Cyclon-E


04.09.2007
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#1
Cyclon-E

Bei einer Analyse der bestehenden Verkehrssituation ergibt sich, dass die Fahrzeuge durchschnittlich mit nur 1,2 Personen besetzt sind. Im Schnitt legt jedes Fahrzeug pro Jahr 10800 km zurück, also etwa 30 km pro Tag bzw. 50 km pro Arbeitstag. Daraus folgt:

- Etwa 75-80 % der Fahrten werden mit nur einer Person durchgeführt und gehen nur über 25-50 km pro Tag.
- Im Vergleich zu einem Fahrzeug für nur eine Person wären die Kosten pro gefahrenem km bei einem zweisitzigen Fahrzeug mindestens 50 % höher.
- Es dürfte fast unmöglich sein, ein Fahrzeug mit vertretbarem Aufwand für 100 % aller Mobilitätsbedürfnisse konstruieren zu können.

Geht man davon aus, dass sich ein einsitziges Leicht-Elektromobil (LEM) mit etwa 40 km Reichweite für etwa 10 Cent pro km betreiben lässt und vergleicht man die Werte mit einem zweisitzigen LEM (15 Cent) und einem viersitzigen Kleinwagen (20 Cent) so ergibt sich etwa folgende Rechnung:

10000 km/Jahr mit Kleinwagen: 2000 Euro
9500 km/Jahr mit zweisitzer-LEM: 1425 Euro
500 km/Jahr mit Kleinwagen im Car-Sharing (25 Ct/km): 125 Euro Summe: 1550 Euro (-450 Euro)
8000 km/Jahr mit Einsitzer-LEM: 800 Euro
2000 km/Jahr mit Kleinwagen im Car-Sharing (25 Ct/km): 500 Euro Summe: 1300 Euro (-250 Euro)
8000 km/Jahr mit Einsitzer-LEM: 800 Euro
1500 km/Jahr mit zweisitzer-LEM (Car-Sharing 20 Ct/km): 300 Euro
500 km/Jahr mit Kleinwagen im Car-Sharing (25 Ct/km): 125 Euro Summe: 1225 Euro (-75 Euro)

Der Kostenvorteil durch den Einsatz eines LEM und der weitere Vorteil durch das einsitzige Fahrzeug sind wohl unübersehbar. Außer den Kosten sprechen noch zwei weitere Argumente für die Konstruktion und Markteinführung eines entsprechenden Fahrzeuges:

- Entlastung des Straßenverkehrs. 30 km täglich bei 40 km/h ergibt etwa 3-4 % des gesamten Tages. Die restlichen 96 % der Zeit steht das Fahrzeug ungenutzt herum und nimmt Stellfläche weg. Das Argument für den Käufer ist, dass er leichter einen Parkplatz findet. Bei Überholmanövern ist ferner die geringere Breite des Fahrzeuges von Vorteil.
- Entlastung der Umwelt, da das Fahrzeug aufgrund seiner geringen Masse weniger Energie zum Fahren und für die Herstellung verbraucht.

Für die Fahrten, für die das einsitzige LEM bei 40 km Reichweite nicht geeignet ist bieten sich fünf verschiedene Lösungen an:

- Psychologischer Effekt. Die Einschränkungen des Fahrzeuges haben zur Folge, dass der Fahrer vor jeder Fahrt intensiver über Aufwand und Nutzen derselben nachdenkt und daher mehr unnötige Fahrten vermieden werden.
- Erweiterung des Fahrzeuges. Längere Strecken kann man mit Zwischenladen oder einem Stromaggregat welches während der Fahrt lädt überbrücken. Für Fahrten mit größerer Zuladung oder bis zu drei Personen könnte ein Anhänger verwendet werden. Da der Anhänger weder über einen Antrieb noch über weitere Batterien verfügt, würde natürlich die Reichweite und Höchstgeschwindigkeit entsprechend eingeschränkt.
- Zweitwagen. Zwar sind die Kosten pro gefahrenem km durch den Fixkosten-Anteil höher, wenn das Fahrzeug weniger bewegt wird, aber der Einsparungseffekt überwiegt dennoch. Der Zweitwagen könnte sogar noch seine Funktion als Statussymbol wahrnehmen.
- Mietwagen oder Car-Sharing. Hiermit wird der Fixkostenanteil der Fahrzeuge auf mehrere Personen (etwa fünf) verteilt und somit gesenkt. Leider ist dieser Service noch nicht überall zugänglich.
- Öffentliche Verkehrsmittel.

