Hybriddiesel bei Schiffen

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
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#1
Wie hier schon einmal hingewiesen wurde, ist der Markt für Schiffsdiesel für uns durchaus interessant. Die leichteren Yachten arbeiten häufig ebenfalls mit einem möglichst leichten elektrischen Hybridantrieb mit völlig getrenntem Dieselgenerator, der nur im Notfall angestellt wird. Der Fischer-Pandadiesel mit 4 kW ist ungeregelt, lädt die Batterie also mit vollem power und einem Wirkungsgrad von 33%.
Interessant ist insbesondere das Gewicht mit nur 38 kg, allerdings sind Tank und Wasserkühler nicht eingeschlossen. Schiffsaggregate werden oft zum Spottpreis verschleudert (zahlungskräftige Klientel). Muss ja immer das Neueste sein...
Man achte auch auf die Bemerkungen zum Betriebsgeräusch. Segler schätzen keinen Lärm und Gestank.
http://www.boote-magazin.de/testtechnik/zubehoer/tec11002.html
http://web.fischerpanda.de/w09_psa_datasheet_deu_147.html
Beim letzten link sind auch die anderen Seiten lesenswert!

Die Motoren für die kleinen Pandas stammen von Faryman. Der Wirkunggrad des gesamten Aggregats liegt bei mehr als dem Doppelten des Hondas 10e.
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
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#2
Hallo,

besser für Segelyachen ist http://www.solomontechnologies.com/Solomon%20new/STI%20system.html ganz ohne stinkenden Verbrenner.

Emil
 
R

Rainer Partikel

Guest
#3
Hallo Bernd Schlüter,
sehr interessanter Hinweis. Die Stromerzeuger sind mit M klassifizeirt. Sie werden also auf Schiffen eingesetzt und mit Meerwasser gekühlt. Dabei spielt das Mengenangebot des Kühlmittelmediums keine Rolle. Wir müßten dann ein geschlossenen Kühlkreislauf mit zusätzlichem Kühler vorsehen.
Geht das überhaupt? Roland Reichelt wird etwas dazu sagen können.
ZINNEKE
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
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#4
Da ist tatsächlich der reine Diesel ohne Kühlwasser, Tank...gemeint., wie aus der folgenden Seite ebenfalls hervorgeht:
http://web.fischerpanda.de/w09_agt_gensetlist_deu_M.html
Diese Motoren stammen von Kubota, gleiches Gewicht bei den kleinen Motoren, aber das Kapselgewicht ist ja doch enorm.
Hier noch die Seite von Farymann, unter Motoren, 18W, ohne "M":
http://web.fischerpanda.de/w09_agt_gensetlist_deu_M.html
Das Ding würde normalerweise in einer Steinkapsel in der Garage stehen und im Winter tagsüber das Haus mit 15 kW heizen und Strom einspeisen. Der Generator sollte ein Permanentmagneterregter sein. Das kalte Abgas könnte durch ein Pflanzenölbad gesprudelt werden, um das Abgas effektiv zu reinigen. Vielleicht auf einen Anhänger mit 100 kg Gesamtgewicht montiert, um das Zweitauto einzusparen.
Eine andere Anwendung wäre die Ladung eines Elektrobootes oder eines Ultraleichts mit elektrischem Antrieb...
Das Interessanteste an diesen Seiten ist, dass auch beim Segelyachtbau der Trend zum Elektrohybrid geht in der Kombination Wind-Elektrohybrid mit dem zusätzlichen, getrennten dieselelektrischen Notgenerator. Diverse Elektroantriebe sind auch auf der Fischer-Panda-Seite zu sehen.
Leichtere Dieselantriebe werden zur Zeit für die Ultraleichtflugzeuge entwickelt
Für unsere Zwecke sind die kompletten Aggregate jedenfalls zu schwer, aber sie wurden schließlich auch nicht für uns optimiert. Eine Wasserkühlung sollte auf jeden Fall von uns angestrebt werden, das Mehrgewicht ist gering bei dieser Leistung, die Geräuschdämpfung enorm. Die Durchflussmenge ist gering, um die Betriebstemperatur von mindestens 70 Grad schnell zu erreichen.
Die mit dem Diesel erzeugte kWh ist kaum billiger als die vom Atomstromanbieter einschließlich der Akkuabnutzung und niemand würde sich dieses schwere Gerät ohne triftigen Grund ins Auto laden, sei es, um eine seltene , weite Strecke zu fahren, oder aber, im eiskalten Winter das E-Fahrzeug zu nutzen. Das geht aber auch ohne Problem mit einem Wachs-Wärmespeicher, den man sich ins Auto lädt und an der Hausheizung auflädt. Das Wichtigste wäre, dass das Teil leicht heraushebbar wäre, wie es auch in einer Yacht sein muss. Zur Zeit sieht es ja wohl für uns mit optimalen Lithium-Akkus so aus, dass wir drei Stunden fahren und dann drei Stunden laden müssen, ohne den vollen Zyklus ausfahren zu können und wir kommen so auf längeren Strecken auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 25 km/h. Praktisch haben wir dann alle noch ein Zweitauto, einen Verbrenner, oder aber ein Fahrrad, das dann auch nicht viel langsamer ist und mit einer Dose Linsensuppe auf hundert Kilometern zufrieden ist.