Spricht aus Batterie-Technischer Sicht etwas gegen das Laden mit 230 Volt?


Lkwjoe

Neues Mitglied
24.06.2019
5
Hallo zusammen,

auf der Suche nach Antworten bin ich über Euer Forum gestolpert...

Ich werde mir Ende nächstes Jahr / Anfang 2021 ein Elektro-Fahrzeug (Sion) zulegen und plane dazu gerade die Stromversorgung (Laden).
Dazu meine Frage:
Die Batterie bei einem Elektrofahrzeug ist mit das teuerste Bauteil und sollte daher möglichst lange halten.
Spricht aus batterietechnischer bzw. fahrzeugtechnischer Sicht eigentlich irgend etwas dagegen, die Batterie mit 230 Volt / 10 Ampere zu laden?
Das sollte für die Batterie doch eigentlich besonders schonend sein. Oder?
Oder ist ein Laden mit Wallbox und entsprechend mehr Leistung für die Batterie eventuell sogar besser?

Das ein Laden mit 230 Volt entsprechend lange dauert, ist bekannt, wäre für mich aber kein Problem. Auch das die Zuleitung für so eine Dauerbelastung natürlich entsprechend ausgelegt und abgesichert sein müsste, ist selbstverständlich. Wie gesagt, mir geht es hier ausschliesslich um die Batterie-/Fahrzeugtechnik.

Grüße
Joe
 

Andreas106

Mitglied
29.03.2011
77
Ich fahre nun seit über acht Jahren elektrisch. Lade täglich zwei Mal. Lade immer mit Ziegel. Schuko gibt es überall. Wenn du PV hast, willst du evtl. auch keine 11 kW Ziehen, da das bei den meisten Anlagen mehr als die Peak-Leistung wäre.
Mache halt eine Drahtöse an den Ziegel, damit du ihn aufhängen kannst, und nicht so wie in den schlechten TV-Beiträgen am Kabel hängt.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
2.860
91365 Reifenberg
Für eine lange Gebrauchsdauer und viele Zyklen ist das Laden mit den Leistungen, die eine Schuko oder CEEblau Dose hergibt, also 3,6 kW wahrscheinlich echt gut. Wer es extrem will hinsichtlich Langlebigkeit, bleibt beim Laden und Entladen von den Grenzen weg. Also 20 % drin lassen beim Entladen und nur bis 80 % hochladen, wenn nötig auch bis 90% schadet wohl nicht. Geht im Alltag meist problemlos (jedenfalls bei meinen Fahrzeugen), weil ich die volle Reichweite selten brauch.

Wenn doch volle Reichweite mal nötig wird, wird halt gelegentlich mal ganz voll geladen, auch in der Annahme, dass die meisten BMS heute sowohl oben als auch unten sowieso noch eine gewisse Reserve lassen.

Gelegentliches Schnellladen schadet wohl nicht. Immer und ausschließlich schon, zumindest habe ich einen Erfahrungsbericht dazu. Gelegentliches Hochstromladen braucht ein Akku, bekommt es aber regelmäßig sowieso übers Rekuperieren.

Bei einem Sion mit rund 40 kWh Akku (oder so) ist das Laden mit 11 kW aber noch Normal- bis Langsamladen. Schnellladen fängt bei 1C (oder C1) an, also ein einer Stunde voll-laden. Je nach Qualität des Temperaturmanagements halten die meisten Akkus aber auch das problemlos und lange aus. Laden mit "nur" 3,5 kW ist für lange Gebrauchsdauer allerdings als optimal zu betrachten. Und nochwas: mit 40 kWh wirst Du wohl um die 250 km fahren können. Bei 1000 Vollzyklen wären das 250.000 km. Mußt Du erstmal hinkommen. Schaffen die Akkus 2000 Vollzyklen (was heute durchaus Stand der Technik ist), wärens sogar 500.000 km. Da fragt sich, was eher kaputt ist: Du, das Auto, die Akkus?

Weißt Du schon, was für Zellchemie in den SION kommen wird, und wer die Zellen baut? Denn für die mögliche Zusatznutzung als Heimspeicher oder Versorger unterwegs sollten schon Zellen verbaut werden, die noch mehr Zyklen schaffen. 5000 bis 10.000 wären super.