Die bereits bestehenden LEM-Konzepte haben alle ihre Schwachstellen. Meist ist es der, durch die geringen Serienstückzahlen verursachte, hohe Anschaffungspreis der nicht genügend Abstand zu einem „richtigen“ Kleinwagen aufweist. Das City-el ist mit 125 kg Zuladung als Einsitzer eigentlich zu groß geraten, der SAM ist nur unwesentlich günstiger als ein Smart und bei der Konstruktion des Twike wurde nicht an eine spätere Serienproduktion und damit an Kostenoptimierung gedacht. Die Elektro-Version des ScootCar ist sogar noch teurer als ein Smart und bei den Benzin-Versionen sind die Angaben über den Treibstoffverbrauch kaum nachprüfbar und die Lärm-Emission unverhältnismäßig hoch.

Unser Konzept-Car mit dem Arbeitstitel „Cyclon-E“ könnte man in der Kurzfassung als

einsitziges billig-Twike

bezeichnen. Das das Fahrzeug einsitzig wird ergibt sich aus der obigen Argumentation, billig steht für Kostenoptimierung und das Twike ist ein parallel-hybrid mit Elektromotor und Pedal-Unterstützung. Im Vergleich zum Twike, welches ja auch noch kostenoptimiert werden könnte, ergeben sich zwei weitere Vorteile. Zum einen ist das Fahrzeug leicht genug, um es als Einzelperson notfalls nur mit der Pedalanlage zu bewegen. Ein liegen bleiben infolge ausgefallener Lademöglichkeiten oder defekter Batterien ist somit ausgeschlossen. Zum anderen sind infolge des geringeren Energieverbrauches auch die Ladezeiten viel kürzer. Während das Twike mit etwa 60 km pro Stunde geladen werden kann sind beim Cyclon-E bis zu 120 km pro Stunde denkbar. Auf Langstreckenfahrten würden die Ladezeiten somit nur noch etwa ein Drittel der Fahrzeiten ausmachen. Das Argument „zu geringe Reichweite“ wäre somit entkräftet. Mit Lithium-Akkus könnte man 100-200 km Reichweite erzielen so dass nach 2,5-5 Stunden Fahrt nur eine Ladepause von 50-100 Minuten nötig wäre. Hier nun die konzeptionellen Einzelheiten:

Höchstgeschwindigkeit
Eine größere Höchstgeschwindigkeit kann infolge von Geschwindigkeits-Begrenzungen und überlasteten Straßen nur teilweise ausgenutzt werden. Da jedoch das gesamte Fahrzeug auf die maximale Belastung ausgelegt werden muss, steigt der Aufwand je km entsprechend an. Rechnet man pro Stunde eingesparter Zeit durch schnelleres Fahren 15 Euro als „Freizeitwert“ an, so liegt die sinnvolle Höchstgeschwindigkeit zwischen 65 und 95 km/h. Das Fahrzeug braucht auf jeden Fall eine Autobahnzulassung, da sonst die Strecken um etwa 10 % länger werden. Eine Geschwindigkeit über 100 km/h kann nur selten ausgenutzt werden und rechtfertigt den Aufwand und die Verkehrsgefährdung die dadurch entsteht in keiner Weise. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h wäre das Cyclon-E ausreichend ausgestattet.

Zuladung
Normalerweise rechnet man pro Person etwa 75 kg Zuladung ein. Bei einem Einsitzer müssen jedoch noch überdurchschnittliche Personen und Gepäck berücksichtigt werden, so dass die Zuladung mindestens 95 kg betragen sollte. Ein Stromaggregat für Langstrecken würde etwa 15 kg wiegen und die Zuladung entsprechend verringern. Von dem Fahrzeug könnten insgesamt drei verschiedene Basis-Versionen gebaut werden. Die erste (Light-) Version als reines Fahrrad (ggf. mit Hilfsmotor), die zweite (Basic-) Version mit 200 kg zulässigem Gesamtgewicht und die dritte (Heavy-) Version mit im sinnvollen Rahmen und den Möglichkeiten der Grundkonstruktion ausgebauter Zuladung und entsprechend höherem Gesamtgewicht (250-300 kg).

