Ladeadapter Test zwischen go-e Charger, NRGkick und Juice Booster

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  • Zusammenfassung und Fazit

    Der go-e Charger ist der jüngste und preisgünstigste der drei getesteten Adapter. Er bietet sehr viele Softwarefunktionen hinsichtlich der intelligenten Steuerung. Da in den Adapter noch eine Ladeleitung integriert werden muss, ist das Handling etwas aufwändiger als bei den anderen zwei Kandidaten. Die Adapterüberwachung arbeitet nur eingeschränkt und ist nicht narrensicher. Zusammen mit dem relativ empfindlichen Gehäuse, sehen wir den Haupteinsatzzweck des go-e Charger zu Hause als Wallbox-Ersatz und die Möglichkeit ihn „mal“ mitzunehmen.

    Der NRGkick ist ein Allrounder und kann mit seinen zwei Steckverbindern ohne zusätzliche Leitungen handlich eingesetzt werden. Die Funktionen reichen aus unserer Sicht nicht ganz, aber fast an den go-e Charger heran. Im Dezember 2018 wurden viele neue Funktionen angekündigt. Das Kunststoffgehäuse zeigt auch bei häufigem Gebrauch akzeptable Gebrauchsspuren. Die Bluetooth-Kopplung erlaubt auch von unterwegs eine Fernüberwachung. Die Überwachung der Adapter ist etwas besser als beim go-e Charger gelöst, kommt aber nicht an die Schweizer Variante heran.

    Der Juice Booster (JB) ist Schweizer Wertarbeit. Der JB setzt die Anforderungen der Norm konsequent um, ist mechanisch sehr stabil und elektrisch narrensicher. Leider bietet der JB in der mobilen Version keine App, mit der man darauf zugreifen oder steuern könnte. Der JB könnte mehr, da es auch eine fixe Version mit Fernzugriff gibt. Alles in allem ist der JB-Adapter für alle geeignet, die unterwegs sicher laden wollen.




    Weitere Informationen sind in den Einzeltests verzeichnet.

    Allgemein

    Zur Ladung von Elektrofahrzeugen gibt es mobile Adapter, die eine Fahrzeugladung an üblichen Haushalts- und Industriesteckdosen ermöglichen. Die öffentliche Ladeinfrastruktur wird immer besser. Mit den Adaptern kann man auch außerhalb der öffentlichen Ladeinfrastruktur laden, z. B. am Ferienhaus oder dem Campingplatz.

    Die Adapter heißen offiziell: „Ladeleitungsintegrierte Steuer- und Schutzeinrichtungen für die Ladebetriebsart 2 von Elektro-Straßenfahrzeugen (IC-CPD)". Umgangssprachlich wird das Gerät auch „Ladeziegel“ genannt, da das Gerät teilweise die Form eines Ziegelsteins hat.

    Viele Fahrzeuge enthalten ein „Notladegerät“. Hierbei handelt es sich um einen Adapter, der z. B. Aufladungen an einer Schutzkontakt-Steckdose ermöglicht. Diese Geräte haben i. d. R. eine Leistung von maximal 13A 1phasig.

    Will man mit höherer Leistung laden, kann man IC-CPD kaufen, die auch Drehstrom durchleiten und mit höherer Leistung arbeiten.

    Für unseren Test haben wir drei gängige Geräte ausgewählt:
    • go-e ChargerHome+ aus Österreich
    • NRGkick von Dinitech aus Österreich
    • Juice Booster 2 von Juice Technologies aus der Schweiz
    Alle drei Geräte bieten eine maximale Ladeleistung von 22 kW entsprechend einem Maximalstrom von 32A dreiphasig.

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    Abbildung 1, Teststart mit den drei Adaptern

    Vorschriften

    Die Abkürzung IC-CPD steht für In Cable–Charging and Protection Device. Es stellt die sogenannte Typ-2-Ladung dar. In den deutschen Normen wird sie auch Funktionsbox genannt.