Gruss, Roland
 

Lkwjoe

Neues Mitglied
24.06.2019
5
Hey, tolle Sache, mit solchen Antworten kann man doch etwas anfangen...! Vielen Dank! :)

Die volle Reichweite werde auch ich so gut wie nie benötigen, Arbeitsweg hin und zurück rund 50 km (komplett Stadtverkehr...), hier und da noch etwas besorgen, ab und zu mit dem Anhänger (! ;) ) zum Häckselplatz - macht im Jahr so um die 10Tkm. Nach Deiner Rechnung könnte ich damit dann (von den Kilometern her) 25 Jahre fahren... :p Wenn der Sion (und ich ;) ) so lange durchhält... :D

Der Sion bekommt eine Batterie mit 35kWh und einen Motor mit 120kW. Zusammen mit den 248 Solarzellen soll das eine "echte" Reichweite von 250 km ergeben. Wenn die Angaben zutreffen, dann werde ich bei Sonnenschein wohl die gute die Hälfte der benötigten Energie für meinen Arbeitsweg solar zugeführt bekommen. Mal schauen...vor allem wie es dann im Winter, bei Wolken und Heizungsbetrieb aussieht...

Die Batterie wird von Ellring-Klinger gebaut werden, zur Zellchemie kann ich leider nichts sagen.

Weiterer Hintergrund für meine Frage:
Ich wohne in einer Mietwohnung und habe eine gemietete, stromlose Garage. D.h. ich muss meinen Vermieter irgendwie überreden, das er mir die Installation einer "Steckdose" (ja, natürlich eine für Dauerlast ausgelegte Leitung mit CEE) genehmigt. Obwohl der Installationsaufwand nahezu identisch ist, werde ich eine 11kW-Wallbox wohl vergessen können.

Danke und Grüße,
Joe
 

Reiner106

Mitglied
07.05.2018
134
nahe Giessen / Hessen
Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, war der Sion nicht in der Lage die Solarzellen während der Fahrt mit zu nutzen. Nur Im Stand wird geladen mit den Zellen. Die angegebenen 35km pro Tag Solarladeleistung bezogen sich immer auf den Standort München bei "sonnigem Wetter" - werden aber von den allermeisten als "eher unwahrscheinlich" interpretiert... Hauptknackpunkt IMHO ist, dass der Sion den Kunstgriff schaffen müsste, so viele Module/Modulgruppen wie nur möglich einzeln abzugreifen - wenn die alle in Reihe geschaltet wären - bestimmt diejenige Zelle mit der geringsten "Ausleuchtung" die Power des Gesamtstrangs. Steht das Auto dann zu einer Seite im Schatten, nützt es nichts, wenn der Rest in der Sonne brät...
Habe mich aber jetzt einige Wochen nicht mehr darum bemüht, da mehr Infos zu bekommen, evtl. ist das outdated.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
2.860
91365 Reifenberg
Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, war der Sion nicht in der Lage die Solarzellen während der Fahrt mit zu nutzen. Nur Im Stand wird geladen mit den Zellen.
Das würde ich als einen konstruktiven Mangel ansehen. Da waren wir ja 1986 mit unserem "Erlanger Solarmobil" schon weiter. Und nicht nur wir..... Alle Solarmobile hatten damals die Solarmodule so angeschlossen, dass immer Strom in die Akkus gedrückt wurde, wenn die Sonne schien. Ganz unabhängig vom Stand- oder Fahrt-Betrieb. Sogar ich ein paar Jahre später habe das in meinem City-El so gemacht. Den gibts übrigens immer noch.

Die angegebenen 35km pro Tag Solarladeleistung bezogen sich immer auf den Standort München bei "sonnigem Wetter" - werden aber von den allermeisten als "eher unwahrscheinlich" interpretiert... Hauptknackpunkt IMHO ist, dass der Sion den Kunstgriff schaffen müsste, so viele Module/Modulgruppen wie nur möglich einzeln abzugreifen ...
Bei guten Zellen erwarte ich eher 15 bis 20 km real an solarer Reichweite pro Tag, und auch das nur an sonnigen Tagen. Und natürlich nur bei technisch richtiger Anpassung. Wie Du es schon geschrieben hast: in kleinen und unabhängig voneinander geregelten Gruppen. Ich hoffe, die bringen das auf die Reihe... viele MPP-Regler mit Hochsetzstellern. Alles kein Geheimnis und heute dank kostengünstiger Elektronik machbar. War damals in den 80er Jahren schon schwieriger. Aber (auch) BRUSA hatte damals solche MPP Regler im Programm, und die arbeiten bei mir noch immer.

Gruss, Roland
 

Reiner106

Mitglied
07.05.2018
134
nahe Giessen / Hessen
Grad mal geschaut. Zitat Sonomotors webseite in den FAQs...

"Dank der vollflächig integrierten Solarzellen kann dein Sion unter idealen Bedingungen bis zu 34 Kilometer zusätzliche Reichweite am Tag allein durch Sonnenenergie generieren. Um die Sonnenstunden über den Tag hinweg möglichst effizient nutzen zu können, planen wir derzeit das Laden über das viSono System auch während der Fahrt zu ermöglichen. "

Aktuell also: Satz mit X....
 