Reichweite
Vergleicht man die Gewichte mit dem Twike, so ergibt sich etwa ein Stromverbrauch von 20 Wattstunden pro km ab Batterie (C1). Mit einer Banner-GiS-Batterie lassen sich bei 30 Wh/kg und 30 kg Batterie etwa 45 km Reichweite erzielen. Wenn man sich die Einsatzgebiete des Fahrzeuges ansieht so sollte nicht die unter optimalen Bedingungen erzielbare Maximalreichweite sondern die unter ungünstigen Bedingungen erzielte Mindestreichweite ausschlaggebend sein. Durch Unterstützung mit der Pedalanlage und eine Reduzierung der Durchschnittsgeschwindigkeit lässt sich eine Reichweite von 40 km auch unter ungünstigen Bedingungen garantieren. Immerhin ließe sich diese Distanz in drei bis vier Stunden auch nur mit der Pedalanlage überbrücken. Mit einer Lithium-Batterie mit 150 Wh/kg wären 225 km Reichweite möglich. Allerdings würde das bedeuten, dass die Batterie bei 2000 Ladezyklen eine Lebensdauer von 450000 km hätte. Bei 8000 km pro Jahr wären das über 50 Jahre!

Abmessungen
Für die maximale Länge des Fahrzeuges gibt es zwei wichtige Eckdaten. 270 cm ist die lichte Breite eines Eisenbahnwaggons. Um das Fahrzeug für längere Strecken im Fahrradabteil einer Bahn unterbringen zu können müsste es entsprechend kürzer sein. 250 cm ist die maximale Breite eines Fahrzeuges und somit auch die maximale Länge um es querparken zu können. Eine Innenraum-Länge von 190 cm oder mehr wäre wünschenswert um im Fahrzeug eine Schlafmöglichkeit für mehrtätige Langstreckenfahrten einzurichten. Die Fahrzeugbreite sollte wegen der bereits angesprochenen Überhol-Vorgänge und dem Stellplatz-Bedarf so gering wie möglich ausfallen (etwa 90-95 cm). Um dennoch eine ausreichende Fahrstabilität zu erzielen könnte eine Kurven-Neige-Technik verwendet werden. Das Fahrzeug würde sich, ähnlich einem Motorrad, in die Kurve legen und die entstehenden Fliehkräfte besser verteilen. Das sieht nicht nur eleganter aus, es ist auch wesentlich verkehrssicherer. Die Höhe sollte etwa 120 cm betragen. Hier stehen sich Seitenwind-Empfindlichkeit und Verkehrsübersicht entgegen.

Materialien
Als Ausgangsmaterial könnte geschäumtes Aluminium verwendet werden. Hierbei wird ein Aluminium-Granulat zwischen zwei Bleche gepackt und das Ganze gewalzt. Durch den hohen Walzdruck verbinden sich Granulat und Bleche miteinander und das Produkt kann wie jedes normale Blech weiter verarbeitet werden. Beim Erhitzen der fertigen Werkstücke im Ofen wird das Aluminium weich und die im Granulat eingeschlossenen Gase schäumen beim Ausdehnen das Material auf 1-2 cm auf. Die entstehende Struktur ist der von Vogelknochen ähnlich und erreicht fast die Stabilität einer massiven Metallplatte der selben Dicke bei entsprechend geringem Gewicht. Für die Türen könnte man einen Alu-Rohr-Rahmen (ggf. auch geschäumtes Aluminium), eine transparente Kunststoffplatte und dünnes Verbundglas (wie beim 3l-Lupo) für die Scheibe verwenden. Die Frontabdeckung besteht ebenfalls aus transparentem Kunststoff mit eingesetzter Verbundglas-Scheibe ähnlich wie beim City-el.

Basisdaten
Der Motor müsste etwa 1600 Watt leisten um eine Geschwindigkeit von 70 km/h bei 200 kg Gesamtgewicht zu erreichen. Ein Mensch kann 100-150 Watt Dauerleistung über die Pedale beisteuern was etwa 10-20 % des Energieverbrauches deckt und für bis zu 25 km/h auf ebener Strecke ausreicht. Die Batterie hätte etwa 900 Wh und die Kernladezeit würde bei 220V/16A-Steckdosen knapp 20 Minuten betragen. Der Energieverbrauch ab Steckdose läge bei etwa 3 kWh je 100 km. Der Grundpreis sollte 5000 Euro nicht übersteigen.

