kewetreparatur schalt-bowdenzug

M

martin

Guest
#1
hallo zusammen !

ausgerechnet jetzt, genau eine woche vor der "tour de ruhr", hat mein gemeldeter kewet "kack" oder besser "knack" gesagt.
wollte nach dem einkaufen wieder losfahren und siehe da, urplötzlich, dem erwähnten "kack" oder "knack", eine völlig labberige schaltung und der kleine fuhr nur noch rückwärts.
die "gute-klamotten-an-vorläufige-outdoor-parkplatz-diagnose" ergab, daß offenbar wichtige schaltwege vom knüppel am getriebe nicht ankamen.
mit zange und schraubenzieher und zig-mal probieren ließ sich hinten am getriebe der 2. gang einlegen und mit kabelbindern fixieren.
so ging zumindest erstmal bis nach hause.
die "schrauberklamotten-an-diagnose" ergab dann einen gerissenen, besser gesagt gebrochenen bowdenzug.

für alle die´s nicht wissen - im kewet sind bei der schaltung bowdenzüge eingebaut, die sowohl auf zug, als auch auf schub arbeiten. der eigentliche zug besteht somit nicht aus einem seil, sondern aus einem massiven stahldraht von ca. 1,5 mm stärke. an den enden dieses drahtes/bowdenzuges befinden sich jeweils ca. 10 cm lange stahlstangen, auf die jeweils kupplungen für kugelköpfe geschraubt sind. die stahlstangen sind auf den bowdenzugdraht aufgeschoben und scheinbar unlösbar verquetscht.
bißchen schwierig zu erklären; wer aber mal son kaputten zug ausgebaut und zerlegt hat wirds verstehen.

also gleich vorab.... in lkw- und treckerwerkstätten, im landhandel, bei rasenmäherfritzen oder motorradschraubern gibts solche bowdenzüge nicht.
auf die rettende idee kam nachbar lothar. außenboarder-bootsmotoren werden tatsächlich über nahezu baugleiche züge angelenkt.
leider sind diese züge rund 4mal zu lang und die befestigungen der hülle passen nicht. die "innereien" sind aber, bis auf die länge halt, absolut identisch !!
wie der zufall wollte, hatte der booteschrauber noch einen ebenfalls gebrochenen zug im müll liegen. klar, daß er mir den geschenkt hat.
in nachbar lothars werkstatt wurde dann aus zwei kaputten ein heiler zug gebastelt.
der bootszug ließ sich nach exaktem ablängen sauber in meine noch intakte hülle einführen. damit war ein ende des zuges bereits wieder funktionstüchtig.
die schwierigkeit bestand jetzt nur noch am anderen ende. da mußte ja noch die stahlstange von meinem kaputten zug befestigt werden.
mit vorsichtigen hammerschlägen ließ sich die verquetschung an der stahlstange öffnen und der rest vom gebrochenen zug entfernen.
danach wurde die stahlstange auf das abgelängte ende des "neuen" zuges gesteckt und nochmal die korrekte gesamtlänge gecheckt.
aufgrund mangelnden spezialwerkzeuges war ein verquetschen zur befestigung nicht möglich.
wir haben die stahlstange seitlich bis zum eingesteckten zug aufgebohrt, mit einem punkt verschweißt und dann wieder schön rund gefeilt.
fertig war für null mark ein "neuer" bowdenzug, der gleich morgen eingebaut wird und dann auf der "tour de ruhr" seine haltbarkeit beweisen kann.

mein dank gilt nachbar lothar, der auf die zündende idee kam und im anschluß trotz kürzlicher knie-operation und auf krücken mit mir in seiner werkstatt stand.
dank auch, daß seine liebe ehefrau käthe nicht zu hause war. die hätte ihn mit dem noch kaputten knie niemals in die werkstatt gelassen.

viele grüße an alle bastler,

martin (der seinen kewet jetzt mit einem evinrude-zug schaltet)