Lkwjoe

Neues Mitglied
24.06.2019
5
Ausschlaggebender Punkt für den Kauf des Sion waren für mich nicht die Solarzellen sondern eher das Gesamtkonzept: Aus meiner Sicht das erste wirklich im Alltag brauchbare und bezahlbare E-Auto - 5 Sitze, ein für den Wocheneinkauf mehr als ausreichender Laderaum und eine Anhängekupplung. Letzteres als Heimwerker und Hobbygärtner der entscheidende Punkt.
Wenn die Solarzellen bei Sonnenschein einige Km bringen, dann ist das doch prima. Klar, die angegebenen 34 Km stelle ich auch mal in Frage, aber wenn es dann effektiv 20 km sind, dann freue ich mich. Um jeden Km den man nicht "bezahlen" muss freut man sich doch. Und die Umwelt auch.
Joe ;)
 

Reiner106

Mitglied
07.05.2018
134
nahe Giessen / Hessen
Joe, so seh ich das auch und ich war auch kurz davor mir einen Sion vorzubestellen.
Es war oben nicht eindeutig herauszulesen, ob "laden beim fahren" eindeutig wäre, daher fühlte ich mich berufen zu ergänzen :)
 

Lkwjoe

Neues Mitglied
24.06.2019
5
Hi Reiner,
alles gut ;) Ich hatte die Solarzellen nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Zumal das Fahrzeug in meinem Fall 9 Stunden am Arbeitsort im Freien herum stehen wird.
Jetzt hoffe ich einfach, dass ich meinen Vermieter überzeugen kann mit die "Steckdose" zu genehmigen...
 

Lkwjoe

Neues Mitglied
24.06.2019
5
Immer diese Unken... ;)

Warum sollten die das Fzg nicht bauen? Weil sie allen Konventionen zum Trotz gegen den Strom schwimmen? Weil sie aus einer guten Idee ein geniales Konzept gemacht haben? Weil das Unternehmen keine AG ist und es damit eben keine Aktionäre gibt, die jedes Jahr Zuwachsraten im gehobenen zweistelligen Bereich erwarten?

Ja, sie haben den Produktionsbeginn um ein Jahr verschoben. Na und? Hätten sie lieber mit "irgendeinem" Auftragsfertiger mit Gewalt anfangen sollen, nur um den zuerst angepeilten Termin irgendwie zu halten?

Meine Meinung: lieber ehrlich sein und etwas später aber dafür vernünftig beginnen.

Wie es nicht gemacht werden sollte, dass zeigen uns regelmässig die "Großen", wenn sie uns Autos übergeben an denen wir dann z.B. bei 119.000 km die Steuerkette samt Nockenwellenrädern für 2000,- Euro wechseln lassen dürfen...:censored:
 

Sven Salbach

Bekanntes Mitglied
15.03.2007
7.965
Die könnten sich wenigsten die Solarzellen sparen und dafür den Preis etwas senken..aber die Solarzellen sollen natürlich locken auch wenn sie gar nichts bringen.
Hätte auch gereicht, wenn die einfach nur als Fotodruck oder auflackiert worden wären:)
Realistisch würden dei Zellen beim EL vielleicht 5km bringen, 10? vielleicht... aber bei den Fahrzeug? Nur werden die nur als Lockmittel eingesetzt, damit es besser durch die Medien geht
 

Andreas106

Mitglied
29.03.2011
77
Warum sollten die das Fzg nicht bauen?
Bauen eventuell schon. Aber wie lange wird eine NoName Firma ohne Händlernetz überleben.
SAM, Tazzari, Mia. Alle wurden gebaut. Die Mia ist ein gutes Beispiel. Von einem großen Auftragsfertiger gebaut. Den Ego sehe ich nicht in meiner Zukunft.
Außer Tesla, die nun mal viel Geld hatten, hat es noch kein Newcomer geschafft.
StreetScooter zählt nicht. Der Laden wäre schon längst wieder in der Versenkung, wenn die Post ihn nicht für den Eigenverbrauch bauen würde.
Es ist enorm schwer ein Produkt für > 15 k€ zu verkaufen. In dieser Größenordnung sind die meisten sehr konservativ.
Erst wenn man eine lange Durststrecke überleben kann, kauft auch die nötige Masse.
Aber ob Sion diesen langen Atem hat?
 

wchriss

Aktives Mitglied
30.12.2010
1.205
52
Egweil
Hallo Andreas,
das sehe ich nicht ganz so, SAM, Tazzari und Mia, sind eine "eigene Kategorie" und nicht ein Mainstreamauto. Das sieht beim Sion schon deutlich besser aus. Lediglich der angepeilte Preis wurde leider deutlich angehoben, das wird Ihnnen einiges an Absatz kosten, aber im Vergleich noch immer günstig gegenüber den oben genannten.
 