Grundkonstruktion
Die Karosserie besteht aus drei Teilen (vordere und hintere Unterseite und Oberseite mit Dach und Überrollbügel). Die beiden Vorderräder sind angetrieben, das Hinterrad ist lenkbar. Zum Steuern wird ein mechanischer Lenkhebel wie beim Twike verwendet, der jedoch in der Ausgangsposition bereits nach links und vorne nach oben geneigt ist um eine Berührung mit den Beinen beim Trampeln zu vermeiden. Links vom Sitz befindet sich die Feststellbremse, vorne rechts von den Pedalen ist noch ein Bremspedal (wie beim Twike-easy) montiert damit der Fahrer nicht immer die Füße auf den Pedalen mit der Rücktrittbremse lassen muss. Die vordere Abdeckung wird mit der vorderen und oberen Karosserie verschraubt, der Scheibenwischermotor befindet sich oben und ist mit einem Hebel zur manuellen Betätigung ausgestattet. Die linke Tür kann durch Schieben nach hinten geöffnet werden, die rechte Tür kann nur ganz herausgenommen werden (etwa wenn das Fahrzeug nach einem Unfall auf der linken Seite liegt). Batterien und Ladegerät sowie der außenliegende Platz für das Stromaggregat befinden sich vorne nahe am Antrieb (kurze Kabelverbindungen). Hinter dem Sitz und über dem Hinterrad befindet sich der größte Stauraum.

Konstruktive Details
Die beiden 12V-Batterien werden seitlich von der Sitzschiene knapp hinter dem Raum für die Pedale montiert. Sie besitzen Batteriepulser, eine 12V-Batterieheizung und eine thermische Isolierung aus Schwamm und Luftpolsterfolie die auch ein Auslaufen der Batteriesäure verhindern soll. In jedem Batteriestopfen ist ein Sensor montiert, der mit einem Lichtstrahl die unterschiedliche Lichtbrechung der Säure je nach Dichte bestimmt und somit einen Rückschluss auf den Ladezustand und eine Kontrolle des Säurestandes ermöglicht. Ein automatisches Wassernachfüll-System wäre ebenfalls denkbar.

Das Ladegerät sollte bis zu 3600 Watt ab Steckdose entnehmen können und in der maximalen Stromaufnahme regelbar sein um auch bei geringer abgesicherten Steckdosen laden zu können. Das Schnell-Laden sollte nur auf Langstreckentouren verwendet werden. Ein „Intelligentes Laden“ wäre möglich. Hierbei ermittelt der Bordcomputer (ein handelsüblicher Pocket-PC oder Palmtop) aus der noch zu fahrenden Reichweite und der zur Verfügung stehenden Ladezeit den nötigen Ladestrom.

Für die Beleuchtung sollte stromsparende Leuchtdioden-Technik verwendet werden. Das Fahrzeug dürfte infolge seiner geringen Breite mit nur einem Scheinwerfer und Rücklicht auskommen. Ein adaptiver Scheinwerfer welcher dem Kurvenverlauf folgt und den Lichtkegel bei Kurven- oder Ortschaftsdurchfahrten verkürzt und verbreitert wäre auch sinnvoll.

Vorne am Fahrzeug befindet sich eine Art Pfeife welche durch den Fahrtwind ein deutliches, jedoch nicht belästigendes Fahrgeräusch verursacht damit das Fahrzeug nicht überhört wird.

Die unteren Teile der Türen sind transparent um einen prüfenden Blick auf den Zustand des Straßenbelages zu ermöglichen.

Der Sitz kann komplett nach vorne geschoben und in eine waagerechte Position gekippt werden. Durch eine speziell angepasste „Luftmatratze“ die seitlich am Fahrzeugrahmen eingehakt wird und einen Sichtschutz-Vorhang für Front- und Seitenscheiben entsteht im Fahrzeug ein Schlafplatz.

