Wie lade ich mein Tesla Model 3 zu Hause?


Noch sind die Tesla Model 3 in Deutschland nicht ausgeliefert. Die Meldungen verdichten sich, dass alle Long-Range Model 3 einen 11 kW Lader haben. 11 kW bedeutet voraussichtlich 16 A dreiphasig (Drehstrom).

UMC Generation 2

Mit dem Model 3 wird wohl auch erstmals ein neuer Ladeadapter "UMC= universal mobil connector" auch UMC Generation 2 ausgeliefert. Das neue UMC ist 40 % günstiger als das bisherige UMC (Gen1). Leider gibt es eine große Änderung, das UMC transportiert Energie nur noch 1 phasig.
EDIT: Nach Hinweisen gibt die Spritzform des UMC auch Pins für Drehstrom her. Bisher sind nur einphasige UMC Gen 2 aufgetaucht. Die vergleichsweise dünne Anschlussleitung zwischen Schaltgerät und Typ2 Steckverbinder lässt ebenfalls auf eine einphasige Ausführung schließen. Auf der anderen Seite könnte eine dreiphasige Version des UMC Gen 2 natürlich auch anders aussehen.


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Foto TESLA

Mit dem UMC wird ein länderspezifischer Stecker-Adapter mitgeliefert, in Deutschland z.B. ein Schutzkontaktstecker. Als zweiter Adapter ist ein Industriesteckverbinder Typ CEE blau 16A dabei, umgangssprachlich auch Campingstecker genannt.

EDIT Wünschenswert wäre natürlich der CEE Rot Drehstrom am UMC Gen2, diese Version ist abe bisher nirgends aufgetaucht.

Der Strom im Schutzkontaktstecker wird vom UMC üblicherweise auf 13 A (80 % des Nennstroms von 16 A) limitiert. Der CEE Stecker kann voll mit 16 A belastet werden.

Ladeleistung

Da beide Stecker einphasig sind, ergeben sich folgende maximale Ladeleistungen:

Schutzkontaktstecker 230 V x 13 A = 2,99 kW max
CEE Stecker 230 V x 16 A = 3,68 kW max

Tesla gibt an, dass man bei voller Ladeleistung von 11 kW ca. 70 km Reichweite in der Stunde gewinnt.
Über den Dreisatz kann man rechnen, dass man mit dem Schukostecker ca. 19 km und mit dem CEE blau 16 A ca. 23 km Reichweite je Stunde gewinnt.

Lädt man also mit dem CEE blau von Abends 22:00 bis morgens 6:00 Uhr hätte man 8 h x 23 km/h = 184 km Reichweite gewonnen.

Wer schneller laden will, muss mit Drehstrom laden, dazu später mehr.



Welche Varianten für eine Ladeinstallation gibt es?

Installation Einphasig

1. Schutzkontaktsteckdose. Im einfachsten Fall die vorhandene Schutzkontaktsteckdose in der Garage, am Stellplatz? Ja, aber! Die Steckdose muss separat abgesichert sein und einen RCD, umgangssprachlich Fi Schutzschalter haben. Steckdosen im Freien müssen schon sehr lange einen Fi haben. Mittlerweile sind nach VDE 0100-410 praktisch alle Steckdosen mit Fi zu sichern. Es gibt aber auch viele Altinstallationen, deshalb sollte man die Installation prüfen lassen, bevor man das Fahrzeug lädt. Es dürfen keine weiteren Verbraucher auf dem Stromkreis sein, z.B. eine Kühltruhe. Grundsätzlich ist eine Haushaltssteckdose nur für eine gelegentliche Ladung geeignet. Die Steckdosen sind nicht für die Dauerbelastung geeignet, ganz abgesehen davon lädt der Tesla so sehr langsam.

2. CEE blau 16 A. Nimmt man stattdessen eine CEE Steckdose, kann man mit dem UMC dauernd mit 16 A laden. Die CEE Steckdose ist für Dauerbelastungen ausgelegt und noch dazu kostengünstig. Auch hier gilt, dass die Steckdose separat abgesichert werden muss und einen RCD Schutzschalter hat. Ein einfacher RCD Typ A reicht, der Gleichstromschutz sollte im UMC enthalten sein, wie bereits im UMC Gen 1 auch.

Installation dreiphasig

Wer schneller laden will, mit den vollen 11 kW, also 16 A dreiphasig kann nicht mehr mit dem UMC Gen2 (in einphasiger Ausführung) laden. Nur mit der 11 kW Ladung bekommt man die volle Ladeleistung und kann 70 km Reichweite in der Stunde nachladen. Mit dem 11 kW Lader bringt eine 22 kW Wallbox keinen Vorteil gegenüber einer 11 kW Wallbox.

3. CEE rot + mobile Wallbox
Eine Variante ist sich vom Elektriker eine CEE rot 16 A Dose installieren zu lassen, mit eigenem Stromkreis und Fi. Solch eine Dose ist eine Standardaufgabe für jeden Elektriker. Um jetzt anschliessen zu können braucht es eine mobile Wallbox, wie wir sie erst getestet haben. Natürlich kann man sich auch ein "altes" UMC Generation 1 besorgen, das funktioniert auch.

4. Wallbox fix
Elegant ist die Lösung mit einer festen Wallbox, idealerweise mit fest angeschlagener Leitung. Auch die Wallbox braucht einen eigenen Stromkreis. Je nach Wallbox Typ braucht es davor einen RCD Typ B (oder EV), einen RCD Typ A oder auch keinen separaten RCD, wenn er bereits in der Wallbox eingebaut ist. Bei Preisvergleichen sollte man den RCD mitkalkulieren. Eine Variante ist der Tesla Wall Connector mit einem RCD-B davor. Eine günstige Wallbox gibt es von Fa Heidelberg - ja die mit den Druckmaschinen - dort ist der RCD komplett eingebaut. Es braucht dann nur eine Absicherung im Unterverteiler.

5. Wallbox Smart grid / PV
Einige intelligente Wallboxen lassen sich durch die eigene PV Anlage steuern um PV Überschüsse gezielt zu verbrauchen. Die PV Anlage steuert die Wallbox, diese wiederum den Lader im Fahrzeug. Es gibt zur gesteuerten Ladung bereits verschiedene Lösungen, in Zukunft wird die gesteuerte Ladung immer wichtiger. Die Wallbox sollte deshalb eine Internetverbindung bekommen, z.B. durch eine Datenleitung die man vorsorglich dahin legt.

Alle 11 kW Anschlüsse sind meldepflichtig beim Netzbetreiber. Einphasige 16 A Anschlüsse noch nicht.


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Foto Ralf Wagner - im Bild noch ein US Modell

Lieber eine langsame Ladung als keine Ladung zu Hause. Wenn der Drehstromanschluss nicht funktioniert, tut es auch mal 16 A 1 phasig. ... Every juice is good juice...

Bzgl dem UMC empfehle ich abzuwarten, was tatsächlich geliefert wird.

Ralf Wagner
 
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