Laden nur über Solardach der Garage möglich?

Dirkcomp

Neues Mitglied
28.10.2021
3
Hallo,
ist es möglich das Auto nur über das Solardach der Garage 3mx8m zu laden? Das scheint mir die kostengünstigste Lösung zu sein - Solarpanele aufs Dach und Auto laden. Kosten entstehen dann nur für Kauf und Montage der Solarpanele.
Gelingt das Laden dann auch im Winter?
Hat das schon jemand gemacht und hat Erfahrungen?
Danke
 

Sascha Meyer

Bekanntes Mitglied
18.05.2007
4.188
Hi,
ja und nein. Du musst leider etwas konkreter werden.
- welche Solaranlage, also wieviele kwp? Uebrigens kommen noch Kosten fuer den Wechsel-riecht-er dazu.
- wieviele kwh sollen denn geladen werden? Welches Fahrzeug? Ein CityEL kriegst du auch im Winter bei geringer Stromausbeute voll, nen Polestar wohl eher nicht.
- laedst du dein Fahrzeug tagsueber ausschliesslich zu Hause in der Garage und arbeitest nur des Nachts?

Du meinst vermutlich eher, ob eine PV-Anlage in o.g. Groesse genuegend Strom liefert, um einen - sagen wir mal "normalen" - Pendelverkehr und die taeglichen Besorgungen mittels BEV abzudecken. Die Antwort erscheint mir nahezu unmoeglich, da zu viele persoenliche Faktoren das Nutzungsverhalten und den Bedarf bedingen.
Es ist auf jeden Fall ne clevere Idee, bei der Entwicklung von Energiekosten in die Selbstversorgung zu investieren. Und soviel zu produzieren, dass man auch den Strom zur Abdeckung der individuellen elektrischen Mobilitaet selbst erzeugt.

Bei mir funktioniert es tatsaechlich aufgrund meines Fahrprofils, meines Verbrauchs und meiner Taetigkeit zu einem Grossteil.

Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha
 
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Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
67
39
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mona-stefan.de
Noch ein Saarländer :cool:

@ Dirkcomp
Das lässt sich im Grunde ganz leicht nachrechnen.

1. Wieviel kWh benötigst Du am Tag für Deine typische Fahrstrecke? Das musst Du mal ausrechnen, nimm dazu am besten den Durchschnittswert für Sommer und auch den für Winter (ist bei mir etwa doppelt so hoch)

2. beschäftige Dich mit dem Tool PVGIS der EU, dort kannst Du eine sehr gute Abschätzung bekommen, wieviel Sonnenertrag an Deinem speziellen Standort mit Deinen speziellen Voraussetzungen (Dachfläche, Neugungswinkel, Ausrichtung) möglich sind. Danach weißt Du schonmal, wieviele PV-Module (in kWp) Du benötigst, um Deinen täglichen Fahrstrom-Verbrauch theoretisch abdecken zu können.

3. wenn Du dann nicht täglich Dein Auto auch zu den Zeiten in der Garage laden kannst, an denen die Sonne scheint musst Du entweder - die PV-Leistung entsprechend erhähen, damit die kürzere Zeitspanne ausreicht, um entsprechend Strom in die Autobatterie zu bekommen, oder Du brauchst eine Powerwall um tagsüber den Sonnenstrom zu speichern und abends ins Auto zu laden.
Hierfür auch wieder PVGIS nutzen, dann aber im mittleren Auwahlmenü umstellen von "Grid connected" auf "Off Grid" und die Werte mit Batterie anpassen.

PS:
ich selbst benötige etwa 10kWh pro Tag und decke alles weitestgehend mit 3kWp PV auf dem Garagendach ab, habe dazu aber auch eine 12kWh Powerwall.
Im Winter werden die 3kWp nicht ausreichend sein, aber viel mehr bekomme ich nicht aufs Dach wegen großflächiger Verschattung durch das Haus.
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.529
Du hast folgende Möglichkeiten:
  • Einspeisung des PV Stromes ins Stromnetz und Laden aus dem Stromnetz
  • Einspeisung des PV Stromes ins Stromnetz mit Überschussladung
  • Einspeisung des PV Stromes ins Stromnetz, Zwischenspeicherung in einem Speicher, Laden aus dem Speicher
  • Speichern des Stroms in einer Inselanlage und Laden aus dem Speicher
Von allen Möglichkeiten ist die 1. die kostengünstigste und auch die mit den wenigsten Verlusten. Die 2. Variante ist dann noch ein Optimierung, um automatisch nur dann zu laden, wenn die Sonne scheint.