Am Lenkhebel befinden sich die stufenlosen Beschleunigungs- und Rekuperations-Hebel, der Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker), der Auslöser für den Tempomat und die Schalter für Hupe, Fernlicht/Lichthupe und Scheibenwischer. Schalter für Licht, Nebelschlussleuchte und Scheibenlüfter sowie die asymmetrische Gangschaltung für die Pedale befinden sich am Feststellbremshebel links. Der Hebel hat drei Einstellungen. Für die Feststellbremse befindet sich hinten außen am Fahrzeug ein weiterer Hebel mit Griff der nur in der mittleren Position des inneren Hebels die Vorderradbremse auslöst und so ein rangieren des Fahrzeuges per Hand ermöglicht. In der flach nach unten gedrückten Position ist die Bremse festgezogen und ein bequemes Aussteigen wird ermöglicht. Die Gangschaltung hat in den kleineren Gängen geringere Unterschiede um eine Fortbewegung bei ausgefallenen Batterien zu ermöglichen. In den höheren Gängen sind die Abstände größer um ein Mittrampeln bis 70 km/h zu ermöglichen. Der Hebel für die Vorwärts/Rückwärts-Umschaltung, der Hauptschalter (Zündschloss), der Not-Aus-Schalter und der Schalter für die Warnblinkanlage sind rechts unten in einer Extra-Armatur untergebracht. Die Anzeigen für Geschwindigkeit, Batteriespannung, Fahrstrom und Batteriekapazität sowie die einzelnen Leuchten für Licht, Heizung etc. sind in einer Armatur befestigt, die an einer beliebigen Stelle befestigt werden kann. Der optionale Bordcomputer ermöglicht weitere Anzeigemöglichkeiten und eine detaillierte Reichweiten-Kalkulation. Mit einer Satteliten-Navigations-Antenne und einem Mobiltelefon sind Routenplanung, Telefonieren über Freisprecheinrichtung und Internet-Zugang möglich.

Auf dem Fahrzeugdach kann eine Photovoltaik-Anlage montiert werden. Diese wäre während der Fahrt flach und könnte im Stand aufgerichtet und mit Hilfe von drei Drahtseilzügen und einem Fotosensor der Sonne nachgeführt werden. Eine zusätzliche kleine Windkraftanlage könnte ebenfalls verwendet werden. So kämen etwa 70-80 % des jährlichen Gesamtenergieverbrauches zusammen und das Fahrzeug könnte auch von Leuten verwendet werden, die an ihrer Wohnung keine Lademöglichkeit besitzen.

Als Stromaggregat könnte ein EX7 oder EU10i von Honda verwendet werden. Mit 12 bzw. 13 kg bei 600 bzw. 900 Watt Dauerleistung und möglichem Gasbetrieb sind diese Aggregate bestens geeignet. Man würde jeweils so fahren, dass die Batterien nach viereinhalb Stunden leer sind und dann eine halbe Stunde Pause zum Laden der Batterien und Nachfüllen von Benzin bzw. Gas einkalkulieren. So wären 240-280 km innerhalb von fünf Stunden zu bewältigen und eine Tages-Gesamt-Reichweite von bis zu 850 km realisierbar. Der Gesamtpreis für ein Aggregat mit Anschluss dürfte 1000-1500 Euro betragen.

Der Anhänger wäre etwas breiter als das Fahrzeug (130 cm) und hätte 250 kg zulässiges Gesamtgewicht. Die hochklappbare Sitzbank für zwei Personen wäre entgegen der Fahrtrichtung angeordnet, die untere Heckklappe mit Rücklichtern und Nummernschild würde auch als Rampe fungieren und die obere, halbrunde Heckklappe könnte einfach nach oben geschwenkt werden. Eine Verlängerung des Anhängers nach hinten und eine Abdeckung der offenen Klappe durch Zeltplane ermöglichen zwei weitere Schlafplätze mit Hilfe einer weiteren Luftmatratze. Die Zuladung des Anhängers dürfte etwa 180 kg betragen und die Reichweite auf knapp 25 km und die Höchstgeschwindigkeit auf 45 km/h beschränken. So müsste auch das Fahrwerk des Anhängers nur für 45 km/h ausgelegt sein. Der Grundpreis für den Anhänger sollte unter 1500 Euro liegen.

Von dem Fahrzeug würde es insgesamt 14 verschiedene Versionen geben. Die Light-Version mit und ohne Hilfsmotor und die Basic- und Heavy-Versionen jeweils mit 25, 45 oder 70 km/h Höchstgeschwindigkeit (Mofa/Moped/PKW) und wahlweise mit oder ohne Fahrrad-Pedalanlage.

(c) 2002 Natascha Marion "SternFuchs" Schlüter
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
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#2
Hallo "SternFuchs"!?

Alle Achtung, hast Du Dir das alles alleine ausgedacht? Kompliment!

