Thema Blackout



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Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.892
Es ist edel gedacht, sich hier ums grosse ganze und die gesamte Republik Sorgen zu machen und Lösungen - sozusagen - in den Raum zu stellen. Ich mach das nicht. Und ich fürchte mal, dass es außer uns kaum jemand interessiert. Ist nur so meine unmaßgebliche Meinung.

Ich glaube auch, dass sich kaum jemand für den die Verhinderung eine großen Blackout interessiert. Aber ich lese immer mehr von Leuten, die sich einen Stromspeicher mit Notstromfunktionalität anschaffen. Teilweise werden da 5-stellige Summen an Geld versenkt, in dem Glauben dass man das für die derzeit im Schnitt etwa 11 Minuten im Jahr unbedingt braucht. Bei Niederspannung sind die Ausfälle sogar nur im Schnitt bei 2 Minuten.

Würden diese finanziellen Mittel in mehr PV Erzeugung gesteckt wäre der Energiewende mehr geholfen, und würden sich sogar rentieren, oder zumindest selbst langfristig tragen. Oft sind ja nur die perfekten Flächen mit PV ausgestattet. Aber es gibt oft noch viele weitere Flächen (Ost/West/Flach/Fassaden/...) die auch noch zur Verfügung stehen.

Genauso, wie die Speicherung und damit Teilvernichtung des selbst erzeugten PV-Stroms ist das meiner Meinung nach eine völlig irrationale Handlungsweise, soviel Geld in etwas zu investieren, was so wenig Einfluss hat. Das Notwendigste kann man auch mit weniger als 1/10 der Investition im Notfall das nötigste mit Strom versorgen, oder auch mal ein paar Stunden darauf verzichten.

Klar, solche Naturkatastrophen wie im Ahrtal sind schlimm, und lösen Ängste aus. Aber einmal ist die Wahrscheinlichkeit des Eintritts solcher Ereignisse äußerst gering. Zum Anderen ist nicht gesagt dass dann die eigene komplexe Anlage mehr als ein paar Stunden funktioniert. Da ist die Anschaffung eines Generators, wie der Honda, meiner Meinung nach die bessere Lösung. Allerdings sollte man diesen dann auch mindestens 1x im Jahr auch testen ob er läuft, und ausreichend Langzeittreibstoff, wie ASPEN gelagert haben, um zumindest einige Tage überbrücken zu können.
 

Stefanseiner

Aktives Mitglied
29.10.2021
339
41
Saarland
mona-stefan.de
Wenn man wirklich sinnvoll für einen überschaubaren Zeitraum gegen einen Stromausfall gerüstet sein will braucht es dazu weder viel Geld noch viel Umbauten und Technik.

Mein PV-Wechselrichter läuft im Regelfall ganz normal netzparallel, kann aber bei Bedarf umgeschaltet werden (2 Klicks im Menü) auf Inselbetrieb, d.h. der spannt dann ein eigenes 50Hz Netz auf für unser Haus. Direkt aus PV oder / und Batterie.
Vorher muss nur noch die Hauptsicherung des Hauses getrennt werden, damit der erzeugte Strom nicht ins öffentliche Netz zurück geht.

2x Klick, 1x Sicherung umlegen, keine Zusatzkosten - fertig.

Wer mag kann das noch via separatem Relais (20€) am eigens dafür vorgesehenen Ausgang am Wechselrichter + einem automatischen Umschalter (ATS - Automatic Transfer Switch, 30€) automatisieren, dann braucht man keine Sicherung mehr umlegen.