    Die frühere Bezeichnung für einfachere Geräte war ICCB = In cablecontrol Box.

    Die Eigenschaften für diese Geräte sind in mehreren Vorschriften festgelegt:

    International:
    • IEC 62752, 2018-09, In Cable–Charging and Protection Device, formode 2 charging of electric road vehicles (IC-CPD), die im Moment imFreigabeprozessist.
    In Europa allgemein:
    • EN 62752: 2016
    In Deutschland gilt
    • DIN EN 62752 (VDE 0660-10) Ladeleitungsintegrierte Steuer- und Schutzeinrichtungen für die Ladebetriebsart 2 von Elektro-Straßenfahrzeugen (IC-CPD) (IEC 62752:2016); Deutsche Fassung EN 62752:2016​
    In Österreich:
    • OVE EN 62752:2017-05-01 Ladeleitungsintegrierte Steuer- und Schutzeinrichtung für die Ladebetriebsart 2 von Elektro-Straßenfahrzeugen (IC-CPD) (IEC 62752:2016) (deutsche Fassung)​
    Schon an den Nummern der Vorschrift ist kenntlich, dass sich internationale, europäische und nationale Normen ähneln. In der Regel gibt es noch einige nationale Besonderheiten, wenn übergeordnete Normen in nationale Normen umgesetzt werden.

    Der Schweizer Hersteller Juice Technologies orientiert sich direkt an der IEC Norm, bzw. dem aktuellen Entwurf.

    Funktionen


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    Abbildung 2, Funktionen des IC-CPD

    Die Abbildung zeigt die grundsätzlichen Funktionen der Geräte.

    Netzprüfung

    Die wichtigste Funktion ist die Prüfung des vorgelagerten Stromnetzes. Bei IC-CPD mit festem Stecker, z. B. Schutzkontakt-Stecker, ist es relativ eindeutig, dass Strom von maximal 13A entsprechend 80 Prozent des Steckdosennennstroms von 16A dauernd gezogen werden kann. Einige Hersteller setzen den Dauerstrom auch tiefer an.

    Bei den getesteten Geräten gibt es die Möglichkeit verschiedene Adapter vorzuschalten, um an verschiedensten Steckdosen laden zu können. Europa bietet nach wie vor eine fast unübersichtliche Anzahl an Steckverbindern mit unterschiedlichen Leistungen. Eine gute Übersicht findet man bei der Wikipedia.

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    Abbildung 3, Auswahl von Adaptern des go-e

    Eine weitere Funktion durch den IC-CPD ist der Fehlerstromschutz. Alle drei getesteten Adapter haben den notwendigen Schutz vor Gleichströmen.

    Überraschungen kann es in fernen Ländern geben, da die Stromnetze nicht überall gleich aufgebaut sind. In weiten Teilen Europas haben wir ein geerdetes Netz, d. h. das Stromnetz ist mit dem lokalen Erdleiter verbunden (TN Netz). Das IC-CPD Ladesystem prüft die Erdung und schaltet sich erst ein, wenn es eine Verbindung zwischen Erdung und Stromnetz misst.

    Insbesondere Tesla-Autofahrer, die mit ihrem Tesla Ladeadapter (UMC) nach Norwegen gefahren sind, haben dort bösen Überraschungen erlebt. Das Stromnetz in Norwegen arbeitet anders (TT-Netz). Es gibt keine direkte Verbindung zwischen Stromnetz und lokaler Erde: Damit schaltet der UMC nicht frei. Es kann folglich nicht geladen werden.

    Die Prüfung der Erdung ist auch der Grund, warum eine Ladung mit einem Notstromaggregat nicht ohne weiteres möglich ist.