Die letzten beiden Möglichkeiten sind wegen des zusätzlichen Speichers in signifikanter Größe nicht nur teuer, sondern auch ökologisch unsinnig, da mit 20 - 30 % Verlust zu rechnen ist.

Ganz generell kann man sagen, dass in unseren Breiten der Unterschied zwischen dem Ertrag im schlechtesten Wintermonat und dem besten Sommermonat etwa der Faktor 5 - 10 ist. Ein Anlage, die im Sommer passt bringt im Winter kaum Energie. Wenn sie im Winter passt, dann hat man im Sommer einen riesigen Überschuss, den man nur sinnvoll nutzen kann wenn man den Strom einspeist. In der Inselanlage wird dieser Strom dann überhaupt nicht genutzt.

Ich kann Dir nur raten die PV Anlage so groß wie möglich zu machen und den Strom ins Netz einzuspeisen. Wenn Du dann vorwiegend dann lädst wenn die Sonne scheint, kannst Du durch ersparten Netzbezug finanziell am meisten heraus holen.
 
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Sascha Meyer

Bekanntes Mitglied
18.05.2007
4.188
In der guten Aufzaehlung fehlt noch die direkte Ueberschusseinspeisung ueber eine Wallbox direkt ins Fahrzeug. Setzt aber eine entsprechende Wallbox mit Kommunikation voraus.

Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha
 

Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
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Wenn Du dann vorwiegend dann lädst wenn die Sonne scheint, kannst Du durch ersparten Netzbezug finanziell am meisten heraus holen.
Der springende Punkt ist doch, dass es heißen müsste:
Nur dann wenn Du vorwiegend lädst wenn die Sonne scheint...

Und idR ist das mit einem Job, der nicht aus Homeoffice besteht und typischerweise rund 20km oder mehr entfernt liegt, immer ein reales Problem.
D.h. über kurz oder lang brauchen wir vernünftige Speicherlösungen um tagsüber den Sonnenstrom einzuspeichern und abends das Auto damit zu laden. Das ist zwar nicht die einfachste oder günstigste Lösung, aber langfristig die beste.
Wenn wir dann als stationären Speicher nicht teure BYD / Tesla / whatever benutzen sondern Second Life Speicher aus z.B. EVs die dadurch noch nicht vorzeitig verschrottet werden müssen, dann wird das Ganze auch noch richtig ökologisch.
 

Emil

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04.04.2006
2.529
D.h. über kurz oder lang brauchen wir vernünftige Speicherlösungen um tagsüber den Sonnenstrom einzuspeichern und abends das Auto damit zu laden. Das ist zwar nicht die einfachste oder günstigste Lösung, aber langfristig die beste.
Da bin ich völlig gegenteiliger Meinung!

Es ist überhaupt nicht ökologisch 20-30 % der wertvollen PV Energie durch Zwischenspeicherung zu verschwenden, wenn gleichzeitig die Möglichkeit besteht diesen Strom direkt ins Netz einzuspeisen, so dass damit durch Nutzung durch einen anderen Verbraucher fossiler Strom aus dem Stromnetz verdrängt wird.

Davon abgesehen ist auch auch nicht in absehbarer Zeit wirtschaftlich, selbst wenn die die Speicherpreise ständig sinken. Die Second Life Speicher werden auch erst Mal nicht im großen Umfang m Privatbereich kommen, da eben die Gefahren durch deren Betrieb sehr hoch sind. Viele die dieses Thema erst Mal propagiert haben, sind auf den Einsatz im komerziellen Bereich umgestiegen, weil sich dort beim Betrieb von Großanlagen, die zusätzlich nötigen Absicherungen leichter realisieren lassen, als in Millionen von Kleinspeichern.

