Umfrage zur Kundenakzeptanz von aufbereiteten Elektroautobatterien

simonhufnagel

Neues Mitglied
09.11.2021
4
Hallo liebe E-Auto Freunde,

ich bin schon länger großer Fan von Elektroautos und hatte nun die Möglichkeit bei meiner Masterarbeit am KIT Karlsruhe in das Thema Elektromobilität noch besser einzutauchen.

Für meine Studie zur "Kundenakzeptanz von aufbereiteten Elektroautobatterien" habe ich eine Umfrage erstellt, die im Rahmen des DeMoBat Projektes (https://www.iip.kit.edu/1064_4894.php) entstanden ist.

Bei dieser Studie steht die Aufbereitung von Elektroautobatterien zum Wiedereinsatz im Fahrzeug als Alternative zum Recycling bzw. der Umwidmung als sekundärer Energiespeicher der Batterie im Fokus. Ziel der Befragung ist es herauszufinden unter welchen Bedingungen Besitzer:innen bzw. Interessent:innen von Elektroautos bereit wären, aufbereitete Batterien zu kaufen oder ob diese nach Ablauf ihrer Garantie den Einbau einer komplett neuen Batterie präferieren. Über diesen Link gelangt Ihr zu der Studie, die in der Regel zwischen 10 und 15 Minuten dauert:


Ich weiß, dass viele von Euch wahrscheinlich erst seit wenigen Jahren ein Elektroauto besitzen und sich über den Austausch der Batterie zum Glück noch nicht so viele Gedanken machen mussten. Dennoch wäre es für uns sehr hilfreich, schon jetzt Informationen über Eure Präferenzen zu erfahren.

Für Rückfragen stehe ich Euch gerne per E-Mail oder hier in dem Forum zur Verfügung. Bei Beendigung der Studie im Februar, lasse ich den Interesst:innen gerne eine Kopie der Arbeit mit den Ergebnissen zukommen.

Vielen Dank und Grüße

Simon Hufnagel
Email: studie.remanufacturing@web.de

Tip: Am einfachsten lässt sich die Umfrage am Laptop ausführen. Für die Smartphonenutzung bitte das Gerät drehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
65
39
Saarland
mona-stefan.de
Hi,
tolle Umfrage,
ich finde die Wiederverwendung von Autobatterien im Second Life als stationären Heimspeicher prima.

Klar ist es super, dass VW nun Traktionsbatterien zu 96% recyceln kann, aber zwischen der ausgedienten 80%-Kapazität mit der man im Auto nichts mehr anfangen kann und einem echten Ende der Batterie liegen noch mehrere Jahre alternative Anwendungsmöglichkeiten - viel zu schade also, um die Akkus direkt zu shreddern.

PS: vielleicht magst Du die Umfrage auch mal im Balkonsolar- & Akkuforum vorstellen, da würden sicher auch einige User mitmachen -> https://forum.drbacke.de
 
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Wertungen: simonhufnagel

wolfgang dwuzet

Bekanntes Mitglied
23.11.2006
3.504
hy simon,
na da werd ich doch nach mittlerweile 19 elektrischen jahren mal an deiner umfrage teilnehmen,
und falls du akkus übrig hast, --- nehm ich gerne für meinen solarspeicher :ROFLMAO: (scherz las nach)
bye wolle
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.483
91365 Reifenberg
Hi,
tolle Umfrage,
ich finde die Wiederverwendung von Autobatterien im Second Life als stationären Heimspeicher prima.

Klar ist es super, dass VW nun Traktionsbatterien zu 96% recyceln kann, aber zwischen der ausgedienten 80%-Kapazität mit der man im Auto nichts mehr anfangen kann und einem echten Ende der Batterie liegen noch mehrere Jahre alternative Anwendungsmöglichkeiten - viel zu schade also, um die Akkus direkt zu shreddern.

