Supermarkt für Elektroautos

19.01.2004
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Krefeld
#1
Ich mache einmal einen neues Gewürf ( thread) auf, da ich doch auf recht interessante Zahlen gestoßen bin und einfach mal losgerechnet habe.
Also:
Ich bin gerade dabei, mir einen aktiven Fahradanhänger zusammenzubauen, also Anhänger mit Motor und Batterie und habe ein bischen gerechnet.

Wenn wir eine geeignete Stadt, die für unseren Verkehr problematisch ist, für den herkömmlichen Verkehr total sperren und auf mit vier Fahradrädern bestückte, nur 1 Meter breite Elektrofahrgestelle umsteigen, 2-sitzig mit weiteren aktiven Anhängern mit je 2 Sitzen oder mit Ladefläche, und die Geschwindigkeit generell auf 30 km/h beschränken, dann kommen wir mit dem Ding mit einer 1 KWh-Batterie mindestens 30 km weit. Wollen wir weiter, hängen wir einen oder mehr unserer reichlich vorhandenen Batterieanhänger an, alle mit Fahradreifen.
Überall stehen umgebaute Parkuhren, die sind jetzt Ladestationen. Die Straßen bauen wir um auf zweimal zwei Meter Breite ohne Bordstein, der Rest für Fußgänger und zu festgelegten Zeiten Ladeverkehr (LKW usw.) .

Parkplatzsorgen gibt es keine mehr, die teueren Straßenbahnen sind überflüssig und wir übernehmen deren Bahndämme. Überland schmale, notfalls unbefestigte, aber gepflegte Feldwege, mit Blumen, natürlich. Aber ohne den dann für unsere Leichtbaukisten gefährlichen Verkehr.
Macht unser Modell Schule und wir wollen weiter, fahren wir einfach von der Seite in die untere Etage unserer Görlitzer Doppelstöcker und ebenso wieder heraus. Die sind gleich auch wieder Ladestationen, wie auch die Parkplätze der Parkhäuser.

Unsere kinderreichen muzlimischen Familien finden Platz, indem wir wiederum zwei, drei, vier, fünf... zweisitzige Anhänger nach Bedarf ankoppeln.

Wenn es regnet, Taucheranzug *) oder Regenschirm , ganz nach Lust oder Liebe.


Teil 2:

Die Windturbinen und Wasserkraftwerke der Bundesrepublik haben sowohl 2002 , wie auch 2003 zusammen sehr genau 140 Petajoule Strom eingebracht.
Das sind fast 40 Milliarden KWh. Verteilen wir das, wenn wir auch alle unsere Muzlimkinder Elektroauto fahren lassen, so mögen das bald 100 Millionen Elektroautos sein. Macht für jedes E-mobil 400 KWh im Jahr.
Laden wir an 365 Tagen je 1 KWh, so kommen wir täglich 30 km weit, weit über 10.000km im Jahr.

Wir sehen, wir müssen nicht unbedingt Muzlime werden. Auch, wenn die KWh Strom auf einen Preis von einem Euro steigt, geht es ohne Öl und Koran. Kamele sind eh nur schwer zu reiten.

Strom brauchen wir wirklich sehr wenig, wenn wir im Passiv-Haushalt und in der Industrie zu Heizzwecken auf Primärenergie umsteigen, diesen Strom liefern uns weitere dezentrale Wärmekraftwerke, auch mit nachwachsenden Energien. Die lassen sich speichern und nach Bedarf einsetzen.

Mit unseren Elektroautos gibt es aber die Energiespeicher gratis, ein wesentlicher Bestandteil dezentraler Energieversorgung aus alternativen Energiequellen. Wasserenergie lässt sich ohnehin speichern.
Als Heizung denke ich mir Kissen mit zu Hause auf der Heizung geschmolzenem Paraffin von 40 Grad. Auch, wenn das Paraffin erstarrt ist, sitzt man darauf hervorragend. Man muss ja nicht alles mitschleppen, wenn man es nicht braucht. Wärmeinhalt: Pro kg knapp 0,1 KWh. Das reicht für eine Batteriefüllung Autofahrt.
Abschliessbare Wärmefächer gibt es an jedem Kaufhaus. Zu Hause legen wir das Ding hinter einer Isolierscheibe einfach in die Sonne.
Im Sommer Kissen, die mit niedriger schmelzendem Paraffin gefüllt sind, als Klimaanlagenersatz. Die gefrieren nachts über entsprechenden persönlichen Formen.