    Die drei getesteten Adapter bieten eine Umschaltung. Hiermit lässt sich die Erdprüfung ausschalten, damit auch in Norwegen geladen werden kann. Die Abschaltung muss am Gerät signalisiert werden. Damit kann an Netzen völlig ohne Erdung geladen werden, d. h. solange das Gerät Spannung erhält, kann auch geladen werden.

    Hinweis: Es gibt zwei Fahrzeuge (Renault ZOE sowie neuer Smart mit Schnelllader), die zusätzlich eine interne Erdprüfung haben und trotz umgeschalteten IC-CPD nicht an TT-Netzen laden können.

    Messung

    Einige Geräte messen die Energie und zeigen per APP Strom, Spannung, Leistung und Energie an. Insbesondere die Energiemessung ist bei Fremdladung hilfreich, um abzuschätzen, wie viel Energie man bezogen hat, um sie ggfs. zu bezahlen.

    Viele Fahrzeuge zeigen die aktuelle Ladeleistung nicht an. Über den Adapter haben Anwender einen guten Einblick, was gerade passiert. Die weiteren Detailinformationen dienen zur Auswertung und Freude des erfahrenen Elektromobilisten.

    Dynamisches Laden

    Ladestationen oder auch IC-CPD können die Ladeleistung des angeschlossenen Fahrzeugs über das PWM-Signal fernsteuern. Dies kann genutzt werden, um z. B. die Ladeleistung der eigen erzeugten PV-Leistung nachzusteuern und optimal auszulasten. Die nach PV-Überschuss gesteuerte Ladung stellt bei den meisten Herstellern keine vorgefertigte Lösung dar. Da diese Funktion des Energiemanagements zu Hause sehr wünschenswert ist, muss daran gearbeitet werden.

    Es gibt die ersten Stromanbieter mit dynamisierten Strompreisen, d. h. der Strom ist zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich teuer – diese Maßgabe verhält sich ähnlich wie bei den Nachtstrom-Tarifen. Über die dynamischen Strompreise und dadurch gesteuerte Ladung lässt sich Geld sparen.

    Auch das Thema Lastmanagement wird, mit steigender Anzahl von Elektrofahrzeugen, immer wichtiger. Durch die Möglichkeit, die Lader fernzusteuern, ergeben sich gänzlich neue Möglichkeiten.

    Alle oben genannten Möglichkeiten hätte man bei intelligenten, festmontierten Wallboxen erwartet; interessanterweise finden wir solche Möglichkeiten bei den Testkandidaten.

    Kommunikation

    Zwei der IC-CPS sind sehr kommunikativ über Bluetooth oder über WLAN. Gerade beim Heimeinsatz ist es interessant, auf dem Handy zu kontrollieren, ob das Fahrzeug lädt oder schon geladen ist. Viele Fahrzeughersteller bieten eine direkte Fahrzeug-App, einige offerieren hingegen keine Möglichkeit den Ladevorgang des Fahrzeugs via Anwendungssoftware nachzuverfolgen.

    Da die Bedienung an den IC-CPD selbst bei allen Kandidaten sehr reduziert ist, läuft die Hauptbedienung über das App.

    Interne Prüfung

    Die Geräte müssen sich intern überprüfen, z. B. ob die Kontakte des Hauptschützes sauber getrennt haben, oder ob die Betriebstemperatur eingehalten wird und das Gerät nicht zu heiß wird.

    Zukünftige Funktionen

    Die Netzanschlussbedingungen in Deutschland und Österreich halten zukünftig für die Betreiber von Ladeinfrastruktur noch einige neue Anforderungen bereit.

    Hersteller von PV-Wechselrichtern mussten in den letzten Jahren Funktionen zum Netzschutz einbauen, z. B. einen Überfrequenzschutz bei dem die Wechselrichter kontinuierlich abregeln müssen. Ähnliche Funktionen werden zukünftig für Ladeinfrastruktur Pflicht, jedoch hier nur in umgekehrter Richtung. D. h. bei Netzunterfrequenz müssen die Ladestationen abregeln.

