AGM:Wo befindet sich der Rekombinator? - Elektroauto Forum

AGM:Wo befindet sich der Rekombinator?

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andreas

Guest
Hallo
Wo sitzt bei Vlies oder Gel-Batterien der Rekombinator, der aus Knallgas Wasser erzeugt?
Hintergrund: Sollen AGM bis zur/über die Gasungsspannung geladen werden? Dabei entsteht Gas, steigt es durch das Vlies auf und wird oben Rekombiniert? Oder wird es bereits im Vlies oder Elekrolyten oder woanders zu Wasser umgebildet? Wenn das Gas erst im Deckel Rekombiniert wird, tritt eine starke Säureschichtung auf. Diese könnte praktisch nicht rückgängig gemacht werden.
Daß eine Gasung durch 20cm vertikales Vlies zu einer Säuredurchmischung im Vlies führt, kann ich mir schwer vorstellen.
Hat jemand einen Link zum Thema? Habe keine verlässliche Information gefunden.
Gruß
Andreas
 
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reinhold

Guest
Hallo Andreas:
AGM und Gel haben eine interne rekombination.
Das findet (Ich weiss nicht genau wie) im Fliess bzw Gel statt.
Deshalb sind feine Poren drin.
ein wesentlicher Faktor ist auch: s herrscht Überdruck.
natürlich kontrolliert; damit nix platzt; die Überdruckventile sind normalerweise in den Stöpseln.
Die Rekombination ist nur mit kleinen Strömen möglich.

Geladen wird normalerweise IUIA; 10-30%C; bis 2,35V/Z
dann weiter mit ca 1,5%C x 3Std.
Dann kannst Du eine vernünftige Lebensdauer erwarten.
Wichtig ist auch: die Entladespannung;
beim entladen fällt die Spannung viel langsamer.
Das heisst; unter 11,5V ist ziemlich schnell Schluss.
Die Batterie soll ja nur zu 80 % entladen werden; doch wo ist der Punkt???
Es hilft nur Reichweitetests mit kontrollierter Wiederaufladung; mit Energiemonitor.

Säureschichtung:
gibt es auch bei AGM und Gel; dauert aber viel länger.
Viel vergnügen beim Basteln!
Tschau
Reinhold
 
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andreas

Guest
Hallo Reinhold
Meintest Du 1.5% oder 1-5%? Habe ich das richtig verstanden, gibt es in der IA-Phase keine Spannungsregelung, oder nur eine Grenzspannung, die weitaus höher liegt?
Ich frage, weil aus irgendeinem Grund meine CTEK MultiXS25000 Lader die CTM- Batterien anscheinend nicht richtig vollladen. Dabei verwende ich die Betriebsart "Normal", siehe http://www.ctek.com/pdf/manualer/Manual_300W-DE.pdf .
Bei der Diskussion mit dem Lieferanten der CTM kam heraus, daß die Ladespannung mit 14.4 V (T-kompensiert) zu niedrig liegt (Bei kleineren CTEK-Ladern läßt sich die Ladeschlussspannung von 14.4 auf 14.7 V umschalten).
Es gibt aber noch die Betriebsart "Recond". Dabei wird mit einem maximalen Strom von 5 A bis zu 15.9 V geladen. Die Dauer dieser Phase hängt vom Anfangszustand der Batterie ab und variiert zwischen 0.5-4 Stunden. Diese Betriebsart habe ich bisher nicht verwendet. Ich habe bisher angenommen, daß diese Betriebsart dem Umschichten der Säure durch Gasbildung bei offenen Typen dient und nicht für Gel oder Vlies gedacht ist. Im Datenblatt der CTM ist eine Ladeschlussspannung von 14.4-15V bei "Cycle" und 25°C angegeben.
Denn ich frage mich, ob diese Spannung nicht zu hoch ist, und die Batterien zur Gasung bringt. Woraufhin Flüssigkeit verloren gehen könnte, was die Lebensdauer drastisch einschränkt.
Oder ist der Rekombinator in der Lage, das entstehende Gas komplett zu Wasser zu wandeln? Du schreibst es ist Stromabhängig, das klingt plausibel. Dann wäre "Recond" wahrscheinlich die bessere Betriebsart.
Gruß
Andreas
 
