Wer kennt sich aus mit Peukert?

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Das ist die Frage:
es geht um hundsgewöhnliche Starterbatterien, die bekanntlich nicht besonders stark "peukern".
Folgende Betriebsweise: in der Regel 2% Enladetiefe bei 50 bis 100 Ampere Belastung für eine 36 Ah-Batterie.

Also: Ganz geringe Entladetiefe, nach der Entladung wird gleich wieder vollgeladen.


Gilt dann auch Peukert mit Exponent z.B. 1,27? Oder sieht die ganze Sache dann günstiger aus? Ich habe jetzt die Hersteller durchtelefoniert und überhaupt nichts Aufschlussreiches erfahren. "Unmöglich, für Traktionsbetrieb nimmt man Traktionsbatterien ", war die stereotype Antwort. Von Peukert hatten die Gesprächspartner nie etwas gehört. Sind wohl alles Kaufleute, beherrschen nur das Aufbinden von Bären. Wohlgemerkt, Technikabteilung. Gefertigt wird anderswo.

Wer weiß mehr?

Anm. Der Peukert-Exponent wird bei tiefer Entladung bestimmt. Die liegt hier nicht vor.

 
K

Karl

Guest
Hallo Bernd,
wenn Du deine Frage genau so allgemein gestellt hast, wundere ich mich nicht, daß Du keine vernünftige Antwort erhalten hast!
Was willst Du ? Etwa den Effekt überlisten?

Sonnenelektrische Grüße

Karl
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Nein, der Peukerteffekt hat direkt etwas mit dem Lade/entladewirkungsgrad zu tun, also mit unserem Projekt.
Der Peukerteffekt wird immer gemessen bei 80%iger Entladung. Noch nie habe ich gelesen, wie er sich verhält, wenn man nur 2% entlädt, wie das bei einer ordentlichen Beschleunigungsphase der Fall ist. Sonst ist normalerweise die Kapazität bei einer Strombelsatung, die dem Zahlenwert der Batteriekapazität entspricht, standardmäßig (Peukertexpnent 1,27) 41%, was ja sehr schlecht wäre.

Auf jeden Fall liegen wir besser, weil wir dann ja tunlichst immer mit fast vollen Bleibatterien fahren. Eine genauere Aussage wäre schon vorteilhaft, aber eine zuverlässige. Sonst müssen wir erst über Jahre experimentieren. Auch mit 60% Wirkungsgrad wäre ich noch nicht zufrieden.

Die Frage ist für mich, ob man fast vollgeladene Starterakkus oder auch die bekannten 6-Voltblöcke, die ja ebenfalls infolge dünner, großflächiger Platten wenig Peukerteffekt zeigen, als Ultracapersatz ansehen kann, bei der besonderen Betriebsweise. Ich habe heute keine zuverlässige Auskunft bekommen können.
Basytec??

Also. wer einen Kappamesser besitzt, könnte mir meine Frage eigentlich einfach beantworten: So:
Einmal Bleiakku volladen, auf "Null setzen" , dann mit möglichst hoher Strombelastung einmal oder ein paarmal tüchtig beschleunigen, oder einen steilen Berg hinauffahren, bis ein ordentlicher Wert am Kappamesser ablesbar ist (also mindestens 20 Skalenteile).
Dann bitte wiederaufladen und ablesen, wieviel nachgeladen werden muss, bis die Batterie wieder voll ist. Ungefähr merken, wie hoch der mittlere Strom, nur während der Belastung war. (Batteriestrom).
 
