Ladevorschrift SAFT STM 5-100 MR


Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
Hallo zusammen !

Nachdem die Anschaffung von "saftigen" Blöcken ein ordentlicher EURO-Brocken ist, möchte ich mich vergewissern, ob meine geplante Ladestrategie unschädlich für diese Batts ist.

Wenn ich 6 Blöcke nehme, dann könnte ich mir ggfs. die Anschaffung eines neuen Laders ersparen, da ich noch das S.P.E. mit der Kennlinie für Ni-Zn besitze (36V/15A) und ein ZIVAN NG1.

Ich habe die Tech-Manuals von SAFT übers Internet gefunden.
Dort ist von einer 2-Phasen-Ladung die Rede.
Phase1: Konstantstrom 20A bis zu einer Maximalspannung
Die Abschaltspannung meines S.P.E.(Ni-Zn)-Ladegerätes is bei Phase 1 exakt identisch mit den SAFT-Vorgaben ist, auch die Temperaturkompensation:

SPE/Evercel-Lader
0 GradC - 50,2V
10GradC - 48,9V
15GradC - 48,4V
20GradC - 47,9V
25GradC - 47,4V
30GradC - 47,13V
35GradC - 46,8V
40GradC - 46,3V

SAFT-Vorgabe: 1,63V/Zelle bei +10GradC = 30*1,63= 48,9V

Die weiteren Ladephasen weichen dann ab: SAFT fordert in Phase 2 Konstantstrom 5A, bis der Ladefaktor von 1,15 erreicht ist. Evercel hat hier eine 5minütige Ruhepause, und dann Konstantspannung bis der Strom auf einen Minimalwert abgeklungen ist.

Welchem Ladestand (SOC) erreichen die Batterien nach der Phase 1 ?
Die Frage ist nur, wie heikel die Batterien reagieren, wenn die Volladung in der Phase 2 nicht genau nach dieser Vorschrift gemacht wird, z.B. wenn die Phase 2 nur jede 5.-10.Ladung gemacht wird und wenn die Ah nicht genau gezählt werden.

Die Phase 2 kann ich mit dem ZIVAN erledigen - es würde dann in der "gelben" Phase der IUIa-Kennlinie mit ca. 4,5A laufen.

 
R

reinhold

Guest
Hallo Herbert!
-Die STM sind unkritisch;
Wenn du nur 1. Stufe lädst; hast du halt nicht volle 100Ah und die Batts können unsymetrisch werden;
Dass würde ich mal probieren;
Nach 20 Fahrten und Ladungen würde ich die Symetrie prüfen; wenn gut; passt; wenn nicht- Ausgleichsladung; mit Konstantstrom, bis die Zellen gleich sind;
Falls Du überlädst, brauchst Du halt mehr Wasser.
Aber so alle 40 Ladungen würde ich schon eine Ausgleichsladung machen...
Ich fahre die Blöcke- 8Stk STM 140 im Kewet.
Lademethode wie Blei; derzeit I-30A - U- 72V
Tschau
Reinhold
 

Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
reinhold schrieb:

-Die STM sind unkritisch;

Ich fahre die Blöcke- 8Stk STM 140 im Kewet.
unkritisch - ja, wenn ich davon ausgehen kann, daß das Separatorproblem, das in der Produktion Mitte 90er-Jahre bis ca. 2000 auftauchte und großen materiellen und idellen Schaden verursachte, nun behoben ist.

Wenn ich EUR 3000,- ins Rennen werfe, dann will ich keinen Reinfall, so wie ich es mit EVERCEL erlebt habe - EUR 1500,- für 5000km

Stimmt das, daß nur die 100Ah-Type davon betroffen war, aber nicht die 140er ?

Jemand hat mir gesagt, daß die Blöcke am besten eine Umreifung (ich sage dazu "Faßdauben") erhalten sollten, um dem Aufplatzen des Gehäuses durch einen erhöhten Innendruck zu begegnen.

Nochmals zum Ladeverfahren: Nachdem bei NiCd kein Elektrolyt-Umbau stattfindet, gibt es auch keine Schichtung infolge verschiedener Dichte. Aber anscheinend sollten die SAFT trotzdem in eine Gasungsphase kommen.

