vergleich der Flächen ging es mir um das Aufzeigen der Möglichkeiten und vor allem darum, zu zeigen, dass heute schon ein ungeheurer Flächenverbrauch für die konventionelle Energieerzeugung besteht. Wenn man die erwähnte Agro-PV dagegensetzen würde, hätte man mehrere große Vorteile: Die Fläche wird doppelt genutzt und ist für die Landwirtschaft nicht komplett verloren. Die Energie ließe sich praktisch bedarfsgerecht fast überall in Deutschland erzeugen, so dass sich eigentlich keine Leitungsprobleme mehr ergeben dürften. Und da es eh wärmer wird in Deutschland, könnte eine lockere Überdachung der Agro-Flächen ganz andere und neue landwirtschaftliche Konzepte ermöglichen.

Dabei bin ich beim Aufzeigen der Möglichkeiten und mit meinen Vorschlägen noch gar nicht mal so weit gegangen, dass ich alle Autobahnen und alle Bahntrassen mit Photovoltaik überdachen möchte. Aber reizen täte mich sowas schon. Jedenfalls mehr, als Strom aus der Sahara nach Deutschland zu leiten.

All das sind aber, jedenfalls für mich und viele hier, nur schöne Denkmodelle und Vorstellungen für Stammtisch-Diskussionen oder - wie Du es genannt hast - Gedankenspiele. In konkreten Entscheidungs- oder Planungsprozessen bin ich Ausstieg aus dem Berufsleben bereits 1997 schon lange nicht mehr. Trotzdem interessieren mich Projekte besonders in Afrika und der Sahel-Zone besondern, da ich ja beruflich 4 Jahren Ägypten und 6 Jahre Tanzania durchgemacht habe. Und weil ich bereits 1980 am Landesentwicklungsplan Enerneuerbare Energien in Kenia mitgearbeitet habe. Meine Teile waren Photovoltaik, Wind und Biogasnutzung. Aber das ist Geschichte, und damals ging es mehr oder weniger um kleinere Projekte, aber auch um Aufbau von know-how und Fertigung in Kenia.

Daher verfolge ich mit großem Interesse vor allem diese Projekte:
Solarpark Ouarzazate in Marokko mit rund 580 MW, über Solarwärme und jetzt viel Photovoltaik. Habe ich 2019 besucht.
Windpark Tarfaya im Süden Marokkos mit rund 300 MW, würde ich gerne nochmal hinfahren. Man sieht die Anlagen über google-maps.
Windpark Turkana im Norden Kenias mit rund 320 MW. Ich habe 1980 im Lake Turkana gebadet, und glaube nicht, dass ich da nochmal hinkomme. Das Wasser ist stark alkalisch, in der Bucht habe ich Nilpferde gesehen. Die zahlreich vorhandenen Krokodile konnte ich nicht sehen. Unser 3er Team waren die einzigen Hotelgäste. Die Gegend ist wüstenähnlich und sehr dünn besiedelt.

Bei allen drei Anlagen konnte ich keine Hinweise auf HGÜ Leitungen im Internet finden. Auch HGÜ hat mich früher interessiert, da ich 1975 die Anlage in Cabora Bassa in Mozambique besichtigen konnte. Von dort später gingen per HGÜ Leitung - die 1975 bereits fertig war - rund 2 GW über 3000 km nach Johannesburg in Südafrika. Der Gesamtbedarf von Mozambique wurde seinerzeit mit rund 250 MW angegeben und natürlich auch beliefert, allerdings über eine Drehstrom-Freileitung.

Und ja, bei meiner beruflichen und privaten Vorgeschichte betrachte ich fast nie die Energie in Deutschland alleine. Dazu bin ich - auch beruflich - viel zu viel rumgekommen. Vor 10 bis 15 Jahren sogar zu einigen Konferenzen in Abu Dhabi, Damaskus und Assuan, 2007 sogar nach Peking. Habe seinzeit Vorträge über solare Mobilität gehalten und natürlich auch eine Menge über die Sahara Konzepte gehört. In Peking ging es ausschließlich um Lithium Akkus.

