Regenerierung von Nickel Cadmium Zellen


Leon M.

Neues Mitglied
22.02.2007
25
Guten Abend Forum,
meine Frage an euch ist ,ob eine Regenerierung von Nicd Zellen möglich ist.Gemeint sind die Art von Zellen mit flüssigem Elektrolyt.Eventuell auf chemischem Wege?
Vielleicht hat hier ja jemand Informationen oder eigene Versuche gemacht.

Vielen Dank im vorraus.

Gruß
Leon
 

SB

Aktives Mitglied
19.05.2006
1.834
Hallo Leon

Schau mal hier nach:
http://elweb.info/dokuwiki/doku.php?id=memory-effekt&s=nicd

Vom erfolgreichen Regenerieren wirklich kaputter Akkus habe ich noch nichts gelesen. Man kann aber davon ausgehen, dass Akkus oft aus Unkenntnis zu früh aufgegeben werden:
Sowohl Blei als auch NiCd Zellen können "schlafen" und wiedererweckt werden, durch mehrmalige ganze Zyklen. (Lade/Entladevorgänge)
Weitere Möglichkeit: Viel zu wenig Säure und oder Wasser.
Wenn beides nichts bringt, kann man Sie wegschmeissen.

Auch zu bedenken: Der Arbeitsaufwand mehr zu machen - bei jeder einzelnen Zelle! - ist enorm. Und das bei unklarem Ausgang... Nicht zu vergessen die giftigen Materialien!

Grüsse Sebastian
 

Uuoudan

Aktives Mitglied
29.01.2007
824
Hallo Leon
Sollte sich bei Nicads im Laufe der Zeit ein Kapazitätsverlust bemerkbar machen,ist die Warscheinlichkeit sehr hoch den Quasi-Neuzustand wieder herzustellen,wenn man nach vorausgegangener Entladung die Kalilauge erneuert.Weil diese im Laufe der Betriebszeit Kohlensäure(dioxyd) aus der Umgebungsluft aufnimmt entsteht schlecht leitendes Kaliumkarbonat (Pottasche,pardon Peter,Nomen ist hier nicht Omen).Diese erhöht den Innenwiderstand der Zelle und verschlechtert den Wirkungsgrad.Angeblich verhindert eine aufschwimmender Ölfilm bei den Safts einen Kontakt mit der Umgebung.Ansonsten sollte man in Abständen von 1-2 Jahren den Laugenzustand prüfen und diese ggf.wechseln.Ist wegen Schwermetallabscheidungen ein teurer Sondermüll.Das betrifft nicht nur die Netto-Lauge,sondern auch das gesamte Spülwasser (natürlich destilliert).
Mein Akku-Dealer -Hanse-Batterie-in Soest hat mir angeboten den unangenehmen Teil dieses Jobs gegen das Präsentieren eines kleinen Aufklebers am Auto zu Übernehmen.
wotan
 

Uuoudan

Aktives Mitglied
29.01.2007
824
Betrifft natürlich nicht den Kapazitätsverlust durch andere Effekte wie den Memory..,durchgebrannte Zellen, verglühte Zellverbinder,vergessene Ladung,... :)
 

SB

Aktives Mitglied
19.05.2006
1.834
Hallo Woran

Dein Tip ist verarbeitet:
http://elweb.info/dokuwiki/doku.php?id=nickel-cadmium-akku#regenerieren

Grüsse Sebastian
 

Torsten Wernecke

Neues Mitglied
23.11.2004
48
Hallo Wotan

wie meinst du das mit dem Entleeren der Lauge in entladenem Zustand.
Meine sind dann "trocken".

Grüsse Torsten

 

ORiepe

Mitglied
21.06.2006
109
...und, noch eine Frage, wo bekomme ich entsprechende Kalilauge her (1,19g/cm³?), wer nimmt einem die alte ab?.

Oliver
 

bastelwastel24

Aktives Mitglied
30.03.2005
878
Hallo Oliver,

im chemischen Fachhandel gibt es Pellets.
Die lösen sich in Dest.-Wasser sofort.

Laugen kannst Du in kleinen Mengen am Umweltmobil der Entsorgungsbetriebe
abgeben. Frag einfach mal beim Amt für Abfall nach.

Gruß

 

Sebastian_L

Neues Mitglied
21.08.2006
28
... aber wenn Du -wie Peter vorschlägt- mit Cd-haltiger Kalilauge zum Umweltmobil kommst, solltest Du denen dazusagen um was es sich handelt. Siehe den Post von Wotan oben:

quote: "Ist wegen Schwermetallabscheidungen ein teurer Sondermüll"

Nicht dass die Dein Cadmium leichtfertig "in die Laugentonne" kippen.