Das Gute daran:
Investitionen in PV + Batterie sind das ganze Jahr über sinnvoll und nicht nur 1 Stunde im Jahre alle 30 Jahre wenn mal Stromausfall sein sollte.


verwendeter Wechselrichter:
- MPP Solar MPI Serie. Modelle mit 3kW, 4kW, 5kW, 5,5kW, 10kW (MPI 5k kostet um 1.500€ inkl. Steuern, Zoll, Zubehör, der dreiphasige 10k etwa 2.500€ inkl. allem, der im Funktionsumfang abgespeckte 5.5k ist mit um 1.000€ der günstigste der Baureihe)
- baugleich ist Infinisolar, hier gibt es zudem noch Modelle mit 12kW und 15kW Leistung

Die günstigere "PiP Serie" kann nicht einspeisen, der Rest ist gleich, kostet dabei nur etwa die Hälfte
 
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Wertungen: Berlingo-98

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Im PV-Forum habe ich übrigens vor nicht all zu langer Zeit mal ein wenig dargelegt, wie das Thema "Blackout" im K-Schutz gesehen wird: https://www.photovoltaikforum.com/t...ausfallbestseller/?postID=2464962#post2464962
(zieht sich leider über einige Seiten des Strangs.)

Sogar der Graslutscher hat sich schon mit dieser leidigen Angst beschäftigt: https://graslutscher.de/nein-durch-das-abschalten-der-atomkraftwerke-droht-uns-kein-stromausfall/

Wer sich die ausführlichen Texte sparen will:
> Ein Stromausfall ist KEIN Blackout! ‼
> Die Gefahr eines flächendeckenden Blackouts ist viel geringer als die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns samt Zusatzzahl
> Die Wahrscheinlichkeit, dass (falls es jemals dazu kommen sollte) der flächendeckende Blackout länger als ein paar Stunden andauert ist ebenfalls geringer als 6 richtige
> falls es doch dazu kommt ist zumindest in Südbayern (ich vermute stark auch im Rest der Republik) genug Notfallkapazität da, um das eine ganze Zeit lang aushalten zu können.
> Falls alle Sicherungsmaßnahmen scheitern sollten, dann wird's sehr schnell sehr bitter. Dann helfen aber die Batterien im Keller oder im Auto auch nicht weiter.
> Absolute Sicherheit gibt es nicht. Niemals. Das wirtschaftlich vertretbare Maß an Sicherheit wird umgesetzt, aber jedes zusätzliche Prozent Sicherheit geht mit exponentiell steigenden Kosten einher. Ein marginaler Sicherheitsgewinn wird also irgendwann einfach so teuer, dass das niemand bezahlen kann/will.

Wem das nun zu pauschal war, der sei herzlich eingeladen sich die ausführlicheren Texte zu gönnen. :)
 
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Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.892
Wie viele Blackouts gab es die letzten 10 Jahren?

Wie viele 6er mit Zusatzzahl und Superzahl gab es in den letzten 10 Jahren?

Einen großflächigen Blackout gibt es nur dann wenn die Betriebsregeln nicht eingehalten werden, d.h. einer der Beteiligten absichtlich Fehler macht, oder tatsächlich plötzlich und unerwartet ein signifikanter Teil der Erzeugung weg fällt. Ansonsten ist im gesamten EU Netz so viel Reservekapazität und abschaltbare Verbraucher vorhanden, dass ein völliger Blackout verhindert werden kann.

Wer ständig einen Blackout an die Wand mahlt verfolgt meiner Meinung nach eigene Interessen, die gegen die Energiewende gerichtet sind.
 
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Wertungen: Stefanseiner

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Wie viele Blackouts gab es die letzten 10 Jahren?

Wie viele 6er mit Zusatzzahl und Superzahl gab es in den letzten 10 Jahren?
Der Vergleich müsste eher lauten: Wie oft hattest DU einen 6er mit Zusatzzahl? (Die BRD ist auch nur ein Land von vielen).
Und echte Blackouts gab es bisher insgesamt nur eine geringe einstellige Anzahl (hauptsächlich zu Beginn der Elektrifizierung des Landes). In den letzten 35 Jahren (mein bewusster Zeithorizont) gab es exakt garkeinen echten Blackout. :)

Beim Rest stimme ich dir voll und ganz zu.
 

