Pflege von Gel /Vlies Batterien

  • Themenstarter Thomas Zink
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Thomas Zink

Guest
#1
Hallo,
über die Pflege von Blei- Batterien hab ich hier schon einiges erfahren. Aber wie pflege ich meine Vlies Batterien richtig?
Sollen die Batterien immer am Netz hängen oder nur, wenn sie leer sind? Lade ich nach einer Fahrt oder vorher?
Ich habe 3 SSB Batterien und lade mit einem Ziwan NG1mit Gel Aufkleber. Beim Ende der Ladephase steigt dabei die Spannung auf über 45V an. Ist dies so in Ordnung?
Über eine Antwort freue ich mich sehr, vielen Dank.
Thomas
 
T

Thomas Zink

Guest
#3
Hallo Wolfgang, vielen Dank für Deine Hilfestellung. Der Strom beträgt bei den 45V 8 Ampere.

Die 45 V habe ich am Ende der Phase 3, (LED=gelb). Phase 3 bedeutet:
Der Strom (I2) wird konstant gehalten bei steigender Spannnung, bis das Ende des Ladevorgangs erreicht ist.
 
W

Wolfgang

Guest
#4
Das sieht meiner Meinung nach nicht gut aus. Wenn bei 45 Volt 8 A für einen längeren zeitraum fließen, gibt sehr wahrscheinlih bald Ärger.
Aber unterscheiden: bei Erreichen der 45 Volt dürfen ruhig 8A fließen, nur sollte der Strom dann bei konstanter Spannung zügig auf dutlich tiefere Werte abfallen.
Wolfgang
 
A

Arne Peters

Guest
#5
Pflege von SSB Batterien

In diesem Forum ist schon viel über SSB Batterien geschrieben worden. Die Empfehlung von Effekta an mich lautete: Nie über 13.8 Volt (=41.4) pro Batterie laden, dafür aber etwas länger (=standby-Betrieb).
Eine andere Ladekurve von SSB direkt für den zyklischen Betrieb schreibt folgendes vor:
Konstanter Strom von 0,2-0,3 Amp pro Zelle (3,6-5,4 Ampere gesamt) bis 2,36V/Zelle (=42,3V) erreicht sind. Von da an wird die Spannung konstant gehalten und zwar bis 12 Stunden nach Beginn der Ladung. Der Strom sinkt dabei auf ca 0,012 A / Zelle. Nach dieser Konstant Spannungs Phase ist die batterie zu 90% geladen. Nun wird die Spannung auf 2,275V/Zelle (40,95 V) gedrosselt und kann so gehalten werden.

Beide Empfehlungen liegen also deutlich unter deinen Spannungswerten. ich würde also auf jeden Fall mit der Spannung heruntergehen.

Viel Glück mit den SSB Batterien

Arne
 

Harald Schwieger

Neues Mitglied
07.07.2006
19
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#6
Hallo Arne,
wo hast du diese Ladekurve her, gilt die auch für die SB-100 Batterie?
Ich habe mir diese Woche 4 SSB-Batterien gekauft, eine will ich zersägen und mit 42 Volt fahren und dafür den Entladestrom auf max. 100 A begrenzen.

Nun zu deinen Daten, bei einem Ladestrom von 4 Ampere würde es mind. 25 Std. dauern bis die Batterien wieder voll sind.

Außerdem beschreibt die Stromstärke die"Anzahl der wandernden Elektronen" (oder so ähnlich), d.h. wenn in einer Zelle oder Batterie (Reihenschaltung) 4 Ampere fliessen, dann fließt in den anderen Zellen auch genau 4 Ampere, nur die anliegenden Spannungen können unterschiedlich sein. Wie bei einem Wasserschlauch, es fließt nur so viel Wasser, wie an der engsten Stelle durchkommt.

Laut Datenblatt darf die SB-100 mit max 30 A geladen werden und die max Ladespannung im cykl. Betrieb 14,7 V (+-0,3V) nicht überschreiten.

