Intelligent mobil mit ThunderSky?


Jens Schacherl

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30.03.2004
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#1
Ergänzung zum aktuellen Newsbeitrag: http://www.thunder-sky.com/pdf/20061215153415.pdf :)

Allerdings: "nur" 300km bei 70 km/h?
Dabei ist der von mir gelegentlich erwähnte Solectria Sunrise mit 30kWh-NiMH-Akku schon 1997 die 350 km von Boston nach New York gefahren, mit 90 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.
Und das mit 28,3kWh Verbrauch... 10 Jahre später sollte der Chinese eigentlich mit 33 kWh (166V/200Ah) mindestens genau so schnell so weit kommen :rolleyes:.

Außerdem kostet die EU-Zulassung eines PKW soweit ich weiß mindestens mehrere hunderttausend ¤¤¤¤¤ - da fehlen möglicherweise noch einige finanzkräftige Sponsoren.

Bis dahin würde mich erstmal das hier interessieren:
http://www.thunder-sky.com/pdf/2007127152453.pdf
12V/90Ah, 12kg, 150A max., BMS schon eingebaut!?

Gruß Jens

 

Bernd Schlueter

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10.12.2004
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#2
Jens, weißt Du etwas mehr über die bis jetzt gemachten Erfahrungen mit den Thunderskies? Wolfgang Jenne hat seine 12 vor einigen Jahren gekauften 200Ah-Zellen aus seinem Wandler-Twike zu Hause liegen. Eigentlich schade. Weißt Du, wie sich die Thunderskies, bestellt kurz nach der großen englischen Sammelbestellung, sich verhalten, wenn man sie immer größtenteils entlädt?
Der Preis lag ja damals bei 1 Euro pro Ah, also nur 4 mal teuerer, als von Blei (Effekta).
Stimmt das, nur 300 Zyklen Lebensdauer? Für meine Kiste wären das 300 mal 40 km Lebensdauer, also, nur 12.000 km!
Da fahre ich ja glatt mit meinen Nicads besser? Die haben etwa das Doppelte an Kapazität. Bei allerdings 260kg statt 90kg die Thunderskies.
105 kg würden 100 zuusätzliche NiCad-Einzelzellen wiegen, bei einer nahezu unendlichen Strombelastbarkeit und 23 Ah Kapazität. Das scheint mir dann eher die bessere range-extender-Lösung zu sein.
Der Hauptvorteil wäre, ich könnte die Akkus immer schön und unbesorgt leerfahren.
Die Frage ist nur, was meine Sagembox dazu sagt, die ja die ein- und ausgehenden Ströme aufaddiert.
Das Problem hätte ich bei einem direkten Verbrenner-Zusatzantrieb nicht. Da wird alles ordnungsgemäß verbucht und richtig angezeigt.

Bernd
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
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#3
Lithium ist potentiell ein Metall, das große Energiemengen speichern kann. Die Praxis sieht oft anders aus. Dabei ist es eine Glückssache, ob die jeweilige Fertigungscharge viel oder wenig Energiezyklen bereitstellt. Gut zu sehen bei Thundersky, die ihr Produkt in drei verschiedenfarbigen, sonst gleichen Behältnissen verpacken: goldener Drache für die hoffnungserweckende Charge mit etlichen Tausend Zyklen erhoffter Kapazität. Tauchen Zweifel auf, wechselt man auf rot, den Schund liefert man uns in der Farbe des Todes, weiß. 300 Zyklen werden uns da noch versprochen, wem es Spaß macht, darf dann seine defekten Zellen noch nach China zurückschicken. Dabei wurden dann die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht und man kann davon ausgehen, dass bei den geringen Kosten der Ausgangsmaterialien für die Plattenpampe nicht absichtlich variiert wurde. Der Donner am Himmel bestimmt alleine über Glück und Unglück des Lithiumdrachens. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass schlechte Erfahrungen gern verschwiegen, ja abgeleugnet werden, gute aber groß aufgetischt. Es ist wie bei den Bleibatterien, wo die unterschiedlich ausfallenden Chargen aus dem scheinbar gleichen Material mit unterschiedlichen Namen unter das Volk gebracht werden. Dabei geschieht selten auch schon mal das Unglück, dass hochwertige Bleibatterien unter dem Namen "BIG" für 20 Euro bei Praktiker verschleudert wurden. Ich weiß aus der Fertigung von Panzerbatterien, dass auf die Platten aus der gleichen Presse unterschiedliche Markierungen gesetzt werden, wobei auch der Schund noch unter Markennamen verkauft wird, auch unter "Bosch". Auch dort gibt es große Unterschiede und der Kunde ist dann das Versuchskaninchen.
Ich weiß nicht, ob wir das richtige Klientel sind, die die weißen Glücksboxen von Thundersky testen sollten. Wenn ich dann noch vorgerechnet sehe, dass 300 Zyklen einer Bleibatterie von 3 kWh Kapazität nur für 12.000 km Reichweite genügen sollen, der Thunderskyschund gleichen Gewichts und mit der gleichen Zyklenzahl aber 100.000km, dann kann da etwas nicht stimmen, denn die weißen Akkus bringen bei gleicher Masse wie die Bleischwestern nach den Herstellerangaben nur die etwa 2,5 fache Kapazität. Der rauhe Alltag brachte dann aber ein Fiasko, abgesehen von der Brandgefahr mit Flusssäuredämpfen. Wer seine Euphorie noch bewahren möchte, muss die Kristallkugel, durch die er blickt, schon mächtig putzen. Schon was manche Hersteller gestern noch groß versprachen, heute aber auf den Verkaufsprospekten nicht mehr vorhanden ist, spricht Bände.
Jeder Lithiumakku im Laptop besitzt heute einen Überwachungsrechner. Es ist ein Leichtes, diesen so zu programmieren, dass von einer vorgeschriebenen Behandlung nicht abgewichen werden kann, und, dass das Batterieleben mitprotokolliert wird, ohne, dass die Mehrkosten pro Zelle sonderlich ins Gewicht fallen würden. Mit Hilfe dieses Systems müsste es möglich sein, eine garantierte Mindestanzahl zugesicherter Batteriezyklen zu erhalten. Euphorie ist jedoch billiger und läuft von selbst.
Auch bei mir.
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
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#4
[quote Bernd Schlueter]Jens, weißt Du etwas mehr über die bis jetzt gemachten Erfahrungen mit den Thunderskies?[/quote]Die schlechtesten Erfahrungen mit Akkus aus der 1. Serie gab es wohl mit den 90Ah-Typen, die waren fast alle Schrott.
Mit den anderen Typen gab es die bekannten Probleme wie hoher Innenwiderstand vor allem bei Kälte.

Als "range extender" mit niedrigen Lade- & Entladeströmen (<=C3) sind die Kapazitätsverluste bis jetzt aber minimal (zumindest bei den 26 !00Ah-Zellen in einem Renault Express :) )

[quote Bernd Schlueter]
Weißt Du, wie sich die Thunderskies, bestellt kurz nach der großen englischen Sammelbestellung, sich verhalten, wenn man sie immer größtenteils entlädt?[/quote]Nein aber frag mal hier: http://www.solarvan.co.uk .

Zu aktuellen TS-Problemen siehe meinen Beitrag im Batterieforum.

Gruß Jens
 

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