Tiaralouse

Neues Mitglied
08.07.2023
2
Zitat Bern : .... Analena weiß sicher schon wo.... was spricht dagegen eine Gegend wo viele leute der meinung wären mit der afd wäre alles besser........, auch mal dhingehend bevorzugt zu behandeln ? oki Politik aus
Der Bläckout wird kommen, sucht mal z.b. Netzfrequenz 8 Januar 2021. Die frage ist wie lange er anhalten wird ?
Die Schweiz fährt derzeit eine Sensibilisierugskampagne. Großverbraucher über 100´000 kWh Verbrauch wurden angeschrieben was sie im Falle abschalten können zb Rolltreppen, Sauna, Bäder Beleuchtung reduzieren, Maschinen abschalten usw. und zwar bevor alles aus ist. Die Organisation OSTRAL* bereits 1993 ! gegründet, ist mit der Umsetzung beauftragt.
Was können / sollen wir tun ? Die schwarzstartfähigen Kraftwerke sind m.E. nur ein Teil der Lösung und " relativ " teuer
Auch unsere Industrie und Bevölkerung mus darau sensibilisiert werden. Noch mehr größere Verbraucher oder Erzeuger entsprechend schnell dazu oder abgeschaltet werden können.
Jerde für sich zuhause Akkulampen und Campingocher zutun und nicht der erste sein wollen wen es wieder Srtom gibt, das erleichter das wiederaufbauen des Netzes.
Sie sollten sich an die Meister von sickerleitung spülen wenden, die einen Stromausfall in Ihrem Zuhause nicht zulassen.
Guten Tag. Persönlich habe ich, um keinen Stromausfall zu erleiden, sofort zwei Batterien mit Sonnenkollektoren rund um das Haus installiert. Ich habe es diesen Winter überprüft - alles funktioniert einwandfrei, es gibt genug Strom zum Kopf.
 

DO2SI

Neues Mitglied
09.07.2023
6
Wenn man nur die falschen "Quellen" konsumiert geht das recht schnell. AFD, Querdenker und Co. und auch YT-Kanäle wie "Outdoor Chiemgau" spielen hier ja ganz gezielt mit Ängsten der Leute um zu polarisieren und leicht beeinflussbare Menschen gezielt zu lenken.

Das Ganze fliegt recht schnell als Desinformation auf, wenn man mal liest / hört, was renomierte Wissenschaftler zum Thema Blackout sagen wie z.B. Prof. Dr. Quaschning, der momentan wohl DIE Koryphäe im Bereich erneuerbare Energien in Deutschland ist.

Was er auch schon vor knapp 7 Jahren gut auf den Punkt gebracht hat: Wissenschaftler sind gefragt, nicht Untergangspropheten
Quaschnimg, äliach jetzt? Haltetbeuch mal lieber an Herbert Saurugg.
 
  • Haha
Wertungen: Kamikaze

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Kommt da jetzt noch eine echte Quelle nach oder...

Hier ist eine:

Es ist also wirklich praktisch alles, was »Bild«, Müller, Dobrindt, Spahn und Weidel da behaupten, Unsinn.
[...]
»Energiesouveränität« ist eine verrückte Prepperfantasie, die die Realität globaler Abhängigkeiten von fossilen und nuklearen Brennstoffen, die Realität des deutschen Energiemarktes, man könnte auch sagen: die Realität an sich einfach ausblendet.Das ist das Diskursniveau, auf dem Union und AfD beim Thema Klima und Energie derzeit unterwegs sind. »Bild« gibt die Desinformations-Talking-Points vor, und alle machen mit.
[...]
Nicht vergessen: Der Springer-Verlag gehört fast zur Hälfte Investoren, die gewaltige Summen in fossile Brennstoffe investiert haben. Weitere knapp 22 Prozent gehören Mathias Döpfner, der seinen SMS zufolge »sehr für den Klimawandel« ist. Es geht beim Thema Energieversorgung um Geld. Sehr viel Geld.