    Diese Schutzfunktionen und weitere Funktionen bzgl. Smart Grid und Smart Home werden wir bald bei den Ladestationen sehen.

    Überfahrbarkeit

    Die relevanten Normen stellen harte Anforderungen an das Gehäuse des IC-CPD. Im Betrieb könnte das Gerät mit einem Rad überrollt werden und soll dabei keine Beschädigung erhalten. Nach DIN EN 62752, 9.34.2 muss der IC-CPD mit einem Autoreifen mit einer Quetschkraft von 5000 N überfahren werden. Es dürfen sinngemäß keine Risse im Gehäuse entstehen, so dass elektrische Teile berührt werden können oder dass es Funktionsstörungen gibt.

    Bei Fahrzeugen mit über 2 t Gewicht entstehen sogar höhere Kräfte als die Prüfkräfte.

    Für Geräte mit einer Anschlussleitungvon 30 cm oder kürzer gilt die Prüfung nicht. Bei der kurzen Leitung wird davon ausgegangen, dass der IC-CPS nicht überrollt werden kann, da das Gerät am Stecker an der Wand hängt.

    Praxistest

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    Abbildung 4, die Testkandidaten

    go-e Charger Home+

    Der go-e Charger Home+ ist der Newcomer im Test. Er glänzt mit vielen Softwarefunktionen, hat sicherheitstechnisch jedoch eine Schwäche.

    go-e Adapter

    Der Go-e hat auf der Primärseite einen Industriestecker CEE 32A rot Stecker und bietet Adapter für CEE Steckverbinder CEE16 rot und blau, sowie für Schutzkontaktstecker oder den Schweizer T23 Stecker.

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    Abbildung 5, go-e mit Schutzkontakt-Stecker-Adapter

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    Abbildung 6, go-e im Einsatz an einer 32A Steckdose

    Die Adaptererkennung funktioniert einfach über einen Magneten im vorgeschalteten Adapter und einem Reedkontakt im Primärstecker. Es wird also nur geprüft, ob ein Adapter (mit eingebautemMagneten!) vorgeschalten ist oder nicht. Die Technik unterscheidet nicht, ob ein Schutzkontaktstecker oder ein CEE16A angeschlossen ist. In jedem Fall wird der Ladestrom mit einem go-e Adapter auf pauschale16A reduziert.

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    Abbildung 7, Magnet im Adapter

    Eine Ladung mit den reduzierten 16A ist mit einem 16A CEE Stecker zulässig, da dieser auf 16A ausgelegt ist. Ein Schutzkontaktstecker, für den ebenfalls 16A freigeschalten werden, ist mit 16A aber überfordert. Schutzkontaktsteckdosen sind nicht auf die Dauerbelastung mit 16A gebaut und geprüft. Da es keine Temperaturüberwachung im Stecker gibt, sind Ärger und letztlich Schäden vorprogrammiert. Bei dem Autor haben sich über die Jahre viele Beispiele von überlasteten und defekten Schutzkontaktsteckdosen gesammelt.

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    Abbildung 8, unzulässige 20A Ladung mit fremden Adapter

    Noch gefährlicher ist die Verwendung von fremden Adaptern vor dem go-e. Diese werden nicht als solche erkannt, da der Magnet dort fehlt. Schließt man z. B. einen fremden Schutzkontaktstecker-Adapter an, reduziert der go-e zunächst auf 20A, da nur einphasig geladen wird. Der Stecker wird unzulässig mit 20A belastet. Die Begrenzung lässt sich per APP problemlos auf 32A erhöhen. Glücklicherweise schalten Leitungsschutzschalter bei dem doppelten Nennstrom sehr schnell ab, bevor es zu nennenswerten Erwärmungen kommt. Gefährlich sind leichte Überbelastungen über mehrere Stunden.

