Äpfel mit Birnen vergleichen...


Andi aus Bad Essen

Aktives Mitglied
05.02.2010
1.727
ICh schreibe eigentlich nicht in diesem Bereich, weil mein Fachwissen nicht ausreicht, um irgendwelche wissenschaftlich fundierten Thesen in die Welt zu setzen.
Aber eines fällt mir doch zunehmend auf, und das stört mich gewaltig.

Dass Reportagen immer wieder "Erfahrungen mit Elektromobilität" darstellen, indem sie Newbies zeigen, die in den ersten 7 Tagen elektromobil unterwegs sind und noch keine Ahnung davon haben, wie man's richtig macht... okay, daran habe ich mich gewöhnt.

Aber immer öfter muss ich mich für die Umweltverträglichkeit meines E-Fahrzeuges rechtfertigen, wo doch der Verbrenner dem E-Auto in Nichts nachsteht.
Und dann wird verglichen:
CO2 Austoß des Verbrenners am Auspuff mit der kompletten Produktionskette des E-Fahrzeuges inkls. des Energieträgers.

Da werden die Lithiumfelder in Südamerika gezeigt und besorgte Landwirte, die um ihre Existenz fürchten.
Da wird ein Tesla mit einem Golf Diesel verglichen usw. ...

Eines vorweg. Wir müssen uns wohl eingestehen, dass Elektromonilität natürlich nicht Ressourcen- und Klimaneutral unterwegs ist.
Es gilt also weiter darüber nachzudenken und zu forschen, wie Mobilität ingesamt umgedacht werden kann.

Aber ich wäre sehr daran interssiert, einen belastbaren Vergleich der Mobilität des Verbrenners mit einem E-Fahrzeug in den öffentlichen Medien zu finden.

  1. Produktionskette und Energieaufwand der reinen Fahrzeuge mit E-Antrieb und Verbrennungsmotor.
  2. PRoduktionskette und Energieaufwand des Energieträgers bei 150000 km (Mein Verdacht: Ein Lithiumakku erfordert natürlich einen hohen Energie und Ressourcenaufwand. Aber eben nur für die einmalige Produktion und den einen Transport Übersee. Wieviele Tonnen Öl muss aber gewonnen werden, raffiniert werden, mit Schwerölverbrauchenden Tankern übersee transportiert werden, um ein Fahrzeug 150.000 km anzutreiben. Wie viel Wasser wird wohl verbraucht und wie viele Konfliktländer sind da mit einbezogen, bis Kraftstoffe und Schmierstoffe für 150000 km im Verbrennungsmotor verbraucht werden können ?
Warum wird die Produktionskette des einen Energieträgers nicht mit der des anderen Energieträgers verglichen? Das leigt doch eigentlich auf der Hand. Mein Verdacht: Wir haben wohl fast nur Reportagen und Berichte von durch Lobbyarbeit beeinflussten Medien.
3. Wenn man dann zum Schluss noch den CO2 Ausstoß mit dem CO2 Ausstoß an den jeweiligen Fahrzeugen im Betrieb vergleichen würde, blieben m.E. wohl kaum noch Fragen übrig.

Ich denke, uns, die wir uns damit seit Jahren beschäftigen, ist dieser Zusammenhang bekannt und ich renne hier wohl offene Scheunentore ein.
Oder liege ich völlig falsch mit meiner These ?

Aber mein Impuls:
Kann das nicht mal irgendjemand publizieren ?
Wo bleiben die neutralen berichte und Reportagen ?
Hat schon mal jemand versucht, das öffentlich rechtlich zu plazieren ?
Würde mich interessieren, wie das verlaufen ist. :D
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
2.853
91365 Reifenberg
Hallo Andi,
Dein Impuls in allen Ehren: Die Beantwortung Deiner "Impuls-Fragen" könnte sich zu einem Vollzeit-Job auswachsen. Denn es wird tatsächlich nicht nur negatives berichtet. Es gibt viele gute und auch lesenswerte Kommentare gerade zu den kontroversen Themen der Li-Gewinnung und der Energiefragen. Interessanterweise auch aus dem Kreis des Handelsblattes, also einer Zeitung, die man eigentlich mit dem Grosskapital verbindet.

