Eine eher exotische Idee eines E-Fahrzeuges

07.12.2004
79
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#1
Hallo,

um mal eine andere Idee für ein E-Fahrzeug zu sehen, schaut mal unter
http://evworld.com/databases/storybuilder.cfm?storyid=345

ich denke dass das Ding doch irgendwie Gleichgewichtsprobleme, wie auch Probleme mit der Federung bekommen könnte...

Wolfgang
 
B

Bernd Degwer

Guest
#2
Hallo Wolfgang,

das Ding erinnert mich an den Segway-Roller http://www.segway.com/" mit den zwei seitlichen Rädern. Hier gab es ja auch nur zwei Räder rechts und links je eins!

Der Antrieb des Autos hört sich jedoch interessant an. Zwei 50Zoll Motoren im Rad sorgen für den Vortrieb.....

Ob ich mich da reinsetzten würde weiß ich nicht, ich hätte, glaube ich, Angst das das Ding mit mir Karussel fährt!

Gruß
Bernd
 
R

Roland H.

Guest
#3
Mag sein,
dass sich das wie ein Aprilscherz anhoert.
Aber jegliche innovation hoert sich fuer die "alten Hasen" immer erst mal wie ein Aprilscherz an.

Ich denke auch, wenn ein Segway das Gleichgewichtsproblem loesen konnte, dann kann es dieses Fahrzeug allemal.

Dieser Mann ist jedenfalls eher ein Visionaer als alle die im OSCar project immer nur alte Autovorstellungen in weiteren Variationen breitgeschlagen haben.

Wir brauchen noch viel mehr solcher "Spinnereien" um wirklichen Fortschritt zu erzielen.

Gruss
Roland
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
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#4
Hallo Roland,

ich habe überhaupt nichts gegen solche Visionen und "Spinnereien". Mich wundert nur und ärgert auch manchmal mit welcher Energie und Phantasie Dinge entworfen und sogar gebaut werden, die die Welt nicht braucht. Segway halte ich nach dem vorangegangenen Pressetamtam und der Geheimniskrämerei für den größten Flopp des Jahrhunderts (aber das ist nur meine Meinung). Wozu haben die Menschen eigentlich Beine? Für das Segway-Tempo kann man sicher genauso gut Fahrrad oder Inline-Skates fahren. Für mich ist Segway leider wieder ein Beispiel für sinnlose Verschwendung. Ähnliches Beispiel sind batteriebetriebene Personen- oder Küchenwaagen, die einem auch noch eine überhaupt nicht vorhandene Genauigkeit vorgaukeln. Jede Federwaage erfüllt den gleichen Zweck genauso gut und ohne Folgekosten. (Jetzt komme ich aber total vom Thema ab.)
Ich gönne jedem den Spaß mit Segway, am besten, wenn jeder auch selbst den nötigen Strom dafür erzeugt ;-)

Warum baut niemand bezahlbare Hochenergiebatterien (oder -kondensatoren)?
Warum baut niemand hocheffiziente, leichte und billige Elektromotoren?
Haben wir einen Bedarf nach Mobilität ohne Reue oder nicht?
Haben wir ein globales Klimaproblem oder nicht?

Entschuldige bitte, wenn das alles sehr vorwurfsvoll klingt, das ist gar nicht meine Absicht. Im Grunde sind wir vermutlich einer Meinung, was den Nutzen von Elektrofahrzeugen angeht. Sie könnten jedoch noch viel performanter und attraktiver und auch billiger sein. Es interessiert sich nur kaum jemand dafür.

Mit den OSCar-Ideen hast Du sicher recht, die meisten Leute wollten dort scheinbar eh nur Internet im vorhandenen Auto (*gähn*).

Sonnige Grüße
M"R"R
 
04.09.2007
115
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#5
Das Problem ist wohl, dass man eine Innovation nicht von Anfang an von einer Spinnerei unterscheiden kann. Und auch eine Spinnerei kann die nötige Inspiration für eine Innovation liefern. Das Problem mit der "Spinnerei" namens Segway ist wohl in erster Linie, dass man damit nichts machen kann, was nicht auch zu Fuß möglich wäre. Es sieht zwar "cool" aus, aber diese Coolness ist wohl kaum jemandem 3000 Euro wert. Das Problem mit der "Innovation" namens Leicht-Elektromobil (City-el, Twike, Sam etc.) ist ja leider auch, dass man damit nichts machen kann, was nicht auch mit einem "richtigen" Auto möglich wäre. Der geringe Abstand der Kosten zu denen eines Verbrenner-Fahrzeuges rechtfertigt keineswegs die massiven Nachteile (insbesondere Reichweite und Tankstellennetz), vom "Fahren ohne Reue" kann sich niemand was kaufen und bei 2500 E-Fahrzeugen in Deutschland in Relation zu 50 Millionen Verbrenner-Fahrzeugen (0,05 Promille Marktanteil) ist global betrachtet die Umweltschonung vernachlässigbar. Da bringt es schon mehr, den Benzinverbrauch durch eine speziell geschnörkelte Designer-Zündkerze um ein viertel Promille zu reduzieren (aber das ist ja nicht so Medienwirksam). Um auf lange Sicht einen merklichen positiven Effekt zu erzielen müsste man schon etwas weiter denken:

