Welche Partei foerdert Elektroleichtfahrzeuge?

  • Themenstarter Roland Heumesser
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Roland Heumesser

Guest
#1
Hallo,
im angesicht der spannenden Wahl habe ich mich gefragt welche der angetretenen Parteien wohl beabsichtigt Elektroleichtfahrzeuge zu foerdern.

Bis jetzt habe ich lediglich muendliche Bekenntnisse aus den Reihen der SPD
erhalten.

Wie waehre es wenn wir mal in einer e-mail Aktion alle groesseren Parteien nach
ihrem Verkehrskonzept und konkret ihrer Einstellung zur Foerderung der Elektroleichtfahrzeuge fragen?

Ich meine mich zu erinnern, dass in der Vergangenheit mal ein Gesetzentwurf abgeschmettert wurde wonach sechzehnjaehrige e-mobile bis 45km/h fahren duerfen. Allerdings weiss ich nicht mehr wer beantragt hat und wer abgeschmettert.

Was haltet Ihr davon und wer weiss mehr?
Was koennten wir denen konkret vorschlagen?

Meine Vorschlaege waren:
* Sonderfahrerlaubnis auf gepflasterten landwirtschaftlichen Wegen.
* Sonderfahrerlaubnis auf ausgesuchten Standstreifen der Autobahnen
* besagte Fahrerlaubnis fuer 16 jaehrige mit Kleinkraftrad-Fuehrerschein.
* Verbilligte Kredite fuer den Erwerb von e-mobilen
* Kostenlose Stromtankstellen in allen oeffentlichen Gebaeuden

Eure Meinung?

Gruss
Roland (TW73)
 
27.09.2004
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#2
Hallo,

die Idee ist gut, ich wüsste aber nicht wohin man so etwas sendet.
Vielleicht könnte Roland Reichl als Vorsitzender des Solarmobilvereins so etwas
in die Wege leiten und im Forum die Antworten veröffentlichen.

 

Vera Kürten

Neues Mitglied
21.09.2002
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#3
Hans-Josef Fell war vor einigen Wochen auf Wahlkampftour hier in der Gegend (mit Twike) und ist bei einem Vortrag auch auf dieses Thema angesprochen worden. Er hat zu verstehen gegeben, dass er seinen Arbeitsschwerpunkt bei der Förderung der Photovoltaik sieht und für den Bereich "Verkehr" andere Leute zuständig wären.
Der Vorschlag der Grünen zum Führerschein ab 16 bezog sich rein auf solare Leichtmobile. Die Arbeitsgruppe Verkehr, Bau- und Wohnungswesen der SPD Bundestagsfraktion sah "mit großer Einstimmigkeit zur Zeit keinen Handlungsbedarf".
Wohin die Tendenz geht, zeigt ja leider auch die geplante Änderung der Fahrerlaubnisverordnung, die ausdrücklich die Führerscheinklasse M auf zweirädrige Fahrzeuge beschränkt.:-(

Gruß, Vera
 

hcqniost

Mitglied
12.08.2013
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#4
steckdosen per gesetz an allen tankstellen für emobile freigeben?das wäre schön!aber bestimmt nicht möglich...wenn der strom aus öl gemacht würde,dann wär das was anderes.

ich denke die idee mit der sammelmail(oder eine masse von emails) an diverse parteien ist eine gute idee;oder mal bei den ölkonzernen(tankstellenfirmen) anfragen?die pächter geben uns ja teilweise schon strom.

man sieht ja leider,dass weltweit das emobil weiterhin vom aussterben bedroht ist.ersteinmal muss ja schliesslich das erdgasvolumen ausgeschlachtet werden,bevor man dann auf echte umweltfreundliche energie umsteigen kann(oder es dann möglich ist steine zu verheizen).sand in SILAN zu verbrennen geht ja schon mal.dann wird die sahara an exxon,shell oder so verkauft..

bei uns im betrieb interssiert sich keiner echt an einer umweltfreundlichen fortbewegungsidee.daran messe ich das öffentliche interesse;das ist eher gleich 0 (NULL).zu lahm,behindert den verkehr,da komme ich ja nie an,und so weiter.

so.schluss für heute.morgen fahre ich dann wieder(als fast einziger in meiner gegend) elektrisch zur arbeit.18000km ohne fossilien im tank.ich finds toll!!

grüsse Carlo

 
14.05.2006
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#5
Hallo, die Ablehnung:

Betreff: Re: Führerschein ab 16 für solare Leichtmobile 
Absender: Hans-Josef.Fell
Empfänger: 320050582242-0001@t-online.de
Datum: 09. Sep 2002 13:08

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Sehr geehrter Herr Jurkiewicz,

vielen Dank fuer Ihr Schreiben.
Der Antrag der Fraktion Buendnis90 / Die Gruenen zum Fuehrerschein ab 16 wurde von der AG Verkehr der SPD unter der Leitung der Abgeordneten Rita Streb-Hesse
abgelehnt.

