Steuerbare-Verbrauchseinrichtungen-Gesetz (SteuVerG)

Hi Zusammen,

aktuell entsteht das Steuerbare-Verbrauchseinrichtungen-Gesetz (SteuVerG), das uns als Elektroautofahrer recht direkt betreffen wird.

Aktuell wurde ein erster Referentenenwurf zurück gezogen und wird nachgebessert. Verschiedene Gremien geben jetzt Empfehlungen zu Inhalten. Die Interessenlage ist verschieden. Die Netzbetreiber hätten gerne möglichst freie Hand in die Verbraucherlasten eingreifen zu können. Die Nutzer haben wenig Interesse, dass Ihnen eingegriffen wird, zumindest nicht wenn sie keine Vorteile davon haben.

Einig sind sich alle dass Steuerung / Digitalisierung von Lasten (z.B. Wärmepumpen, Ladestationen) notwendig ist um die Energiewende zu schaffen. Die Förderung privater steuerbarer Ladestationen ist ein Wegbereiter, auch wenn noch unklar ist wie die Steuerung genau aussieht.

Einig ist man sich auch, dass mehr Transparenz über die Energieflüsse notwendig ist.

Netzbetreiber sollen nur dort regulierend eingreifen wo tatsächlich Lastspitzen vorhanden sind. Die Eingriffe sollen aber nur begrenzt möglich sein und insbesondere auch bei der Bundesnetzagentur dokumentiert werden.

Bei Elektrofahrzeugen soll die Ladeleistung reduziert werden können, eine komplette Abschaltung der Ladestation soll nur in Netz-Notfällen möglich sein. Die Netzanschlussbedingungen der Netzbetreiber (auch VDE AR 4100) haben dort bereits einen Passus, der von den Netzbetreibern bisher nicht eingefordert wurde.

Bei häufigen Eingriffen in einem Netzgebiet soll der Netzbetreiber verpflichtet werden, in diesem Gebiet Verstärkungen vorzunehmen.

Netzdienliche Nutzung, z.B. Fahrzeugladung bei Nacht oder der Mittagszeit (PV) soll incentiviert werden.
Ich persönlich warte schon viele Jahre auf dynamische Stromtarife, die bei entsprechender Gestaltung sicher ein deutliches Incentiv sein könnte und notwendige Eingriffe und Verstärkungen der Netze für einige Jahre hinauszögern könnten.

Wer dennoch unbedingte Leistung benötigt, soll diese zukünftig bestellen können. Ich meine, es ist wahrscheinlich dass sich die Energiepreisgestaltung verändert, auch zu Hause. In vielen Fällen können wir mit der Ladung von Elektrofahrzeugen unseren Beitrag leisten.

Es bleibt spannend
Grüße
Ralf
 

Kommentare

wollibri

Neues Mitglied
02.09.2016
34
62
Schorndorf-Buhlbronn
Hallo zusammen,
aus der Praxis: Kürzlich schaltete sich mein SMA-Wechselrichter ab - bei 253V (=230V+10%). Mein Stromversorger sollte lieber für die Reduzierung der Netzspannung im Flecken Sorgen als sich über die Fernwirkung von Wärmepumpe und Ladewallbox Gedanken machen!

Menno!
Wolli
 

R.M

Bekanntes Mitglied
24.12.2006
10.204
das kenne ich bei uns wurde deshalb ein Lkw mit widerständen probeweise aufgestellt
 

Gunnar Kaestle

Neues Mitglied
07.07.2009
34
CLZ
www.kaestle.eu
aktuell entsteht das Steuerbare-Verbrauchseinrichtungen-Gesetz (SteuVerG)

Einig sind sich alle dass Steuerung / Digitalisierung von Lasten (z.B. Wärmepumpen, Ladestationen) notwendig ist um die Energiewende zu schaffen.
Da bin ich mir nicht sicher. Es gibt einen Unterschied zwischen Fernsteuerung und Selbstregelung, und letztere braucht nicht unbedingt digitale Kommunikationskanäle. "Wann werden Elektroautos endlich so intelligent wie Glühbirnen?" wurde schon vor 8 Jahren gefragt. "Indikator dabei ist vor allem die Spannung vor Ort im Niederspannungsnetz. Die Spannung steigt an, wenn Strom aus dezentralen Erzeugungsanlagen, in der Regel Photovoltaikanlagen, in entsprechenden Leitungsabschnitt des Ortsnetzes eingespeist wird." - das wird im FLAIR-Projekt (Flexible Anlagen intelligent regeln) ausprobiert. Das ist im übrigen ein ganz alter Hut aus den 30er Jahren.

Manche Experten sind der Ansicht, die Digitalisierung der letzten Meile in der Energiewirtschaft ist ein komplexer Moloch, der ein negatives Kosten/Nutzen-Verhältnis hat.