Es gibt übrigens tatsächlich einen Weg zu mehr, wenn auch nicht zu vollständiger, Energieautonomie: CO₂-neutrale, auf deutschem Staatsgebiet erfolgende Energiegewinnung – erneuerbare Energien also. Und da sind wir auf einem guten Weg, wenn auch noch lang nicht weit genug. Das wiederum hat maßgeblich die Union zu verantworten. Im Jahr 2023 lag der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung bislang bei über 58 Prozent. Im Juli sind es derzeit fast 80 Prozent .
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.892
Der Punkt ist der dass immer mal Stromeimporte per se kein Nachteil sind. Stromhandel mit dem Ausland ist in der Regel getrieben durch die Preise. Stromimporte an mehr Tagen zeigt also an, dass der Strom im Ausland günstiger zu bekommen war als im Inland. Und dies ist natürlich auch der Abschaltung der AKW geschuldet.

Das sieht man bei der monatlichen Bilanz.

Bis April wurde noch viel Strom exportiert, im Mai gab es dann plötzlich rund 3,5 TWh Stromimporte, und im Juni sollen es knapp 4 TWh gewesen sein. Das ist noch kein Trend, aber schon eine merkwürdige Koinzidenz mit der Abschaltung der AKW. Für eine abschließende Beurteilung braucht es noch ein paar Monate mehr, insbesondere auch den nächsten Winter. Aber die BNA selbst kalkuliert in der Bedarfsanalyse für den nächsten Winter Atomstrom aus Frankreich ein.

Die 4 GW weniger an AKW-Leistung mit einem Gebotspreis von 20 - 30 €/MWh führen zu einer Verschiebung der Merit-Order Kurve nach links und damit tendenziell zu einer Verteuerung, genauso wie ein höheres EE-Angebot die Merit-Order Kurve nach rechts verschiebt und damit zu einer Verbilligung an der Strombörse.

Was man langfristig nicht haben sollte sind dauerhaft hohe Stromimporte wegen nicht konkurrenzfähiger Produktion der Residuallast im Inland, denn das führt langfristig dazu dass inländische Kraftwerke abgebaut werden, weil sie nicht mehr die für die Rentabilität nötigen Volllaststunden betrieben werden können. Da die Kraftwerke aber in Situationen wie der kalten Dunkelflaute für die Deckung der Residuallast nötig sind, kann die BNA die komplette Abschaltung aber nicht erlauben. Diese müssen also weiter vorgehalten werden. Das lassen sich die Kraftwerksbetreiber aber sehr teuer bezahlen. Bezahlt wird das dann aus den Netzkosten, was auch eine der Ursachen dafür ist dass diese steigen.

Den Strompreissockel der Residuallast sieht man oft in der Nacht, wenn oft die niedrigste EE-Erzeugung vorherrscht. Dieser liegt dabei oft oberhalb von 100 €/MWh. Früher lagen dieser meist bei weniger als der Hälfte.

Importstrom ist auch immer noch viel teurer als früher, deshalb ist die Industrie stark unter Druck. Der geplante Strompreisdeckel für die Industrie kann auch keine Lösung sein, da viel zu teuer für den Steuerzahler.

Was D braucht sind günstigere Kraftwerke für die Deckung der Residuallast, und zwar dringend. Allerdings ist da kurzfristig nichts in Sicht.
 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Was D braucht sind günstigere Kraftwerke für die Deckung der Residuallast, und zwar dringend. Allerdings ist da kurzfristig nichts in Sicht.
Aktuell reicht allein der fossile Kraftwerkspark in D aus, um rund 200% des Spitzenbedarfs zu decken.
Momentan gibt es also an neuen Kraftwerken faktisch keinen Bedarf.
Böse gesagt können da noch eine ganze Menge Fossilkraftwerke dauerhaft zurückgebaut werden, ehe das Thema wirklich eines wird.
Derzeit wird nur dann importiert, wenn der Strom im Ausland billiger ist und/oder als Alternative zu Redispatch.
Viel dringlicher wäre die Verstärkung der Stromnetze, da insbesondere auch Redispatch-Maßnahmen die Netzkosten treiben.