PS: vielleicht magst Du die Umfrage auch mal im Balkonsolar- & Akkuforum vorstellen, da würden sicher auch einige User mitmachen -> https://forum.drbacke.de
Second life und Wiederverwerten und so ändert nichts an der Tatsache, dass alles zum Schluss Müll wird. Durch Wiederverwerten und second life wird nur die Gebrauchsdauer verlängert. Nur wenige Materialien überdauern relativ schadlos die Jahrtausende (wie die Steine vieler Bauwerke, Goldschmuck und ähnliches).
Batterien, Kunststoffe und vieles, was heute hergestellt wird, ist nach relativ kurzer Zeit Müll und muss irgendwie entsorgt werden.
Insofern ist es schön, sich auch über das Ende von Akkus Gedanken zu machen. Denn nach first life und second life und möglicherweise noch third life kommt das Ende unausweichlich. Schön, wenn man dann die Materialien aufbereiten kann, um was neues draus zu machen. Bei den Starterakkus für Autos wird ja auch das Blei weitgehend recycelt und zum Bau neuer Akkus genutzt.

Craddle to craddle - ein neues Schlagwort. Man macht sich schon bei der Herstellung Gedanken darüber, wie das Produkt sinnvoll entsorgt werden kann. Leider denken und produzieren und verbrauchen viele noch ganz anders. Es soll sogar Verbraucher geben, die Sondermüll in Form von Handys kaufen und nutzen. Geräte mit Akkus drin, und alle fest verklebt und nur mit großem Aufwand demontierbar. Geplant sind 2 Jahre Nutzungszeit, und dann ab nach Afrika, wo die irgendwo und irgendwie verarbeitet werden. Also irgendwas mit gemacht werden. Was kümmerts die Koreaner, Japaner und Chinesen.

Und super, dass Li-Auto-Akkus mehrere Leben haben. Anders als manche Warenrückläufer, die von manchen Herstellern oder Händlern sogar fabrikneu wieder geschreddert werden. Da sind Akkus dagegen doch echt nachhaltig....

Mit nachdenklichen Grüßen, Roland
Sorry, ist ein wenig off-topic.
 

wolfgang dwuzet

Bekanntes Mitglied
23.11.2006
3.504
hy roland,
ist zwar etwas off topic, aber trotzdem eine kurze ausführung dzu,,,
im endeffekt kommt es immer auf den verbraucher an,
ich persönlich hab mir, als ich wegen totalschaden auf grund von wasser (die gießkanne stand irgendwie nicht da wo sie hätte stehen sollen) :mad: ein bereits 3 jahre altes I-phone grkauft, welches refurbished und auf den softwaremäßig absolut neuesten stand gesetzt wurde,,,
1. kostet grad mal 10% des nagelneuesten
2, kann das mindestens nochmal 5-6 jahre leben
(sofern meine frau ihre gießkanne dahin stellt wo sie eben hingehört);)
bye wolle
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
672
Das Produkt ohne "Footprint" in Sachen Müll, Schadstoffe und Klimagas gibt es nicht.
Alles, was wir Menschen so basteln hat folgen für die Welt in der wir leben.
ABER sollten wir deshalb pauschal aufhören Dinge zu basteln?
Ich denke nicht, dass das eine zufriedenstellende Lösung wäre.
Viel mehr finde ich es wichtig, die Folgen unseres Handelns so gering wie möglich (bzw. im Optimalfall so positiv wie möglich) zu gestalten.
Und dazu gehört eben auch maßgeblich, das ohnehin vorhandene Zeug möglichst lang zu nutzen.
Das fängt bei der kleinen Elektronik (z.B. Handy, Laptop, oä.) an und hört bei PKW noch lange nicht auf.
Wie Wolle schon richtig angemerkt hat, gibt es inzwischen gut und günstige Quellen für wiederaufbereitete Elektronik, die anderenfalls irgendwie entsorgt werden müsste.
Das heißt zwar nicht, dass diese Elektronik dann nict doch irgendwann im Schredder landen wird, aber zumindest kann in dieser Zeit auf ein Neugerät verzichtet werden (das dann ja auch nicht hergestellt und später entsorgt werden muss).
Das gleich gilt sinngemäß für alles Andere ebenso - natürlich auf für KFZ-Batterien.
Irgendwann müssen diese entsorgt werden - klar, aber so lange man sie im Second-, third-, etc-Life einsetzen kann müssen für diese Einsatzszenarien keine NEUEN abatterien hergestellt (ud nachher entsorgt) werden.
Nun bedarf es "nur" noch findiger Menschen, die diese Sortierung/Wiederaufbereitung so durchführen können, dass sich das Ganze auch finanziell rechnet. Ist das geschafft, können wir als Weltgemeinschaft das Müllaufkommen signifikant reduzieren.
Das Müllaufkommen wird dadurch natürlich nicht gleich Null, aber weniger ist auf jeden Fall besser als mehr.
Optimalerweise kann man den anfallenden Müll dann noch so recyclen, dass auch das sich finanziell lohnt - dann wird niemand mehr diesen Schrott freiwillig in Afrika verbrennen lassen.
Aus den Augen aus dem Sinn hatten wir viel zu lange, aber in den letzten Jahren sehe ich gewaltiges Umdenken dahingehend.
Ich sehe daher für die Zukunft nicht ganz so schwarz, und finde es sehr gut, dass sich Leute ernsthaft damit beschäftigen, Dinge möglichst lange haltbar zu machen/wiederaufzubereiten - insbesondere wenn es um umweltschädliche Produkte wie (KFZ-)Batterien geht.
 
