Perm Motor PMG 132 im Kewet ???


Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
742
1
#1
Was meint ihr... gäbe es Sinn:

Einen Perm PMG 132 in einem Kewet 3 einzubauen?
Selbstverständlich mit Mehrganggetriebe,(12:1... bis ...3:1), um immer im optimalen Drehzahlbereich zu sein?

Oder ist der Motor zu schwach.

Wer hat denn nun verlässliche Daten was der Thrige TTL180 kann???

Auf jeden Fall ist der Thrige nur bei 25-35km/h abzugstark. Auch dem würde ein Mehrganggetriebe nicht schaden. Der Kewet 3 hat ja leider nur ein festes 1:10 Getriebe.

Gruß
Andreas
 

Reinhold Schebler

Aktives Mitglied
17.12.2005
510
0
#2
Hallo Andreas!
Da gab es schon jemenden der es versucht hat.
Der hat 2 Perm mit Riemenuntersetzung (fest) an die Antriebswellen angeflanscht.
Aber der Erfolg /Verbrauch/ Abzug war nicht überzeugend.
Die Teile habe ich jetzt da liegen...
Deshalb fährt er wieder den TTL 180.
Das Problem ist die Kennlinie.
Der Perm hat zwar einen guten Wirkungsgrad aber einen geringen Dauerstrom und Drehmoment.
Der Drehmoment ist proportional zum Strom.
Der TTL hat die Reihenschlusskarakteristik; bei hohem Strom mehr Drehmoment und weniger Drehzahl; das kann eine schaltbares Getriebe ersetzen.
Wenn Du die Orginalschaltung des Kewet 3 benutzt hat er wirklich nur bis 25km/h einen guten Abzug.
Ich habe einen 4er da; der hat orginal 60V und die Compoundregelung; Rechweite mit STM 140> 100Km
Wenn Du einen Sportwagem willst solltest Du einen Porsche kaufen.
Elektrisch geht halt alles gemächlicher...
Der TTL kann 150A Dauertrom verkraften; unabhängig von der Betriebsspannung.
60V x 150A ~9Kw; das reicht für ca 90 km/h
Die Maximaldrahzahl beträgt 9000. (Die Übersetzung beträgt übrigens 10,73)
Überspannung ist auch kein Problem solange die Drehzahl, der Strom und Lamellenspannung (<12V/je Spalt) eingehalten wird.
Der Maximalstrom für 5 sekunden darf schon 350A sein.
Welche Compoundschaltung benutzt Du?
Tschau
Reinhold
 

Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
742
1
#3
Hallo Reinhold,

Danke für den Hinweis, dass es mit einer festen Untersetzung nicht geht - aber das wird aus den Datenblättern des Perm eigentlich auch klar.

Daher nochmal: Es soll ein Getriebe vorgesehen sein mit mindestens vier Gängen, um den Perm vernünftig zu betreiben. Auf keinen Fall das Originalgetriebe (ja ich weiss 1:10,73, 16 Zähne auf der Motorachse, 41/16 auf der Zwischenwelle und 67 auf dem Differenzial), das eigentlich auch für den Thrige zu unflexibel ist. Es geht nicht darum einen Sportwagen zu bauen, sondern einen besseren Kewet (keinen neueren!).

Als "Compoundschaltung" fahre ich im Moment mit einem festen Vorwiderstand von circa 18Ohm vor der Shuntwicklung. Damit ist der Abzug OK, Vmax etwa bei 63km/h. Ich kann diesen Widerstand noch umschalten für mehr Anzug oder höhere Vmax (knapp über 70km/h sind dann drin). Aber der 18Ohm Wert ist ziemlich optimal für den Alltag.