Gruss
Sebastian L.

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Die Cadmiumkonzentration in Kalilauge ist sehr klein. das Löslichkeitsprodukt von Cadmiumhydroxyd ist 32 *10^-12.
Löslichkeitsprodukt, heißt, in Wasser:
Das Produkt der molaren Konzentration des zweiwertigen Cadmiumions mal der der OH-Ionen kann nicht höher als 32*10^-12 betragen. Sonst fällt es aus und setzt sich als Bodensatz ab.
In reinem Wasser ist also die Konzentration viel zu hoch, da hier weniger OH-Ionen vorliegen. Vorsicht also beim Spülen von Nicads!

In starker Lauge ist CdOH2 also sehr ungefährlich, sofern die Lauge Zeit hatte, abzustehen . Nur der Bodensatz ist gefährlich!
In Säuren löst sich Cd in Massen, deshalb niemals Cadmium mit Säuren in Verbindung bringen, und schon reines Wasser ist da viel zu sauer! Schließlich beträgt hier die OH-Konzentration nur 10^-7, die Cd2+ Ionen würden also mit 32*10^-5 mol/l in Lösung gehen und das ist viel zu viel, und wenn die OH-Ionen erst einmal ausgetauscht sind, steigt die Löslichkeit in den Bereich von vielen Gramm pro Liter. Itai-Itai-Krankheit!

Vereinfacht kann man sagen, dass Batterielauge im gut abgesetzten Zustand Trinkwasserqualität hat, nur aus anderen Gründen etwas streng schmeckt.
Cadmium ist sehr schwer, Atomgewicht etwa 150, also auch kleine Konzentrationen bringen schon relativ viel auf die Waage.
Neutralisation mit Batteriesäure also erst nach sorgfältigem Abstehen bzw. Filtrieren, erst dann guten Appetit!

Vereinfacht wird CdOH2 als unlöslich bezeichnet, was also so pauschal nicht stimmt. Erlaubte Konzentrationen:
Trinkwasser: 0,005mg/l
In den Wald dürft Ihr es im Klärschlamm kippen, wenn die Konzentration des Cadmiums nicht höher als 1mg/kg beträgt. Das ist also 1 Gewichts-ppm. Meiner Meinung nach viel zu hoch, obwohl die meisten Dünger mehr enthalten.
Ins Abwasser dürft Ihr die neutralisierte Lauge also in Massen kippen, die dann ja Trinkwasserqualität hat, bis auf den Geschmack, erlaubt sind im Abwasser ebenfalls immer noch 1 mg/Liter.

Also nochmal: In basischer Umgebung, in nicht zu schwacher Lauge: ungefährlich, beim Spülen mit Wasser wird es schon gefährlich, in Säure: absolute Giftbrühe.
Kurzes Spülen mit nicht zu großen Wassermengen halte ich für ungefährlich. Wenn Ihr wüsstet, welche Unmengen bisher täglich in die Ausgüsse gekippt werden!

Ob ich mal eine Tabelle anfertige zu dem Thema?

Blei hat übrigens eine sehr viel höhere Löslichkeit: Bleisulfat zum Beispiel 10^-8 statt 10^-12 beim CdOH! das sind über 20 mg/l in reinem Wasser, in Schwefeläure entsprechend der hohen SO4-Konzentration natürlich viel weniger. Also, beim Spülen von Bleiakkus mit Wasser sehr viel mehr Vorsicht walten lassen, nicht zu viel spülen!

Und lasst Euch nicht von angeblichen Umweltexperten ins Bockshorn jagen! Die haben meist grüne Augen und nicht die leiseste Ahnung.

 

SB

Aktives Mitglied
19.05.2006
1.834
Danke Bernd:
http://elweb.info/dokuwiki/doku.php?id=nickel-cadmium-akku#spuelwasser_restlauge_und_loeslichkeit_von_cadmium
 

Leon M.

Neues Mitglied
22.02.2007
25
Hallo und guten Tag,
ich antworte mir mal selbst um niemanden zu vernachlässigen und möchte mich erstmal für die vielen Reaktionen und Hinweise/Tipps bei euch bedanken.

