Am Rande: Ladegeräte, Akkus und unnötigste deutsche Möbelstück

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Ich bekomme hier alle möglichen elektronischen Geräte zur Reparatur. Ich brauche schon gar nicht mehr hinzugucken, in 60% der Fälle liegt es an fehlerhaften Kondensatoren in den Schaltnetzteilen, die ihre Kapatität verlieren und dann platzen. Oder sie bringen die Regelung durcheinander. Nur wenige Kondensatorhersteller besitzen noch die Technik, impulsfeste Kondensatoren herzustellen , die auch wenigstens ein Jahrzehnt durchhalten. Ich habe hier einen ganzen Stapel PC-Schaltnetzteile, die ca 4 Jahre alt sind, dort hatte man kurzentschlossen alle Ladekondensatoren auf der Sekundärseite komplett weggelassen und die Siebung den motherboards überlassen, weil es damals keine haltbaren Kondensatoren mehr gab..Die motherboards hatten aber die gleichen Kondensatoren. Massenweise Ausfälle. Bei irgendwelchen beliebigen Elektogeräten, Fernsehern und Ladegeräten, überall das selbe Bild. Bei den großen Kondensatoren der Ladegeräte ist die Explosionswirkung oft so heftig, dass allein schon durch die Explosoionswirkung Sekundärschäden entstehen, abgesehen duch den Flammenbogen, der auch oft dabei entsteht. Es empfiehlt sich, bei vielen Modellen diese Kondensatoren vorsorglich auszutauschen.
Hervorgerufen wurden viele der Schäden durch eine einzige taiwanesische Firma, die Elektrolytflüssigkeit wohl nicht in der Küche, sondern am Schreibtisch gekocht hatte. Jede Klitsche konnte damit an die Spitze der Kondensatorenfront katapultiert werden. Auch namhafte Hersteller beugten sich dem Konkurrenzdruck,

Die Flüssigkeit erfüllte alle Haltbarkeitsnormen, aber für nicht viel länger als ein Jahr. In China ist dann die Garantie abgelaufen. Es gibt noch viele andere Gebiete, bei denen man bezüglich der Haltbarkeitsprüfung Einsteinscher Zeitkompression bedürfte. So bei Atomkraftwerken und bei Batterien. Der weltgrößte Hersteller für Straßenbahnen, hier in Düsseldorf, schloss seine Tore, für immer. Abenteuerliche Bremsen und am Schreibtisch zusammengestellte Konstruktionsteile. Prüfung erst beim Kunden. Wir kennen das Problem, Donnerhimmel noch mal. Selbst bei Waffentests ist das nicht mehr anders. Man probierts mal. Hinterher erst weiß man, was beim Designkrieg vom Schreibtisch aus herausgekommen ist.

Sollte Herr Messmer letztlich gar keinen Schreibtisch besitzen? Diese Möbelstücke taugen nichts.
Bei den Banken kann man in nur auf dem Schreibtisch existierende Firmen investieren, das gleiche Bild. Viel Einsatz, nach einem Jahr nur Schaden. Derivate und neuer Markt-fonds. Noch schlimmer: Heuschreckenfonds.
In der Wirtschaft rationalisierten Unternehmensberaterfirmen die Entwicklungsabteilungen weg, weil sie auf dem Schreibtisch kein Geld brachten.
Die potentiellen Entwickler vergammeln an den Universitäten und Schreibtischen der Werbebranche. Arbeitsämter: Rationalisierungskurse für Arbeitslose, die durchs Leben gefallen sind. Das ist die Innovation - und nichts dahinter. Wir kennen die Folge. Lernen wir auch daraus?
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.691
Filderstadt
www.elweb.info
Auch ich gebe hier Bernd Schlüter recht. Wir müssen nur alle aufpassen, dass wir den objektiven Blick nicht verlieren, d.h. wir dürfen uns nicht nur mit Verschwörungstheorien oder jammern trösten. Wir müssen den objektiven Weitblick behalten was "gut ist" und was technisch machbar ist. Im Moment denke ich, sind wir auf einem ganz guten Weg.

Sonnige Grüße
Ralf Wagner
 
K

Karl

Guest
Hallo Bernd,

ich gebe dir völlig Recht !

In die Zukunft sehen, heißt, wieder vernünftige , d.h. langlebige Produkte herstellen!
Die Kondensator Geschichte ist ein trauriges aber gutes Beispiel!
Ich hatte auch schon solche Teile in denen die Elkos sich frühzeitig verabschiedet haben, mein Volksempfänger von 1930 läuft aber noch!