*) Taucheranzüge gibts bei Tetzlaffs

Fragen:
1.) Sind schon heute Anhänger für Personen und aktive Anhänger für Elektroautos zulässig? Vielleicht mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Sonderwegen, die unsere gesperrten Städte dann ja bieten?
2.) Der Regenschutz a la Alfred wäre auch nicht ganz nach meinem Geschmack.
Hat jemand eine Idee, wie ein solcher abnehmbarer Aufbau aussehen könnte?
 

Horst Gutmann

Neues Mitglied
19.03.2008
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#2
Hallo Bernd,
Die Idee scheint fantastisch (sind wir E-Fahrer nicht alle ein wenig Fantasten oder Idealisten?) aber in einer Zeit, in der die großen Automobil- und Spritkonzerne die Politik über Steuern und "Parteispenden" bestimmen, läßt sich so etwas schwer realisieren. Und wenn dann noch der Bundeskanzler aus der Vorstandsetage dieser Industrie stammt, wird es noch komplizierter.
Zur Gesetzeslage:
Aktive Schiebeanhänger sind leider nicht zulassungsfähig, und auch der Personentransport in KFZ-Anhängern ist heute nicht mehr zulässig. Leider!
Aber es gibt noch Auswege zum experimentieren, das sind die sogenannten "Pedelecs" d.h. Fahrräder mit einem Hilfsantrieb, der nur unterstützt, wenn auch getreten wird - allerdings ist die Motorleistung auf 250 W und die unterstützte Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt. letzteres bedeutet jedoch nicht, daß man nicht schneller radeln darf. Wenn man das dann noch in ein leichtes (möglichst auch noch vollverkleidetes) Liegerad integriert, kommt man zu ganz passablen Ergebnissen. Allerdings sind die dafür geeigneten vollverkleideten Liegeräder nur Einsitzer und infolge der geringen Stückzahlen unverhältnismäßig teuer. (Go-One ca 8500 Euro und Butterfly ca 19800 SFR), alle anderen sind entweder zu schwer (Aero NL, Cab-Bike D, Aleweder NL) oder reine Rennfahrzeuge ( Mango, Quest, Aerolope), die für den Alltagsbetrieb zu unbequem und unstabil sind. Unter www.extraenergy.org findet man dazu weitere In formationen.
Und der abnehmbaren Regenschutz kann man von Aero, Go_One oder Butterfly kopieren.
Du siest, es gibt also Möglichkeiten (und ich experimentiere schon in dieser Richtung, bin aber gerade beim Umbau meines Dreirades auf Reku).

Mit sonnenelektrischen Grüßen

Horst
 
R

Roland Heumesser

Guest
#3
Hi Bernd,
Haase Spezialraeder hat auf der Spezialradmesse in Germersheim sowas ohne
Elektroantrieb vorgemacht. Erh hat mehrere seiner Kettwiesel hintereinander gehaengt. Da stellt sich mir allerdings die Frage ob das schon illegal ist.
Weiss da jemand bescheid?

Die Idee der Kombination von kurzem E-Mobil und Eisenbahn hat schon Frederic Vester in seiner Studie: "Ausfahrt Zukunft" beschrieben.
Diese Studie wurde im Auftrag von Ford erstellt und sollte mögliche Zukunftsperspektieven fuer die Automobilindustrie beleuchten.

Eine leichter lesbare Version der Ergebnisse waere "Crashtest Mobilität" ebenfalls von Frederic Fester.

sonnenelektrische Grüße
Roland