Freundliche Gruesse

Jutta Jaezosch
 
#6
Hallo Forumteilnehmer und Leser,
ja ja, ich erinnere mich. Wegen der Landtagswahl 2000 ging eine Aktion "Führerschein mit 16" von Stuttgart aus los. Initiator war seinerzeit Hans-Josef Fell, und einige von uns Solar- und E-Mobilisten nahmen teil, u.a. ich selbst, Karl Nestmeier mit zwei City-El, einige TWIKE und Jürgen Werner mit Rollern und seinem AX electrique.
In Stuttgart gab es einen Pressetermin, und nach dem Pressetermin (bei dem Rezzo Schlauch tatsächlich im TWIKE herumfuhr) gings dann sternförmig in die Provinz zu kleineren Kundgebungen auf Martkplätzen und so.
Ich selbst fuhr in der Gruppe von Rezzo Schlauch nach Norden, übrigens der City-El Laster auch.
Der Publikumsinteresse war mäßig, es war kalt, und wir stand viel auf Marktplätzen rum. Beistand leisten heißt so etwas.
Politisch gesehen war es wohl ein Flop. Der Vorschlag mit dem Führerschein mit 16 tauchte dann nie wieder ernsthaft auf, jedenfalls habe ich nichts davon gemerkt.

Bei der von Vera erwähnten Wahlkampftour jetzt Ende August 2002 von Hans-Josef Fell (gefahren in seinem eigenem Twike und mit seiner Frau!) war ich von Fürth bis Cadolzburg mit meinem AX electrique dabei, übrigens auch Peter Maier vom Solarmobil Verein Erlangen im City-El und Bernd Kürten im Twike. Hans-Josef meinte, dass wir diese Führerscheinfrage in der nächsten Legislaturperiode evtl. nochmal aufgreifen sollten, allerdings besser vorbereitet (EU-Recht und so, Sicherheitsfragen) und dann mit einer evtl. schon vorbereiteten Gesetzesvorlage wieder einbringen könnten.
Das ist natürlich auch vom Wahlausgang abhängig. Außerdem macht es viel Arbeit, und wir haben eigentlich niemand, der das machen will.
Mal sehen, vielleicht kann hier die "Gemeinde", auch die "Forumsgemeinde" etwas unterstützend wirken.

Jetzt aber muss ich - weil das im September jeden Jahres so üblich ist - den bsm erst mal wieder als Verband beim Bundestag registrieren. Dann nämlich können wir (vermutlich leichter) uns dort mit Stimme und Vorschlägen und so melden.

Und noch etwas: Vor vielen Jahren hatten wir schon mal einen Katalog von sogenannten "Nutzervorteilen" zusammengestellt. Das sind so Sachen wie Busspur freigeben, keine Steuern, Investitionshilfen und so. Alles vielfach veröffentlicht, vom bsm, von Arno Paulus und Gotthard Schulte-Tigges, Christian Dürschner, von ATW und anderen "frühen" Enthusiasten. Genutzt hats bisher wenig. In Hessen hat es vor 10 Jahren ein Pflichtenheft "Solar- und Elektromobile" gegeben, da stand schon eine Menge drin. Außerdem hat es in Hessen, Hamburg und in Baden-Württemberg Förderprogramme gegeben, die weitgehend im Sande verlaufen sind.
Eines gibt es und es wächst stetig und langsam weiter: Das Park & Charge System mit seinen öffentlich zugänglichen Stromtankstellen, siehe unter www.park-charge.de.
Das Problem der Elektroautos: die schlechten Batterien haben die Verbreitung bisher erfolgreich verhindert. In meinen Augen ist nicht so sehr die Reichweite das Problem, sondern vielmehr die Gebrauchsdauer und damit die Kosten. Ich kann nur hoffen, dass sich da was tut. Siehe Batterieforum.

Gruss, Roland Reichel, bsm
www.solarmobil.net
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
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#7
Hallo Roland,

genau das ist auch meine Einschätzung: Die Energie- und Leistungsdichte bezahlbarer Batterien ist immer noch zu schlecht.