Ich nutze Nicd nass Zellen mit 1,2V 375Ah und habe bisher folgendes gemacht.Nach der letzten Be- und Entladung betrugt die Kapazität bei dieser Zelle etwa 60Ah.Die Beladungen erfolgten mit 35A über 7 Stunden lang.Die Entladungen über einen geregelten Lastwiderstand (um den Spannungsabfall der Zelle entgegenzuwirken) mit einem konstanten Entladestrom von 20A.Die untere Zellenspannung wurde mit 1,10V bemessen.Beim beladen stellte ich fest,daß das Elektrolyt dunkel gefärbt war und sich nach beendeter Ladung und mehrstündiger Ruhephase wieder klärte.Auch wies diese Zelle eine extrem hohe Selbstentladung auf,so hoch ,daß sie innerhalb einer Woche komplett entladen war.

Unter allen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen (Frischluft,Mundschutz,Handschuhe usw) habe ich die Zelle entleert und die Lauge aufgefangen.Anschließend habe ich die Zelle geöffnet und den Plattenkörper entnommen und in destil. Wasser plattenflächendeckend gestellt und gespült.Die Platten waren also wärend der ganzen Prozedur niemals trocken gewesen.Auf dem Boden der Zelle hatte sich ein etwa 1,5cm dicke schwarze Schicht gebildet.Die habe ich entfernt und aufgefangen.Nach dem reinigen des Zellenkörpers wurde die Zelle wieder zusammengesetzt.Von der entnommenen Lauge wurde nur der obere,klare Teil wieder in die Zelle gegeben.Denn auch hier hatte sich nach dem Absetzen eine dunkelgraue Schlickschicht gebildet.Das fehlende Elektrolyt wurde mit neuer Lauge,entsprechener Konzentration ,aufgefüllt.

Nach erneuten Be- und Entladungen zeigte sich,daß das Elektrolyt auch unter stärkster Gasung klar blieb.Auch gab es kaum Selbstentladung mehr,ich würde diese nun als "normal" einstufen.Die Zellenleerlaufspannung liegt jetzt nach mehreren Tagen bei etwa 1,38V.Leider blieb die erhoffte Kapazitätserhöhung aus.

was habe ich falsch gemacht oder habe ich etwas vergessen? Vielleicht müssen die Platten vor dem Zusammenbau chemisch behandelt werden?

Grüße
Leon
 

SB

Aktives Mitglied
19.05.2006
1.834
Hez Leon

Das ist aber schon mal kein schlechtes Ergebnis, wenn die Selbstentladung so viel besser wird.
Ob soeine Reinigung mit Bleiakkus auch moeglich ist?

Grüße
Sebastian
 

Leon M.

Neues Mitglied
22.02.2007
25
Hallo Sebastian,
nein,ich halte das für keinen nennenswerten Erfolg.Das worauf es doch immer ankommt,die Kapazität zu erhöhen bzw wieder zu erreichen,wurde in keinster Weise erreicht.Hier muß was anderes passieren.

Gruß
Leon
 

Leon M.

Neues Mitglied
22.02.2007
25
Hallo Peter,
verstehe,aber es muß doch einen Prozess geben um der Zelle wieder dieses Material zuzuführen oder wenigstens zum Teil.Es wäre für mich auch kein Problem die Platten einzeln zu betrachten und zu "behandeln".Wenn ich nur wüste wie?

Gruß
Leon
 

Sven Salbach

Bekanntes Mitglied
15.03.2007
8.223
wenn ich mir das so durchlese, macht es fast Sinn, die zwei Zellen die ich noch über habe, mit einem Zellenschluss, zu öffnen und mal nach zu schauen ob sich das nicht beseitigen läßt :)

 

Leon M.

Neues Mitglied
22.02.2007
25
Hallo SSalbach,
ich möchte an dieser Stelle bemerken,daß meine Zellen keinen "richtigen" Zellenschluß hatten.Es fand nur eine merklich erhöhte Selbstentladung statt.Die Zellenplatten waren nach auseinandernahme optisch vollkommen ok,keine Beschädigungen in irgend welcher Weise.

Die Lauge ist klar und die Selbstentladung fast 0.Wenn nicht 375 Ah darauf stehen würde sonder 75Ah würde ich sagen die Zelle ist nun ok...

Was fehlt ihr damit man wenigstens 40,50 oder gar 60% ihrer Nennkapazität erreicht?Von mehr gehe ich mal gar nicht aus.Was den Platten "entnommen" wurde muß ihnen doch ,wenigstens zum Teil,wieder zugeführt werden können.

Gruß
Leon
 

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