Womit wir zum Speicherproblem kommen. Für Tage oder Wochen könnte es mit Akkus gehen. Um die Sommerenergie in den Wintermonaten nutzen zu können, habe ich noch nix einigermaßen tragbares gefunden. Hätte ich aber gerne. Mit Benzin und kleinem Motor-Generator würde es wohl gehen. Habe ich zwar, ist aber nur für den Notfall und nicht wirklich so mein Ding. Aber da suchen sie ja alle....

Mit solarmobilen Grüßen, Roland
 

Kamikaze

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24.08.2020
672
Für Tage oder Wochen könnte es mit Akkus gehen. Um die Sommerenergie in den Wintermonaten nutzen zu können, habe ich noch nix einigermaßen tragbares gefunden. Hätte ich aber gerne.
Glücklicherweise gibt es ja nicht nur PV, sondern auch noch Wind- und Wasserkraft.
Falls man es politisch gebacken bekäme, das europäische Verbundnetz zu verstärken und leistungsstarke Anbindungen an Österreich, die Schweiz und die skandinavischen Länder (und dazwischen natürlich) zu etablieren hätten wir als Europa bereits zugang zu enormen Speicherkapazitäten.
Falls (!!!) das noch nicht ausreichen sollte stehen bis dahin vermutlich auch Millionen PKW-Akkus die meiste Zeit ungenutzt herum.
Und falls auch das noch nicht reichen sollte gäbe es immer noch die Gaskavernen, die man auch für H2 verwenden könnte (dann aber bitte mit Erzeugung und Kraftwerk direkt oben drauf, damit wenigsten keine Leitungsverluste anfallen).
Hat eigentlich schon mal jemand eruiert, ob man diese Gas-Kavernen auch für Redox-Flow-Elektrolyt nutzen könnte? Das würde die Speicherverluste nochmal drastisch senken denke ich.
Kurzum: Ich sehe in der Speicherei kein technisches Problem, sondern allenfalls ein politisches. Zwei Jahrzehnte Nichtstun und Verschleppungstaktik fallen uns eben so langsam aber sicher auf die Füße.
Warum wurden bspw. bei Autobahnsanierungen nicht gleich Leerrohre für Strom und Glasfaser verlegt?
Warum wurden neu elektrifizierte/sanierte Bahnstrecken nicht mit ausreichendem Tragwerk ausgestattet, um noch eine oder zwei dicke Stromleitungen aufnehmen zu können?
Warum wird das bis heute nicht gemacht? Die Infrastruktur, die wir brauchen wäre schon in großen Teilen da und das mit sehr überschaubarem Mehraufwand und vor Allem viel Zeit. Jetzt müssen wir in den nächsten paar Jahren von nahe 0 auf 100 kommen, wenn wir auch nur eine geringe Chance haben wollen, an den größten Klima-Kippunkten vorbei zu schrammen.
Geiz ist eben geil und Gier frisst Hirn. Mehr als eine Legislatur in die Zukunft planen: Fehlanzeige!
Hoffentlich tut sich dahingehend was nach der Wahl...
 
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Emil

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04.04.2006
2.526
Hallo Emil, wenn ich zur Stromerzeugung oder dem Strombedarf schreibe "Tendenz eher fallend", so spekuliere ich hier nicht oder meine nur, sondern beobachte die Tendenz in der Stromerzeugung der letzten 3 Jahre laut Statistik der deutschen Bundesregierung, also:

Bruttostromerzeugung insgesamt in Milliaren kWh637,3in 2018603,8in 2019567,4in 2020

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Energie/Erzeugung/Tabellen/bruttostromerzeugung.html
Dass die Senkung zumindest in 2020 teilweise durch Corona verursacht ist, dürfte klar sein. Und wie Du schreibst ist der langfristige Trend durch immer mehr PV Eigenerzeugung verursacht. Dies ist aber bei der Betrachtung der nutzbaren Flächen einzuberechnen, denn diese können dann natürlich nicht mehr für den weiteren Ausbau genutzt werden. Das ist also ein Nullsummenspiel.