Ich meine eine Stromstärke von 15 - 20 Ampere ist wohl alltagstauglich.
Bei der Spannung wäre ich auch vorsichtiger, gerade wenn die Batterien in Serie geladen werden. Da können sich die anliegenden Spannungen schon um 1,0 Volt unterscheiden. Ich werde meine Ladegeräte auf max 14,1 - 14,2 Volt einstellen, da sollten die Batterien voll werden aber nicht gasen. Bei Ladung in Reihe (3 Batts) würde ich nicht über 42 Volt gehen und die Batterien ab und zu einzeln nachladen und immer wieder die einzelnen Ladespannungen kontrollieren. Übrigens ob eine Batterie zum gasen anfängt und damit Elektrolyt "verdampft" kann man riechen.

Eine Aussage ob diese Ladetechnik richtig ist kann ich hoffentlich erst in 2 - 3 Jahren nach 10 000 km machen.

Gruß Harald
 
A

Arne Peters

Guest
#7
Die Kurven habe ich vor einem halben Jahr von jemanden hier aus dem Forum bekommen. Es sind original SSB Ladekurven.

Ich habe übrigens die SSB Batterien aus Frust gewaltsam geöffnet und etwas destilliertes Wasser (ca 50 ml pro Zelle) nachgefüllt, nachdem ich offenbar zu viel Volt draufgegeben hatte. Habe dann anschließend sachte jede Batterie einzeln geladen mit einem 4 Ampere Ladegerät über 48 Stunden. Das hat anscheinend einiges verbessert. Ich habe jetzt nicht mehr nach 20 km das rote Lämpchen. Das herkömmliche Blei-Säure Ladegerät, da ich benutze, hat allerdings zum Ende hin auch die Ladespannung auf 15.2 Volt ansteigen lassen und man konnte es gasen hören.

Ich habe hier irgendwo auch gelesen, daß jemand mit Computernetzteilen experimentiert. Das wäre vielleicht auch was, oder? 3 Netzteile für eine parallele Ladung der Zellen mit je 13.8 Volt Standby-Spannung.

Viel Glücl und weiterhin Spass mit den 42 Volt Flitzer wünscht Arne
 
U

Uwe

Guest
#8
Hallo Leute,

ich hätte eine Frage: Sind Blei-Gel Batterien dasselbe wie Blei-Vlies Batterien??
Bzw. Welche Unterschiede gibt es zwischen den beiden?? Welche ist besser??


MfG
Uwe
 

Harald Schwieger

Neues Mitglied
07.07.2006
19
0
#9
Hallo Arne,
der Typ mit den Computernetzteilen bin ich und ich denke nach all den Berichten die ich von Euch über die SSB Akkus und anderen Flies-Akkus gelesen habe werde ich die Lader auf max 16 A und einer Ladeschlusspannung von 13,8 Volt einstellen. Das ergibt einen relativ einfachen Umbau und dürfte für die SSB´s optimal bzw. im sicheren Bereich sein.

Wenn ich genug Zeit gefunden habe werde ich meine Hompage auch wieder aktualisieren.

http://www.schwieger1.de/el/index.html

Gruß aus dem Allgäu Harald
 
R

Roland Reichel

Guest
#10
Hallo Uwe,

Blei Vlies und Blei Gel sind unterschiedliche Typen:

Ein Gel ist eine Art Paste, die zwischen den Blei-Platten ist und in der die Säure fest gebunden ist. Die Patente und das Know-how lagen früher bei Sonnenschein, die diesen Typ daher jahrelang fast als einzige angeboten hatten. Einer der know-how Träger ging dann irgendwann zu BAE Berlin, die heute auch sehr gute Gel Akkus anbieten. Gel Akkus gibt es in verschiedenen Ausführungen, die Unterschiede liegen in der Größe und in der Säuremischung bzw. "Chemie". Spezielle "Solar-Akkus" sind so getrimmt, dass sie kleine Ströme gut mitmachen. Spezielle "Traktionsbatterien" - und diese interessieren uns im Fahrzeugbereich hauptsächlich - sind für die regelmäßigen hohen Fahrströme besser geeignet. Gel Akkus vertragen gelegentliche Tiefentladungen einigermassen, dürfen aber nicht überladen werden, da sie nicht richtig gasen können. Wenn sie gasen, verhindert ein Überdruckventil ein Platzen. Der Akku nimmt dann Schaden, weil er austrocknet.
Wenn GEL Akkus gut behandelt werden, können rund 600 Vollzyklen erwartet werden, bei Entladetiefe bis max. 20% Restkapazität (oder so). Gel Akkus haben übrigens die Eigenart, dass sie neu noch nicht die volle Kapazität haben. Diese wird nach etwa 100 bis 120 Zyklen erreicht und liegt rund 10 % über der Anfangkapazität. Sie werden also immer besser, jedenfalls eine Zeitlang. Danach geht die Kapazität langsam zurück.