Ein Punkt den sich viele Betreiber von Heimspeichern nicht klar machen, ist dass sie sich zu Handlangern der Stromnetzbetreiber machen. Mit den Heimspeichern übernehmen sie auf eigene Kosten die Aufgabe des Lastmanagements im Netz. Die Netzbetreiber reiben sich die Hände und erhöhen die Netzkosten ohne eigene teure Speicherleistung aufbauen zu müssen. Damit der Betrieb der Netzes leichter möglich ist, setzen sie über ihre Lobby immer mehr Kontrolle über die privaten Erzeugungs- und Speicherresourcen durch. Alles muss mittlerweile gemeldet und zertifiziert werden. So dass die privaten Resourcen quasi von ihnen kontrolliert werden können, während die Kosten auf die privaten Betreiber abgewälzt werden, so nach dem Motto: "Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren"

Die beste Lösung für Ökologie und Ökonomie ist das verfügbare Kapital an Fläche und Finanzmitteln in Einspeisungsanlagen zu investieren.Damit wird ein Maximum an PV-Strom eingespeist, der die fossile Erzeugung mittelfristig aus dem Netz verdrängt. Natürlich spricht nichts dagegen den Eigenstromverbrauch durch Verbrauchsverlagerung zu optimieren, aber Heimspeicher ist außer für den Abregelungsverlust nicht sinnvoll.
 
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Dirkcomp

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28.10.2021
3
Oh, vielen Dank für die Infos. Ich bin ja neu im Thema und habe mich gefragt, ob es theoretisch möglich ist das Auto direkt über eine PV zu laden- mal angenommen ich bin immer zu Hause.
Oder geht das nur mit Überschussladen- heisst das man speist ins Netz und nur wenn die Sonne mal ganz kräftig scheint und nicht alles ins Netz kann, dann kann ich auch Auto laden?
 

Stefanseiner

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29.10.2021
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Es ist überhaupt nicht ökologisch 20-30 % der wertvollen PV Energie durch Zwischenspeicherung zu verschwenden,
Diese Verluste, die durch das Hin- und Her Umwandeln entstehen würden überhaupt keine Rolle spielen, wenn mehr PV auf Privatdächern installiert wäre (Stichwort: bürokratische Hürden bei der Installation senken, Genehmigungsverfahren vereinfachen, Abrechnungsbürokratie vereinfachen, wieder mehr Anreize durch höhere EEG schaffen), und endlich mal anfangen öffentliche Dachflächen auf Verwaltungsgebäude, Schulen, Turnhallen, Veranstaltungshallen, Schwimmbäder etc.pp. zu bauen - gesetzlich verpflichtend geregelt.

DANN würde PV-Strom auch den Kohlestrom nachhaltig verdrängen und wir müssten uns darüber hinaus dann nur noch die Frage stellen: wie bekommen wir das nun auch des nachts hin wenn die Sonne weg ist?
Weil Du kannst tagsüber einspeisen soviel zu willst und den Strommix statistisch aufhübschen, ab nachts (gerade jett nach Zeitumstellung = bereits ab 17 Uhr) bringt das nix.
Und mal davon abgesehen schluckt ein Speicher ja nicht unendlich Sonnenenergie des Tages. Wenn der voll ist, und das geht bei einem handelsüblichen Speicher mit 5kWh ja ruckzuck, geht der weitere Überschuss ja wie gewohnt ins Netz. Um den Allgemeinstrom besser zu stärken wäre es allenfalls sinnvoll, das Laden des Speichers nach der Nacht nicht mit den ersten paar Sonnenstrahlen zu beginnen, sodass in dieser Zeit eben garkein PV-Strom ins Netz geht, sondern zeitversetzt oder über den Tag verteilt.

An den 20% Wandlungsverlusten zu knausern ist nur eine Notlösung, solange die PV-Ressourcen so knapp sind wie sie nunmal gerade sind, aber das ist keine zukunftsträchtige Dauerlösung, dezentrale Speichersystemem pauschal zu verteufeln, wie das generell im PV-Forum praktiziert wird.
 