"Unser Konzept-Car..." Wer ist mit "Unser" gemeint (*neugier*).

MfG M"R"R
 
B

Bernd Degwer

Guest
#3
Hallo "Sternfuchs",

na da soll nochmal jemand sagen, hier werden keine ganzheitliche Betrachtungen gemacht. Danke für Deine Ausführungen!
Ein paar Fragen habe ich aber auch zu Deinem Bericht:
1. Woher hast Du die Zahlen für die Fahrzeugbewegungen bzw. die Personenzahlen?
2. Auch würde mich die Quelle für die Kosten je Fahrzeugtyp interessieren.
3. Wer arbeitet da denn mit Dir an einem neuen Fahrzeugkonzept?? Gibt es da in Deutschland einen "Arbeitskreis" oder ein tatsächliches wirtschaftlich denkendes Entwicklungsinstitut? (gar für ein Automobilkonzern??? )


Gruß
Bernd Degwer
www.degwer.de
 
04.09.2007
115
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#4
Das mit dem "unser" ist ein alter psychologischer Trick um vorzugaukeln, dass man mit seinen verrückten Ideen nicht allein dasteht ;-) Ich habe die Idee zwar schon mit einigen Leuten aus der Szene andiskutiert, aber leider ohne wesentliche Ergebnisse :-(

MfG
SternFuchs
 
04.09.2007
115
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#5
Zu Frage 1:
Aus der Bild-Zeitung. Die 50 Mio PKW und 540 Mrd. km sind für das Jahr 2000.
Zu Frage 2:
Teilweise aus einem Bericht in einer Auto-Zeitschrift. Dort wurde damals recht aufwendig rekonstruiert, wieviel Pfennig je km für die verschiedenen weit verbreiteten PKW zusammenkommen (Anschaffungskosten, Treibstoff, Steuer, Versicherung und geschätzter Reparaturaufwand). Der Twingo war damals mit 41 Pfennig je km das günstigste Fahrzeug in der Statistik. Da man die Kosten für Versicherung und Reparaturen nur schwer schätzen kann und sie nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ausmachen, habe ich sie bei den anderen Fahrzeugen anteilsmässig berechnet und mich nur auf die Anschaffungskosten (150000km Lebensdauer) und die jeweiligen Kosten für Batterieabnutzung und Energie konzentriert. Ich habe dabei wie Mr. Spock versucht, möglichst genau zu schätzen (in der Hoffnung, dass sich die Leute bei meinen Schätzungen auch wohler fühlen als bei den Berechnungen der Automobilindustrie ;-) ).
Zu Frage 3:
Momentan nur meine imaginären Freunde hier aus der Anstalt ;-), aber das kann sich ja noch ändern.

MfG
Natascha Schlüter
 
R

Roland H.

Guest
#6
Hallo Natascha,
super Konzeptvorschlag!
Man merkt, dass hier viel Erfahrung vorhanden ist.
Der Unterschied zwischen Flop und Erfolg wird nur durch die
richtige Mischung der Anforderungen festgelegt.

Ich habe noch ein paar mehr oder weniger qualifizierte Anregungen:

* eine Anforderung sollte definitiv auch die praktische
Realisierbarkeit sein. Das heisst technisch ist sehr viel
moeglich. Praktisch brauchst Du entweder sehr viel
Startkapital (frag mal die SwissLem) oder ein Konzept, das
sich mit einfacheren Technischen Moeglichkeiten realisieren
laesst.

* Zuladung: Also ich wiege ca: 98 Kilo, das heisst ich darf mit
dem Ding nicht fahren. Ganz zu schweigen von
irgendwelchen Einkaeufen, die ich eigentlich auch noch
mitnehmen sollte. Ich weiss zwar nicht wie die Statistik
bezueglich der Gewichtsverteilung in Europa aussieht, aber
ich denke Du wuerdest die Zielgruppe schon zu sehr
einschraenken.
Ich halte ca. 130kg Zuladung schon fuer
erfolgsversprechender.

* ich denke das Allewedder kommt dem was Dir vorschwebt
schon recht nahe. Allerdings bei der Endgeschwindigkeit und
dem Wetterschutz fehlt noch ein bischen was. Es beweist
aber, dass es mit relativ einfacher Technik praktisch moeglich
sein sollte Dein Conzept zu realisieren.