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Jürgen

Guest
Hallo Reinhold

Ich fahre nun auch schon seit über 2 Jahren Blei-Vlisbatterien. Die Rekombination ist schon sehr wichtig, um den Ausgleich der Zellen sicherzustellen. Wenn ich es richtig verstanden habe, geschieht die Rekombination durch den Separator. Da verhalten sich Gel und Vlies ähnlich. Doch ist es mit Gel problematischer, da der Separator dicker ist. Deshalb sollte man den Ausgleichstrom niedriger halten.
Auch gehe ich davon aus, daß die Rekombination temperaturabhängig ist. Deshalb gehe ich im Winter mit dem Strom runter. Diesbezüglich würde sich eine Meßreihe lohnen, um es etwas genauer zu erfassen.
Grundsätzlich mache ich meinen Ausgleich mit 3 A/ 100Ah. Bei ca 16V / Block fließen dann nur noch 1 A. Das hat sich bewährt, ist unkritisch.
Das hat nun schon über 26.000 Km problemlos funktioniert.
Die Rekombination ist so wirkungsvoll, daß ein Vliesakku im Sommer so heiß werden kann, daß das Gehäuse des Akkus weich wird. Die Energie wird ja in Wärme umgesetzt. Habe ich schonmal ausprobiert.

Jürgen aus Finsterwalde.
 
A

andreas

Guest
Hallo Jürgen
Jetzt wird es aber wirklich kompliziert: Temperatur hoch : niedrigere Schlussspannung bei höherem Strom. Oder begrenzt Du nur den Strom Temperaturabhängig und hälst die Zeit konstant? Geht das beim HF-Lader? Gibt es einen Link zum HF-Lader?
Würden denn 30 Minuten bei "Recond" (Da die Batterien meist nicht tiefentladen werden) ausreichen? Wie lange hälst Du die Spannung und wie wurde direkt davor geladen? Welche Batterie-Marke verwendest Du?
Das mit der Messreihe verstehe ich nicht. Wie kann man denn das Einsetzen der Gasung und die Rekombination feststellen?
Danke für die Tips, denn die gibt C nicht, und das finde ich sehr schade.
Gruß
Andreas
 
J

Jürgen

Guest
Hallo Andreas

Ja, viele Fragen auf einmal. Hier hatte auch schon mal wer die Aussage getroffen, daß es so viele Meinungen zur Akkumulatorphilosophie gibt, wie Emobilfahrer. Was ist richtig? Wie funktioniert ein Bleiakku. Viele offene Fragen konnte mir noch keiner beantworten. Auch ist Literatur spärlich und ungenau.
Deshalb möchte ich mir nicht anmaßen, daß ich mit meiner Meinung richtig liege.
Aber wenn man sich lange genug mit Akkus beschäftigt, kann man ein Gespür aufbauen und herausfinden, was ihnen gut tut.
Wenn ich eine Ausgleichsladung mache (ca. jede Woche), schalte ich ein zusätzliches Ladegerät zur Batterie, während des normalen Ladevorganges. Das Ladegerät schaltet sich zum Ladeende ab. der Ausgleichslader lädt weiter mit 3A bis ca.16V/Block erreicht ist. Dann fließen aber nur noch 1A. Wenn die Spannung nicht mehr steigt, sind alle Zellen vollgeladen und gleich. Diesen geringen Strom kann ein Vliesakku verkraften, auch wenn die Blockspannung sehr hoch ist. Aber man hat den Vorteil, daß der Ausgleich gründlich erfolgt, und die Sulfatierung weitestgehend vermieden wird.
Als Ausgleichslader habe ich mir einen Ringkerntrafo mit Graetzgleichrichter ohne Regelung gebaut und so gewickelt, daß garade 1 A bei 16V Blockspannung fließt. Als Dioden bieten sich welche mit geringer Flußspannung an.
Als Lader habe ich einen HF-Lader und gelegentlich zum Schnelladen ein Schweißinverter.
Als Batterien habe ich Vließakkus im Einsatz
Die Rekombination zu erfassen wird nicht einfach sein. Ist sie unvollständig, wird der Akku über die Ventile Gas ablassen, was man hören kann.
Ich denke, das es nicht gut ist, die Ventile zu öffnen um Wasser nachzufüllen. Die Säure wird sich schlecht oder nicht mischen und ein Druckverlust ist sicher nicht gut für die Rekombinatin. Ich habe es versuchsweise gemacht und ca. 5.000 Km später waren diese Blöcke sehr schlecht.

http://www.basytec.de/pbbatterie/Bleibatterie.html#_Die_verschlossene_Bleibatterie

Jürgen aus Finsterwalde.
 

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