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Dirkcomp

Neues Mitglied
28.10.2021
3
Oh, vielen Dank für die Infos. Ich bin ja neu im Thema und habe mich gefragt, ob es theoretisch möglich ist das Auto direkt über eine PV zu laden- mal angenommen ich bin immer zu Hause.
Oder geht das nur mit Überschussladen- heisst das man speist ins Netz und nur wenn die Sonne mal ganz kräftig scheint und nicht alles ins Netz kann, dann kann ich auch Auto laden?
 

saxobernd

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23.07.2020
383
Du kannst Lithium-Akkus auch mit beliebig wenig Strom laden. Neumondlicht reicht nicht mal für Deine Armbanduhr.
Die notwendigen Wandler bekommst Du noch günstig aus China. Bei genaueren Angaben mache ich Dir einen Plan. Zur Zeit muss ich mich mit dieser Frage beschäftigen. Unsere Waldmühle ist zeitweise schon allein auf Solarstrom angewiesen. Möglicherweise müssen wir den zeitweise mit Hilfe eines E-Autos heranschaffen. Sprich , per Notbatterie.
Überschwemmungen wird es zeitweise ebenfalls geben, dann ist die Mühle voll ausgelastet und wir wissen nicht, wohinmit dem Strom.Nur Inselbetrieb ist möglich. Die Gesetze verbieten alles andere.
Ich spiele mit der vielleicht utopischen Idee, einen Biobauernhof im Bergischen Land mit Riesendachfläche auf rein elektrischen Betrieb umzurüsten. Utopisch, weil das Dreikinderpaar sich gerade getrennt hat. Es droht, alles den Bach herunter zu gehen, obwohl dort auf dem Berg gar kein Bach fließt. Holz in Fülle.

Dein Projekt über das Garagendach lässt sich ohne jeden Verlust durchführen, sofern die zu ladenden Fahrzeuge nicht ständig gebraucht werden, sondern ihre Nutzung an den Lichteinfall angepasst werden kann. Die Einkaufszeit lässt sich auf die Abendstunden verschieben oder auf Regenwetter. Akkus sind, wenn von erstklassiger Qualität, sehr preiswert zu betreiben und können den ganzen Haushalt betreiben, auch, wenn das Auto mal nicht zur Verfügung steht. Aber Einiges mehr sollten wir schon über Deine Nutzumgszeiten wissen. Im Winter wird es zeitweise nur für dasungeheizte E-Fahrrad reichen, das aber auf jeden Fall. Es gibt zweierlei Solarzellenarten, für verschiedene Nutzung.

Regenerative Energie gibt es nur, wenn sie da ist und Aldi-Süd dürfte zukünftig den Strom von deren Solardächern nur noch kostenlos abgeben, wenn die Sonne ordentlich scheint. 30kW bringt meist solch ein Dach. Nach einer Stunde wird immer abgestellt, macht 30kWh zu 30 Cent oder 9 Euro Wert. Abzüglich dem, was Beleuchtung und Kühlgeräte verbrauchen. Der Überschusstrom wird Aldi mit 3 Cent/kWh vergütet, also ein Wert von nur 90 Cent für 30 kWh. Schreib mich an, wenn Du Genaueres weißt, Telefon. Hier sind viele, die noch mehr Erfahrung haben, als ich. Die frage ich auch regelmäßig.
 

Emil

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04.04.2006
2.529
An den 20% Wandlungsverlusten zu knausern ist nur eine Notlösung, solange die PV-Ressourcen so knapp sind wie sie nunmal gerade sind, aber das ist keine zukunftsträchtige Dauerlösung, dezentrale Speichersystemem pauschal zu verteufeln, wie das generell im PV-Forum praktiziert wird.
Die 20 % Wandlungsverluste ist ein Verzicht an 20 % mehr Erzeugung. Das ist kein knausern sondern eine wichtige Optimierung solange eben noch nicht genug PV Leistung vorhanden ist. Erst wenn die vertikale Leistung aus EE mehr als 80 % erreicht der Momentanleistung erreicht, wird es sinnvoll erst Mal Kurzzeitspeicher und dann auch saisonale Speicher zu errichten. Davon sind wir aber noch sehr weit entfernt. Dies insbesondere auch deswegen, weil viele konventionellen Kraftwerke noch als Must-Run Kraftwerke im Netz sind.