Es wuerde mich freuen, wenn wir diesen Ansatz weiter entwickeln koennten (Weiter als eine Wunschzettelsammulung a la OSCar). Ich denke in diesem Forum sind eine Menge sehr kompetenter Leute. Die Frage ist wie bekommt man die zusammen und wie verfolgt man diesen Ansatz weiter?

Viele Gruesse
Roland
 
B

bodo

Guest
#7
Hi!
Bei Aerorider (Optima Tochterfirma NL) wird auch grad an einem passenden E-Motor gebastelt! Das ganze soll Mopped-Zulassung bekommen (45km/h)! (www.aerorider.com)
Wir von der AKASOL Darmstadt wollen das ganze etwas Massentauglicher auf die Beine stellen. Aber die Anforderungen entsperchen den genannten in vielen Punkten.
Wir könnten übrigens durchaus noch Unterstützung gebrauchen.
Gruss,
bodo
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
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#8
Eieiei...
bei AKASOL tut sich ja doch noch etwas (im Gegensatz zu den Webseiten)! Ich habe mehrfach meine Hilfe angeboten aber keine Reaktion erhalten. Ich bin absoluter AKABINE-Fan! ;-)
Welche Art Unterstützung wird gesucht?
MfG Michael R.
 

John

Neues Mitglied
14.04.2006
42
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#9
Hallo

Ja klar für unterstützung bin ich auch immer zu habe.
Denke mal das ich schon etwas Fachwissen habe *g*

Gruss John
 
R

Roland H.

Guest
#10
Ja, prima, ich bin sehr interessiert bei Euch mitzuarbeiten.
Allerdings wohne ich in Sueddeutschland in der Naehe von
Tuebingen. Und das ist doch ein bisschen weit nach Darmstadt.
Sollen wir hier eine Aussenstelle aufmachen? :)

Gruss
Roland
 
04.09.2007
115
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#11
Hallo!
Freut mich zu hören, das das supercoole Akabine-Projekt doch nicht so tot ist, wie man es anhand der Homepage vermutet hatte. Die Akabine ist nämlich meiner Meinung nach der Smart, wie er hätte sein sollen :) Wenn Ihr auch vorhabt, einen seriellen Hybrid daraus zu machen, werde ich meine Erfahrungen vom Twike gern beisteuern.

Ich wünsche Euch allzeit viel Erfolg!
SternFuchs
 
W

Werner Weiß

Guest
#13
bei der HP von dir ist die akabine sehr gut beschrieben *bin echt begeistert* nur kann er schon käuflich erworden werden und den preis dazu fehlt noch *wird eh hoch sein*.
zu natascha
ich find es sehr schade, dass der smart nicht in e- version rausgekommen ist! anstatt dessen kommt so ein gravierender "säufer" raus. die ersten modelle saufen wirklich 8 liter!!! bei dem gewicht und Cw- wert sind das wahnsinnswerte.
und im allgemeinen
das könnte eine konkurenz zum city-com werden!
euer el- flitzer weiss:D
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
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#14
Werner Weiß schrieb:

[...]
ich find es sehr schade, dass der smart nicht in e- version
rausgekommen ist! anstatt dessen kommt so ein gravierender
"säufer" raus. die ersten modelle saufen wirklich 8 liter!!!
bei dem gewicht und Cw- wert sind das wahnsinnswerte.
und im allgemeinen
das könnte eine konkurenz zum city-com werden!
euer el- flitzer weiss:D
In den USA wirds den Smart demnächst als EMobil geben, wenn auch vorerst "nur" in einem Carsharing-System:

http://www.emotionmobility.com

In Deutschland hat man an so etwas natürlich kein Interesse, hier werden weiter nur Benzinfresser angeboten und die "Irgendwann kommt sie und dann wird alles gut"-Brennstoffzelle in immer neue Prototypen verbaut.
wtnd_60.gif


Mich würde aber auch interessieren wie weit die Akabine noch von einer möglichen Serienfertigung entfernt ist, ist da schon irgendetwas angedacht?