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Wertungen: wolfgang dwuzet

Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
65
39
Saarland
mona-stefan.de
Second life und Wiederverwerten und so ändert nichts an der Tatsache, dass alles zum Schluss Müll wird.
Bei LiIon ja eben doch. 96% Recyclingrate bedeutet, dass man 96% der verwendeten Materialien wieder und wieder und wieder und wieder benutzen kann und nur noch 4% (Stand heute) neue Rohstoffe einbringen muss, um aus alten Batterien wieder neue zu bauen.

Der springende Punkt aktuell ist der, dass aktuell viele Akkus die noch 80% Restkapazität haben direkt geshreddert und recycelt werden, anstatt sie noch im Second Life zu nutzen, bis sie komplett ausgelutscht sind - um sie dann erst zu recyceln. Das wäre noch eine Optimierungsmöglichkeit in dem Wiederverwertungsprozess.

Aber in einem Punkt gebe ich Dir uneingeschränkt recht: die Hersteller müssten (gesetzlich reguliert) viel stärker bereits bei Entwicklung und Bau von Produkten darauf achten, dass die hinterher auch wieder einfach, wirtschaftlich und möglichst vollständig wieder recycelt werden können.

Ich habe ja ein paar hunderte defekte eBike-Akkus zerlegt um die Zellen in meiner DIY Powerwall wieder zu verwenden
1-jpg.10184



und was sich da manche Hersteller geleistet haben lässt einen nur den Kopf schütteln

teilweise sind die Zellen untereinander verklebt mit Superkleber, teilweise mit Heißkleber
3-jpg.10187



manche sind komplett rundherum verklebt
2-jpg.10185



und "Spezialisten" wie Flyer vergießen das Pack gar in Kunstharz
flyer_akku_vergossen-jpg.10186



Nr. 1 ist mit Aufwand, aber noch halbwegs gut zu zerlegen.

Nr. 2 ist schon grenzwertig und muss sich rentieren

aber spätestens bei Nr. 3 ist klar - sowas kann nie und nimmer recycelt werden, keine Chance, sowas wird dann verbrannt. Und das kann mMn nicht sein. Sowas zu bauen gehört verboten und reguliert.

PS:
und genau weil das Zerlegen von eBike-Akkus (und auch von eScootern und dergleichen) so mühselig ist wird das auch nirgends gemacht. Da wird kaum etwas recycelt, die werden einfach verbrannt und die Verbrennungsrückstände werden teil-sortiert (Lithium z.B. geht dabei vollständig verloren) -> E-Bike-Akkus: Heute Elektromobilität, morgen Sondermüll? E-Bike-Akkus werden im Wesentlichen bei 600 Grad verbrannt.
 