    Die 20A Einstellung bei Einphasenbetrieb lässt sich per App auf 32A erhöhen. Das wird die Nutzer von einphasig ladenden Fahrzeugen wie dem Hyundai Ioniq, Nissan Leaf und andere freuen. Jedoch verstößt man damit gegen die Anschlussbedingungen der Netzbetreiber in Deutschland und Österreich.

    Der versierte Elektrofahrzeugfahrer mit technischem Verständnis wird den go-e sachgerecht nutzen können. Er ist jedoch nicht „narrensicher“. Der Juice Booster zeigt, dass es auch sichere Lösungen gibt.

    go-e Gehäuse

    Der Hersteller bezeichnet das Gehäuse als „robust“. Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten erscheint das Gehäuse mit der glatten Kunststoffoberfläche empfindlich. Überfahrbar nach Norm ist dieser Adapter nicht, muss er durch die kurze Anschlussleitung aber auch nicht sein. Steckt man einen Adapter auf, können die 30 cm bis zur Steckverbindung nicht mehr eingehalten werden.

    Anders als bei den anderen Kandidaten, hat der go-e eine Typ-2-Buchse, in der eine Ladeleitung zum Fahrzeug eingesteckt werden muss. Das Handling ist damit etwas aufwendig, wenn auch das System kleiner ist. Die Idee dahinter war offenbar, den Aufwand und Platzverbrauch möglichst gering zu halten.

    Der Schutz gegen eindringendes Wasser ist durch die Buchse aber noch schwieriger als bei fest eingeführten Leitungen. Der Hersteller warnt deshalb davor, das Gerät im Freien auf der Rückseite liegend zu betreiben.

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    Abbildung 9, go-e mit Wandmontageplatte

    Mitgeliefert wird eine Montageplatte, um den Adapter an die Wand zu hängen. Die Verriegelungsnase der Adapterplatte ist bei einer unachtsamen Bedienung gebrochen. Der Kunststoff scheint nur mäßig stabil zu sein.

    Vom Gehäuse her fühlt sich der go-e wohl am ehesten zu Hause wohl. Sicher kann man das Gerät mal für die Urlaubsfahrt mitnehmen. Für die tägliche Bewegung, z. B. die Ladung am Arbeitsplatz, eignen sich die beiden anderen Prüflinge besser.

    go-e Bedienung

    Der go-e hat einen Knopf zur Bedienung, im praktischen Betrieb mit der APP braucht man allerdings auch diesen einen Knopf nicht unbedingt.

    Die Leuchtanzeige rund um die Ladebuchse ist schön animiert und lässt sich vollständig konfigurieren. Die Farben der Ladezustände, die Leuchtkraft und die Leuchtdauer lassen sich einstellen.

    go-e App

    Bei den Funktionen trumpft der go-e auf. Grundsätzlich kommuniziert der go-e per WLAN. Es lässt sich eine Direktverbindung vom Mobiltelefon zum Gerät aufbauen oder eine Verbindung über das Internet.

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    Abbildung 10, Kommunikation über das Internet, Grafik go-e

    Unterwegs wird man eher eine WLAN-Direktverbindung zum Gerät machen. Hängt der go-e zu Hause, kann er ins heimische WLAN integriert werden. Der Zugriff ist dann über das Internet von überall möglich.

    Der go-e bietet über Partnerunternehmen die Möglichkeit von dynamisierten Strompreisen zu partizipieren oder die Ladung von der eigenen PV-Anlage steuern zu lassen.

    Auch eine Öffnung des go-e in Richtung Smarthome ist bereits möglich, so dass die Ladung ferngesteuert werden kann.

    go-e öffnet seine Schnittstelle, bietet auf der Homepage eine API Dokumentation an, so dass externe Softwareentwickler an den go-e charger anpassen können. Solche Maßnahmen führen zu schnellen Entwicklungen.