Zunächst einmal müssen die Anschaffungskosten für ein E-Mobil DEUTLICH (!!!) unter denen eines Verbrenner-Fahrzeuges liegen, denn nur so bringt man eine ausreichende Zahl von Leuten zum Umdenken. Wie beim SAM durch das Batterie-Leasing die Batteriekosten aus dem Neupreis herauszuhalten ist zwar schon ein guter Ansatz, aber mit bestenfalls ein paar Hundert Euro Abstand zum Smart ist das auch noch kein Durchbruch. Solange wir weiter daran festhalten, das JEDES Fahrzeug mindestens zwei Sitzplätze, möglichst über 200kg Zuladung haben und im normalen (Raser-)Strassenverkehr "mitschwimmen" können muss (80km/h+) wird sich daran auch nicht viel ändern ;-(. Überlegt doch mal, wieviel Prozent eurer Fahrten ihr mit einem Sitzplatz, 40km Reichweite und 65km/h Höchstgeschwindigkeit machen könntet (Aufwand je km etwa ein drittel geringer als beim SAM). Und überlegt dann mal, wieviel Prozent eurer Fahrten ihr auch mit dem SAM (2 Plätze, 60km, 85km/h) NICHT machen könntet. Da man ohnehin kein Fahrzeug mit vertretbarem Aufwand für 100 Prozent aller Mobilitätsbedürfnisse konstruieren kann und daher IMMER irgendeine Alternative (Zweitwagen, Mietwagen, Öffentl. Verkehrsmittel etc.) nötig sein wird, halte ich eine solche Konstruktion für sinnvoller als eine Akabine oder ein Carbike oder ähnliches. Ein entsprechend kleines Fahrzeug hätte auch noch weitere Vorteile. Das Beispiel mit dem Segway zeigt doch deutlich, dass sich das Mobilitätsbedürfnis geändert hat. Ein regenfestes Fahrzeug mit Autobahnzulassung das als Fahrrad oder Motorroller "getarnt" in der Fussgängerzone knöllchenfrei geparkt werden darf und das man auch mal in der S-Bahn mitnehmen kann ist doch allemal besser als Inline-Skates für akrobatisch veranlagte oder so komische Kinder-Roller, oder? ;-) Einen entsprechenden Entwurf habe ich vor einiger Zeit mal als "optimiertes Individualverkehrsmittel" ins Forum gestellt, aber das war den Leuten damals noch etwas zu trocken. Ich habe dem Ding jetzt einen Namen gegeben (Cyclon-E) und versuche nochmal die Diskussion anzufachen. Wenn das klappt, dann interessiert sich wohlmöglich irgendwann auch mal einer für mein "Zweipersonen-E-Wohnmobil" ;-)

SternFuchs
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
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#7
Hallo Natascha!

Den Namen "Cyclon E" für das "optimierte Individualverkehrsmittel" solltest Du Dir besser noch einmal überlegen. Bei mir weckt das sofort böse Erinnerungen (siehe: http://www.shoa.de/zyklon_b.html ).

Zu den nötigen Innovationen bezüglich Mobilität gebe ich jetzt einfach mal eine renomierte Internetadresse an:
http://www.hydrogen.org/Wissen/Vt.html (hier geht es zwar um Stadtbusse und Verteilerfahrzeuge aber der Entwicklungsbedarf ist ähnlich, siehe Ende Kapitel 5)
Zitat daraus:
" - Geschaltete Reluktanz-Maschine
- Brennstoffzellentechnik
- Fortschrittliche elektrische Energiespeicher (Nickelmetallhydrid-, Zn/Luft-, Lithium/Polymer-Batterie, Hochleistungskondensatoren)"

Ein interessantes Licht auf Entwicklungsbedarf werfen auch die vom BMBF geförderten Projekte "OKOFEH" und "NEMO" (zu sehen unter: http://www.minimalemission.de/projekte.htm )
Zitat zu NEMO: "Aufgrund gesetzlicher Vorschriften wird die Bedeutung der Elektromotoren für den Individualverkehr immer größer. Da bis zum heutigen Tage nur Elektromotoren zum Einsatz kommen, die für den Automobilsektor ungeeignet sind und nicht für die Großserien ausgelegt sind, ist es erforderlich, zielgerichtet neue elektromotorische Gesamtsysteme zu konzipieren."