Reiner106

Mitglied
07.05.2018
134
nahe Giessen / Hessen
Auch wenn wir ab vom Thema sind.. Kurz mein Senf:

- dass Sonomotors jetzt erst Leute einstellt um Probleme anzugehen, die man schon vor Langem als gelöst vermutete machte leider keinen so guten Eindruck.
- der doch deutliche Preisunterschied des Serienmodells zum Prototyp ebenfalls..
- Inzwischen kommen andere, größere aus dem Quark - ich finde den Sion sympathisch, würde den Münchnern wünschen, dass sie durchkommen und war auch kurz davor einen zu bestellen - aber wenn die sich nich beeilen, kriegt man was ähnliches von [etablierter Autohersteller XYZ] zu einem ähnlichen Preis - und dann nützen "Freigabe des Werkstattbuches" und ähnliche Nettigkeiten nix mehr, dann kommen die nicht auf Masse - und dann können sie den Preis nicht halten...

Ich fänds prima, wenn sie es schaffen - das Auto hat viel, was andere nicht haben - ob mans braucht ... sieht jeder anders.. für mich wäre einiges dabei, was ich nett finden würde. Ich mag das Gesamtkonzept... Aber Gas geben müssen sie, und zwar deutlich... Weniger "wir essen fairgehandeltes Biobrot im Büro" Videos, mehr "wir bauen Autos" :)
 
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Wertungen: Andreas106

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
2.860
91365 Reifenberg
Jau, so isses. Die müssen sich sputen, die Konkurrenz schläft nicht. Sogar die Grossen wachen langsam auf. Ich schau mir mal den kleinen Honda an, oder den neuen e-up bzw. City-Floh, pardon City-go von Skoda. Alles schöne Autos. Ok, kleiner, und nicht mit den schönen Lademöglichkeiten und hin- und her Steckdosen am Auto. Man kann nicht alles haben.
Aber wenn der Sion mal kaufbar ist, schaue ich ihn auf jeden Fall mal genauer an. Ist schon ein interessantes Konzept. Jetzt schon totreden wäre unfair. Elring Klinger ist kompetent, die Batterien sollten funktionieren. Aber die machen nur die Batterie, d.h. die Zellen kommen von irgendwo. Korea? China? Schaut euch an, was da erreicht ist, z.B. die Zellen im e-208/ e-Corsa. Knapp 300 Wh/kg (nur die Zellen). Haben wir früher von geträumt. Nu isses da.

Gruss, Roland
 

Hintermeier Sepp

Mitglied
06.10.2018
76
Hallo
Ich seh das Fahrzeug mir mischten Gefühlen.
Wenn die FA. Verschwindet, hat man die A.-Karte!
Keine Ersatzteile, keine Garantie. ausserdem ist die Akkutechnik bei Auslieferung schon wieder veraltet.
zB. Berlingo, Partner powered by. venturi!!!
 

Thomas Pernau (Ion)

Aktives Mitglied
22.02.2012
569
glei bei Blaubeira
Hallo zusammen, ich fahre seit 20 Jahren elektrisch und habe auf Saft STM5-140 gelernt. Also Anfahren mit 400A und Laden mit 90A. Der Akku ist eine Stromquelle und als solche zu behandeln. Wenn leer ist wird geladen, wenn voll ist wird gefahren. Gekotzt wird später.
Was soll der ganze Kram von wegen günstige Sternkonstellation und richtige Aura fürs Laden. Wenns nicht passt wird der Ladecontroller schon meckern.
Ich hatte übrigens einen Wagen mit Selbstbau Solarmodulen. Zuletzt hatte ich a-Si auf GFK aufgedampft. Alle anderen Zellen sind gestorben, gebrochen, delaminiert. Das Fahrzeug fährt nämlich hin und wieder und die Karosserie verzieht sich. Also lass mal die Solarzellen in der Sonne braten und dann fahr anschließdend aufs Dorf außerhalb der Hauptstadt der Bewegung, da wo die Schlaglöcher.
Ach ja, unbedingt den Vermieter fragen er möge bitte eine Lademöglichkeit installieren lassen, muss er nämlich. Dann sagt aber die WEG 'nö', und er kann eine kabellose Ladesäule bauen weil Stromkabel ziehen darf er nicht.
DIE Lösung: transparente Garage. Darin macht der Sion 35 km am Tag, in einem Doppelsternsystem.
 

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