Z.B. dies hier: Stromnetze verkraften noch deutlich mehr Elektroautos

Oder dies hier: Lithium aus Lateinamerika: Umweltfreundlicher als gedacht
Hier nur mal zwei daraus Absätze zitiert:
"Doch ob nun 6000 oder 30.000 Liter Sole in einer Wüste – das ist immer noch viel, keine Frage. Aber dem stehen zwischen 10.000 und 30.000 Liter Benzin oder Diesel gegenüber, die über seine Laufzeit in einen Verbrennungsmotor fließen. Es handelt sich also um etwa dieselbe Menge, aber mit einem Rattenschwanz an Folgen. In Nigeria sind durch die Erdölförderung Mangroven, Sümpfe, Flussarme und Trinkwasser verseucht. Und vor Mexiko verendeten nach der durch die Explosion der Förderplattform Deepwater ausgelösten Ölpest 2010 Millionen Vögel und Fische.

Und die 21 Millionen Liter im Salar sind nur ein Dreißigstel der Menge Wasser, die im Lausitzer Braunkohlerevier täglich abgepumpt werden muss. Schwierig, da lateinamerikanischen Staaten die Lithiumförderung vorzuwerfen."



Und leider redet man immer nur von Strom-Mehrverbrauch im Netz durch Elektroautos. Ok, für alle Autos elektrisch würden rund 15 % mehr Elektroenergie gebraucht im Netz. Lachhaft, denn wenns mal soweit ist, steht das alleine aus Sonne und Wind zur Verfügung.
Aber: niemand (außer einigen wenigen) haben den Minderverbrauch im Stromnetz ausgerechnet durch Fortfall der Rohölverarbeitung und Fortfall der immensen elektrischen Pump- und Heizleistungen für die Pipelines. Ernstzunehmende Berichte gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Elektroenergie, die die E-Autos brauchen, dann wegen Fortfall der Ölproduktion und Weiterverarbeitung inklusive Transport bis zu Tankstelle eingespart wird.
Und ich meine hier nur die aus dem öffentlichen Netz bereitgestelle Elektroenergie, nicht die, die im Verarbeitungsprozess direkt dem Medium, also Öl oder Gas, entnommen wird.
Gerüchteweise wird immer wieder eine Fraunhofer Studie zu dem Thema erwähnt.... ich konnte sie bisher nicht auftreiben.

Gruss, Roland
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Wertungen: Ralf Wagner

R.M

Bekanntes Mitglied
24.12.2006
9.674
Ich sehe es so im Hochland das ich vor Jahrzehnten mal besucht habe ,5000m Höhe sind nicht für jeden. wurde das Salz abgebaut um es als Salz zu verkaufen. Heute wirds abgebaut um Lithium daraus zu gewinnen, ältere Menschen sieht man dort kaum durch die Sauerstoffarmut ist für die meisten mit ca. 30 Jahren Schicht, trotz dem kauen von KoKa Blättern und der Angepasstheit, nur damals hat sich keiner aufgeregt das dort 12 jährige arbeiten und die Salzseen trockengelegt werden.

Gruß

Roman
 

schachtelhalm

Aktives Mitglied
13.11.2012
338
Ujujui, also zunächst mal zu den Medien, Einzahl Medium:


Kurzfassung ein Wesen welches mit Geistern redet, also wenn man keinen esotherischen Draht hat, Vorsicht, wenn man den Draht hat muss man sich fragen mit welchen Geistern reden die? Güte, Böse oder Gestern die gerne Schabernak treiben?

Mit den GEZ Geistern habe ich nichts am Hut, die geben einfach nur Unsinn von sich. Trolle nicht fütter, auf keinen Fall im Internet anklicken, die kriegen Punkte dafür.

Unabhängig davon, dass auch Ich Idiotensteuer zahle, muss ich nicht auch noch Geld für einen Fernseher hinterher schneissen, Treufelskreislauf von Abschreibung, Reparatur und eventuell Neukauf und der Zirkus mit wegwerfen und neu kaufen, jedesmal von die von Farbe auf Schwarzweiss, oden von DVB-X auf DVB-Y umstellen.Alles Geldmacherei um iregendeine Lobby zu fördern die uns für dumm verkaufen will.