Zuletzt bearbeitet:

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
374
Ich sehe kein Problem darin, Lithium und Nickel zu fast 100% zurück zu ewinnen. Im Momet ist noch neues Material billiger. Nein, bitte nicht in den Sondermüll! Auch nicht nach dem 10. Leben.
 

wolfgang dwuzet

Bekanntes Mitglied
23.11.2006
3.504
PS:
und genau weil das Zerlegen von eBike-Akkus (und auch von eScootern und dergleichen) so mühselig ist wird das auch nirgends gemacht. Da wird kaum etwas recycelt,
und genau DAZU bekam ich erst vor wenigen tagen in unserem "wertstoffhof" die schlimmstmöglich abfuhr,
als ich dort mal wieder nach ausgemusterten akkus fragte
" die müßen recycelt werden, die dürfen wir ihnen nicht einfach so geben",
auch meine erklärung zum second life, hat nix geholfen,
lieber shreddern als rausgeben,,,
früüüher hab ich da immer mal was bekommen, heutzutage kann ich allerhöchstens bei computerspezis nachfragen,,,
bye wolle
 

simonhufnagel

Neues Mitglied
09.11.2021
4
Hallo zusammen

vielen Dank für eure Teilnahmen und eure Erfahrungen zu dem Thema.

Zu dem Thema remanufacturing gibt es noch ein ziemlich interessantes Paper, das von Achim Kamper et. al herausgegeben wurde. Über diesen Link ist es frei zugänglich: https://link.springer.com/article/10.1007/s13243-020-00088-6

Dort wird über den aktuellen Stand der Remanufacturing von Elektroautobatterien berichtet. Hier ein paar interessante Ausschnitte davon:
  • Nissan stellt bereits wiederaufbereitete Lithium-Ionen-Batterien für seinen Leaf in Serie her, die ein spezielles Design mit sehr kleinen Modulen und verschraubten Verbindungen aufweisen.
  • Toyota als auch Johnson Controls haben verfahrensspezifische Patente für die Wiederaufbereitung von Batterien angemeldet und Tesla hat angekündigt, das Batteriepaket des Model 3 auf Modulebene wiederaufzubereiten.
  • Jedoch gibt es bisher keine industrielle Anwendung der Wiederaufbereitung bis auf Zellebene von Batterien mit Li-Ion-Zellenchemie und geschweißten Zellen, wie sie bei den meisten aktuellen EV-Modellen Stand der Technik sind.
  • In der Theorie wurde die Verlängerung der Lebensdauer von Li-Ionen-Batterien und zur Wiederherstellung des Gesundheitszustands (abgekürzt SOH) durch den Austausch einer kleinen Anzahl von Zellen auf nahezu 100 % zu erhöhen bereits nachgewiesen.
  • Die Simulation von Mathew et Al. [25] schätzt, dass der Austausch von 5-30% der Zellen ein Batteriesystem auf einen Gesundheitszustand (abgekürzt SOH) > 95% bringen kann.
Die Arbeit zeigt, dass die Batterien zerlegt und bis auf Zellebene getestet werden müssen, um diesen potenziellen Wert wiederzugewinnen, und sie ebenfalls zeigt einige technische Schwierigkeiten bei einer solchen Zerlegung.

Ich kann dieses Paper und weitere Publikationen von dem Autoren nur empfehlen.

Noch ein schönes Wochenende,
Simon
 

wolfgang dwuzet

Bekanntes Mitglied
23.11.2006
3.504
hallo simon,
den austausch einzelner zellen praktiziere ich seit vielen jahren,
denn
wenn der laptopakku schwächelt sind eigentlich immer, von den eingebauten (meistens) 8 zellen nur 2 am ende, diese zwei austauschen, und bisher hatte jeder akku wieder >95% erfordert zwar ein entsprechendes lade/entladegerät, (um die richtigen zellen herauszufinden) was aber eine einmalige anschaffung war, welche sich in kurzer zeit amortisiert hatte
liebe grüße
wolle
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.483
91365 Reifenberg
Der Link zu dieser Nachricht kam heute per Newsletter bei mir an:


Gruss, Roland
 

Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
65
39
Saarland
mona-stefan.de
Geht doch. So langsam wird's.
Solche News müssten ganz dringend viel prominenter verbreitet werden damit nicht nur wir E-Auto-Fahrer in unserer Blase selbst bestätigt werden,sondern auch Skeptiker angesprochen werden die sich noch mit veralteten Fakten oder gar Mythen gegen die Elektromobilität wehren
 
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Wertungen: simonhufnagel

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