Unverständlich dabei ist nur, dass in anderen Bereichen (Kleingeräte) immer mehr und stärkere Zellen auf Lithiumbasis erscheinen (Notebook, Mobiltelefon, etc.). Dort ist eine Massenproduktion schon lange im Gange und die Preise sind akzeptabel.

Vielleicht sollte man einfach einmal ein Dutzend oder mehr Notebook-Batterien miteinander koppeln. ;-)

MfG M"R"R
 
#8
Hallo Michael,
genau das hat 1999 ein Team aus Japan gemacht: Sie haben Li Akkus aus Cam-Cordern geschickt zusammengeschaltet und sind damit die 3010 km der World Solar Challenge von Darwin nach Adelaide (Australien) gefahren. Es ware Abfall-Akkus und die Leute haben sich in mühevoller Kleinarbeit die besten und brauchbaren rausgemessen.

Nein, das Problem liegt wohl bei der Industrie. Wenn die nur wollen dürften...
Die könnten schon. Die guten Akkus bei der "Bemusterung" zeigen es, z.B. 45000 km erreicht mit Sonnenschein GEL im Hotzenblitz (gute handegemachte Qualitätsakkus). Die Serienfertigung hat dann nicht hingehauen, die Akkus kamen reihenweise zurück, Hotzenblitz ist auch daran kaputtgegangen.
Politik ? Einflussnahme von Partnern wie der Ölindustrie oder Autoindustrie? Dazu passt ein Zitat aus einem ganz anderen Bereich: "Ein Schwein ist, wer sich etwas Böses dabei denkt.."

Wir, d.h. die kleine unbeugsame gallische Minderheit, hoffen noch immer auf den Druiden und das Zauberwasser. Heißt es FORTU, oder bringen es die Chinesen mit der Ni-Fe oder preisgünstigen Li-Akkus? Vieles ist am "Kochen", und bereits 1993 hieß es: bald bald ist es soweit (wo ist heute die VARTA Swing?). Ich habe 1993 / 94 5 Sätze Blei-Vlies Akkus kaputtgefahren in meinem damaligen ATW Ligier Optima und auf die vielfach angekündigten neuen Akkus gehofft.

Sie kamen nicht. Der Ligier ist verkauft. Die Hagen Vlies fast alle entsorgt. Heute weiss ich, dass die bei 8 bis 10 A Ladestrom glatt verhungert sind. Man muss kräftig laden, laut Kugelhaufen-Theorie (heißt wirklich so) sollen die Ladeströme etwa in der gleichen Größenordnung liegen wie die Entladeströme. Daher also: mit 30 bis 80 A Laden beim City-El, dann hat man immer frische Akkus. Aber wer kann das schon, schließlich gibt die 16 A Steckdose max 3,5 kW her. Und Drehstrom-Ladegeräte sind eher selten, dazu schwer und teuer.

Heute fahre ich meinen City-El mit Hawker Genesis (ideal für Wenig-Fahrer) und meinen Citroen AX mit SAFT Ni-Cd (ideal für Viel-Fahrer). Ein booster-Ladegerät ist geplant, eines von BRUSA hatte ich schon mal getestet. Laden in 1 Stunde ist das Ziel, mit 2 Stunden wäre ich auch ganz zufrieden.

Möge der SAFT mit uns sein.

Gruss, Roland Reichel, bsm
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
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#9
Hallo Roland,

bei den elektrifizierten Fahrrädern bewegt man sich immer mehr in Richtung Lithium. Auf der website meines absoluten Ultraleichtmobil-Favoriten (www.go-one.de) ist eine interessante Spezifikation von SAFT-Zellen zu lesen (siehe Menüpunkt "Ausstattung" und dann das Bild ganz unten rechts anklicken).
Energiedichte von 140 Wh/kg und Leistungsdichte von 420 W/kg, das ist schon was!

Bleibt zu hoffen, dass diese Zellen bezahlbar sind bzw. werden.

MfG Michael "R" R.
 
R

Ronald Preuss

Guest
#10
Hallo Leute,
ist sind nicht nur die Akku-Techniken, die eine Lange Lebendauer ermöglichen.
Genauso oder noch wichtiger ist das Ladegerät, gerade bei Li-Io, in den USA gibt es bereits den ersten ärger damit, und warum? im glaube zu wissen, daß es kein
Ladegerät gibt welches auf die Li-Io Technik eingeht.
Genau so wenig wie bei Blei, allerdings kann man dort nur einen Bruchteil der Ladetechnik falsch machen, im vergleich zu Li-Io Akkus.
Wir werden alle unsere Negativen erfahrungen machen, davon bin ich überzeugt.

MFG.
R.Preuss