Wir haben derzeit eine weitere Steigerung der Erzeugung, aber die Umstellung auf mehr Substitution von fossilen Brennstoffen auf Strom stockt noch erheblich.

Werden alle km elektrisch gefahren, entfällt der Strombedarf für die Ölförderung, den Transport, die Aufbereitung und die Vermarktung des Flüssigkraftstoffs. Jedenfalls für den Teil, den die Verbrenner PKW nun nicht mehr brauchen. Die Schätzungen gehen hier weit auseinander. Ich halte einen Bereich von 50 bis 100 Terrawattstunden p.a., die man dadurch gegenrechnen kann, für realistisch.
In D fallen meiner Meinung nie im Leben 50-100 TWh an Stromverbrauch für die Öl und Brennstoffversorgung an. Selbst an Primärenergie fällt das nicht an.

In 2020 wurden 51,9 Mio Tonnen Kraftstoff verbraucht.

Deine Rechnung würde dann etwa 1-2 kWh Strom/l Kraftstoff ergeben. Das halte ich für unrealistisch, insbesondere da die Förderung nicht in D erfolgt und die Verarbeitung und der Transport fast ausschließlich mit Primärenergie aus Öl erfolgt.

Ich sehe an dieser Stelle nur eine marginale Einsparung an Strom.

Dabei bin ich beim Aufzeigen der Möglichkeiten und mit meinen Vorschlägen noch gar nicht mal so weit gegangen, dass ich alle Autobahnen und alle Bahntrassen mit Photovoltaik überdachen möchte. Aber reizen täte mich sowas schon. Jedenfalls mehr, als Strom aus der Sahara nach Deutschland zu leiten.
Da sind wir völlig einer Meinung!

Ich denke wir sind weitgehend einer Meinung. Ich wollte mit meinem Betrag nur darauf hinweisen, dass es viele Einflussfaktoren gibt, die oft nicht einbezogen werden, und deshalb dann die Rechnung in der Realität nicht ganz so einfach ist. Aber dass das alles technisch machbar ist habe ich keinerlei Zweifel. Problem ist die Politik und ein Teil der Industrie, die den Wandel ausbremsen.
 
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saxobernd

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23.07.2020
374
Ich fang noch mal aus einer ganz anderen Sicht mit der Betrachtung an: 1 Hektar Ackerland bringt dem Bauern etwa 10.000 Euro Einkommen im Jahr.
Bepflastern wir diesen mit Solarzellen mit einem peakertrag von 100W/m², so ernten wir in einem Jahr mit 1000h vollem Sonnenschein 100W/m² X 10.000m² X 1000h 1GWh oder 1 Million kWh Strom.
Bei einem Strompreis von 1 Cent/kWh ergibt sich ein Verkaufspreis von ebenfalls 10.000 Euro pro Hektar .Bei weit weniger Arbeit. Zudem sind 1 Cent Verkaufspreis wirklich nicht viel und trotzdem gedeihen Nachtschattengewäche vorzüglich im Solarschatten.
Es müssen ja nicht gerade die ersten Lagen der Weinberge sein, die wir solar bepflastern, aber selbst das kann sich rentieren.
Es wundert mich nicht, wenn demnächst die ersten Weinberge in Solarfarmen umgewandelt werden.
Nein, die elektrische Sonnenertragsfläche ist vielmals wertvoller, als wenn wir die gleiche Fläche landwirtschaftlich nutzen. Wozu dafür Restdeutschland? Für die Ernährung haben wir doch die Ländereien unserer Nachbarländer.
Wir sollten sparsam mit unserem Boden umgehen. Landwirtschaft ist Verschwendung unserer Resourcen.
Wozu den Schwarzwald? Wenn das Pupsverbot erst einmal vom Parlament verabschiedet ist, herrscht auch im Solarpaneelwald himmliche Ruhe.
Wir arbeiten dann mit unserer Aluminiumproduktion den Saharianern entgegen. 1kg Aluminium für 15 Cent. Wem ist das zu viel?
 