Gruß
Andreas
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#4
Drehmoment- und Drehzahlbereich des Thrige sind selbst bei einer festen Speisespannung enorm, da sich nicht nur die Feldstärke, sondern auch noch die Länge der Pole durch die Compoundfeldspule in überaus großem Maße variieren lassen.
Der Perm benötigt hingegen eine streng der Geschwindigkeit proportionale Speisespannung. Im Gegensatz zum Thrige ist also ein leistungsfähiger Fahrtregler für den Perm unverzichtbar, oder ein Schaltgetriebe.
Das Drehmoment ist beschränkt, ferner das Kupfervolumen, dass die Überlastungszeit beim Anfahren und am Berg beschränkt.
Die Serie ist so klein, dass sich für Perm keine Neuauflage eines größeren Motors lohnt. Ich habe mit den Entwicklern gesprochen.
Wenn, dann hilft nur das Ausnutzen der vollen Batteriespannung von 72 Volt und ein relativ hochfrequenter Regler, um die begrenzte Beschleunigung für ein schaltgetriebeloses Kewet erträglich zu machen. Eine nahezu Spannungsverdopplung ist mit einem Spannungswandler sehr leicht möglich, der ja auf der Primärseite im Gegentakt arbeitet. Die Nicads stecken die Mehrbelastung sicherlich weg, zumal bei stärkerer Untersetzung, die 72 Volt angepasst ist, die Stromaufnahme sinkt und der Wirkungsgrad, den Motordiagrammen nach, steigt. Der kritische Punkt am Perm ist die Temperaturbegrenzung, insbesondere des Kommutators, bzw. die Strombelastung, weniger die Drehzahl, sofern sorgfältig gefertigt.
Das war damals schon eine regelrechte Euphorie, als Cedric Lynch europaweit die Hersteller anregte, den Elektromotormarkt zu revolutionieren.
Leider standen damals, in den 80iger Jahren noch keine zugleich leistungsfähigen und erschwinglichen Fahrregler zur Verfügung, die bei einem drehzahlstarren Permanentmagnetmotor unverzichtbar waren.
Heute bekommt man diese in manchen Ländern nachgeworfen, aber es tut sich nichts.

Wenn ich das richtig bei Deinem Kewet gesehen habe, hat es nur 36 Volt.
Ohne Spannungsmehrbelastung des Curtis müsste sich da noch Dein 12Volt-Ballast in der Front potentialfrei hinzuschalten lassen, um mehr Fahrdynamik zu erhalten. Durch den Wandler würde die potentialfreie Betriebsweise nicht behindert. Aber 48 Volt sind immer noch keine 72 . 60 Volt nach Spannungsverdopplung der 12 Volt-Frontakkus verkraften letztere nicht...
Beim 4QD / 48 Volt sehe ich gerade eine angebliche Spannungsverträglichkeit von 68 Volt...

Wieso fährst Du überhaupt mit dem Elektroauto? Eure S-Bahn ist doch klasse.
Bernd

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#5
48, nicht 36 Volt, sehe ich gerade auf Deiner Seite. Zusammen mit den Akkus in der Front wären das 60 Volt. Dürfte dann trotzdem mit seinen bis zu 1000kg ein träges Gefährt werden, zumal Du ja wohl auch etwas flotter fahren möchtest und dadurch in der Untersetzung beschränkt bist. Der Perm ist zu klein. Ob es da nicht einen größeren geeigneten Motor in der weiten Welt gibt?

 

Reinhold Schebler

Aktives Mitglied
17.12.2005
510
0
#6
Hallo
Der PMG hat sicherlich seine Berechtigung in Fahrzeugen<300kg; aber der Kewet hat>700.
Wenn man über einen anderen Antrieb nachdenkt sollte man sich auf dem kommerziellen Parallelmarkt umsehen (Gabelstapler)
Da gibt es nur noch Drehstrommotoren.
Warum nicht auch so ein Antrieb in den Kewet?
Die Komponenten sind nicht teurer als die DC...
Fährt man den PMG >100A halten die Kohlen nicht lange!
Tschau
Reinhold
 

Reinhold Schebler

Aktives Mitglied
17.12.2005
510
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#7
Hallo Bernd!
Zur Berichtigung:
1-2-3er Kewets fahren normalerweise mit 48V.
der 3er vom Andreas mit NC 60V; Q~8,4kwh
Das Gewicht ist orginal ca 750Kg mit 48V Blei.
mit 60V Nc beträgt es ca 620Kg.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca 90 km/h; der Strom dabei ist ca 140A.
Der 3er Kewet hat einen Compoundmotor und benötigt einen besondes angepassten Compoundregler. Der 4er Kewet hat den schon.
Tschau
Reinhold
 

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