Blei-Vlies Akkus binden die Säure in einem sehr feinen Glasvlies, der wie ein Schwamm wirkt. Auch sie sind gasdicht und dürfen nicht überladen werden (die Ladeschlussspannung darf also keinesfalls überschritten werden). Auch sie haben ein Überdruckventil, das Platzen verhindert. Bei Überladung können sie also "Abblasen", d.h. Flüssigkeit verlieren. Das schädigt den Akku dann dauerhaft.
Vlies Akkus sind eigentlich typische USV Akkus, also für Untersprechungsfreie Stromversorgungen, sprich Notstromanlagen, gebaut. Da müssen sie keine Zyklen machen, sondern nur wenige Male in ihrem ganzen "Akkuleben" die volle Kapazität liefern - dann aber typischerweise in 20 Minuten bis einer Stunde. Einige Vlies-Akkus wurden in der Vergangenheit auch für E-Autos angeboten. Hagen hat z.B. die rote 8060 oder so ähnlich, 12 Volt 60 Ah, für den Hotzenblitz und den ATW Ligier verkauft, allerdings mit katastrophalen Lebensdauerwerten. Sie hielten selten mehr als 5.000 km (auch bei mir!), was damals sicher zum Ableben dieser Fahrzeuge mit beigetragen hat.
Wenn Vlies-Akkus durch Überladen ausgetrocknet sind, kann man versuchen, sie durch Einspritzen von Wasser wieder zu beleben. Einigen soll das schon gelungen sein. Vorsicht, keine Metallspritzen oder so verwenden, nur PE-Plastik.
Vliesakkus machen typischerweise nur einige hundert Zyklen mit und sind daher eigentlich für Traktion nicht geeignet. Es scheint aber gut gebaute Typen zu geben, die es ganz gut machen, z.B. die Champion oder die SSB - gute Behandlung vorausgesetzt.

Für beide Akkus gilt also: Niemals überladen - und ich meine wirklich niemals!
Und nicht tief entladen (obwohl sie das einige Male offenbar klaglos überstehen).
Das Problem ist es, sie wirklich voll zu laden, denn die Ladeschlussspannung ist - wie mehrfach hier erwähnt - temperaturabhängig. Ein kaputter oder nicht angeschlossener Temperaturfühler kann hier schlimmes bewirken und zum vorzeitigen Ausfall beitragen.
Nicht voll geladene Akkus "verhungern" ebenfalls, und in einer Serienschaltung mehrerer Akkus kann das durchaus Probleme machen.

Und noch eine eigene Erfahrung: Zu kleine Ladeströme lassen insbesondere Vliesakkus total "verhungern". Die wollen ab und zu mal richtig kräftig geladen werden, mit Strömen durchaus im gleichen Bereich wie bei der Entladung - im City El sollte man also ab und zu mal mit 50 bis 80 A laden!! Achtung: gut auf Ladeschlussspannung überwachen. Die Akkus werden dann wieder richtig frisch.

Gruss, Roland Reichel
P.S. Fahre jetzt NiCd von Saft im Citroen AX. Die funktionieren besser, müssen aber auch richtig behandelt werden, z.B. ab und zu richtig tief entladen. Habe übrigens jetzt fast 40.000 km drauf.
 
U

Uwe

Guest
#11
Hallo Roland,

danke für Deine Antwort! Weißt du vielleicht noch zufällig, wo ich solche Nickel-Cadmium gebraucht her bekomme??
Bzw. wieviel kosten solche Akkus??

Mfg
Uwe
 
R

Roland Reichel

Guest
#12
Hallo Uwe,
versuchs mal bei Andreas Eichner, der hat einen kompletten Satz aus 6 NiCd Akkus von SAFT übrig und will ihn wohl verkaufen. (Eichner, Andreas, E-Mail-Adresse(n):
andreas.eichner@firemail.de)
Er fährt jetzt NiZn zur Erprobung.

Gruss, Roland Reichel, bsm