Es geht um viel, Diesel, Krieg und Waffenhandel - Zensur und Ausspionieren. Nicht vergessen der Lauscher an der wand ist die Meldepflicht und der eigene Zähler für die Wallbox

Aufregen- warum. Das treibt nur den Blutdruck hoch. Es gibtbessere Möglichkeiten sich zu informieren, aber Du musst es aktiv tun. Berieseln lassen ist einfacher und blöde schläft es sich besser.


Apropos Lithium, Lithium kommt aus Portugal und Schlimmer als Kali und Salz in Hessen können die auch nicht sein, da wacht die EU drüber.

Schöne Grüsse von
Peter und Karin
 
ICh schreibe eigentlich nicht in diesem Bereich, weil mein Fachwissen nicht ausreicht, um irgendwelche wissenschaftlich fundierten Thesen in die Welt zu setzen.
Aber eines fällt mir doch zunehmend auf, und das stört mich gewaltig.

Dass Reportagen immer wieder "Erfahrungen mit Elektromobilität" darstellen, indem sie Newbies zeigen, die in den ersten 7 Tagen elektromobil unterwegs sind und noch keine Ahnung davon haben, wie man's richtig macht... okay, daran habe ich mich gewöhnt.

Aber immer öfter muss ich mich für die Umweltverträglichkeit meines E-Fahrzeuges rechtfertigen, wo doch der Verbrenner dem E-Auto in Nichts nachsteht.
Und dann wird verglichen:
CO2 Austoß des Verbrenners am Auspuff mit der kompletten Produktionskette des E-Fahrzeuges inkls. des Energieträgers.

Da werden die Lithiumfelder in Südamerika gezeigt und besorgte Landwirte, die um ihre Existenz fürchten.
Da wird ein Tesla mit einem Golf Diesel verglichen usw. ...

Eines vorweg. Wir müssen uns wohl eingestehen, dass Elektromonilität natürlich nicht Ressourcen- und Klimaneutral unterwegs ist.
Es gilt also weiter darüber nachzudenken und zu forschen, wie Mobilität ingesamt umgedacht werden kann.

Aber ich wäre sehr daran interssiert, einen belastbaren Vergleich der Mobilität des Verbrenners mit einem E-Fahrzeug in den öffentlichen Medien zu finden.

  1. Produktionskette und Energieaufwand der reinen Fahrzeuge mit E-Antrieb und Verbrennungsmotor.
  2. PRoduktionskette und Energieaufwand des Energieträgers bei 150000 km (Mein Verdacht: Ein Lithiumakku erfordert natürlich einen hohen Energie und Ressourcenaufwand. Aber eben nur für die einmalige Produktion und den einen Transport Übersee. Wieviele Tonnen Öl muss aber gewonnen werden, raffiniert werden, mit Schwerölverbrauchenden Tankern übersee transportiert werden, um ein Fahrzeug 150.000 km anzutreiben. Wie viel Wasser wird wohl verbraucht und wie viele Konfliktländer sind da mit einbezogen, bis Kraftstoffe und Schmierstoffe für 150000 km im Verbrennungsmotor verbraucht werden können ?
Warum wird die Produktionskette des einen Energieträgers nicht mit der des anderen Energieträgers verglichen? Das leigt doch eigentlich auf der Hand. Mein Verdacht: Wir haben wohl fast nur Reportagen und Berichte von durch Lobbyarbeit beeinflussten Medien.
3. Wenn man dann zum Schluss noch den CO2 Ausstoß mit dem CO2 Ausstoß an den jeweiligen Fahrzeugen im Betrieb vergleichen würde, blieben m.E. wohl kaum noch Fragen übrig.

Ich denke, uns, die wir uns damit seit Jahren beschäftigen, ist dieser Zusammenhang bekannt und ich renne hier wohl offene Scheunentore ein.
Oder liege ich völlig falsch mit meiner These ?