Die bekommt nur weg, wenn sie unrentabel werden. Unrentabel werden sie wenn der Strompreis an der Börse durch hohe PV Spitzenleistung unter die Fixkosten der Kraftwerke gedrückt wird. Dies basiert aber nicht wenn jeder seinen privaten Speicher hat und dort die Spitzenleistung speichert. Jeder der einen privaten Speicher installiert reduziert den Druck über die PV Einspeisung, unterstützt damit die Stromkonzerne und verzögert die Energiewende.

Hinzu kommt noch, dass die Speicher oft im Paket mit zu wenig PV-Leistung verkauft werden. Die PV-Leistung wird bei solchen Anlagen auf den Jahresverbrauch ausgelegt. Wer also 3000 kWh Jahresverbrauch hat, dem wird eine 3 kWp Anlage verkauft, obwohl er auf dem Dach vielleicht ein Vielfaches installieren könnte. Dies kann (will) er sich aber auch nicht mehr leisten, weil der Speicher schon ein Vielfaches der 3 kWp reinen Einspeiseanlage kostet. Würde das Geld für den Speicher in PV Fläche gesteckt, würde die Anlage nicht nur rentabel, sondern wäre auch wirklich ein Beitrag zur Energiewende.
 

Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
67
39
Saarland
mona-stefan.de
Die bekommt nur weg, wenn sie unrentabel werden. Unrentabel werden sie wenn der Strompreis an der Börse durch hohe PV Spitzenleistung unter die Fixkosten der Kraftwerke gedrückt wird. Dies basiert aber nicht wenn jeder seinen privaten Speicher hat und dort die Spitzenleistung speichert.
das ist nachvollziehbar, ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, dass ich (ich spreche nur für meinen persönlichen Fall) ohne Speicher in etwa 90% der Fälle nicht in der Lage bin, PV-Strom in mein Auto zu laden. Von daher würde ich ohne Speicher keinerlei Druck ausüben sondern ganz im Gegenteil, die Last des nachts erhöhen und so konventionelle Energieversorger täglich massiv unterstützen.


Hinzu kommt noch, dass die Speicher oft im Paket mit zu wenig PV-Leistung verkauft werden. Die PV-Leistung wird bei solchen Anlagen auf den Jahresverbrauch ausgelegt. Wer also 3000 kWh Jahresverbrauch hat, dem wird eine 3 kWp Anlage verkauft, obwohl er auf dem Dach vielleicht ein Vielfaches installieren könnte.
Das ist ein Problem der freien Marktwirtschaft und der oftmals uninformierten weil zu bequemen Bevölkerung .
Der PV-Installateur verdient am Verkauf eines Speichers mehr bei gleichzeitig viel weniger Installationsaufwand, als wenn er das komplette Dach eindeckt. War schon bei Solarthermie so, deswegen haben die meisten Häuser (in meiner Gegend) nur zwei mickrige ST-Panele die nicht mehr als eine homöopathische Menge zur Wärmegewinnung beitragen.
Und die meisten Leute, die ich so kenne und sich eine Fachfirma engagieren denken sich: "Die sind Profis, lass die mal machen, die werden schon wissen, was gut ist, da brauch ich mich nicht mehr selbst informieren - schließlich bezahle ich dafür ja."
Und genau dann kommt sowas raus. Minimal PV und maximal Speicher.

Aber das ist ja kein technisches Problem von Speichern per Se sondern weil auf der einen Seite jemand Geld verdienen will und auf der anderen Seite jemand zu faul ist, sich selbstständig zu informieren, obwohl "dieses Internet" überquillt von Informationen, noch dazu kostenlos.
 

Kamikaze

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24.08.2020
672
ob es theoretisch möglich ist das Auto direkt über eine PV zu laden- mal angenommen ich bin immer zu Hause.
Das nennt man "Überschussladung".
Letztendlich heißt das, dass die Wallbox prüft, ob gerade ausreichend Strom aus deiner PV kommt, um den Ladevorgang deines Autos zu starten, und das dann auch tut, sobald genug Sonnenstrom da ist.