Sonnenelektrische Grüße

Karl
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Ja, ohne solch ein Forum wären die meisten wohl inzwischen von den Elektroautos abgesprungen. Die Batterien sind schließlich ein recht teures Vergnügen. Gerade, wenn die Hersteller in Fernost sitzen, sollten sie nicht ihre Wunschvorstellungen in die Prospekte einfließen lassen, ohne diese eindeutig als solche kenntlich zu machen. Als ich über die am Schreibtisch entworfenen und ohne Test verkauften Teile schrieb, hatte ich mich sehr über einige früher namhafte Hersteller von elektrischen Haushaltsgeräten geärgert, die sich vor Garantieleistungen drücken, da sie ja nicht die originalen Hersteller sind. Wir sind ja bei Neuentwicklungen zu Opfern bereit, aber es muss wenigstens das Bemühen der Hersteller erkennbar sein, Vernünftiges zu liefern.
Oft stammen Batterien aus der gleichen Fabrik in Kroatien, mit sehr unterschiedlichenr Qualität. Die liegen dann schön aufgelistet auf dem Schreibtisch einer Vertriebsfirma und werden der Güte nach sortiert und verkauft. Dabei leider auch oft der Ausschuss. Jemand aus der Batteriebranche klärte mich vor einiger Zeit einmal über die Kennzeichnung von Boschbatterien auf, der Laie erkennt nicht, was er kauft, aber es steht darauf.
Ganz besonders leicht blenden lassen sich ja Politiker, die auf schöne Worte eingestellt sind und vom Schreibtisch aus unkritischer hinterfragen.
Oft sind es Banker, die ganze Industrien, von denen die Mär geht, sie könnten zukunftsträchtig sein, aufkaufen, mit der Hilfe von Politikern, und die fällen dann auch die Entscheidungen und verabschieden gleich schon Gesetze, aber können sich an nichts erinnern, wenn etwas schief läuft. Wir bezahlen die Rechnung.

Welchen Einfluss das sorgfältige Einpressen der positiven Gitterpaste in unseren Bleibatterien hat, haben wir schon erfahren (Messmer). Der Aufsichtsrat an seinem Schreibtisch erkennt das nicht. Der ja langsamer arbeitende Kollege wird wegrationalisiert.

Hier nochmal ein wenig über die Herstellung und Behandlung von Bleibatterien, es soll keine Werbung sein, ich kenne die Firma nicht:
http://www.generex.de/e/download/dokus/ComputerAutomation-deu.pdf
 
M

Mario Volkmann

Guest
Wenn Du schon Deine Gedanken weit, weit schweifen läßt (ohne Rücksicht auf Verluste), dann möchte ich wenigstens auf eines hinweisen: kritisch ist eine Sache, unkritisch die andere. UNKRITISCHER gibt es nicht!!!!
Ich hatte immer schlechte Noten in Deutsch, aber das ist zu viel!
Tut mir leid, ich habe nur auf die Worte geachtet, der Sinn Deiner ausufernden Gedanken ist mir meistens fremd...

Gruß,
Mario
 
W

WolfgangK

Guest
habe letztens mit meinem EL mit 4 NiZn Evercell 90 km geschafft bei ca 50 km/h. Das sind doch Werte, da haben wir vor kurzem noch gedacht, das könne nur Doc Brown ( der mit den 1.21 Gigawatt-Blitz )!!!
Außerdem "droht" ja Weiterentwicklung aus Frankreich...

Gruß an alle Hoffenden

PS.: Was wäre wohl gewesen, hätte ich 4 MB 100 ´drin gehabt :cheers:
 
W

WolfgangK

Guest
die MB 80, zwei übern Winter gerissen, geflickt von meiner begnadeten Werkstadt Manfred S. und neu gefüllt. laufen besser denn je...
Gruß Wolfgang
 
C

Carlo

Guest
Hallo Bernd,

also mit Verlaub:dein Text spricht mir aus der Seele.Ich werde den Text mir mal ausdrucken.Es wird immer schwieriger was haltbares zu bekommen.Ich helfe mir meist damit,dass ich mir gebrauchtes besorge,was meist länger hält als der neue,billige Mist.

Ähm...Haltbarkeit:der Skoda läuft auch noch :)
 

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