R

reinhold

Guest
Hallo Bernd!
Für die Frage gibt es keine eindeutige Antwort.
Vielmehr einen Lösungsansatz.
Nehm die Entladekapzitätskurfen für verschiedene Ströme.
Mit zunehmendem Strom wird die entladbare Kapazität kleiner.
Die Kurfen gibts normalerweise für jede Baterie; oder als Beispiel:
http://www.ssb-battery-service.de/index2.html
dort Details; den Batterietypen;z.b. sb40-12i anklicken; Datenblatt mit Entladekurfen!
Tschau
Reinhold
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Ja, Reinhold, der Quotient aus den Produkten aus Zeit und Strom ist der normale Peukert-Effekt. Der berechnet sich aus einer Entladetiefe von 80%. Ich will aber in der Regel nur 2% entladen und dann gleich wieder aufladen, was eine PKWbatterie ja jahrelang mitmacht, auch, wenn man an jeder Ampel wieder startet.
Ich vermute, dass es da einen Unterschied gibt und dass sich ein ganz normaler Starterakku dann ähnlich wie eine Kapazität verhält: weit besser, als nach Peukert berechnet und auch Innenwiderstand und Spannung, und damit auch der Lade-/Entladewirkungshrad wären dann deutlich besser.
Es ist aber nur eine Vermutung von mir, dass dieser Effekt deutlich ist und ich wüsste da gerne Genaueres drüber.

Rechnet man nach Peukert, dann ist der Lade/entladewirkungsgrad bei 1C Entladestrom nur ca 30%. Ich hätte gerne mindestens das Doppelte.
Bei Lions ist diese Betriebsweise jedenfalls ideal und die Priusse profitieren ebenfalls von dieser Betriebsweise, wenn da auch der Peukerteffekt weniger ausgeprägt ist.

Die Hawker-Cyclon-Bleirundzellen, insbesondere die von nur 2,5 Ah Kapazität haben einen weitaus geringeren Peukerteffekt:

http://www.reichelt.de/inhalt.html?SID=15mi6qu6wQAREAADvliQYb31a9fa14b5dba75301a01c1bf6660f7;ACTION=7;LASTACTION=6;SORT=artikel.artnr;GRUPPE=P57;WG=0;ARTIKEL=HAWKER%252520D-2%25252C5%252520AH;END=16;STATIC=0;FC=4;PROVID=2028;TITEL=0;DATASHEETSEARCH=HAWKER%2520D-2%252C5%2520AH;FOLDER=D500;FILE=HAWKER%2523HAW.pdf;DOWNLOADTYP=1;DATASHEETAUTO=;OPEN=1

Da steht so einiges beschrieben, vor allem beim Diagramm auf Seite 35. ich stelle mir vor, dass normale Starterbatterien ähnliche Eigenschaften besitzen, wenn auch nicht so ausgeprägt. Die Lebensdauer ist jedenfalls erstaunlich hoch.

Andere interessante Seiten: 24, 34, und die Seiten 35 und folgende...

Der Preis ist allerdings zu gepfeffert.

Du weißt, was ich anstrebe? Das ist mein sogenannter "Elektro-Elektro-Hybrid", auf Deutsch, die Kombination von Hochenergie- und Hochleistungszellen. Ob so etwas was für einen Zagato ist?
Bernd

 
J

Jürgen

Guest
Hallo Bernd

Nichts ist besser als eigene Erkenntnisse. Was da so manchmal geschrieben steht.....na,ja. Wenn Du wirklich was Neues machen willst, mach nen Versuchsaufbau. Dann kennst Du die Bedingungen, wonach die Protokolle erstellt worden sind.
Also ich würde eine Steuerung nehmen und damit Die Akkus zyklieren.Die Meßwerte im Speicher ablegen. Da brauchst Du nicht mal dabei sein. Dann hast Du was ordentliches in der Hand.
Dann die Meßreihe verändern, Zeit, Temperatur, Strom usw.
Denn wirkliches Wissen verrät Dir keiner. Frag doch mal einen Fachmann.