Dafür ist aber ein entsprechender Stromzähler/Sensor erforderlich, da ja nicht nur dein Auto, sondern auch deine Wohnung/Haus Strom will, und dein Auto eine Mindest-Ladeleistung hat (meist 6A an 230V - also rund 1,3kW).
Das können die meisten Wallboxen inzwischen.
Aber es braucht dennoch eine Kabelverbindung zum Stromnetz.
Ohne ein solche Kabel braucht es eine Batterie (siehe Punkt 4 von @Emil weiter oben). Das ist idR. viel viel teurer, als hin und wieder aus dem Netz zu laden (wegen der Flexibilität) und Überschüsse, die nicht direkt verbraucht/gespeichert werden können ein zu speisen.
Die finanziell sinnvollste Lösung ist eine PV, die ins Netz einspeist aber zuvor deinen Eigenverbrauch bedient - in Kombination mit einer entsprechend intelligenten Wallbox (das sind inzwischen eigentlich fast alle am Markt).

Oder geht das nur mit Überschussladen- heisst das man speist ins Netz und nur wenn die Sonne mal ganz kräftig scheint und nicht alles ins Netz kann, dann kann ich auch Auto laden?
Nicht ganz: Zuerst wird das von der PV bedient, das dein Haus braucht.
Wenn das vollständig gedeckt ist, dann geht ein wenig ins Netz, bis die Minimal-Ladeleistung deines Autos anliegt.
Dann erkennt die Wallbox, dass laden möglich ist und startet die Ladung.
Das geht entweder so lange, bis die maximale Ladeleistung deines Autos oder der Wallbox erreicht ist (meist 11kW) oder dein Auto-Akku voll ist (oder es dunkel wird). Alles danach geht ins Netz und bringt dir Geld (Einspeisevergütung).
Die meisten Überschuss-geführten Wallboxen erlauben auch eine "Notladung" aus dem Stromnetz, damit man jederzeit flexibel ist, falls die PV-Ausbeute nicht ausreicht.

Ganz egal, welches System es am Ende bei dir wird:
Die wichtigste Kenngröße ist die PV-Generatorgröße - also die Anzahl der Module, denn nur das, was du an Energie erzeugst kannst du auch nutzen. --> Alle Flächen sinnVOLL belegen! (Auch Gartenhütten, Hausdach, etc. nicht vergessen).
An dieser Stelle zu sparen wirst du später bereuen.

Die 3*8m sollten ausreichen für 2*4 Module. Bei rund 370Wp/Modul wären das also nur ~2,9kWp. Das alleine wird vermutlich kaum deinen Hausverbrauch bedienen können. Ist zwar besser als nichts, aber mehr wäre natürlich besser. :)

Batterien werden kontrovers diskutiert, aber du willst ja ohnehin eine große in der Garage parken. Im Zweifelsfall lieber die PV-Leistung erhöhen und (mindestens vorerst) auf eine Hausbatterie verzichten. Die kann notfalls später nachgerüstet werden. Aktuell sind solche Teile fast immer ein finanzielles Verlustgeschäft (insbesondere bei einer so winzigen PV).
 
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Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.529
das ist nachvollziehbar, ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, dass ich (ich spreche nur für meinen persönlichen Fall) ohne Speicher in etwa 90% der Fälle nicht in der Lage bin, PV-Strom in mein Auto zu laden. Von daher würde ich ohne Speicher keinerlei Druck ausüben sondern ganz im Gegenteil, die Last des nachts erhöhen und so konventionelle Energieversorger täglich massiv unterstützen.
Das ist eben die falsche Denkweise. Wenn Du einen Ökostromtarif hast dann lädst Du jederzeit EE Strom in Dein Fahrzeug. Es gibt keinen Grund darauf zu bestehen dass es der eigene PV-Strom sein muss, außer damit gegenüber Anderen positiv zu argumentieren.

