Zurück zur Dampfmaschine?

04.09.2007
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#1
Die Berliner Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) hat eine moderne Dampfmaschine entwickelt. Dank der kontinuierlichen Verbrennung bei weniger als 1200 Grad entstehen nur noch wenig Schadstoffe. Zwar ließe sich diese Zero Emission Engine (ZEE) auch als Pkw-Motor verwenden aber zunächst will die aus der IAV hervorgegangene Enginion AG die sogenannte SteamCell als Blockheizkraftwerk vermarkten. Ein mit Rapsöl oder Erdgas betriebenes Gerät in der Größe eines PC soll dabei 25 kW Heiz- und 6 kW elektrische Leistung erzeugen und ab 2005 für etwa 4-5000 Euro zu kaufen sein. Ob sich derartige Systeme mit einem elektrischen Wirkungsgrad von etwa 17 Prozent als Kraftquelle für Hybridfahrzeuge eignen, bleibt fraglich. Als Blockheizkraftwerk ist die SteamCell auf jeden Fall interessant.

Quelle: Spektrum der Wissenschaft / Ausgabe 01/2003 (Seite 92)

SternFuchs
 
J

Jürgen

Guest
#2
Hallo Natascha

Auch ich beobachte die Entwicklung von alternativen Antriebsmöglichkeiten.Diesbezüglich ist mir der Stirlingmotor aufgefallen.Er kann ja mit jeder Wärmequelle betrieben werden. Und hat darüber hinaus noch den erstaunlich guten möglichen Wirkungsgrad von 40%.Erzeugung von mechanischer Energie durch Sonne, kein Problem. Auch läst sich die Wirkung umkehren.Da sind auch noch Potenziale versteckt.
Aber es tut sich was.Es gibt schon Angebote von Heizkesseln mit Stromerzeugung über Stirlingmaschinen.Wenn Energie teurer wird, könnte sich das durchsetzen. Auch habe ich schon Studien von Fahrzeugantrieben mit Stirlingmotor im Web gesehen.

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen aus Finsterwalde.
 
A

Andreas Manthey

Guest
#3
Hallo zusammen!
Zunächst möchte ich allen Leserinnen und Lesern der Foren ein frohes neues Jahr wünschen.
Nun zur Dampfmaschine. Ich war von Ende 98 bis Mitte 2001 an dem Projekt, teilweise als Projektleiter beteiligt. Hauptauftragnehmer dieses Forschungsprojektes war TEA (Technologiezentrum emissionsfreie Antriebe), eine Tochter der IAV. Ich war seinerzeit Mitarbeiter der Fa. Sachsenring Fahrzeugtechnik GmbH. Seinerzeit sind ein einzylindriges Blockheizkraftwerk und ein dreizylindriger Fahrzeugmotor (50kW) entstanden. Eine Aufgabe meines Teams war die Integration des 3-Zylinder-Aggregates in ein Serienfahrzeug. Nach Ende des offiziellen Forschungsprojektes gründeten einige Mitarbeiter die Enginion AG, die sich heuite der Entwicklung der SteamCell angenommen hat.
Ob die EZEE (Equal Zero Emission)-Technologie für die Stromversorgung von Elektroleichtfahrzeugen eingesetzt werden kann muß man abwarten bis die ersten Aggregate zur Verfügung stehen. Eine Hauptanwendung der Technologie ist jedenfallls die Stromversorgung von LKW und warum dann nicht auch von Elektofahrzeugen. Wenn heute ein 100 kW-Aggregat einen 1-1,5 Tonnen schweren Pkw im Stadtverkehr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 20km/h antreibt, sollten wir zumindest für bestimmte Anwendungen mal darüber nachdenken. Natürlich macht es mehr Sinn einen Verbrennungsmotor (auch einen mit kontinuierlicher externer Verbrennung) stationär einzusetzen und mit dem Strom das Elektrofahrzeug zu laden. Ich persönlich bin der Meinung, daß wir erstmal die Fahrzeuge, die es heute bereits gibt zur Serienreife und zur Alltagstauglichkeit bringen sollten, bevor wir von Dingen träumen, die noch Jahre in der Zukunft liegen und deren Probleme noch gar nicht abzusehen sind. Es kann sonst leicht passieren, dass wir ständig nach den tollen Möglichkeiten zukünftiger Technologien warten und damit eine Entschuldigung haben heute bereits verfügbare Technologien nicht einzusetzen. Es kommt mir etwas wie das Pferd vor, dem die Möhre vor die Nase gehalten wird, die es aber nie erreicht.
Mit meinem AX fahre ich selbst in der Stadt fast 100 km pro Ladung bei ca. 15kWh/100km (übrigens so einen hat Thomic tr@solarmobil.net gerade abzugeben)...
Anfang Oktober war ich auf dem Pariser Autosalon und habe über eine Stunde mit dem GF vom Druckluftauto gesprochen. Darüber später mehr. Sonnige Grüße