Jürgen aus Finsterwalde.
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Jürgen, ich bin da nicht so pessimistisch. Man muss nur auf die richtigen Leute treffen. Heute habe ich immerhin eine Antwort von Exide bekommen, und, wie ich an der langen Liste von Mitarbeitern sehe, die Kopien von der Antwort bekommen haben, hat man sich Mühe gegeben, meine Frage zu beantworten.
Wenigstens qualitativ wird meine Vermutung bestätigt, zusammen mit dem Hinweis, dass wegen der geplanten Rekuperation ein gehöriger Abstand zur Endladespannung gewahrt werden muss, damit der Akku wegen des inneren Widerstandes beim Rekuperieren nicht in die Gasung kommt...

http://www.batteryuniversity.com/partone-16a-german.htm

Meine Absicht geht ja in Richtung reinen Stadtverkehr, bei dem einem Drittel Beschleunigungs- und Fahrzeit zwei Drittel Ausrollen, Rekuperation oder Stillstand gegenüberstehen. Sind die Fahrakkus aus Blei, "peukern" diese umso weniger, je voller sie geladen und je größer die Pausen zwischen den Belastungsphasen sind.

Hier denke ich, dass eine Dauerladung mit einem Ladestrom, der 3 bis 5 stündiger Ladung entspricht, aus einem zusätzlich mitgeführtem Nicadakku, den Peukerteffekt erheblich zurückdrängt, sodaß den Fahrakkus deutlich mehr Energie entnommen werden kann.
Möglicherweise werden die doppelten Ladeverluste durch diese teilweise Nachladung und die Verbesserung des Wirkungsgrades der Fahrbatterien mehr als kompensiert?
Es geht mir um einen sinnvollen Einsatz der SBLakkus, die sich z. B. im Kewet von Andreas als zu "weich" erwiesen haben.
Manche vergleichen jenes Verhalten von zwischengeladenen Bleiakkus ja mit einer teilweisen "Kondensatoreigenschaft", sprich, begrenztem verlustarmen Speichervermögen.
Bleiakkus mögen bekanntlich diese Betriebsweise, Nicads dagegen überhaupt nicht. Die wollen entweder geladen oder entladen werden.

Eine andere Frage bei den SBL-Akkus ist die der hohen Masse, 9,6 kWh Speicherkapazität entsprechen 360 kg Masse, woraus Andreas und Roland ein überaus günstiges Massenverhältnis von 27 kg/kWh berechnen.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.740
91365 Reifenberg
Hallo Bernd,
wer kennt sich aus mit Peukert, wer mit Bernd?
Warum verdrehst Du - bewußt oder unbewußt - die Wahrheiten und behauptest unzutreffende Dinge:

<i>Eine andere Frage bei den SBL-Akkus ist die der hohen Masse, 9,6 kWh Speicherkapazität entsprechen 360 kg Masse, woraus Andreas und Roland ein überaus günstiges Massenverhältnis von 27 kg/kWh berechnen</i>

Diese Behauptung ist nachlässig, fahrlässig und böswillig, und ich verbitte mir solchen Blödsinn. Bitte erst Kopf einschalten und dann auf die Tasten hämmern. Oder wolltest Du nur wissen, ob ich es merke?

<b>Wie hatte ich damals geschrieben (bitte nachlesen)
9600 Wattstunden und 360 kg, das sind 27 Wh/kg. Sprich Wattstunden pro kg, und das ist die übliche Angabe für den Energieinhalt pro kg.
Wenn Du unbedingt die Einheit kg/kWh willst, dann ergibt dieselbe Batterie tatsächlich 37,5 kg/kWh, also Gewicht pro Energieinhalt. Nur ist das ganz einfach eine Angabe, wie schwer die kWh gespeicherte Energie mit Akku ist. Ist halt ein anderer Wert, aber auch eine übliche Angabe.</b>
siehe http://forum.myphorum.de/read.php?f=567&i=7105&t=7050#reply_7105

Das habe ich damals gerechnet und behauptet, und dabei bleibe ich. Versuche nicht, mir das Wort bzw. den Forumsbeitrag zu verdrehen.

