Bidirektionales Laden-viel zu teuer



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saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
962
Es ist so teuer, dass es keiner mehr macht. Die wenigen Nissan-Stationen, die ich kenne, werden oder wurden wieder abgebaut. Mehr oder weniger wurden sie benutzt, um die Außenluft aufzuheizen. Es bestand kein System, das Angebot und Nachfrage dem freien Stromhandel öffnete.
Dabei sind die Voraussetzungen dafür vorhanden. Tibber hat theoretisch den Versuch einer Plattform dafür geschaffen.
Der Preisvorteil , den Tibber bietet, bleibt meist Theorie, weil überhöhte Netz- und Messgebühren den Preisvorteil zunichte machen. Damit das Geschäft mit dem Mammon richtig funktioniert, wurden diese Gebühren von Tibber abgetrennt, für die Messstellen wird eine eigene Rechnung von den bisherigen Monopolisten erstellt. Das wissen viele Tibber - Kunden noch gar nicht. Ich habe es auch zu spät erfahren.
An eine Einspeisung von Strom ist erst einmal gar nicht zu denken. Die wird im Chaos von Gebührenfindungen erstickt werden.
Zur Zeit sieht es wohl weiterhin so aus, dass eingespeister Strom mit ca 3 Cent vergütet wird, bezogener aber zehnmal so teuer ist.

Ich kann nur sagen, dass Strom eigentlich, wie keine andere Energie , zu fast 100% rückspeisbar ist.
Unter den bisherigen Monopolisten funktioniert der Energietausch seit jeher reibungslos. Im Kraftwerk der Steinkohlenzeche "Rosenblumendelle" machte ich mich schon vor ca 65 Jahren dazu schlau.
Tibber ist für mich ein Versuchsmodell. Ich beobachte, wie sich die scheinbar geringen Gebühren auf die Gesamtrechnung auswirken. Die einzigen Gebühren , die Tibber erhebt, betragen monatlich 5 Euro 99 Cent. Von den oft überhöhten Preisen im Tibber-Shop wird das Unternehmen nicht reich. Es verdienen andere.

Die Fahrzeuge stehen fast die gesamte Zeit und könnten ins Netz eingebunden werden. Das Abrechnungschaos alleine verhindert schon den bloßen Gedanken daran.
Der Raubritteradel hat fähige Nachfolger gefunden. Kein Wunder, dass sich die meisten Politiker mit der Wissenschaft der Rechtsverdreherei gut auskennen. Selbstversorgung. Da bleibt für die Allgemeinheit nichts übrig.
Will man überaus preisgünstige Solarmodule im Garten aufstellen, türmen sich lauter juristische Schwierigkeiten auf. Das fängt mit unfreiem Import aus China an. Ein unüberwindbares Problem ist alleine schon die hohe Spannung, mit der eine Solaranlage üblicherweise arbeitet. Dabei liefern die Paneele selbst eine ungefährliche Gleichspannung.
Trotzdem, der Versuch eines Anfangs ist gemacht, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Auch, wenn defekte Ladestellen noch lange die Norm sein werden.

Übrigens, die Messstellen arbeiten fast alle bidirektional. Es wurde nur per Gesetz eine Rückspeisesperre eingebaut.
Da ist auch Tibber machtlos.
Statt in der Hauptverbrauchszeit 20 facher Einspeisepreis, über, ein teures, eigentlich überflüssiges und teures Messsystem, beträgt die Vergütung für eingespeisten Strom über dieses ein Zwanzigstel des Bezugspreises.
 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
beträgt die Vergütung für eingespeisten Strom über dieses ein Zwanzigstel des Bezugspreises.
Du musst einen sehr teuren Stromvertrag haben...
Aktuell gibt es für Einspeisung 8,1ct/kWh (dein Strompreis müsste also bei 1,62€/kWh liegen. Ich bezahle derzeit ca. 26ct/kWh. ;) )

Wo ich dir aber recht gebe ist, dass vor diesem Hintergrund und in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif bidirektionales Laden nur in der Variante V2H (Vehicle-To-Home; also im Grunde Einspeisung nur für die Deckung des eigenen Stomverbrauchs in Hochpreisphasen) wirklich Sinn macht.
Auch das entlastet zwar das Netz und ggf. den Geldbeutel, aber schöpft das stabilisierende Potential der Technik nicht aus.
Die allermeisten Fahrzeug-Ladepunkt-Kombinationen lassen aber derzeit nur "Demandsidemanagement" zu - also das Laden des Fahrzeugs hauptsächlich dann, wenn entweder eigener (z.B. PV) oder billiger Strom (z.B. AWattar, Tibber, 1,5Grad, oä) zur Verfügung steht.
Eine Rückspeisung (und sei sie nur für den Eigenverbrauch) ist meist nicht vorgesehen (oder aus rechtlichen Gründen softwareseitig deaktiviert, wie z.B. in der openWB).
 