Problem Mangelladung:
Ist hier das Kriterium Lade-Endspannung entscheidend, die wegen drohenden Kapazitätsverlustes nicht unterschritten werden sollte ? Also lieber kürzer mit kräftigem Strom laden als "langweilig" laden ?

Problem Überladung:
Andererseits - was für Probleme außer zu starke Erwärmung und Gasung könnten auftauchen, wenn der Ladefaktor von 1,15 wesentlich überschritten wird ?
Beim Bleiakku wird an dieser Stelle von Gitterkorrosion gesprochen.

 
G

Georg Schütz

Guest
Die Gasung ist bei Nassbatterien nicht nur deshalb, damit Elektrolyt durchmischt wird, sondern sorgt auch dafür, dass man die z.T. unterschiedlichen Zellen auch wirklich voll bekommt. Denn ein Überladen sorgt nicht für eine übermäßige Wärme, sondern sorgt für die Zersetzung des Elektrolyten, der wieder über destiliertes Wasser ergänzt werden kann. Daher sind diese Batterien nicht so anfällig gegenüber Überladung und können leicht auf ein einheitliches Level gebracht werden.
Der Ladestrom sollte bei NiCd möglichst hoch sein und bei Erreichen des Endkriteriums sollte mit schwachem Strom fertiggeladen werden - bzw. sogar gezielt überladen werden. Die hohen Ströme sorgen für einen geringeren Innenwiderstand, was zur Folge hat, dass hohe Entladeströme die Spannung nicht so einbrechen lassen. Der kleine Strom am Schluss mit der gezielten minimalen Überladung sorgt dafür, dass die Batterie auch wirklich voll geladen wird. Das automatische Ladegerät des Scootelec läd z.B. 2h mit 50A bis die Ladespannung sich nicht mehr ändert. Anschließend wird weitere 3h mit 5A weiter geladen. Macht 115Ah, was dem Ladefaktor 1,15 entspricht.
NiCd sollten - anders als Bleibatterien - möglichst ganz entladen werden und immer ganz voll geladen werden um Memoryeffekte zu vermeiden, die bei den Nasszellen allerdings auch wieder abtrainiert werden können.
 

Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
Georg Schütz schrieb:

Denn ein Überladen sorgt nicht für eine übermäßige
Wärme, sondern sorgt für die Zersetzung des Elektrolyten, der
wieder über destiliertes Wasser ergänzt werden kann. Daher
sind diese Batterien nicht so anfällig gegenüber Überladung
und können leicht auf ein einheitliches Level gebracht werden.
Der Ladestrom sollte bei NiCd möglichst hoch sein und bei
Erreichen des Endkriteriums sollte mit schwachem Strom
fertiggeladen werden - bzw. sogar gezielt überladen werden.
Danke für diese präzise Erläuterung - die Nachladephase ist also ähnlich wie bei Blei-Naßbatterien und dient der Zellsymmetrie.
Das Ladeverfahren bei meinem Flyer (36V/5Ah) scheint ähnlich zu sein, dort wird aber die "Symmetrierladung" nur gelegentlich eingeschoben, die angewandten Kriterien dafür kenne ich nicht. Auch wird beim Flyer Pulsladung angewendet, was bei diesen kleinen Akkus natürlich besser zu realisieren ist.

Meine ganze Fragerei resultiert daraus, daß ich mit meinen vorhandenen Ladegeräten manuell überwacht eine vernünftige Ladung herbringen will, die mir die maximale Lebensdauer der Batterien garantiert.

Wenn mir jemand um den Preis eines ZIVAN NG3 36Volt/60A einen Lader mit frei programmierbarer Kennlinie liefern kann, der mir auf einem Display Strom, Spannung, eingeladene Ah und kWh anzeigt, würde ich zuschlagen.

Stichwort Ah-Zählung: Gibt es günstigere Geräte als den BRUSA BCM ?