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saxobernd

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23.07.2020
374
Kleine Gegenrechnung mit Elefantengras= miscanthus= Chinaschilf:
Erntemasse: 20 Tonnen pro Jahr und Hektar. Energiegehalt 5kWh/kg. Bei 30% Umwandlungswirkungsgrad:
20.000kg/a X 5kWh/kg X 30% = 100.000 kWh/a X 30% = 30.000kWh/a, also nur 300 Euro Ertrag/ Jahr und Hektar.
Dazu Abgasprobleme und wenig, aber nicht unbedeutend viel Arbeit. Unrentabel. Mais und Kopraverbrennung: noch bedeutend unrentabler.
Solarzellen: Fensterputzen nur alle 10 Jahre.
Mit anderen Worten: Biokraftstoffe sind bis auf Gas absolut für mich gestorben, Die Zukunft wird solar und windig. Nicht nur für die Elektromobilität. Bedenkt bitte ich habe für den Solarstrompreis 1 Cent angenommen!!!
 
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Berlingo-98

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23.11.2004
3.483
91365 Reifenberg
Kleine Gegenrechnung mit Elefantengras= miscanthus= Chinaschilf:
Erntemasse: 20 Tonnen pro Jahr und Hektar. Energiegehalt 5kWh/kg. Bei 30% Umwandlungswirkungsgrad:
20.000kg/a X 5kWh/kg X 30% = 100.000 kWh/a X 30% = 30.000kWh/a, also nur 300 Euro Ertrag/ Jahr und Hektar.
Dazu Abgasprobleme und wenig, aber nicht unbedeutend viel Arbeit. Unrentabel. Mais und Kopraverbrennung: noch bedeutend unrentabler.
Solarzellen: Fensterputzen nur alle 10 Jahre.
Mit anderen Worten: Biokraftstoffe sind bis auf Gas absolut für mich gestorben, Die Zukunft wird solar und windig. Nicht nur für die Elektromobilität. Bedenkt bitte ich habe für den Solarstrompreis 1 Cent angenommen!!!
Warum machen dann Bauern, z.B. aus meinem Nachbardorf, Versuchsfelder mit diesem Miscanthus Gras. Ich sehe die Versuchsfelder gelegentlich, weil wir dort mit dem Hund spazierengehen. Ich werde den Bauer fragen. Und natürlich auf die Möglichkeit der Agro-Solar-Überdachung hinweisen. Vielleicht überlegt er es sich ja mal.

Allerdings müssen die Bauern erstmal Beträge in der Größenordnung von 1 Million Euro pro ha investieren. Das relativiert die Erträge von 10.000 Euro ein wenig. Für meine Solaranlage zahlt das Bayernwerk derzeit 3 Cent pro kWh für eingespeisten Strom.

Mit solarmobilen Grüßen, Roland
 
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Berlingo-98

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23.11.2004
3.483
91365 Reifenberg
Es wundert mich nicht, wenn demnächst die ersten Weinberge in Solarfarmen umgewandelt werden.
Nein, die elektrische Sonnenertragsfläche ist vielmals wertvoller, als wenn wir die gleiche Fläche landwirtschaftlich nutzen.
Der Zug läuft. Vielleicht noch nicht schnell genug, aber Anfänge sind gemacht. Grosse Hindernisse liegen in der Zuschusspolitik der EU, die Agro Solar noch gar nicht kennt und sogar Zuschüsse bei AgroSolar ausschließt. Noch.

Lesen bildet:




Mit solarmobilen Grüßen, Roland
 
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Emil

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04.04.2006
2.526
Ein Bauer macht ganz sicher keine 10.000 €/ha Einkommen im Jahr.