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    Abbildung 11, App Darstellung go-e

    go-e Kartenleser

    Als einziger Kandidat hat der go-e Lader einen Kartenleser, mit dem sich Anwender authentifizieren lassen können. Folglich ist es möglich, den Lader z. B. in der Gemeinschaftstiefgarage gegen Missbrauch zu schützen. Es lassen sich dazu bis zu 10 Karten und Profile anlegen. Fremde Karten lassen sich leicht registrieren. So können Nutzer die Ladekarte oder den Chip, den man sowieso dabei hat, an die Station anlernen und sie damit freischalten. Das Instruieren einer ENBW Ladekarte ging problemlos.

    go-e Kosten (DE)

    • go-e 22 kW ohne Adapter 699 €
    • go-e Adapterset mit 3 Adaptern (CEE 16A blau, rot, Schutzkontaktsteckdose) 69 €

    go-e Fazit


    Der go-e ist preisgünstig und er kann sehr viel. Die Schnittstellen sind offen, damit sind neue Funktionen auch für bestehende Systeme machbar. Der go-e fordert den etablierten NRGkick deutlich heraus.

    Das Gehäuse ist empfindlich und die Adaptererkennung somit nicht akzeptabel. Die Problematik mit dem zu hohen Strom bei Schutzkontaktsteckern sollte gelöst werden. Für den regelmäßigen Einsatz auf der Straße eignet sich der go-e unserer Ansicht nach nicht.

    Als intelligente Wallbox ist der go-e Charger gut geeignet, da er kaum teurer ist als eine einfache Wallbox.

    NRGkick

    Der NRGkick ist seit 2015 auf dem Markt und beim Autor seitdem störungsfrei im Einsatz.

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    Abbildung 12, NRGkick, 1. Generation

    NRGkick Adapter

    Der NRGkick hat ebenso wie der go-e einen CEE32A rot Stecker als primären Steckverbinder. Es gibt Adapter CEE 16A rot und blau und den Schuko Adapter. Weitere Adapter sind im Online Shop nicht sichtbar.

    Die Ursprungsversion des NRGkick bietet keine automatische Adapteranpassung, sondern offeriert lediglich einen administrativen Hinweis, welcher Strom für den Adapter einzustellen ist. Eine Fehlbedienung war damit nicht ausgeschlossen. Diese Art der Einstellung und damit der Betrieb wurden in der Schweiz vom dortigen Starkstrominspektorat verboten.

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    Abbildung 13, Ursprungsversion mit administrativem Hinweis, max. 10A

    Ähnlich wie beim go-e sind die aktuellen Adapter des NRGkick mit Magneten ausgestattet, um den Ladestrom automatisiert zu reduzieren. Anders als beim go-e weiß der NRGkick aber zwischen 13A Schutzkontaktstecker und 16A CEE Industriestecker zu unterscheiden. Wie es genau funktioniert, wollte man uns nicht verraten. Es bleibt nur der Schluss, dass man mit Magnettechnologie noch mehr Einstellungsmöglichkeiten hat.

    Auch beim NRGkick besteht die Problematik, dass fremde Adapter ohne Magnet nicht erkannt werden. Mit einem fremden Schutzkontaktstecker-Adapter am NRGkick laufen Anwender Gefahr, dass mit überhöhtem Strom unzulässig eine Aufladung vorgenommen wird.

    NRGkick Gehäuse

    Das NRGkick Gehäuse ist aus Kunststoff und hält sich trotz wöchentlichem Einsatz recht gut.

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    Abbildung 14, Gehäuse NRGkick, 3,5 Jahre alt

    NRGkick Bedienung

    Auch der NRGkick lässt sich einfach mit einem Knopf bedienen. Eine Status LED zeigt den Zustand, ggf. Störungen, an.

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    NRGkick App

    Die APP des NRGkick ist aufgeräumt. Im Folgenden sind die Funktionen, die bisher per Bluetooth möglich sind, ersichtlich.