 
G

Georg Schütz

Guest
Hallo Herbert,
zur Ah-Zählung: es kommt darauf an, was du damit möchtest. Im einfachsten Fall kann man den Strom mit einem Energiekostenmessgerät (als Zwischenstecker von Conrad oder ab und zu bei LIDL erhältlich 15-30€) erfassen. Wenn man den Wirkungsgrad des Ladegerätes kennt, kann man recht genau abschätzen, was man geladen hat.
Zweite preiswerte Alternative: es gab vor einiger Zeit den "elman". Er basiert auf einem C-Control-Basic-Chip, sowie einem 2zeiligen Display und man kann damit:
den momentanen Lade- Entladestrom, die geladene bzw. entladene Ladung(Ah), die Spannung der Einzelblöcke, die Gesamtspannung, gefahrene km, Stromverbrauch/km, Momentangchwindigkeit ablesen.
Das ganze kostet im Eigenbau 70-100€. Die Bauanleitung kann man bei den Aachener Elektrofahrern bekommen www.elektromobilfahrer.de .

Wenn du Strom und Spannung verfolgen möchtest. John (hier im elweb suchen) liefert gut und günstig sich selbstversorgende Messpanelmeter für Strom und Spannung.
 

Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
Georg Schütz schrieb:

zur Ah-Zählung: es kommt darauf an, was du damit möchtest. Im
einfachsten Fall kann man den Strom mit einem
Energiekostenmessgerät (als Zwischenstecker von Conrad oder
ab und zu bei LIDL erhältlich 15-30€) erfassen.
Energiekostenmessung auf der Netzebene (von CONRAD) habe ich schon, ebenso Anzeige von Batterie-Strom und -Spannung.
Interessant wäre lt. den Vorschriften von SAFT eine Ah-Zählung auf der Verbrauchsseite. Dann weiß ich, daß ich verbrauchte Ah * Ladefaktor (1,15) nachladen muß.
So was macht der BRUSA BCM 200
http://www.brusa.biz/products/g_bcm20033.htm
Kostet aber mit Shunt ca. 900 sFr (knapp EUR 600) .

Angezeigt wird:
Batteriespannung 1 • V
Batteriespannung 2 • V
Bordnetzspannung (12 V) • V
Batteriestrom • A
Amperestunden-Bilanz der Batterie • Ah
Entladene Amperestunden • Ah
Geladene Amperestunden • Ah
Entladene Wattstunden • Wh
Geladene Wattstunden • Wh
Temperatursensor 1 (Messkopf) • °C/F
Temperatursensor 2 (Messkopf) • °C/F
Temperatursensor 3 (Anzeige) • °C/F

 
H

Hans-Georg

Guest
Einen Gruß an alle...
Ich fahre auch die 100Ah Saft-Blöcke - die sind jetzt ein Jahr alt.

Nach ungefähr einem halben jahr sind bei drei Blöcken Risse an einer senkrechten Kannte zwischen schmaler und breiter Seite aufgetreten - ziemlich zeitgleich und alle an der gleichen Stelle.
Die Blöcke haben innen einen Gürtel, der dieses verhindern soll...
Zum Glück habe ich von Saft drei neue Blöcke im Austausch erhalten, sonst wäre es geldtechnisch sehr eng geworden.
Ich hoffe, das die neuen Blöcke länger halten...
Die ganze Umtauschaktion hat übrigens fast 3 Monate gedauert.
Wenn das mit dem Umtausch nicht mehr klappt, dann können die blöcke mit Karosseriedichtungsmasse abgedichtet werden (eventuell mehrmals drübergehen), sie behalten trotz der Risse die volle Leistung - verlieren eben nur Elektrolyt.
Übrigens habe ich den Fehler durch Zufall entdeckt, denn die Fahrleistung hatte sich nicht verändert... es wird in den Platten eine ganze Menge Elektrolyt aufgesogen und festgehalten.
Wenn es etwas wärmer geworden ist werde ich aber von außen um die Blöcke eine Klammer setzen um diesem Problem vorzubeugen.
Gr.
HG
 

Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
Hans-Georg schrieb:

Ich fahre auch die 100Ah Saft-Blöcke - die sind jetzt ein
Jahr alt.

Nach ungefähr einem halben jahr sind bei drei Blöcken Risse
an einer senkrechten Kannte zwischen schmaler und breiter
Seite aufgetreten - ziemlich zeitgleich und alle an der
gleichen Stelle.
Die Blöcke haben innen einen Gürtel, der dieses verhindern
soll...
Zum Glück habe ich von Saft drei neue Blöcke im Austausch
erhalten, sonst wäre es geldtechnisch sehr eng geworden.
Klingt nicht sehr vertrauenserweckend...
Ich glaube, ich sehe mich nach den Messmer-Batterien um, wenn es die noch gibt.

