Überlegung zur Belebung des Batteriemarktes

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Um mehr Bewegung auf den Markt für Mignons zu bringen, hätte ich folgenden Vorschlag:
Der Hauptmarkt für Akkus liegt immer noch in der Automobilbranche. Wenn wir hier Mignons als Zusatz einführen würden, könnte dies den gesamten Markt beflügeln.
Folgende Überlegung: Wenn wir unsere PKWs mit der zulässigen Mindestbleiakkugröße ausrüsten, ist die Batterielebensdauer nicht sehr lang.
Paaren wir diese jedoch mit einem z.B. 4kg-Block aus Nicad-Mignons, so erhalten wir nicht nur eine zusätzliche, leistungsfähige Stromquelle von ca 300 Ampere bei 12 Volt, sondern die Bleibatterielebensdauer wird vervielfacht, da der ruinöse Anlassstrom entfällt. (< pisakonform mit 3 "s"?)
Ein Batteriemanagement, das von der Bleibatterie aus die Batterien erst ab einer bestimmten Entladegrenze in einem Stück schonend nachlädt, garantiert hohe Zyklenfestigkeit. 10.000 Anlassvorgänge sollten da schon drin sein, also ein Autoleben lang halten. 6 Jahre Lebensdauer der verkleinerten Bleibatterie sollte dann die Regel sein.
Wenn sich dieser Markt auch auf die Entwicklung von Supercaps ausdehnen sollte, dürfte das für uns nicht nachteilig sein.
Denkbar wäre übrigens auch eine zweite, separate Spannungsversorgung für den Anlasser, dessen Bürsten durch den zu hohen Strom im Niedervoltbereich hoher Abnutzung und hohem Verlust unterworfen ist. Die Einführung der 42-Volttechnik wäre dann überflüssig.
Klar, würden wir dann diese Zusatzakkus kaufen, wenn der dann offene Markt diese preisgünstig anbietet. Wenn wir "politisches" Gewicht auf diese Sparte legen würden, könnten wir wahrscheinlich mehr erreichen, als durch Bestellmassnahmen aus unserem Bereich.

200 Mignonzellen sind in ca. 2 Liter Volumen zu bündeln. An die Seite einer Mindestbleibatterie gestellt, würde solch ein Paket mit Höhe und Breite der Bleibatterie eine Dicke von ca. 6 cm haben. Besser würde man diese aber unmittelbar am Anlasser anbringen, allerdings mit tödlicher Erschütterung.. Ankoppelung über Diode und Ladeelektronik.

Nicht anspringende Autos würden der Vergangenheit angehören. 200 Akkus kosten allerdings 100 Euro, wenn ich einmal den NiMh-Preis von Roland zugrunde lege. Natürlich wäre auch der Einsatz von NiMh und Lithium-Polymer möglich, wenn diese einer ähnlichen Strombelastung von bis zu 20C widerstehen. Bei Lithium würde ich das gleiche Volumen vorsehen, um Platz für Explosions- und Feuerschutz integrieren zu können.
Eine reine Mignonlösung ist den Automobilherstellern zu teuer. Die knausern mit Pfennigen (1/2 KWh , nur Lithium ist wegen der dauernden Volladung möglich).

Wollen wir, ja, wir hier, nicht versuchen, leere Mignon-Kisten für die Verbrenner auf den Markt bringen? Das würde den Umstieg beschleunigen. Diese Kästen würden auch in unsere E-Autos passen und wir können erst einmal vorsichtig testen...
 
M

Matthias

Guest
Hallo Bernd,

das halte ich für absoluten Quatsch. Viele Autobaterien halten 10 Jahre, die die
schneller kaputt gehen haben meistens sehr viel Stadtverkehr oder Start/Stop (3l Polo). Beim Stadtverkehr (insbesondere im Winter) werden die Akkus entladen, da nützen die zusätzlichen Mignons gar nichts ...
DIe Größe der Batterie beim Benzineren könnte man sowieso nicht verkleinern, die sie meist nicht nach dem Anlassertest (-20 oder -30° 30sec) sondern nach dem Flughafentest (14 Tage stehenlassen) dimensioniert werden.

Warum sollte man denn Mignons nehmen ? Da eine Mignonzelle auch nur aufgerollt ist, wäre doch eine Baby oder Mono Zelle mit entsprechender Kapazität viel besser. Dann könnte man sich einen Teil der Parallelschaltung sparen.
Gewicht und Preis pro kwh sollte gleich bleiben, aber bei Monozellen mit ca. 10 Ah nur ein fünftel der Zellen.

Matthias
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Du magst heute recht haben. Aber ich musste öfter Akkus nachkaufen, bin also vielleicht nicht ganz im Bilde. Die Mignons sind insgesamt billiger und in der Wärmeabfuhr besser. Auch müsste man die Monos mit Sichheit verschweißen, dann könnte man auch gleich eine einzige, kompakte Batterie nutzen. Der Markt für Monozellen und Babies ist einfach zu klein, Mignons, allenfalls Sub-D sind die Massenartikel. Sub-D auch nur für kommerzielle Ausrüster und geschweißt...
Sonst hast Du recht.
In jedem Fall günstiger könnte es sein, wenn wir das Rohmaterial beziehen, sprich, die biegsamen Lithiumpolymer-Platten oder Bänder, die wir zwischen Sicherheitslagen selbst zu Säulen zusammenbauen. Das Aufdrehen und Verpacken in Mignongehäusen kostet eigentlich nur unnötig Geld, Raum und Gewicht.
Trotzdem erscheinen sie ja unerreicht günstig zu sein. Das sollten wir ausnutzen.
Endziel ist natürlich die wirklich wirtschaftliche Zelle.
 

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