NiMh Akkus


peter

Neues Mitglied
12.08.2015
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#1
Da hat doch einer vor kurzem mit Aldi-Akkus basteln wollen ! ?
Habe bei www.pollin.de was entdeckt.
NiMh von Emmerich 1,2 V 7000 mAh Grösse 32,5 X 61 mm Rund
Best.Nr.270449 für 6,96 Teuros per Stk.

Gruss Peter
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.172
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#2
Hallo,

das sind 83 ct/Wh. Da sind TS Lithiumzellen mit 39 ct/Wh nur halb so teuer und haben eine weit höhere Energiedichte.

Gruß,
Emil
 
W

Willi

Guest
#3
Hallo!
Also mit NiHM Akkus ist das so eine Sache !
1. Die mögen hohe Entladeströme wie sie NC Akku verkraften
gar nicht.
2 . Die mögen die Kälte auch nicht.
3. Nach einer Hochstrom - Entladung müßen die erst mal
einige Stunden liegen und abkühel befor die ohne schaden
wieder geladen werden können.
Alles nicht so toll.

Mit den Lithium Akkus ist aber eine neue Bordelektronik
unerlässlich.
Sie haben eine erhelbliche Gefahrenquelle !
Es sind spezielle Ladeparameter einzuhalten.
Sie haben nur eine dünne Alluhaut und dürfen nicht beschädigt
werden. (In beiden fällen Explosionsgefaht)
Bei undkontrolierter Tiefentladung ( wie wir sie alle ab und zu
produzieren ) nimmt die Zelle einen unwiederbringlichen Schaden.
Soweit die Sicherheitshinweise !

Übrigens: bei Kokam aus Korea gibt es 100 AH Lithium Polimer
Akkus. Die sind bis kurzzeitig (15 sec, ) 800 AH belastbar.

Gruß Willi
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.172
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#4
Hallo Willi,

schau Dir mal die Daten der GP NiMH Batterien an:
http://www.gpina.com/pdf/1300FH-2.pdf
http://www.gpbatteries.com.hk/catalogues/NiMH_technical.pdf

In der Anwendung im Elektromobil will man ja Fahrzeiten von 1h und mehr errreichen deshalb wird normalerweise soviel Kapazität installiert dass selten eine Entladung über 1 C stattfindet. Diesen Strom können NiMH Batterien problemlos liefern. Die GP Zellen sind sogar teilweise bis 10C belastbar.

Die GP Zellen sind mit -20 Grad bei der Entladung spezifiziert. Da wir alle wissen, dass jede Batterietechnology bei niedrigen Temperaturen nicht die gewünschte Leistung bringt ist egal welcher Batterietyp verwendet wird dafür zu sorgen, dass die Temperaturen möglichst im Bereich um 20 Grad bleiben. Dies kann einmal durch entsprechend Vorheizung kombiniert mit einer Wärmeisolation realisiert werden.

Bezüglich der Lithiumbatterien ist als einziges zu beachten dass weder eine untere Spannungsgrenze unterschritten noch eine obere pro Zelle überschritten wird. Das Ladeverfahren ist dagegen einfacher als bei den meisten anderen Batteriearten. Bei TS Zellen soll eine Konstantstromladung mit 0.3C bis zu 4,25 V erfolgen und dann diese Spannung solange gehalten werden bis der Strom auf C/100 abgefallen ist. Einfacher gehts fast nicht mehr. Wichtig ist halt dass keine der zellen beim Laden 4,25 V überschreitet. Dies kann mit bereits hier diskutierten Spannungsbegrenzern problemlos sichergestellt werden. Das Ladegerät selbst muss nur eine IU-kennlinie ohne Temperaturkompensation bieten.

Bei Tiefentladungen nimmt jede Batterie einen gewissen Schaden. Insofern ist das nicht Neues. Bei mehr als 3-fach höherer Kapazität bei hohen Strömen und damit wesentlich grösserer Reichweite lässt sich eine Tiefentladung aber leichter vermeiden. Die Schutzelektronik muss die Unterschreitung der Spannungsuntergrenze zuverlässig vermeiden.

Die Nutzung von Lithiumbatterien in einem Elektrofahrzeug ist kein technisches Problem mehr sondern eher ein finanzielles.

Bezüglich Kokam muss ich sagen, dass diese Zellen noch extrem teuer sind und auch für den Privatmann kaum zu bekommen. Auch ist wie oben schon geschrieben bei einer für ein E-Fahzeug sinnvollen Reichweite eine Belastbarkeit weit über 1C hinaus wegen der hohen installierten Kapazität nicht weiter relevant.

Ein Beispiel für den EVT-4000. Für eine Reichweite von 100 km werden 14 90 Ah Zellen (50,4 V) installiert. Der Motor hat eine Nennleistung von 1,5 KW und eine Spitzenleistung von 2,8 KW. Bei Nutzung der Spitzenleistung fliesst ein Strom von etwa 56 A, mit sonstigen Verlusten vielleicht von 60 A. 60A sind aber nur 0.7C. Bei Nennleistung wird die Batterie aber nur mit 30 A belastet.

Gruß,
Emil
 

Willi Schmidt

Neues Mitglied
09.10.2006
14
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#5
Hallo Emil !
Die Belastbakeit von NiMH Akkus steht außer frage , insbesodenre dann, wenn es sich um Gepushte GP Zellen handelt. Da sind kurzzeitig schon mal 18 C möglich.
Kontronik (www.Kontronik.de) heit einen Wettbewebsmotor entwickelt, der bei
aus 18 Zellen kurzzeitig mal so bis max. 170 Ah zieht ( 10 Sek.).