So sehr mich die SAFT NiCd reizen würden, ich bin kein Krösus, der das Geld so locker ausgeben kann.

 
I

Iwailo Schmidt, Dresden

Guest
Hallo Reinhold

Seit Jahren fahre ich einen EL-Jet 2.
Meine Bleisäureakkus halten kaum 12 Monate.Ladetechnik Zivan.
Könnte ich die von Dir genutzten Akkus problemlos tauschen, ohne am Ladegerät Veränderungen zu treffen?
Welchen Händler kann man diesbezüglich vertrauen ?

Liebe Grüße aus Dresden

Hp Schmidt

www.naturheilpraxis-i-schmidt.de

PS.: Meine Fahrzeuge habe ich auf Video unter oben gen. Adresse verfügbar
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.606
Filderstadt
www.elweb.info
Hallo Herbert,
ich habe meine STM im miniel jetzt schon 5 Jahre und habe keinerlei Probleme, obwohl ich die Akkus ausgesprochen schlecht behandle. Ich lade mit Kennlinie IuIa (Zivan K2), früher mit IUa, beides geht. Das el steht draussen, neulich waren die Akkus mal wieder platt, d.h. Unterspannung da ich einige Zeit nicht gefahren bin. Ausser das die Akkus weich sind und nicht volle Kapazität haben, gibts keine Probleme. Mit einigen Zyklen werden die Akkus schnell wieder fit und kommen wieder auf Kapazität.

2004 hatte ich Kontakt mit Reiner Höhndorf, seine STM Einzelzellen hatte ich 1991 eingebaut und auch diese liefen letztes Jahr noch.

Freundliche Grüße
Ralf Wagner
 

Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
Ralf Wagner schrieb:

ich habe meine STM im miniel jetzt schon 5 Jahre und habe
keinerlei Probleme, obwohl ich die Akkus ausgesprochen
schlecht behandle.
Ich danke allen für die Aufmunterung. Wenn ich es finanziell unterbringe, werde ich umsteigen. Mein EL zu verkaufen, bringe ich doch nicht übers Herz, im Moment ist es in der Garage mit abgeklemmten PzS (oh, diese Weicheier...) gut aufgehoben und wartet auf ein neues Herz.

Zum Klimawandel:
http://www.orf.at/050124-83035/index.html
"In zehn Jahren könnte es zu spät sein"

Bereits in zehn Jahren könnte sich die Welt in einem unaufhaltsamen Klimawandel befinden. Davor warnt eine internationale Studie britischer, amerikanischer und australischer Wissenschaftler. Die G-8-Staaten werden darin aufgefordert, rasch auf erneuerbare Energien umzusteigen und den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern. Andernfalls drohe eine weitere Erwärmung der Erde, die dann nicht mehr aufzuhalten sein und fatale Folgen haben werde.

 
R

reinhold

Guest
Hallo!
ich habe auch einen 2er Kewet; in Gelb.
Der läuft seit ca 3000km mit NC;
ich habe mir STM 140 besorgt und verbaut; jeweis 3 unter den Sitzen und 3 in der Nase; ergibt 54V.
Mehr habe oich mich nicht einbauen getraut in rücksichtnahme auf den Curtis; die Ladespannung ist 72V; je Block 8V.
Der Einbau selbst ist einfach.
Deinen Lader könnte die Firma ATECH umprogrammieren.
die Reichweite ist derzeit>60Km.
Aber ich muss noch was am Fahrwerk machen; durch den Tausch habe ich ca 200Kg eingespart; jetzt steht der Kewet "hochbeinig" da.
Entweder ich bekomme ein "Spaortfahrwerk" für den Panda; Federbeine
Oder ich muss die verbauten Federn kürzen.
Aber ich fahre ein Saisonkennzeichen, erst wieder im März.
Tschau
Reinhold
 
H

Hans-Georg

Guest
Habe das Geld leider auch nicht so locker...
Warte noch auf das prüfergebnis der Qualitätskontrolle von Saft.
Werde dann künden.
HG
 

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