Kurze Erklärung für alle, die in der Materie nicht so drin sind:
Wenn z.B. im Norden gerade viel Wind ist und deshalb die dortigen WKA den Strom billig machen und Industriestandorte im Süden diesen billigen Strom kaufen und nutzen wollen, kommt es immer häufiger vor, dass die Leitungskapazität nicht ausreicht.
Das hat zur Folge, dass die Windräder im Norden abgeregelt werden müssen (dafür werden die Betreiber entschädigt - sie konnten und wollten ja liefern), während gleichzeitig nahe den Abnehmern teure Fossilkraftwerke hoch gefahren werden (das bezahlen die Privatkonsumenten über die Netzentgelte - die energieintensive Industrie ist davon befreit).

Dazu kommt, dass fossile Kraftwerke immer weniger/seltener laufen müssen, da immer öfter und länger die EE die gesamte Energienachfrage bedienen können.
Da diese Energie unschlagbar billig hergestellt werden kann, wird diese meist mit Handkuss aufgekauft - unter Anderem von ausländischen Abnehmern.
Das wiederum führt dazu, dass dort weniger Fossilstrom gebraucht wird.
Davon profitieren am Ende alle.

Um also die Strompreise niedrig zu halten gibt es effektiv zwei Möglichkeiten:
1. Man deckelt den Strompreis mit Steuergeldern
2. Man investiert in viel mehr EE und die Leitungen, um die Energie dort hin zu bekommen, wo sie gebraucht wird

1 sorgt mittelfristig dafür, dass Energieversorger eine Selbstbedienungs-Mentalität entwickeln, wie wir es in Frankreich gut beobachten können. Dort musste jetzt der größte Energieversorger EDF verstaatlicht werden, um wenigstens den Staat nicht in den Bankrott zu treiben durch extrem hohe Stromgestehungskosten bei gleichzeitig gedeckeltem Konsumentenpreis. (In diesem Zusammenhang sei gesagt, dass ich die oben genannten 30€/MWh für Atomstrom für drastisch zu wenig halte. Etliche Studien legen nahe, dass die MWh Atomstrom eher zwischen 130€ und 400€ kostet, wenn man alle indirekten Förderungen wie z.B. die Endlagerung einberechnet.)
Hier ein wenig Lesestoff dazu:
https://www.bloomberg.com/news/arti...-twice-as-pricey-as-germany-s-on-nuclear-woes