Gruß,
Gunnar
 

Gunnar Kaestle

Neues Mitglied
07.07.2009
34
CLZ
www.kaestle.eu
Kürzlich schaltete sich mein SMA-Wechselrichter ab - bei 253V (=230V+10%). Mein Stromversorger sollte lieber für die Reduzierung der Netzspannung im Flecken Sorgen als sich über die Fernwirkung von Wärmepumpe und Ladewallbox Gedanken machen!
Da hilft Netzausbau oder die Zuschaltung von realen oder emulierten ohmschen Lasten. Eine P=const Regelung mancher elektronischer Lasten ist wahrscheinlich nicht so gut fürs Netz, weil der negative differentielle Widerstand für eine effektive Abnahme der Kurzschlussleistung steht. Bei Absacken der Spannung wird einfach mehr Strom gezogen, was den Spannungsabfall noch weiter verstärkt und umgekehrt; es ist eine positive Rückkopplung.

2021-05-28_p-const-controller-de-png.9585


Gruß,
Gunnar
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.681
Filderstadt
www.elweb.info
Ja Selbstregelung wäre eine Idee, Kühlschränke könnten z.-B. bei Unterfrequenz selbständig rausgehen. Wenn man die VDE AR 4100 ansieht müssten das Elektroautos bzw Ladestationen auch tun , d.h. bei Unterfrequenz Leistung automatisch reduzieren oder notfalls abschalten. Tatsächlich haben weder Ladestations noch Fahrzeughersteller so eine Funktion implementiert, dabei wäre es einfach.

Man könnte mutmaßen, die manuelle Steuerung der Verbraucher dient der Gewinnmaximierung am Strommarkt. Tatsächlich werden aber Nachweise bei Steuerungseingriffen gefordert, um dem nicht Tür und Tor zu öffnen.

Ich selbst fände einen dynamischen Strompreis ganz hilfreich, wenn man sein Fahrzeug entsprechen programmieren könnte, hauptsächlich in Niedrigpreiszeiten zu laden.

Sonnige Grüße
Ralf
 
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Wertungen: Kamikaze

Andreas106

Mitglied
29.03.2011
161
Ich selbst fände einen dynamischen Strompreis ganz hilfreich,
Das hatten wir beim Telefonieren doch schon. Je nach Uhrzeit, Wochentag und Entfernung war der Preis unterschiedlich.
Das will aber keiner mehr.
Beim Strom will man uns das doch schon lange mit einem Smart-Meter verkaufen. Dabei hat mir noch keiner erklärt, wie man durch Austausch der Meßeinrichtung Strom sparen kann. :)
Tatsache ist aber, daß man als Privat-Mensch seinen Stromverbrauch nicht groß steuern kann. Als tolles Beispiel wird dann immer die Waschmaschine genannt, die doch Nachts um 2:00 Uhr laufen kann. Soll man die dann morgens um 6:00 Uhr vor Arbeitsbeginn noch schnell aufhängen? Und die Niedrigpreiszeiten wären ja dann nicht wie bisher beim Nachtrom fix, sondern dynamisch nach Lastzustand. Wie soll man das händeln. Wo doch das gemeine Fußvolk noch nicht einmal den eigenen Zählerstand ab und zu ablesen kann, und sich nach einem Jahr über die Stromrechnung wundern.

Fürs Auto könnte man sich das noch vorstellen, aber wie du schon geschrieben hast, müßte daß dann auch vom Auto unterstützt werden. Und dann vergißt man die Ladebegrenzung einmal und wollte doch ein volles Auto um 18:00 Uhr.
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
Es gibt bereits Anbieter für dynamische Strompreise.
Z.B: https://www.awattar.de/
Diese Tarife sind mMn. insbesondere für Leute interessant, die nur sehr wenig Strom beziehen und diese Zeiten evtl sogar flexibel sind (also z.B. mit PV und/oder Hausbatterie).

Aus dem "Hourly"-Tarif:
Der ideale Grünstromtarif für alle, die ihren Stromverbrauch flexibel verlagern können. Mit HOURLY bezahlen Sie jeden Monat Ihren genauen Verbrauch - abgerechnet zu Börsenpreisen. Und diese sinken je mehr Sonnen- und Windenergie im Netz ist.
Für Sie bedeutet das konkret:
Nachts, oder in besonders sonnigen oder windigen Stunden kann der Börsenpreis in den negativen Bereich rutschen. Das bedeutet, dass Sie mit Ihrem Strompreis dann sogar unter den Netznutzungsentgelten und den Abgaben liegen. Mit unseren Services können Sie Ihre Geräte so einstellen, dass diese automatisch zu den günstigsten Stunden laden. Als Gegenleistung nutzen wir Ihre Geräte als Grünstromspeicher. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Umwelt und können dabei noch Kosten sparen!

Demnach könnte man sich bei entsprechendem Tarif, Fahrzeug, Ladeeinrichtung und Fahrprofil das E-Auto-laden sogar bezahlen lassen. (Naja - fast jedenfalls...) ;)
 
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