Ich denke, das sagt alles über dringend benötigte Entwicklungen.

Sonnige Grüße
Michael
 
04.09.2007
115
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#8
Danke für den Hinweis! Da der Name "Cyclone" schon für ein (Elektro-)Motorrad aus einer Japanischen Zeichentrickserie verwendet wird ;-(, hatte ich (um Urheberrechts-Klagen aus dem Wege zu gehen) ein wenig probiert. Aber ich halte diese Diskussion für ähnlich zweckfrei wie die Diskussion, ob Karl Zimmermann, Sigrid Sommer und Gunther Bauer aus Köln sich ihre Initialen aufs Nummernschild schreiben sollen oder nicht. Wohlmöglich werden demnächst in den USA auch keine Elektrofahrzeuge mehr erlaubt weil das Erinnerungen an den Elektrischen Stuhl wachrufen könnte! Ich bin aber offen für Vorschläge.

MfG
Natascha Schlüter
 
J

Joachim

Guest
#9
Hallo,

mit scheint, die Lösung des Stabilitätsproblems haben bisher alle überlesen... Der Schwerpunkt des Gefährts liegt weit unterhalb der Achse, daher kippt das Ding beim bremsen nicht vorneüber, sondern die Kabine schwingt stattdessen mit dem Fußraum nach oben. Im Prinzip wie eine Schaukel...

Die Idee ist garnicht schlecht, nur frage ich mich, wie der Entwickler das Problem lösen will, daß man bei einer Vollbremsung plötzlich in den Himmel schaut und das Hindernis nicht mehr sieht... ;)

Ciao, ...Joachim
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.353
40
Filderstadt
www.elweb.info
#10
Hi,
ioch denke nicht daß der bei einer Vollbremsung in den Himmel schaut, sondern auf den Boden, bis sein Fußraum am Boden anschlägt! Stellt Euch vor Kabine und Rad sind starr, letzendlich müßte das ganze Vehikel ja ins Rollen kommen.
Grüße
Ralf
 
07.12.2004
79
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#11
<b>Hallo Joachim,</b>

ich hab mir mal kurz zu dem Thema Gedanken gemacht.
Wenn der Schwerpunkt unterhalb des Drehpunktes liegt, ist das Ding tatsächlich im Gleichgewicht. Dies gilt so lange es steht, oder sich gleichmässig fortbewegt. Ich denke mit ein bisschen Elektronik könnte die Pendelbewegung während der Fahrt sogar in den Griff gebracht werden (Der Antriebsmotor wirkt ja direkt auf das Drehmoment der Pendelbewegung). In dem Moment aber, wo eine Beschleunigung oder Abbremsung notwendig wird, muss ja ein bestimmtes Drehmoment aufgebracht werden um das Fahrzeug abzubremsen. Dieses Drehmoment wirkt auf die Kabine, die sich dann zu drehen beginnt und ist bei konstanter Beschleunigung auch konstant.
Auf den Schwerpunkt hingegen wirkt die Massenträgheitskraft, der Beschleunigung entgegengesetzt. Bei bestimmten Verhältnissen (Gewicht des Fahrzeuges und Abstand vom Schwerpunkt zum Drehpunkt) kann diese Kraft tatsächlich ausgeglichen werden, und die Kabine bleibt horizontal.
<img src="http://www.spider.li/images/gleichgewicht.gif">
Das bedeutet allerdings dass die Lage des Schwerpunktes vor jeder Fahrt auf das Gewicht des Fahrzeuges neu eingestellt wird (Lage der Batterien oder der Zuladung (Fahrer)). Dies könnte sogar auch elektronisch erfolgen.

Dann kommt aber die nächste Schwierigkeit: Das System ist leider labil. Das heisst, in dem Moment wo ein bisschen ein Neigung der Kabine auftritt, verkleinert sich das Gegenmoment durch die Massenträgheit, da der Abstand des Schwerpunktes zum Drehpunkt immer kleiner wird und bei einem bestimmten Winkel (also wenn Du in den Himmel oder den Boden schaust) sogar Null wird. (Die Massenträgheitskraft wirkt immer horizontal) Dann wirkt das volle Drehmoment der Bremsung/Beschleunigung und Du sitzt in einem rotierenden Ball.
<img src="http://www.spider.li/images/drehung.gif">
Vielleicht hat jemand mal eine gute Idee wie man so was in den Griff bekommen könnte, denn die Idee wäre ja schon cool !

schöne Grüsse,
Wolfgang