2 sorgt dafür, dass man für einige Stunden im Jahr ein Backup benötigt.
Aktuell übernehmen dieses Backup die vielen hundert Fossilkraftwerke im Land, die zu einem erschreckend großen Anteil auch dann nicht abgeschaltet werden können, wenn deren Energie garnicht gebraucht wird ("Must-Run-Anlagen").
Einen Großteil dieser Backup-Kapazitäten wird in absehbarer Zeit von chemischen Energiespeichern (Akkus/Batterien) abgedeckt werden, wie das z.B. in Australien bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich gemacht wird.
Batterien eignen sich insbesondere durch ihre hohe Bandbreite an positiver und negativer Regelenergie, sowie der extrem schnellen Regelbarkeit über das gesamte Leistungsspektrum hervorragend um Spitzen in Angebot und Nachfrage aus zu gleichen.
Außerdem sollten Backup-Kapazitäten vorgehalten werden, für den Fall, dass das Ausland nicht liefern kann/will, und die Erzeugung über längere Zeit unter dem Verbrauch liegt.
Auch das kann mit bereits bestehender Technik (alte Fossilkraftwerke) recht gut erledigt werden, da solche Extremwetterlagen idR. etliche Tage zuvor absehbar sind, was den Kraftwerken ausreichend Zeit gibt den Betrieb auf zu nehmen.
Langfristig werden diese Betriebsstunden jedoch mit zunehmendem EE-Ausbau so wenig werden, dass sich der Erhalt der alten Kraftwerke nicht länger lohnt.
Dann muss man sehen, ob zu diesem Zeitpunkt ausreichend Erzeuger-Kapazität im Ausland verfügbar ist, oder ob es mehr Sinn macht im eigenen Land dieses Backup zu realisieren.
Je weniger Betriebsstunden ein Stromerzeuger voraussichtlich arbeiten muss, um so wichtiger ist, dass die Anschaffung billig und der Automatisierungsgrad hoch ist. Die Brennstoffkosten spielen dann eine immer geringere Rolle.
Hierfür bieten sich sog. "Containerkraftwerke" an. Das Sind Gas- oder Ölturbinen samt Generatoren, die fertig montiert in Frachtcontainern hergestellt werden.
Solche "Backup-Kraftwerke" können binnen extrem kurzer Zeit realisiert werden, wenn man dafür Standorte wählt, an denen das Stromnetz ohnehin bereits gut ausgebaut ist (z.B. Umspannwerke oder alte Kraftwerksstandorte). Der Aufbau wurde bereits tausendfach erprobt (Bisher hauptsächlich im europäischen und globalen Süden) und ist bei Bedarf innerhalb weniger Wochen realisierbar.
Aktuell gibt es daran jedoch faktisch noch keinen Bedarf.

Was wir also wirklich brauchen sind also nicht Residuallast-Kraftwerke, sondern deutlich mehr EE und ein stärkeres Leitungsnetz, um die Strompreise günstig zu halten.
Es gibt sogar mehrere unabhängige Studien, die davon ausgehen, dass der Strompreis sogar deutlich sinken könnte, wenn man ausreichend ins Stromnetz investieren würde.
Leider hat die Politik damit bisher noch ein Problem. (Ich vermute, dass da die Zeithorizonte zu weit oberhalb der Legislaturperioden liegen...)

Nachtrag:
Eigentlich gibt es sogar noch eine Möglichkeit 3 - nämlich das aufbrechen der "deutschen Kupferplatte" (also der einheitlichen Preiszone für ganz Deutschland) entlang der tatsächlichen Koppelkapazitäten.
Das würde allerdings dafür sorgen, dass sich in Regionen mit wenig EE-Generatoren (z.B. Bayern, BaWü) der Strom drastisch verteuern würde, während er in Regionen mit viel EE-Generatoren (z.B. Schleswig-Holstein) der Strom im Vergleich extrem billig würde.
Das würde dafür sorgen, dass die aktuellen "Bremser" dazu animiert werden, in Sachen Leitungen und EE-Zubau aus dem Quark kommen.
Allerdings führt das natürlich zu politischen Spannungen, da die Brems-Regionen das natürlich gar nicht toll finden, dass die Konsequenzen der Verweigerung sichtbar werden.
Da politische Prozesse erfahrungsgemäß deutlich langsamer und zudem irrational ablaufen als technische Herausforderungen klammere ich diese Option hier mal aus, da mir hier eine Lösung nur dann überhaupt möglich erscheint, wenn die EU oder das Kartellamt (bzgl. der Übertragungsnetzbetreiber) hier Fakten schafft.
 
Zuletzt bearbeitet:

matzetronics

Aktives Mitglied
08.07.2020
896
Berlin, DE
Die ganze Nummer mit den Kernkraftwerken ist ja noch nicht mal halb fertig. Rückbaukosten und Abfalllagerung sind teuer und teilweise nicht mal gelöst. Beim Bau der KKW (ja, ich war damals schon auf der Welt) wurde ja vollmundig behauptet, das der Betreiber in einen Fond einzahlt, um solche Dinge später zu bezahlen. Viel ist davon allerdings nicht übrig geblieben.
 
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Wertungen: weiss und Kamikaze

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