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    Abbildung 15, APP NRGkick

    Um den NRGkick ins Internet zu bringen, braucht es eine Kopplung der Bluetooth-Verbindung des NRGkick auf WLAN. Mit dem Zusatzgerät NRGkick Connect und der Internetkopplung sind die Voraussetzungen geschaffen, die Funktionen anzubieten, die der Mitbewerber go-e anbietet.

    Das NRGkick Connect erweitert die Bluetooth-Varianten der NRGkick Ladeeinheit um neue Funktionen:
    • Photovoltaik-geführtes Laden
    • Zugriff von überall via NRGkick Cloud
    • monatliche Ladeberichte
    • automatischer Berichtversand
    • zeitgesteuertes Laden
    • Aufzeichnungen und Statistiken der Ladevorgänge
    • Alexa Sprachsteuerung
    • Web-API
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    Abbildung 16, NRGkick Connect, Grafik Dinitech

    NRGkick Kosten

    • NRGkick 22 kW, Typ 2, 7,5 m Leitung, Anschluss an CEE 32A 969 €
    • NRGkick 22 kW, Typ 2 Bluetooth, 7,5 m Leitung, Anschluss an CEE 32A 1.159 €
    • NRGkick Connect zur Kopplung des NRGkick BT für erweiterte Funktionen 300 €

    NRGkick Fazit


    Der NRGkick ist ein Allrounder. Das Gerät kann vieles, aber es ist nicht günstig. Das Modell ist insbesondere kostenintensiv zusammen mit dem Connect Baustein. Der NRGkick wirbt in Österreich mit einem hohen Marktanteil, muss sich aber preislich bewegen, um mit den Mitbewerbern mitzuhalten.

    JB Booster

    Der JB eigentlich JB2 (2. Version) ist der „teure“ Schweizer Adapter. Nach dem Test sehen wir den JB mit anderen Augen.

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    Abbildung 17, JB 2

    JB Adapter

    Schon beim Auspacken fällt der hochwertige Sondersteckverbinder „Juice Connector“ auf, der gefühlt wie aus dem „Vollen geschnitzt“ nach einem Militärstandard erscheint. Anders als die anderen Test-Kandidaten hat dieses Gerät Sondersteckverbinder und kann durch zusätzliche Kontakte die zulässige Ladestromstärke der Adapter exakt erfassen. Der Hersteller selbst sieht die Varianten mit dem Sondersteckverbinder als einzige normgerechte Version der Adapteranpassung.

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    Abbildung 18, Juice Connector

    Sowohl der Juice Connector, als auch die CEE 32 Steckverbinder erfordern einen relativ hohen Kraftaufwand, um die Adapter zu stecken und zu trennen. Es sind Kontaktkräfte zu überwinden, so dass es nicht jedem Anwender leicht fallen wird, die Adapter zu wechseln.

    Ab 2019 bietet JB als einziger der getesteten Adapter einen Temperaturfühler im Schutzkontaktstecker. Später soll dieser in allen Haushaltsadaptern zu finden sein. Nimmt der Fühler einen Fehler in einer Haushaltssteckdose wahr, wie z. B. eine Erwärmung, so wird dieser Umstand erfasst und die Ladung abgeschaltet, bevor es zu einem größeren Schaden kommen kann.

    Der JB bietet mit Abstand die größte Adapteranzahl an internationalen Adaptern von allen drei getesteten Geräten. Durch die Zusatzkontakte wird der Adapter entsprechend kodiert und die maximal zulässige Stromstärke für den Adapter eingestellt. Es gibt keine Möglichkeit die Steckverbindung unzulässig zu überlasten. Das System ist optimal vor Fehlbedienungen geschützt.

    Zusätzlich gibt es auch einen Typ-2-Adapter am „Eingang“, so dass der JB auch als Typ-2 auf Typ-2-Ladeleitung verwendet werden kann. Dank dieser Lösung tragen Anwender weniger Equipment mit sich und sparen sich die Standard-Ladeleitung. Bei dieser Variante legt man jedoch jedes Mal 1000 € auf die Straße, anstatt einer Ladeleitung, die nur ein Viertel davon kostet.

