Feldschwächung/Speedwiderstand

  • Themenstarter Herbert Kaiser
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H

Herbert Kaiser

Guest
Hallo,

ich denke daran, mit dem Speed-Widerstand zu experimetieren. Leider verstehe ich nicht ganz, was damit gemacht werden muss, weil diejenigen, die darüber reden, für mich als Elektrotechniker unklare Begriffe wie "rausnehmen" benutzen ;-)
Also: Was macht man mit dem Speedwiderstand, um ihn ausser Funktion zu setzen? Überbrücken (Schaltkontakt parallel zum Widerstand) oder abschalten (Schaltkontakt in Reihe zum Widerstand)?

Schönen Gruss aus Aachen
Herbert
 
J

Jürgen Thiesen

Guest
Hallo Herbert,
abschalten! ---> ist aber nicht erlaubt!
Lass Dein El im werk auf den Scheibenlaeufer umruesten und die 62er Zulassung eintragen, dann hast Du was du willst, und auch noch legal _und_ mit mehr Reichweite.
Das Abschalten des Speedwiderstandes geht zu Lasten der Reichweite.

juergen
 
G

Georg Schütz

Guest
Bei Fahrzeugen mit Speedkit wird der Speedwiderstand(22 Ohm) in Reihe zur Compoundwicklung geschaltet. Dadurch verringert sich der Strom in dieser Wicklung, das Ergebnis: das El wird schneller, hat aber weniger Drehmoment und der Motorwirkungsgrad sinkt.
1. Nimmt man den Speedwiderstand heraus und verbindet man die Leitung zur Compoundwicklung wieder direkt (sozusagen Speedwiderstand = 0 Ohm), kann man z.B. das El als Kleinkraftrad anmelden (Unterlagen dazu gibt es bei der Citycom).
2. Es gibt auch die Möglichkeit den Speedwiderstand gegen unendlich zu schalten (oo Ohm). Dann wird die Leitung zur Compoundwicklung ganz unterbrochen. Das hat mehrere Folgen:
- das el wird erheblich schneller
- der Motorwirkungsgrad sinkt
- die Beschleunigung lässt nach
- wenn der Motor keinen Widerstand erfährt (wenn zum Beispiel der Antriebsriemen reißt), dreht der Motor mit der Drehzahl ungebremst auf und kann dabei sogar zerstört werden. Außerdem erlischt der Versicherungsschutz, da die Zulassung sich auf ein El mit Compound erstreckt.

Bei allen Veränderungen mit dem Speedwiderstand am Motor mit zwei Schraubenschlüsseln (die am Motor befindliche Mutter festhalten und die obere Mutter drehen) sonst kann sich die Mutter an der die Compoundwicklung angeschlossen ist sich drehen und der Kontakt zur Compoundwicklung reißt ab (man hat dann sozusagen den Speedwiderstand unendlich = Fall 2.). Ob die Anschlüsse zur Compondwicklung noch ok sind kannst du mit einem Durchgangsprüfer messen (ich messe bei der Compoundwicklung 8 Ohm).

Was einige El-Fahrer machen: Sie schalten parallel zum Speedwiderstand ein Kabel, das sie ein und ausschalten können. Damit hat man sozusagen ein Zweiganggetriebe. Ohne Speedwiderstand (0 Ohm) mit hohem Drehmoment (= guter Beschleunigung) anfahren und ab 40km/h den Schalter öffnen, so dass die Compoundwicklung über den Speedwiderstand (22 Ohm) versorgt wird.
 
H

Herbert Kaiser

Guest
Hej,

danke, rasendschnelle Antworten :) Georg, das mit dem "Zweigang-Getriebe" ist das, was ich gerne machen möchte. Welche Ströme fliessen denn da, das heisst, für welche Belastung muss der Schalt-Kontakt ausgelegt sein?

Schönen Dank nochmal und Gruss aus Aachen
Herbert
 

Matze

Neues Mitglied
17.12.2017
0
Ich messe bei meiner Compoundwicklung mit (einem Multimeter) genau 16Ohm.

Was sagt der TÜV zum "2-Gang-Getriebe" ?
Ist es erlaubt oder verboten? Wie ist es wenn man es als 45km/h-Version anmeldet? Muss ich dann den Schalter abmontieren oder sperren?

Danke
Matze
 
G

Georg Schütz

Guest
Gemessen habe ich den Strom der Compoundwicklung nicht und Unterlagen dazu besitze ich auch nicht. Aber wenn man von einer maximalen Spannung von 40V und einem Widerstand von 8-16 Ohm ausgeht und noch weiß, dass eine stromdurchflossene Spule mit ihrem Widerstand nach oben geht, sollte man von einem Strom von maximal 5 A ausgehen.
Da der "erste Gang" meistens bei der Geschwindigkeit 0km/h eingelegt wird und der dort noch kein Strom fließt, wird der Schalter ohnehin wenig belastet, da er überwiegend stromlos eingeschaltet wird.
Übrigens könnte man auch ein Automatikgetriebe bauen: beim Tacho an die 40km/h LED des Tachos gehen, mit der dort anliegenden Spannung ein Transistorschaltung mit anschließendem Relais schalten.
 

Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
Georg Schütz schrieb:

Übrigens könnte man auch ein Automatikgetriebe bauen: beim
Tacho an die 40km/h LED des Tachos gehen, mit der dort
anliegenden Spannung ein Transistorschaltung mit
anschließendem Relais schalten.

Mein Spieltrieb will keine Automatik :)
Spaß beiseite: Ich fahre öfter so mit 50km/h in unserer Ortsdurchfahrt bei voll getretenem Fahrpoti dahin. Bei vorausschauender Fahrweise versuche ich, möglichst wenig bremsen zu müssen. Statt das "Gas"-Pedal zu lupfen, schalte ich meinen Speedwiderstand kurz und erreiche damit eine sanfte Geschwindigkeitsverringerung, weil dann nur noch 20-25A fließen.
Das dürfte wahrscheinlich für die Energiebilanz besser sein, weil der Motor mit vollem Nebenschlußfeld effektiver arbeitet.
Wenn der Verkehr wieder mehr Speed erlaubt, wird der Speedwiderstand wieder reingeschaltet.

 
H

Herbert Kaiser

Guest
Hallo,

danke für die interessanten Antworten. Mein "Zweigang-Schalter" ist jetzt eingebaut, und ich bemerke schon den besseren "Anzug". Am Berg bringt mir das aber leider nichts - das hatte ich gehofft - denn da krieche ich immer noch - mit langer Schlange hinter mir - mit 30 km/h hoch. Nagut, wenigstens kann ich jetzt mit weniger Stromverbrauch "kriechen".

Beim Beginn des Umbaus musste ich feststellen, dass einer der Vorbesitzer den Anschluss an E2, also die Compound-Wicklung, abgeklemmt hatte :eek: Das erklärt teilweise das schlappe Fahrverhalten an Steigungen. Sehr ärgerlich finde ich das allerdings, denn wenn ich schon auf einer "Bombe" fahre, möchte ich doch wenigstens selber die Entscheidung dazu getroffen haben.
Daher mein Tip an Gebraucht-El-Käufer: Nachgucken, ob E2 angschlossen ist, denn das scheint eine der häufigsten Basteleien zu sein (Null Aufwand, Null Know-How vonnöten).

Schönen Gruss aus Aachen
Herbert
 

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