Gruß Jens
 
B

bodo

Guest
#15
Hi an alle!
Also ich arbeite nicht direkt an der AKABINE mit! Ich bin nur in der AKASOL und an der Entwicklung eines neuen Elektro-Tret-Hybridfahrzeugs für eine Person, FUN-E genannt, beteiligt. Ich denke aber, dass es bei der AKABINE weitergeht. Für spezielle Infos die AKABINE betreffend fragt am besten unter www.onelitercar.de nach. Ich weiss nicht wieviel ich ausplaudern darf! :eek:) Soviel weiss ich aber auch nicht darüber.
Gruss,
bodo
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
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#16
Hallo W.W.

die OneLiterCar-Internetpräsentation ist nicht von mir, sondern von http://www.wilde47.de aus Darmstadt, damit keine Misverständnisse aufkommen. Aber ich muss sagen, dass mir diese Präsentation auch ausgesprochen gut gefällt.

MfG M"R"R
 
B

Bernhard Heitsch

Guest
#17
Hallo Natascha,

bleib standhaft bei deinem Wunsch, eine Autobahnzulassung für dein Fahzeug zu bekommen, sonst wird die Attraktivität für Großstädte deutlich geringer.

Für meine Strecken hier in Hamburg kann ich sagen, dass deine 10% Angabe weitaus zu wenig ist. Ich habe die A7 direkt vor der Tür und fahre eben auf dieser häufig durch den Elbtunnel auf die andere Elbseite. Wenn ich dafür die Elbbrücken nutzen müßte, würde ich nahezu doppelt so weit fahren und dabei noch die halbe City durchqueren. Das alleine macht für mich schon die Nutzung eines City-el kaum möglich.

Grüße aus Hamburg, Bernhard
 
R

Roland H.

Guest
#18
Hallo SternFuchs,
natuerlich wird man fuer ein Allewedder nie eine Autobahnzulassung bekommen. Was ich aber fuer sehr wahrscheinlich halte ist, dass man mit aehnlicher Technik
ein Autobahnzulassungsfaehiges Fahrzeug mit relativ wenig aufwand hinkriegt.

Was meine ich mit aehnlicher Technik.
Im wesentlichen hat das Allewedder eine selbsttragende Aluminiumblechkarosserie, die mit einfachen Popnieten zusammengenietet ist.
Dabei wurde die Aussenform so gewaehlt, dass man nicht unbedingt eine Millionenteure Tiefziehpresse benoetigt sondern durch Zuschnitt und biegung normaler Bleche eine Fahrzeugform aufbaut. Natuerlich muss das ein oder andere Blech rechtwinklig abgekanted werden, allerdings hat jeder Flaschner eine Abkanntbank.

Rundungen wie die Nase, die eigentlich tiefgezogen werden muessten werden einfach aus GFK geformt,
was mit einfachen Kunstoffformen auch nicht viel Aufwand erfordert.

Das heisst ein Aehnlicher Aufbau mit verstaerktem Fahrwerk, Raeder und Bremse sollte mit relativ einfachen mitteln zu realizieren sein.

Zum Thema Neigetechnik habe ich auch noch eine Bemerkung.
Dies ist relativ Aufwaendig wenn Du vorne 2 und hinten ein Rad hast, da die raeder kleichzeitig lenken und neigen muessen
(siehe Tripendo, oder so aehnlich)

AAABEEER: Wenn Du wirklich Neigetechnik hast kannst Du ohne Probleme auch hinten 2 und vorne 1 Rad realizieren da das Kurvenstabilitaetsproblem ja durch die Neigetechnik gut
geloest ist. Allerdings waehren in diesem Fall Radnabenmotoren
wahrscheinlich einfacher als ein Zentraler mit differential.
Die hinten 2 und vorne 1 Anordnung wuerde sich auch sehr positiv auf die Lademoeglichkeit und den Luftwiederstand auswirken.
Ausserdem waehre der Spassfaktor mit Neigetechnik noch hoeher als bei einem Twike heute schon.

Sonnige Gruesse
Roland
 
04.09.2007
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#19
Hallo Bodo,
was soll denn das FUN-E für Werte haben und wo gibt es genauere Informationen darüber? Wäre das gute Stück nicht so teuer, dann würde ich mir ein Go-One für Langstreckentouren zulegen! 40km/h Durchschnitt ohne Sorgen mit Lademöglichkeiten, da komme ich mit meinem Hybrid-Twike oder anderen Konzepten kaum mit.
Gruss
Natascha "SternFuchs" Schlüter
 
B

bodo

Guest
#20
Hi!
Wir bauen grad eine neue homepage für die AKASOL, in der dann auch die Anforderungen und ersten Modelle des FUN-E vorkommen.
Gruss,
bodo
 

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