Mehr Leistung aus Elektroauto


S

Smickmi

Guest
#1
Hallo ich habe einen Tavria mit 14x 6Volt und 12 KW habe mir jetzt überlegt noch zwei Batterien einzubauen. Meine Motorsteuerung geht von 72 bis 140 Volt. Ist das Möglich oder zerstöre ich etwas? Habe ich dann mehr Leistung? Wer kann mir Infos geben bin neu in Sachen Elektroauto. Leider muß ich 5km Berg fahren bis ich Zuhause bin, in den letzten 2 KM Gehts leider nur noch mit 20-25 Km im zweiten Gang. Für die AKKUS ist das glaube ich auch nicht gut.
Danke für jede Antwort : Dimi
 
19.01.2004
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Krefeld
#2
Das erinnert mich fatal an meine 14 PS-Ente, die hatte dann im Schnitt am Berg max. 8 KW. Außer, dass die Ente wohl leichter war? Außerdem war die nun wirklich nicht berauschende Getriebeabstufung immerhin besser als bei einem Elektroauto? Ich stelle mir eine absinkende Drehzahl am Berg mit einem verlustreichen Elektromotor fatal vor... Wie mit der Ente auf den Gotthart nur im dritten Gang...
Also, wie ich mir das vorstelle, ist eine Batterie, die nicht in die Knie geht und ein Motor, der den Anstieg verkraftet, alles . Wenn dann noch ein paar Batterien dazukommen, steigt nur die Geschwindigkeit, nicht aber der Strom am Berg und, da die Quälerei dann deutlich kürzer ausfällt, sollte das Ganze dann auch gesünder für Fahrer, Beifahrerin, Motor und Batterie sein. Könnt Ihr mir da zustimmen?

Nebenüberlegung: woran kann ein E-Auto sterben?
1. zu hohe Spannung zerstört die Elektronik (liegt hier wohl nicht vor?
2. zu hoher Strom schädigt Motor und Batterien, ich hoffe der ist begrenzt?
3. Zu hohe Drehzahl zerlegt den Motor, niemals aber am Berg, sondern nur bei Rennen.
4. Hohe Spannung vermindert in jedem Fall für allen Beteiligten außer unter 1. die Zeit des Stresses und ich kann dann nur wünschen, dass die Freigabe für Punkt 1 erfüllt ist, und dann bitte, Vollgas den Berg hinauf!. Aber bitte, ich bin Newbie und da sollte sich noch jemand anderes zu äußern.

Bernd
 
G

Gunther Diehl

Guest
#3
Hallo Dimi,

ich denke, es kommt nicht nur auf die Motorsteuerung an. Für den Betrieb des Bordnetzes gibt es wohl einen Wandler, der aus dem "Fahrstrom" dann den "Bordstrom" macht. Bei meinem Kewet nennt sich das Teil DC-DC-Wandler. Dieser Wandler muß ebenfalls die höhere Spannung aushalten können.


Gruß
Gunther
 
K

Karl

Guest
#4
Hallo Dimi!

Das Hauptproblem bei der Aufrüstung ist die Zulassung! (Das wird sehr schwer!)Ohne Eintragung kein Versicherungsschutz!
Ich hatte mal einen Tavria- welche Steuerung ist in Deinem? Auch eine Curtis 1221R? Der Motor hat eine Nennleistung ( und damit Dauerleistung!) von 12 kW bei 84V. Bei 120 V könnte er etwas mehr als die doppelte Leistung abgeben, er wird dann natürlich relativ bald ordentlich warm! Achte auf einen funktionierenden Lüfter!
Der DC-DC Wandler muß angepasst werden, die Heizung brennt bei dieser Spannung nach kurzer Zeit durch ( auch doppelte Leistung!).
Die Fahrstöme steigen natürlich bei Volllast auch nochmal an ! Wenn es es der obige Curtis ist, sollte er aber 250 A aushalten.
Wenn du mit nur 12 kW max. fährst, sind die Ströme natürlich niedriger als jetzt und du schonst die Batterien. Du wirst dich also entscheiden müssen ob du den Berg mit Vmax rauffährst und die Batterien noch mehr belastest als jetzt oder genauso schnell wie jetzt und die Batterien dadurch schonst. Vernünftig wäre wohl wie (fast) immer der Kompromiß.
Sonnenelektrische Grüße
Karl