Und Du hattest meine Rechnung sogar bestätigt:

<i>Re: Erfahrungsbericht mit SAFT und Einheiten
Autor: reg. User Bernd Schlueter (85.72.171.21)
Datum: 27.10.2005 15:08

Aha, jetzt bin ich auch klug.

Bernd Schlueter</i>

Also:
199 Ah x 48 Volt ergeben 9,55 kWh, Gewicht 360 kg
Energie pro Gewicht: 27 Wh pro kg
Gewicht pro Energie: 37,5 kg/kWh
Ist doch ganz einfach, weißt Du jetzt Bescheid? Kann doch nicht so schwierig sein.
(Von Klugheit will ich nicht reden, sonst würdest Du die unnötigen persönlichen Seitenhiebe lassen. Das nämlich spricht keineswegs für Klugheit.)

I am not amused. Mit anderen Worten: Du hast Dich hier über mich und Andreas fälschlicherweise und ganz unnötig lustig gemacht. Warum? Ich erwarte eine Entschuldigung.

Gruss, Roland
Danke für den link zur Battery-University. Super.

P.S. Ansonsten kenne ich zumindest einen Kollegen - wie bereits erwähnt - der seit einigen Jahren Thundersky Akkus mit 90 Volt 100 Ah und NiCd 108V 140Ah parallel in einem Auto fährt. Ergebnis: Reichweite bis 200 km. Thundersky als "Range Extender", die bei Bedarf über einen DC/DC Wandler Energie in die NiCd schieben. Die NiCd liefern die hohen Ströme.
Ich selbst würde sowas liebend gerne im CityEl mit Effekte Blei Vlies 120 Ah und parallel Evercell NiZn 33 Ah versuchen. Die Blei Vlies sind schon drin im El, die NiZn stehen unbenutzt in der Werkstatt rum.
Im günstigsten Fall geht es ohne DC/DC Wandler, schlimmstenfalls muss man Regelelemente in Form von Strombegrenzer-Transistoren dazwischen schalten. Ziel: Blei Vlies strombegrenzt auf 60 oder 80 A, NiZn liefern dann die hohen Ströme für meinen Berg oder für Beschleunigungen. Die Technik ist noch zu klären, und es hängt davon ab, ob ich genügung Evercell wiederbeleben kann. Ich hab noch einige 33Ah und 40Ah Akkus, sowohl mit 7 als auch mit 8 Zellen pro Block.
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Ja, Roland, ich habe tatsächlich darüber hinweggelesen. Ihr habt recht. Aber dann darf ich jetzt auch bemerken, dass dies ein unmäßig hoher Wert ist, was das Energiegewicht angeht, da liegt jede Bleibatterie besser, was ganz ungewöhnlich ist. Die spezifische Energie, die Ihr nennt, ist entsprechend klein. Die SAFT-Flugzeugakkus haben übrigens genau das gleiche Energiegewicht, nur ist hier das Leistungsgewicht unschlagbar gering.
Ja, ich verwende immer die Größe Energiegewicht, bezogen auf die gleiche Energiemenge. Das sieht dann so aus:
375 kg Masse haben die 10 kWh in Form der SAFT-Batterien, ca 240 bis max. 300 kg hätten Bleibatterien, ca 150 bis 200kg gesinterte Nicads und NiMh, 110 kg Lions bei nur 70%Entladetiefe. Lipos brächten nur ca 80 kg auf die Waage. Nickeleisenbatterien der ferneren Vergangenheit lagen bei 150 kg.

Mit den Kehrwerten zu rechnen, ist da ungleich umständlicher...

Nochmal zum Leistungsgewicht der schweren SAFT-Klötze:
die SBL bei dreistündiger Entladung: 112,5 kg/kW
die SAFT-Flugzeugakkus: 2,7 kg/kWh. Kurzzeitig, im Sekundenbereich, bringen es letztere sogar auf nur 600 Gramm/kW Leistung. (1700Ampere bei 1 Volt beim Andrehen der Turbinen).