Werni

Bekanntes Mitglied
19.02.2019
2.057
Heidenrod
Wegen diesem ganzen Hickhack habe ich bei mir Netzeinspeisung gar nicht geplant.

Ich habe eine dieser Boxen (artgleich, wahrschinlich sogar baugleich). Die sind grade schon wieder billiger geworden:


Das Prinzip ist einfach: Die Solarzellen versorgen den Verbraucher. Überschussstrom geht in den Akku. Reicht Solar nicht (Wolke, Abend), wird aus dem Akku zugefüttert. Reicht Solar+Akku nicht mehr, wird der Rest aus dem Netz gezogen.

Reicht bei mir für die 'Dauerverbraucher' und kleinere Gerät wie TV, Computer usw. Auch mein 500 Watt Wärmepumpentrockner geht. Herd und Waschmaschine aber nicht.

Größere Versionen dieser Kästen können im Triple für Drehstrom und/oder parallel für mehr Power pro Phase geschaltet werden. Diese Kleinausführung kann das nicht, daher isse günstig. Aber an einen Akku können mehrere dieser Boxen, dann addieren sich Solar- und Gesamtverbraucherleistung auch...


Gruß,

Werner
 

matzetronics

Aktives Mitglied
08.07.2020
892
Berlin, DE
Wurde ja kurz mal angesprochen bei dieser Umfrage zu V2G. Da gibts einfach nur wieder Leute, die sich eine goldene Nase auf Kosten meiner Batterien verdienen wollen. Ob die vorgeschlagenen Verträge in der Umfrage real waren, weiß ich nicht, aber sie waren völlig indiskutabel in der Vergütung.
Hier war die Umfrage:

 
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Wertungen: Kamikaze

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
962
Rick, 8,2 Cent Einspeisevergütung, die beziehen sich doch auf die Vergütung per EEG-Umlage. Das ist für mich Raub, den ich nicht als Vergütung anerkenne. Die Vergütungssätze, unter Abzug dieser Umlage, liegen niedriger. Dank Sperre im Zähler, meist Null. Wenn Tibber abrechnen dürfte, könnte die Vergütung anders aussehen. Außer der Zählersperre ist auch die zweite LED-Diode nicht eingekoppelt. Die ist eigentlich dafür vorgesehen.
 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Rick, 8,2 Cent Einspeisevergütung, die beziehen sich doch auf die Vergütung per EEG-Umlage. Das ist für mich Raub, den ich nicht als Vergütung anerkenne.
Einerseits stimme ich dir da zu (aus dem Gefühl) - andererseits kannst du ja vom aktuellen Strompreis (bei mir derzeit ca. 27ct/kWh) mal die ganzen Steuern und Abgaben runter rechnen - dann bist du schon recht nahe an der aktuellen Einspeisevergütung dran. Leider.

Was absolut korrekt ist, ist die Tatsache, dass die Teilnahme am Regelenergiemarkt <1.000kW nicht möglich ist, und man als privater EE-Generatorbesitzer nicht von Hochpreisphasen profitieren kann.
Andererseits erfordert dieses Ausnutzen von Hochpreisphasen einspeiseseitig wiederum teure (Akku-)Technik, die ebenfalls bezahlt werden will.
Allen Anlagenbesitzern und -Interessenten die Direktvermarktung (mit dem gesamten Drumherum an Bürokratie- und Technikaufwand, bei gleichzeitig völlig ungewisser Rentabilität) auf zu zwingen hielte ich für problematisch, weil sich dadurch unter Anderem Kredite aufgrund des erhöhten Risikos drastisch verteuern dürften.
Derzeit sehe ich, dass sich Anlagen trotz der geringen Einspeisevergütung innerhalb 10 Jahren selbst abbezahlen - sogar dann, wenn man die Ersparnis durch Eigenverbrauch nicht mit betrachtet. Gleichzeitig nimmt die staatliche Vergütungsgarantie nahezug jegliches Risiko aus diesem Invest, was Kredite billig und damit den Anlagenbau attraktiv macht.
Angesichts der Tatsache, dass wir in den nächsten paar Jahren SEHR viel EE-Generatorkapazität zubauen müssen, sehe ich diese Attraktivität als sehr sinnvoll an.
Nebenbei gilt diese garantierte Vergütung nur (noch) für private Kleinanlagen. Alles >100kW muss in die Direktvermarktung und erhält damit keine garantierte Vergütung mehr. In diesem Sektor sieht man derzeit die weiter vorne beschriebenen Probleme recht gut.
In sofern: Ja - es fühlt sich erst mal ungerecht an, ABER die Anlagen rechnen sich damit trotzdem problemlos, und das ist es, was am Ende zählt mMn.
 

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