Reku beim Kewet


Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
742
1
#1
Blöde Frage....

kann man eine einfache Reku realisieren, indem man das Compoundfeld des Motors umpolt??? Müsste doch gehen.
Da ich mir nicht sicher war, habe ich bei der Motorüberholung vorsichtshalber mal die Compundwicklung von der Serienwicklung getrennt und auf einen extra Anschluss geführt. Umpolen ist somit elektrisch gesehen kein Problem mehr.

Wer kennt sich da aus?

Gruß
Andreas
 

Felix Jäger

Neues Mitglied
11.04.2006
8
0
#2
Hallo Andreas

Ich habe soeben eine JME Rekuperation in meinen Kewet 4 eingebaut.
Vorgängig wurden diverse Versuche mit einfachen Mitteln ausprobiert, welche jedoch nicht zum Erfolg führten. So habe ich mich entschieden, eine JME-Reku auf die Bedürfnisse meines Kewet anpassen zu lassen und zu installieren. Die Reku kann bei EAT Stoll bedürfnisgerecht bestellt werden.

Den Umbau habe ich auf meiner Page www.alternativmobile.ch beschrieben.

Ich würde an deiner Stelle auch diesen Weg beschreiten.

Grüsse, Felice
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#3
Ein Hauptschlussmotor ist instabil und das Feld baut sich bis zum Blockieren auf, wenn die Reku greift! Der Strom, der durch die Serienwicklung fließt muss unbedingt kontrolliert werden, was am besten durch Fremdspeisung geht. Mit der Compoundwicklung alleine geht es mit Unterschallgeschwindigkeit nicht, das hat Felix schon ausprobiert. Um eine einfache Reku zu verwirklichen, baruchst Du eine Fremdstromquelle, die etwas mehr, als den vollen Rekustrom liefert, also eine Batterie von etwas mehr als 1 Volt oder einen entsprechenden Spannungswandler. Nächste Woche ab Donnerstag bin ich in München und würde gerne etwas vorbeibringen. Wenn Du etwas Zeit hast, würde ich dann gerne den Versuch mit einer SAFT-Jetanlasszelle probieren! Der Wotan müsste eigentlich mit seinem geschalteten Kewet eine Einfachreku für seine Soester Börde verwenden können. Das würde dann auch bei Unterschall, sprich, unter 100 km/h gehen.
Aber es geht natürlich nichts über eine geschaltete Reku mit Aufwärtswandlung, wie sie Felix wohl jetzt eingebaut hat. Die funktioniert auch bei niediger Geschwindigkeit.

Auf jeden Fall, auf KEINEN FALL den Versuch mit der Umpolung, sprich, im Rückwärtsgang machen. Dann haut der Thrige erbarmungslos zu und, nur, wenn Du Glück hast, reißt nicht der Riemen, sondern es schert nur der Stift am Antriebsrad ab. Manuel hats ausprobiert und voll bestätigt. Ziemlich versteckt bei den 4QDs gibt es eine Anleitung, wobei eine Schottkidiode den Serienspulenstrom begrenzt. Wäre mir zu gefährlich, und die warnen auch ausdrücklich.
4QD baut ja nicht mehr für veraltete Motoren, sondern nur für permanentmagneterregte...Der Umbau stammt von einem deutschen Steinzeitmenschen und wurde dort nur unter deutlichem Vorbehalt veröffentlicht.

Ich glaube, Du hast schon genug Kummer mit Deiner Kiste gehabt, jetzt langts aber und wenn Dich der Bastelgott zu sehr trietzt, dann frage vorher den Ralf. Der hat schon solche eine, allerdings geregelte, Umpolreku gebaut. Zusammen mit Mitnacht. Klar, die funktioniert. Aber nur mit ziemlichen Aufwand und Trick über das Rückwärtsfahrlicht.

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#4
Ich versuche gerade, durch den Schaltplan durchzusteigen:
Kann es sein, dass das Zusatzrelais die Serienspule zum Rekuperieren völlig abkoppelt und den Thrigeanker zwischen Minus und Plus legt?
Das hieße ja, dass die Compoundspule doch ausreicht zum Rekuperieren.

