Was ist das denn?


H

Herbert Kaiser

Guest
#2
Hallo,

eine halbstündige Recherche im Internet hat ergeben, dass Informationen über dieses Produkt entweder
- von Leuten stammen, die damit Geld verdienen wollen und es dementsprechend in den Himmel preisen (98% der gefundenen Äusserungen)
oder
- von Fachleuten, die dem ganzen ausserordentlich skeptisch gegenüber stehen, aber denen auch keine genauen Daten aus unabhängiger Quelle zur Verfügung stehen.
Also: Ausser den hochtrabenden Behauptungen des Herstellers und der Verkäufer (etliche der im Internet zu findenden Beiträge über "Pholon" beginnen typischerweise mit "Make money with a revolutionaty product!") gibt es offensichtlich keinerlei unabhängige Tests dieses Produktes. Bisher weiss allerdings offensichtlich niemand, was in dem Zeug eigentlich drin ist, ob es wirkt oder unter Umständen der Batterie sogar schadet. Sollte sich mit damit wirklich die Batterieleistung erhöhen lassen, werden wir sehr schnell von unabhängiger Seite davon hören.
Bis dahin lasse ich die Finger davon, bevor ich mir irgendein - auch noch billiges - Wundermittel in die teuren Batterien kippe.

Gruss
Herbert aus Aachen
 

Bernd Kürten

Neues Mitglied
29.04.2006
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#3
Ich vermute, dass der Hauptbestandteil Phosphorsäure ist. Diese ist tatsächlich in der Lage, die Hochstromfestigkeit von Bleibatterien deutlich zu verbessern und wird auch von einigen Batterieherstellern speziell Traktionsbatterien zugesetzt. Die Wirkung von Phosphorsäure wird auch in der sogenannten "Kugelhaufentheorie" mit erläutert. Phosphorsäure ist aber sicherlich billiger zu bekommen.

Sonnige Grüße
Bernd
 
J

Jürgen

Guest
#4
Hallo Bernd

Ich interessiere mich für die Grundlagen der Funktion der Bleibatterien. Nun bin ich schon ein paar mal über den Begriff Kugelhaufentheorie gestolpert und kann absolut nichts im Internet dazu finden. Kannst Du mir dazu weiterhelfen?
Ich habe noch viele ungeklärte Fragen in Bezug zur Funktionsweise des Bleiakkus. Spezielles findet man sehr schwer.

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen aus Finsterwalde.
 
#5
Hallo Jürgen aus dem Finsterwalde,
es gab 1990 eine Veröffentlichung von Prof. Winsel, der damals bei VARTA arbeitete. Er hat darin sein Kugelhaufen-Modell beschrieben, das die Vorgänge innerhalb der Batterie erklärte.
Hauptpunkte: Die Akkus, sowohl Blei als auch NC, sollten mit etwa den Strömen geladen werden, die auch beim Entladen fliessen. Er propagierte damit Hochstromladen. Nach dieser Theorie sollten Akkus in einer halben Stunde bis 2 Stunden voll geladen werden.
Nach eigenen bitteren Erfahrungen (1993 mit einem ATW Ligier Optima, 5 Batteriesätze in 1 1/2 Jahren, damals Hagen drysafe 60 Ah Blei-Vlies Batterie) kann ich das nur bestätigen. Die meisten Akkus "verhungern" durch zu niedrige Ladeströme.
Ein paar Jahre danach bekam ich vom Kollegen Messmer in Freiburg (dem Erbauer der legendären Messmer-Batterie, eine offene Blei-Säure Batterie mit erhöhtem Innendruck) eine Kopie dieser Schrift von Prof. Winsel ausgehändigt.
Die Schrift hat rund 20 Seiten oder so und viele handschriftliche Anmerkungen. Wenn Du eine Kopie haben willst, rufe mich mal an:

Roland Reichel, bsm, 09194 8900
oder sende ein e-mail: rr@solarmobil.net

P.S. Kollege Bernd Kürten hat eine Kopie von mir bekommen und er hat mir im Gegenzug weitere Veröffentlichungen zum Thema rausgesucht. Es ist insgesamt ein hochinterressantes Thema, nicht ganz leicht, und etwas Einarbeitung ist nötig.
Prof. Winsel soll noch leben und im Kasseler Raum etwas forschen, jetzt hauptsächlich im Bereich Wasserstoff. Ich habe ihn im Internet und in den Telefon-CDs noch nicht finden können.
 
R

Ralf Graupner

Guest
#6
Hallo,

vielleicht sollte man noch dazu sagen, dass sich einige Leute mit dem vorzeitigen Batterietod von Bleibatterien beschäftigt haben. Und da gibt es sowohl Effekte die die negative Platte und andere, die die positive Platte betreffen. Die Batteriepulser, über die hier so viel diskutiert wird, sollen eine Sulfatierung der negativen Platte verhindern (oder sogar abbauen). Es gibt aber auch Veränderungen, die die positive Platte betreffen. Diese sind manchmal (zumindest teilweise) reversibel, wenn man z.B. tief entlädt, oder mit hohem Strom lädt. Was genau passiert, weiss man immer noch nicht. Die Platte ändert sich aber in der Struktur, das kann man im Elektronenmikroskop sehen. Die Kugelhaufentheorie (Agglomeration of Spheres) ist eine mikroskopische Theorie darüber, was da passiert und warum. Ziemlich viel Elektrochemie, aber ganz interessant.
Aber was man meiner Meinung nach über Bleibatterien leider sagen muss ist: "den Grund" für einen Batterietod gibt es meiner Meinung nach nicht. Daher habe ich auch noch kein Patentrezept gehört oder gefunden, so nach dem Motto: Tu das und das, und deine Batterie hält garantiert so und so viel Jahre bzw. so und so viele Kilometer. Jede Batterie ist anders und jede Anwendung ist anders.

Ralf
 
W

wotan (bernhard brüggemann)

Guest
#8
hallo
erinnere mich schwach aus früheren zeiten,als ich noch verzweifelt theorien zum
vorzeitigen tod meiner mini-el akkus sammelte.ein mir bekannter elektronik-
entwickler (ladegeräte für amerikanische elekto-trucks u.golf-mobile,speisung von
notebook-hintergrundbeleuchtungen) vertrat die theorie,daß zu lange erhaltungsladung der schleichende tod des akkus durch "antimonvergiftung" sei.
dieser strom welcher eigendlich nur noch unnützerweise das elektrolyt zerlegt,
macht sich zur "zweitaufgabe" das,den bleielektroden zur härtung zulegierte
antimon*,zur gegenelektrode zu transportieren und diese auf die dauer zu verstopfen.
der tip hat mich allerdings wegen zu konsequenten anwendens (längeres "vergessen" der nachladung) einen deta satz durch sulfatierung gekostet.

also alles in maßen
gruß wotan
 

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