Der Ertrag von Getreidearten in D liegt bei etwa 8 t/ha. Der Weltmarktpreis für Qualitätsweizen liegt bei etwa 200 €/t. Die Einnahmen liegen also bei etwa 1.600 € - 2.000 €/ha pro Jahr, und keine 10.000 €/ha/a. Ich verpachte selbst Ackerland und bekomme dafür aber nur etwa 350 €/ha. Bei einem Wert von etwa 40.000 €/ha liegt die Rendite unter 1 %.

Ich hatte mir auch schon vor langer Zeit überlegt dort eine große Solaranlage zu bauen, aber nach EEG ist das nicht zulässig, gutes Ackerland mit PV zu bebauen. Ich war auch enttäuscht, da ich das auch noch mit einer großen WKA kombinieren wollte. Ich halte diese Art der Nutzung mit Schafbeweidung immer noch ökologisch und energetisch für besser, als das Land mit Raps, Mais, oder Micanthus zu bepflanzen. Aber die Bauernlobby ist da einfach zu stark gewesen und hat das verhindert. Allerdings sehe ich auch ein, dass man erst Mal die ohnehin versiegelten Flächen genutzt werden sollten. Und davon gibt es wahrlich genug.

Das Argument einiger Bauern, wie gerade aktuell in Beiträgen des Bayerischen Rundfunks, dass man ja die Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen müsste, und deshalb diese Flächen braucht, ist ein Scheinargument, wenn gleichzeitig 100.000 ha tatsächlich mit Energiepflanzen bepflanzt werden. Auf der gleichen Fläche kann man mit PV, und eventuell auch noch zusätzlich mit einigen WKA gegenüber Energiepflanzen ein 100-faches an Energie ernten, und gleichzeitig der Planzen- und Tierwelt wieder Lebensraum zurückgeben. Allerdings hat es den Nachteil der fehlenden Speicherung, die man bei Biomasse automatisch mit dabei hat. Aber solange noch irgendwelche fossilen Kraftwerke in Europa laufen, braucht man auch noch keine Speicherung, sondern kann diese einfach herunter regeln.

Ich war auch mal begeistert von "Schilfgras statt Atom", aber die Realität sieht anders aus. Auch das würde zu großen Monokulturen führen und die Energiegewinnung ist mit großen Problemen verbunden. Hier in der Nähe von Pfaffenhofen war das Thema von 10 - 15 Jahren auch mal groß im Gespräch, beim Bau eines Biomassekraftwerks. Heute wird es mit Holz befeuert. Die Asche von Schilfgras war mit viel Schwermetallen belastet und war Sondermüll. Die Schwermetalle kamen wohl von früherer Düngung mit Klärschlämmen, die durch das Schilfgras aus dem Boden gezogen wurden.
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
374
Bei den niedrigen Erträgen, dürfte es ja noch leichter sein, den Bauern etwas Solarland abzuschwätzen. Bei den elektrischen Erträgen habe ich zudem etwas tief gestapelt..Mit Recycling von Lithium geht das Material nicht zu Ende. Dann reicht mein Mii immer, den Strom für den Haushalt zwischenzuspeichern. Die Industrie hat noch ganz andere Möglichkeiten zur Zwischenspeicherung. Mal sehen, vielleicht kaufe ich der Kathrin noch etwas Land hinzu, obwohl sie doch diese leeren, großen Dachflächen hat...Obwohl, die über 100 Meter lange und fast ebenso breite Wiese liegt ideal, mit starker Neigung nach Süden. Die Dächer ebenso. Da sind mehrere steil abfallende Wiesen in Südlage.