Dann würde sie ja doch funktionieren, die Einfachstrekuperation.
Dann wurde wohl doch die Compondwicklung bei der damaligen Messung stromlos und wir haben uns täuschen lassen?

Also, bei wotan, das werde ich mir noch mal näher betrachten müssen.
Die Schaltung über das Bremslicht ist natürlich genial einfach.

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#5
Dann ist der Pfeil nach unten tatsächlich Erde, da war ich noch im Zweifel. Die Schalttransistoren, die ich bisher in den Curtisanen gesehen habe, enthalten alle Rückschlagdioden, sodass jede Spannung, die die Batteriespannung übersteigt, zu den Batterien abgeleitet wird. Insofern ist die Umpolung eigentlich nicht erforderlich, sondern erfolgt nur wegen der besonderen Anschlussweise der Compoundwicklung nach dem Umbau.
Ich selbst wollte partout das Umschaltrelais vermeiden, das ja nur im fast stromlosen Zustand schalten darf, sonst wird es schnell zerdeppert. Die zugehörige Schutzsteuerung steckt in der aufwendigen schwarzen JME-Kiste.
Ich bin immer noch der Meinung, dass über ein oder zwei Hochstromdioden und einer Übersteuerung des Richtungs- und Hauptrelais eine volle Rekuperation hinzukriegen sein muss. Diese Übersteuerung wollte ich aber aus Sicherheitsgründen nicht per Ferndiagnose rikieren und bremste Felix erst einmal. Klar, diese Umschaltung der beiden (vorhandenen) Relais müsste weiterhin stromlos erfolgen.
Die Compoundsteuerung völlig selbständig von der Motorschaltung zu machen, ist natürlich die eleganteste Weise, erlaubt sie doch über eine Kennfeldsteuerung des Feldes über Strom und Spannungsmessung des Motors immer im günstigsten Feldbereich zu bleiben und den Motorwirkungsgrad, der ja wirklich bescheiden ist, erheblich heraufzusetzen, höhere oder niedrigere Geschwindigkeiten zu erreichen, oder, wonach einem der Sinn steht.
All dies ist natürlich noch besser möglich, wenn man die beiden Serienwicklungshälften, dann hintereinandergeschaltet nach Anleitung, getrennt ansteuert. Eine Fremderregung ist ja meine Absicht bei der Einfachrekuperation ohne wesentlichen Schaltungseingriff, wie hier. Die erscheint jetzt, da wir wissen, dass das Compoundfeld ausreicht, nicht mehr erforderlich zu sein.
Also, die müssen schon tüchtig gebastelt haben, die Ralfs und die Stolls, bis das gute Stück mal vernünftig lief.

Zusatzbemerkung: Die Compoundwicklung enthält während der normalen Fahrt ja auch fette Impulse von der Curtissteuerung. Auch das muss unbedingt berücksichtigt werden. Manuel hatte seine 4QD in diesem Zusammmenhang zerlegt (keine Schutzdiode an der Compoundwicklung). Andererseits wird durch die Schutzdiode der Thrige hart gegen die relativ tiefe Schaltfrequenz des Curtis. Also, Andreas, bedenke bitte jeden einzelnen Punkt!

Ob der Aufwand, sich mit dem Allstrom-Thrige auseinanderzusetzen, überhaupt noch lohnt? Ob bessere Motoren weiterhin vom deutschen Markt ferngehalten werden?
Bernd

 

Felix Jäger

Neues Mitglied
11.04.2006
8
0
#6
Hallo Andreas

Von der Rekubox habe ich leider keinen Schaltplan.
Die Funktion kann ich lediglich nach meinen Erkentnissen beschreiben.
1. Vorwärtsschüts aus
2. Rüchwärtsschütz ein
3. Compoundstrom ein
4. Rekuschütz ein
5. Stellerfunktion ein (pro Takt kurz Strom auf Rotor, danach Ableitung durch interne Diode auf die Batterie)

Die Einzelnen Schritte 1 bis 5 sind leicht verzögert, damit alle Schützen genug Zeit zum Schalten haben.

Bei Gelegenheit fotografiere ich den Shuntdriver nochmals und hoffe auf ein schärferes Bild. Einen Schaltplan des Shuntdrivers besitze ich leider auch nicht.