    Auch Verlängerungsleitungen sind möglich, offiziell bis 25 m. Für kniffelige Ladesituationen kann das hilfreich sein.

    JB Gehäuse

    Das Gehäuse des JB2 ist massiv aus Aluminium mit Gummiringen und als einziges nach den Anforderungen der Vorschrift überfahrbar. Die anderen Testgeräte umgehen diese Anforderung durch eine kurze Leitungsverbindung zwischen Primärstecker und Gerät. Auch der Primärstecker (Juice Connector) ist mit 500 kg überfahrbar.

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    Abbildung 19, JB2 im Einsatz

    Die Schutzart des JB lässt es zu, dass das Gerät auch mal in einer Pfütze unter Wasser liegen darf. Die Tauchtiefe wird mit bis zu 5 cm angegeben und ist damit faktisch IP67.

    JB Bedienung

    Die Gerätebedienung ist einfach, die Anzeige erfolgt per LED. Über den Select-Knopf lässt sich der Ladestrom einstellen (grünes Band). Per Mode kann auf andere Erdungssysteme umgestellt werden (gelbe Anzeige). Mit roter LED werden die Fehler angezeigt.

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    Abbildung 20, JB2

    JB App

    Die APP zum Gerät ist schnell beschrieben, es gibt zum Testzeitpunkt nämlich keine. Es ist eigentlich schade, da der JB durchaus intelligent ist und per plug&play in Smart Juice Stationen stationär eingesetzt werden kann. Er hat in dieser Betriebsart viele Funktionen, z. B. dynamisches Lastmanagement, Stromanzeige, Ladeleistungsanzeige oder aufgenommene Energie. Diese Funktionen wären durchaus auch im mobilen Betrieb oder im Heimbetrieb hilfreich. Leider gibt es sie aktuell nicht.

    JB Kosten (DE) exemplarisch

    • Juice Booster 2, 22 kW für CEE32A rot und Schutzkontaktsteckdosen 999 €
    • Juice Booster 2, 22 kW mit German Traveller Paket (4 Adapter) 1.149 €

    JB Fazit


    Qualitätssieger ist eindeutig der Juice Booster. Er bietet konsequente Qualität und Sicherheit bei der Ladung. Der gefühlt hohe Preis des JB relativiert sich, betrachtet man das eingesetzte Material. Der JB ist der Ladeadapter, den man praktisch mit in den Dschungel mitnehmen könnte. Leider bietet der JB keine Funktionen über die Ladung hinaus.

    Wünschenswert wäre eine Version mit WLAN-Kopplung des Juice Booster und eine App zur Steuerung.

    Disclaimer

    Für den Test haben wir von go-e einen Adapter geschenkt bekommen, den wir im Rahmen der Weihnachtsverlosung verlost haben. Fragen der Tester an go-e wurden beantwortet.

    Der Autor hat einen NRGkick von Dinitech seit 2015 selbst im Einsatz. Um die neueren Funktionen zu testen, wurde ein aktueller 2018 Adapter von einem Freund ausgeliehen. Die neusten Funktionen, die 2018/12 kamen, wurden im Text inhaltlich berücksichtigt. Fragen an Dinitech konnten offenbar aus zeitlichen Gründen nicht beantwortet, da es keine schriftliche Rückmeldung gab.

    Juice Technologies hat einen Adapter für den Testzeitraum kostenfrei zur Verfügung gestellt. Fragen an Juice Technologies wurden ausführlich telefonisch und schriftlich beantwortet.

    Der Test wurde nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt. Der Autor haftet nicht bei Irrtümern.

    Webadressen

    https://go-e.co/
    https://www.nrgkick.com/
    https://www.juice-technology.com/juice-booster