Andreas Manthey, Berliner Institut für innovative Energie- und Antriebstechnologien
 
19.01.2004
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Krefeld
#4
Hallo, Herr Mantey!
Dann habe ich ja wohl recht getan, und aus reinem Vorurteil zu Eon und verwandter Industrie die großzügigen Versprechungen um Ingenion (also nicht Ingenion selber) angezweifelt.
Da wurde in EON-Prospekten gefaselt, das desktopgroße Gerät habe einen Wirkungsgrad besser als ein Turbodiesel. Das hieße ja, besser als 45%, was ich dann sofort mit meinem Vorurteil belegte.
Ingenion ist ehrlicher und spricht nur von ca 20%, allerdings bei der Quasiturbine.
Wissen Sie etwas über die Lebensdauer eines solchen ungeschmierten Keramikkolbens und vor allem über seine Betriebstemperatur? Ich dachte mir, um 45% Wirkungsgrad zu erreichen, muß Nassdampfkondensation um jeden Preis verhindert werden und eine Kolbenoberflächentemperatur von 300 und mehr Grad eingehalten werden.
Bernd Schlüter
 

Marion_S

Neues Mitglied
04.06.2003
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#5
ROTFL - es wird wohl e-on sein, und nicht EON? Letztere machen James Bond Filme. Hat zwar auch was mit ausgefallenen Autos zu tun, aber weniger, öh, "umweltverträglich", wenn ich mir so die Randale im Parkhaus in "Der Morgen Stirbt Nie" ansehe...
 
#6
> Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Geschäftspartner,
>
> wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass sich ein internationales Firmenkonsortium mit 10 Millionen Euro an der Enginion AG beteiligt hat. Damit wurde die Zielsetzung für diese Finanzierungsrunde deutlich übertroffen. Zu der Investorengruppe unter Führung von SAM Private Equity gehören Grazia Equity, MVV Innovationsportfolio, OPG Ventures, Schneider Electric Ventures und E.ON Venture Partners. Das Kapital dient der erfolgreichen Kommerzialisierung der SteamCell als innovativem Wärme- und Stromerzeuger.
>
> Oliver C. Mehler
> Vice President Business Development
> Enginion AG
> Gustav-Meyer-Allee 25
> 13355 Berlin
> Germany
> Tel.: +49 30 46307-511
> Fax: +49 30 46307-499
> mailto:eek:liver.mehler@enginion.com
> http://www.enginion.com
 
A

Andreas Manthey

Guest
#7
Liebe Marion,

vielen Dank für die Klarstellung! Es hätte ja sein können, dass jemand davon ausgeht, dass es sich hier wirklich um die Filmfirma EON handelt, zumal in James Bond Filmen ja auch immer eine Menge Dampf (und Rauch) gebraucht wird.

Sonnige Grüße aus Berlin

Andreas Manthey