P.S. Ich habe noch Reifen auf Tavria Felgen übrig, falls du den Motor killst, ich habe auch dafür noch Ersatz
 
19.01.2004
188
9
Krefeld
#5
Kann man nicht den Curtis so anpassen, dass er nicht mehr Strom zulässt, als bisher? Sonst sehe ich tatsächlich eine große Durchbrenngefahr für den Motor. Hier stand einmal eine Beschreibung, da war von solch einem Strombegrenzungspoti die Rede. Wirbelströme spielen bei der geringeren Bergaufgeschwindigkeit eh keine Rolle mehr. Bei gleichem Strom und konstanter Temperaur bleiben die ohmschen Verluste konstant. Tatsächlich sinken sie aber, weil der Motor die "gefährliche" Bergstrecke schneller bewältigt und außerdem durch die höhere Drehzahl besser belüftet wird. Handelt es sich um einen Motor mit Bürsten, ist die Belastung durch Kommutationsfunken natürlich höher. Kollektorlose Motoren sollten die höhere Spannung bedenkenlos wegstecken können.
Klar, müssen die meisten anderen Verbraucher die richtige Spannung erhalten.
An dieser Stelle wäre zu überlegen, ob man wegen der Tüvzulassung nur dem Motor bei Bedarf die zusätzlichen Batterien "verpasst". Zusammen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung, damit MIT den Zusatzbatterien die zulässige Geschwindigkeit nicht überschritten werden kann. Ich habe einige Bekannte beim TÜV, und die sind keinesfalls alle verbohrt, sondern meist technisch sehr interessiert.
Wenn alles plausibel ist, ist man dort sicherlich für ein Gespräch, aber bitte vorher, offen. Wenn man die Zusatzbatterien getrennt überwacht und lädt, hätte ich keine Bedenken, diese bei Bedarf einfach in die Zuleitung zum Regler zwischenzuschalten, die gesamte übrige Elektrik aber unangetastet lassen. Ein Verkehrshindernis gerade am Berg ist schließlich kein erfreulicher Zustand, auch wenn ich das mit meiner Uralt 14 PS-Ente damals nicht so mitbekam.
Wer meint, dass die Zusatzbatterien immer im Verbund mit den anderen betrieben werden müssten, dem kann ich entgegenhalten, dass ja die kritischen Belastungszeiten am Berg kürzer ausfallen und dadurch auch die anderen Batterien geschont werden. Außerdem, es gibt immer wieder Batterien, die, obwohl gleichzeitig gekauft, schlechter sind. Diese würde ich für diesen Zweck verwenden. manche Ausgleichsladung kann dann entfallen.
Noch einmal zur Verdeutlichung meiner Argumente: Am Berg wird das Motordrehmoment praktisch nur von der Steigung bestimmt. Zu einem bestimmten Drehmoment gehört aber, unabhängig von der Spannung, immer ein bestimmter Strom.
Bei Normalbetrieb sollte aber IMMER auf die Normalspannung zurückgeschaltet werden. Gerade bei Teillast steigen sonst die Blindströme und Kommutierungsverluste , die durch das stärkere Takten des Curtiss verursacht werden, gerade im Motor an. Bei Vollast ist das nicht der Fall.
Eingelötete Sicherungen an allen Enden der Zuleitungen zum Kofferraum nicht vergessen! Auch ist darauf zu achten, dass die wahrscheinlich zwei langen Zuleitungskabel nahe beieinander, also induktionsarm wie beim twisted pair verlegt werden, damit eine evtl. auftretende Abschaltinduktionsspannung nicht den Regler zerstört. Dafür gibt es die kleinen blauen Blitzschutz-VDRs, meist von Siemens, die auch unsere Telefone und Computerüberspannungsschutzteile vor Schaden bewahren und die, im Gegensatz zu dem , was uns Aldi und andere für Überspannungssteckdosen abverlangen, selbst in der Conrad-Apotheke Pfennigsartikel sind.
 