Grüsse, Felice
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#7
Auweihoweih, dass war ja wohl ein Wahnsinnsaufwand für die Entwickler, bis das alles problemlos klappte. Also, Andreas, ich warne Dich, das einfach so nachzubauen und bin froh, Felix nach einigen Misserfolgen ebenfalls eine ganz laute Warnung zukommen lassen zu haben. Dieses gewaltige Strickwerk hat mit Sicherheit seinen Grund , und, wie man sieht, auch seinen Preis. Schade, dass in das Kewet kein vernünftiger Motor hereinpasst, dann wäre ein fertiger Vierquadrantensteller von 4QD eher das Mittel der Wahl.
Also, der Ralf Wagner hat mich vorher schon ganz laut gewarnt, das möchte ich hier einmal feststellen bezüglich Umbau auf Reku bei Cityel und Kewet.

Trotzdem, da ich unverbesserlich bin, habe ich meinen Gedanken an die Einfachstreku noch nicht ganz aufgegeben. Vor allem, seit ich jetzt weiß, dass es doch alleine mit dem Compoundfeld funktioniert. Felix hat noch zwei schöne Hochstromdioden...
Außerdem kann man die Compoundwicklung kurzzeitig überlasten, wenn man deren Temperatur über deren Widerstand überwacht. Wofür gibt es schließlich OPs?
Andreas, an deiner Stelle würde ich nicht Deinen Bordcomputer einsetzen, das wäre mir, Kennfeld hin und her, zu gefährlich.
Vielleicht noch mal vorher den Ralf zu Rate ziehen? Und noch einmal die Stelle suchen, als Manuel beinahe der Antriebsriemen riss?

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#8
Felix, meine Antwort ist leider nach oben verrutscht! So etwas hätten wir nie und nimmer hinbekommen auf die Entfernung. Da haben uns wohl alle möglichen Schutzschaltungen einen Streich gespielt. Die darf man ja wohl nicht einfach stilllegen.
Das mit dem anfänglichen kurzen Impuls auf den Rotor ist ja das Schärfste, um das Relais zu überlisten. Das hatten wir allerdings auch schonmal in Betracht gezogen...

Zu den beiden Schaltplänen von Felix:
Andreas, bitte nicht die kleine von Felix eingezeichnete Schutzdiode zwischen Compoundminus und plus am Curtis vergessen! Ob da zwischen Batterieplus und dem gemeinsamen Anschluss von Compound und Serienspule auch eine Diode sitzt? sieht so aus, glaube ich aber nicht.

 

Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
742
1
#9
Hallo Bernd,

lieber kein Kommentar zu den Schützen, da ich dessen Schaltzustand selbst programmiert habe. Bei mit schaltet das Hauptschütz aus, wenn ich das Gaspedal loslasse.

Gruß
Andreas

... der jetzt raus geht und eine Reku baut....
 

Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
742
1
#10
Hallo Felix,

ich will ja nicht den schwarzen Peter an die Wand malen aber....

hast Du eine Reku eingebaut oder eine Motorbremse? Hast Du mal gemessen, ob Strom zurückgeladen wird?
Ich glaube, soweit wie Du bin ich im Moment auch mit meiner "Reku". Bremst wunderbar in abh. vom Compoundstrom aber: Da wird nichts zurückgeladen...
Miss doch mal bitte mit einem Zangenamperemeter...

Gruß
Andreas
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#11
Andreas, was bastelst Du denn da? Klar bremst die Kiste, wenn Du zwar den Rotor umpolst und das eine Ende auf Masse legst, dann aber über die in den Mosfets eingebauten Substratdioden. Pole mal die Compoundwicklung um, dann erst fließt der Strom zur Batterie und erhitzt nicht nur die Motorwicklung!

Die schwarze Box enthält schon einige Geheimnisse!
Genial gebaut, aber mir wäre das wegen der Komplexität zu risikoreich.
Trotzdem, ich meine immer noch, es müsste viel einfacher gehen. Ist aber nur eine Vermutung und kann ich erst bei näherer Betrachtung sicher entscheiden.

Bernd

 

Anmelden

Neue Themen

Neueste Beiträge