Das Problem ist die sofortig Landung bei warmen Akkus.

ca. 100 EUR Akkuschrott habe da liegen und die sprechen Ihre eigene Sprache.

Gruß Willi
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.172
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#6
Hallo Willi,

die Batterien werden ja nur wegen des hohen Entladstroms so heiss. Wenn sie aber in einem EV betrieben werden dann dürfte der Entladestrom bei einer sinnvollen Kapazität nicht mehr als 1C - 2C betragen. Dabei werden sie nur lauwarm. Wenn man jetzt mit dem laden eine Stunde wartet dann dürfte das kein Problem sein.

Im Modellbau sieht es natürlich anders aus. Hier will man mehrmals hintereinander laden/entladen.

Davon abgesehen halte ich aber NiMH für ein EV nicht für eine Alternative. Erstens gewinnt man kaum beim Gewicht gegenüber Blei wenn man das Zusatzgewicht für die Zusammenschaltung vieler Zellen betrachtet. Und auch ist insgesamt der Preis nicht sehr attraktiv. Desweiteren haben auch in Serie geschaltete NiMH Batterien die unangenehme eigenschafft dass sie in der Spannung auseinanderdriften. Ich verwende schon seit ewigen zeit NiMH Akkus. Trotz hochwertigen ladegeräten mit Einzelzellenüberwachung habe ich es nie geschafft dass die Akkus wirklich solange halten wie angegeben. Ich schätze dass keine der Zellen 100 Zyklen überlebt hat.

Mein klarer Favorit für Antriebsbatterien für EVs sowohl vom Gewicht und vom Preis sind momentan die Lithium-Zellen von Thundersky. Hier ist ein weiterer link zu einem EV mit diesen Zellen: http://www.solarvan.co.uk/

Die LiPo-Zellen sind zwar vielversprechend aber noch viel zu teuer.

Gruß,
Emil
 
K

Klaus

Guest
#7
Hallo Emil,

weißt Du, welche Lebenserwartung LiPo-Zellen haben?
Wie sieht das mit dem Alterungsprozeß bei LiPo aus?

Gruß
Klaus aus dem Sauerland
 
K

Klaus

Guest
#9
Selbstentladung:

Sind 5% pro Monat tatsächlich gering?
Das würde dann ja bedeuten: 60% pro Jahr. Folglich hätte dann ein LiPo Akku selbst ohne Beanspruchung eine Lebenserwartung lediglich von ca. 20 Monaten, also geringfügig mehr als 1 1/2 Jahren, oder?
Wie wird das dann erst aussehen, bei mittlerer Beanspruchung in einem Fahrzeug?
Geht die Rechnung auf? Oder habe ich was übersehen?
Schade! Hätte so gerne auf diese Karte gesetzt.

Gruß
Klaus aus dem Sauerland
 
06.04.2006
208
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#10
Hallo Klaus,

Selbstentladung hat nichts mit der Lebensdauer zu tun.
Wenn Du eine Batterie mit 5%Selbstentladung / Monat hast, und wenn die vollgeladene Batterie im Winter 6 Monate abgeklemmt nur rumsteht, kannst Du sie danach wieder anschließt und direkt losfahren, dann hat sie aber nur noch 70%der Kapazität, 30% haben sich entladen. Nach dem Laden hat Sie aber wieder volle Kapazität. Oder Du lädst vor dem losfahren dann mußt Du keine leere Batterie aufladen sondern nur noch 30% nachladen bis die Batterie wieder voll ist.

Gruß Frank
 

Markus Borck

Neues Mitglied
07.04.2006
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#11
Noch ein paar Anmerkungen zu Selbstentladung und Kapazitätsverlust. Die sogenannte kalendarische Alterung von Li-Akkus ist allgemein ein Thema und ich bin der Meinung, dass es hier eben keine direkte Übertragbarkeit zwischen Li-basierenden Systemen und Nickel bzw. Blei-Systemen gibt.

Die Lithium-Techologie hat zwar keinen "Memory"-Effekt aber es ist eine Tatsache, dass ein Teil der Selbstentladung zum irreversiblen Kapazitätsverlust fürht. Wer hier testen will, der kann zur Beschleunigung des Effekts einfach einen voll geladenen Li-Akku (egal ob Li-Ion oder Li-Polymer) bei erhöhter Temperatur von 40 °C bis 50°C lagern und dann die Kapazität vorher und nachher vergleichen.
Natürlich ist es nicht so, dass man 1:1 rechnen kann. Günstig wirken sich auf jeden Fall tiefe Temperaturen (0 °C - 10°C) bei der Lagerung aus. Ebenso sollte bei längerer Nichtnutzung der Li-Akku nur teilgeladen sein (Leerlaufspannung unter 4V). Dies gilt auch für Mobiltelefone und Notebooks. Dann ist die Selbstentladung geringer (bezogen auf Nennkapazität). Bei der Behandlung kann sich die Kapazität sogar kurzfristig etwas erholen.

Die Zykelstabilität ist davon übrigens weitgehend unbeeinflusst, es kommt also nach einer längeren Lagerung nicht zu einem steilern Kapazitätsabfall.

Gruß,
Markus
 
K

Klaus

Guest
#12
Danke für die hilfreichen Infos!

Wo sind eigentlich weitere Informationen zu Li-basierenden Systemen zu
beziehen?
Ist z. B. bekannt, welche Faktoren zu diesem irreversiblen Kapazitätsverlust
führen?
Ein Faktor scheint hiernach die Lagerung bei hohen Temperaturen zu sein, was
zu Selbstentladungen führt, wenn ich es richtig verstehe. Gibt es weitere
bekannte Faktoren?

Viele Grüsse aus dem Sauerland,

Klaus
 

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