K

Karl

Guest
#6
Hallo Bernd!

Du liegst sicher richtig- aber-
-das TÜV Problem ist nur dann wirklich gelöst, wenn die Motortemperatur überwacht wird und vor allem die Vmax!

sonnenelektrische Grüße

Karl
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
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Filderstadt
www.elweb.info
#7
Eine höhere Nennspannung, führt zu kleineren Strömen, bei gleicher Leistung, d.h. gleicher Geschwindigkeit, die Batterie wird langsamer entladen, die entnehmbare Batteriekapazität steigt > also alles deutliche Vorteile. Wer ein mini el von 36 auf 48 V umgebaut hat weiß was ich meine.

Alle Komponenten die an der Fahrspannung hängen müssen die höhere Spannung "aushalten", da wären die Motorsteuerung, das Ladegerät, der DC/DC (Bordnetzwandler) und die Heizung falls die auch von der Fahrbatterie gespeist werden. Man könnte auch Bastellösungen mit einem zweiten Lader für die Zusatzbatterie machen und auch nur die Motorsteuerung auf die höhere Spannung legen, aber das sind halt Bastellösungen...

Beim Motor muß man sehen ob er die höhere Spannung kommutieren kann. Er ist für eine bestimmte Spannung gebaut und mehr Spannung funktioniert nicht unbedingt. Jeder Motor hat gewisse Reserven die man ausnutzen kann, evtl auf Kosten der Lebensdauer. Hier müßte man den Motor mal ansehen. Die thermische Überwachung ist auf jeden Fall wichtig. Wenn man die höhere Spannung dazu nutzt mehr Leistung durch den Motor zu jagen wird der natürlich wärmer... d.h. ein Temperaturfühler am Ankerblech macht unbedingt Sinn.

Es käm also auf einen Versuch an, der aber bei richtiger Ausführung recht kostspielig ist. Für einen ersten Test müßte man zumindest die passende Motorsteuerung haben....

Grüße
Ralf
 
19.01.2004
188
9
Krefeld
#8
Stimmt, da muß man wohl noch mehr differenzieren: Bei konstantem Drehmoment ist der effektive Strom konstant, und damit auch die strombedingten Verluste. Das nur, wenn das Magnetfeld der Taktung folgen kann, eine Frage der Streufelder und der Blechung. Der arithmetisch, mit einem normalen Messinstrument gemessene Strom sinkt dann tatsächlich mit der Spannung bei gleichgebliebener Drehzahl und gleichem Drehmoment. Nochmals: die Wärmebelastung sinkt dabei trotz sinkendem Strommittel nicht! Effektivstrom ist die Wurzel aus der Summe der Quadrate der Stromintervalle (Effektivstromamperemeter, teuer).
Erst, wenn wir die höhere Spannung auch in höhere Geschwindigkeit umsetzen, erhalten wir einen Vorteil bei der Belastung. Also, soviel Spannung, wie möglich, ohne dass "Kollektorfeuern" einsetzt. Dann vor dem Berg Schwung nehmen und Vollgas hinauf! Aber nicht bei jedem Berg Vollgas. Nur, wenn der Berg es auch verdient hat. Also, nicht erst auf jedem Berg anfangen, voll zu beschleunigen, das wäre unnötige Belastung.
Mit der Spannung steigen auch andere Verluste: Wirbelstromverluste durch die Blechung und Blindstromverluste durch das Streufeld. Die Streufeldverluste werden aber wieder geringer, wenn man volle Geschwindigkeit fährt., und, teilweise auch der Blindstrom.
Merke: Ein doppelter Akku bei vollem Dampf, die bleiben Sieger in solchem Kampf.

Is schon schwör fürn Ingenieur.