Eine andere Frage: Gleich hinter den Krickenbecker Seen, bei den Käsezüchtern, wimmelt es von Gewächshäusern. Da brennen die ganze Nacht rötliche Leuchtstofflampen. Nicht viel Leistungsaufnahme. Von den Betreibern wurde mir verraten, dass diese überaus schwache Beleuchtung reicht, um die Nutzpflanzen und Blümchen daran zu hindern, nachts auf die verlustreiche Atmung in umgekehrter Richtung umzustellen: Sauerstoff wird dann verbraucht, die Mehrfachzucker werden in Kohlendioxyd zurücverwandelt. Obwohl fast Null Energie, kann man mit einer Verdoppelung der Ernte rechnen.
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
374
Das Gestänge für die Befestigung der Solarpaneele ist auf Gewächshäusern schon da.
Nachteilig ist die mangelhafte Wärmeabfuhr auf der Unterseite und, dass Schädlinge freien Zutritt in die Monokulturen haben. Die holländischen Treibhäuser sind alle hermetisch dicht, sogar die Erde desinfiziert und gekocht bzw. ganz weggelassen. Die wenigen verbliebenen Schädlinge werden zielgnau durch deren natürlichen Feinde, Schlupfwespen und Ähnlichem in Schach gehalten. Dafür gibt es eine sehr leistungsfähige Industrie. Deren hocheffektiven Produkte kosten nicht viel.Völlig giftfrei. Es lohnt sich, eines der vielen Gewächshäuser einmal zu besuchen. Die Bauern geben meist gerne Auskunft. Statt Eintrittsgeld kann man ja ein paar kg Früchte mitnehmen...
Die Produktivität der Gewächshäuser ist geradezu ungeheuerlich hoch, die Äcker rings herum liegen brach. Da passen dann die Solarzellen hin. Eher nicht auf die Treibhausdächer.
Nachtschattengewächse mögen meist keinen Schatten. Sonne ist auch bei denen beliebt. Nachtschatten hat mehr mit therapeutischen Wirkungen mancher Artangehörigen zu tun. Nicht mit Lichtscheuheit. Es sind auch viele Giftpflanzen darunter, so Tomaten und Kartoffeln, deren grüne Stellen sehr giftig sind.
Ach, einfach kopieren:( WIKI)
Die Familie der Nachtschattengewächse ist groß: Es sind rund 100 Gattungen mit mehr als 2.700 Arten bekannt. Neben Kartoffel, Tomate, Paprika, Aubergine und Goji-Beere zählt auch der Tabak dazu, genauso wie der Bittersüße Nachtschatten, die Tollkirsche und die Engelstrompeten.
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.526
England will sich mit dem längsten Seekabel mit Marokko verbinden.

Das längste Unterseekabel der Welt soll zwischen Marokko und Großbritannien entstehen. Die Trasse zum Transport von Energie ist über 3.800 Kilometer lang und soll alles in allem knapp 19 Milliarden Euro kosten. Das Projekt ist aber noch lange nicht in trockenen Tüchern.
Gerade die Briten haben doch viel EE bei sich zur Verfügung. Das viele Geld wäre besser in Off-Shore Windparks investiert.

Bei derzeitigen spezifischen Investitionskosten von etwa 4,2 Mio Euro/MW könnte man damit auch fast 5 GW Windpark installieren, die mehr Energie liefern als die 10 GW PV in Marokko, wobei die Kosten für die PV in Marokko ja noch zu den Leitungskosten hinzu kommen. Und die Kosten der Offshore-Windkraft wird weiter sinken.

Ich halte dieses Projekt für wenig sinnvoll. Aber die Briten geben ja auch 10,5 ct/kWh für Atomstorm aus.
 
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saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
374
Mich freut es, wenn die Technik voranschreitet. Marokkaner sind nachtaktive Lebewesen. Tagsüber schlafen sie. Nachts sind Englands Hinkley Points arbeitlos. Dann geht es in die andere Richtung. Also, auch, wenn nicht rentabel. Mit England zusammen schaffen wir das neue Afropa. Ich dachte schon, die Meerenge von Gibraltar sei ein arges Hindernis. Als Nächstes eröffnen wir entlang der Trasse die Gleichstromliste.
Beiläufig könnte man auch Frankreich anschließen. Nach den Plantagenets eine elektrische Beherrschung Englands. Französischer Atomstrom ist billiger als der englische.
 
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