Aber mein Impuls:
Kann das nicht mal irgendjemand publizieren ?
Wo bleiben die neutralen berichte und Reportagen ?
Hat schon mal jemand versucht, das öffentlich rechtlich zu plazieren ?
Würde mich interessieren, wie das verlaufen ist. :D
Die gesamte deutsche Fahrzeuglobby hat mit massiven Rückgang zu arbeiten, Mercedes hat -10%, VW 7%, Audi rechnet mit 9% und BMW hat noch keine Zahlen vorgelegt.
Mercedes hat sogar Kurzarbeit im Stammwerk.
Berichterstattung von einer Millardenlobby soll unpolitisch sein??
Machen wir uns nichts vor, hier wird nach Jahren des Belächeln und Verachtens der E-Lobby, nun mit harten Bandagen gekämpft, neutrale Berichterstattung ist jetzt lächerlich, denen steht der kalte Schweiss auf der Stirn, solch einen Abschwung gab es nichtmal in der Weltwirtschaftskrise, klar auch Trump hat da ganz ordentlich mit gewirkt, warum auch die gesamten anderen Märkte sich zurückhalten.
die Deutschen Hersteller sind in Ihrem Hochmut und Ihrer grenzenlose Arroganz vom Markt abgehängt worden!
Wär sich jetzt hinstellt und behauptet mit der nächsten Batterietechnologie sind wir dann vorn an, oder Müller(VW) wir wollen weltweit größter e-Hersteller werden, erinnert mich an Größenwahn aber nicht an Realitätsnähe.

Wenn ein neuer Golf schon nach 5 Jahren an aller Ecken am Rosten ist, und ich mit meinem 2000er Volvo S80 mit 463.500km kein Rost habe, machen sich D.Hersteller eher lächerlich und sind für mich auch nicht mehr Ernst zunehmen.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
2.853
91365 Reifenberg
Die gesamte deutsche Fahrzeuglobby hat mit massiven Rückgang zu arbeiten, Mercedes hat -10%, VW 7%, Audi rechnet mit 9% und BMW hat noch keine Zahlen vorgelegt.
Oh wie wunderschön, wenn es tatsächlich einen Rückgang bei der Fahrzeuglobby gäbe. Den sehe ich nicht, im Gegenteil, die Lobby wird eher noch aktiver.
Sicher meintest Du einen Rückgang bei den Fahrzeugherstellern bzw. den Produktionszahlen. Ja, das kann sein. Aber nach Jahren des Wachstums ist das nicht ungewöhnlich. Und natürlich ist es ein gewaltiger Technologiewandel, der mit allerlei Schmerzen einhergeht, bei Mitarbeitern und Zulieferern z.B. Und die Frage ist nicht, ob wir das schaffen, sondern eher: Wie. Denn der Wandel kommt sowieso. Daran kann auch die Lobbyarbeit mit ihren vielen Berichten, Studien, Vorschlägen und so nicht wirklich was ändern.

Denn (für die Industrie dummerweise) da ist ja noch der Kunde. Immer mehr von dieser unterschätzen Gattung wollen jetzt Elektroautos. Einfach weil sie viel schöner sind... und weil sie vom Verbrenner und hauptsächlich Diesel die Nase voll haben. Also wörtlich gesehen: die Nase voll!

Wie ging der Spruch seinerzeit zum deutschen Bauer: der kam mit vielem zurecht, den EU Vorschriften, Schlechtwetter, sinkenden Erzeugerpreisen. Was ihm wirklich zu schaffen machte seinerzeit waren die langen Lieferzeiten vom Mercedes Diesel. Auf heutige Zeiten umgemünzt: Der deutsche E-Auto Interessent kommt mit vielem zurecht, also hohen Fahrzeugpreisen, ungenügenden Reichweiten, Ladeproblemen, Zuschuss-Bürokratie und so. Was ihn wirklich nervt, sind die langen Lieferzeiten der Elektroautos. Gilt übrigens verschärft für Kommunen, die Elektrobusse kaufen wollen.

Was ich mit Freuden beobachte ist die Abkehr vom Verbrennungsmotor bei vielen Modellen. Bereits erfolgt oder angekündigt für: Hyundai Soul, Smart, VW up und Töchter-Derivate von Skoda und Seat, Nissan nv200 und und ..... Man kommt kaum nach, sich alle zu merken - wer bietet mehr. Wird das ein Trend? Ich hätte nix dagegen nach über 30 Jahren Kämpfen für Elektromobilität und Solartechnik. Wie erwähnt.... beobachte das mit Freuden.

Gruss, Roland
 

Anmelden

Neue Themen