Dann solltest Du aber auch gleichzeitig sagen, dass wegen der Verluste für das egoistische Verhalten dafür jemand anderes 1/5 der Energiemenge an Kohlestrom verbrauchen musste. :rolleyes:
 
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saxobernd

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23.07.2020
383
Ich höre gerade noch einmal den Vortrag von Hans Werner Sinn "Energiewende ins Nichts" (1914 und 2019)
Er wäscht uns Grünen den Kopf.
Das Fazit, das ich daraus ziehe: Jedes Elekroauto hat die Kapazität, die solare Energie, die ein Haushalt verbraucht, zwischenzuspeichern, Auch die von Deinem Garagendach. Es muss allerdings in den Sonnenstunden angeschlossen sein. Etwas Licht gibt es jeden Tag. Diese Globalstrahlung ist nicht ganz unerheblich . Mehr geht nicht.
Wenn wir eine wirklich grüne und abweichend von diesen realistische Regierung wählen, ist es kein Problem, die Möglichkeit zu schaffen, zum gleichen Durchschnittspreis Preis sowohl einzuspeisen, wie zu entnehmen, also durchschnittlich für 30 Cent. Dann benötigen wir keine Energiespeicher, keine EEG - und KWK-Unlagen und keine Stromsteuern.
Desertec ist DIE globale Lösung, allerdings nur unter voller Nutzung des Kongostroms. Auch Kernenergie halte ich wieder für vertretbar, wenn die Technik endlich sicher ist. Ist sie nicht. Bis dahin: Atomkraft, nein danke!
Wenn keiner mit unseren Moslems sprechen will - ich bin bereit. Deren Unterstützung ist unverzichtbar.
Noch eine Rechnung: wenn du für 150 Euro 1 kWh Lifepospeicher mit einer Lebensdauer von vollen 4000 ,Zyklen verwendest , kann dieser 4000kWh speichern.
FEHLER;FEHLER:
Also 37,5 Cent pro kWh reine Batterieabnutzung. Das ist zu teuer.
Fehler, Fehler! Das ist nicht zu teuer, 3,75 Cent pro kWh. Roland, danke, die PV-Welt hat sich tatsächlich geändert.

Wenn Du die Lebenskraft Deines Autoakkus während sener Lebenszeit nicht ausnutzst, nur dann ist die Rechnung noch günstiger-


Wenn die Annalena unsere Gesetze entsprechend ändert, bin ich bei der zukünftigen Kanzlerin. Dann kann jeder ins Netz einspeisen und beziehen, wie er will. Smart grid, Strompreisrichtet sich nach Angebot und Nachfrage . Noch schöpfen die Monopole über 90% des Energiewerts ab. So kommt es nie zum Ausgleich der Solarspitzen.
 
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saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
383
Vergiss bitte Einspeisung, wenn Du nicht meistens zu Hause bist. Es gibt zugelassene Kleinanlagen, die Du selbsr aufstellen darfst. Aber wir wissen nichts von Dir, nicht einmal, um was für ein Fahrzeug es geht und ob das überhaupt existiert.
 
  • Angry
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Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
672
Vergiss bitte Einspeisung,
Da hast du ein "ohne" vergessen.
Einspeisung macht sehr viel Sinn, wenn man eine PV hat - ganz unabhängig davon, ob man daheim ist, oder ein E-Auto hat oder eben nicht.
Kleinanlagen mit 600Watt (die darf auch ein Laie installieren) sind für ein E-Auto viel zu wenig. Das schluckt normalerweise schon die Haus-Grundlast (also ohne "aktive" Verbraucher wie Heizung, Kochfeld, Computer, Auto, etc.) weg. Deshalb muss man die auch nur melden und es gibt keine Einspeisevergütung (u.a. weil eben praktisch nichts zum Einspeisen übrig bleibt).
Zusätzlich reichen die 600W nicht mal für die Minimal-Ladung der meisten E-Autos aus (~1,3kW - siehe oben).
Wer Platz für eine größere Anlage hat (also praktisch alle Hausbesitzer), der sollte möglichst groß/leistungsstark bauen, damit die Anlage rentabel ist.
 

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