Beim Leistungsgewicht sehe ich allerdings auch den Kehrwert als sinnvolle Größe an,

 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.740
91365 Reifenberg
Lieber Bernd,
ich denke, Du kannst es besser - wenn Du willst.

Ich habe immer nur von Energiewerten gesprochen. Du sprichst von Leistungswerten. Das ist ganz etwas anderes. Ich denke, das muss ich Dir nicht weiter erklären.

Die Werte sollten dann heissen 2,7 kg/kW !! Ist ganz was anderes als 2,7 kg/kWh !!

Akkus mit sehr niedrigem Innenwiderstand sind z.B. die NiCd Akkus zum Starten von Turbinen. Die sind tatsächlich auf hohe Leistung getrimmt, d.h. obwohl die Akkus recht klein sind, können sie sehr hohe Ströme in kurzer Zeit abgeben. Im Endeffekt wohl ihre gesamte Energie in wenigen Minuten. Das vertragen nicht alle Akkus, z.B. die meisten Bleiakkus gar nicht. Außer natürlich die gewickelten Blei-Vlies von Optima und die entsprechenden Typen anderer Firmen. Die sind auf niedrigen Innenwiderstand und hohe Strombelastung gebaut und vertragen das dann auch.
Normale Blei Gel und vor allem Panzerplatten Akkus haben dickere Bleiplatten und damit höhere Innenwiderstände. Die vertragen hohe Ströme gar nicht so gut und würden sich dabei recht gut erwärmen. Dafür halten sie länger.

Bitte tu mir den Gefallen, und unterscheide besser zwischen Energie, Energieinhalt und Leistung bzw. Leistungsvermögen. Energie werden z.B. in kWh angegeben, Leistung in kW.

<i>(1700Ampere bei 1 Volt beim Andrehen der Turbinen)</i>
Nanu? 1 Volt? Die NiCd Flugzeugstartakkus, mit denen ich mal in Berührung gekommen bin, hatten 28 Volt Nennspannung. Hohe Ströme konnten die allerdings auch liefern, weiss aber nicht mehr wieviel, hatte es nie gemessen. Ist alles auch über 20 Jahre her, dass ich beruflich mit Akkus zu tun hatte.

Gruss, Roland
Warum habe ich mir eigentlich die Mühe gemacht, das im FAQ Forum zu erklären. Oder habe ich so unverständlich geschrieben?
Und weil ich nicht die geringsten Rückmeldungen auf das FAQ Forum erhalten habe, habe ich auch irgendwie die Lust verloren, da weiterzumachen. Ist schließlich meine Zeit.....
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Stimmt, die Akkus haben auch heute noch oft 28 Volt und sind in Stahlblechgehäusen eingebaut. Heute aber, im Gegensatz zu früher , verwenden die Firmen infolge den Erfahrungen mit den "SAFTigen" Preisen von knapp 170 Euro pro kg Batterie und infolge der Streuungen Einzelzellen, die alle paar Wochen demontiert. neu vermessen und neu einsortiert werden, denn Symmetrie ist da alles, damit sie nicht bei Tiefentladung "hängenbleiben" und "auseinanderlaufen". Die Laufzeit beträgt bei Flugzeugen, die ständig im Einsatz sind, etwa fünf Jahre. Sie werden meist verwendet, bis sie nicht mehr starten. Starthilfe gibt es notfalls auf jedem Flughafen.

Ich verwende stets Energie- und Leistungsmasse. Da das Kewet ja wohl mindestens 5 kW für einen einigermaßen zufriedenstellenden Betrieb benötigt, errechne ich bei eine Leistungsmasse der SBL von mindestens 112,5 kg/kW eine Mindestbatteriemasse von 562,5 kg, damit der Thrige wenigstens 5 kW bekommt. Das Kewet wäre dann immer noch eine "Bleiente", bzw. schlimmer, Blei wäre da noch ein Federgewicht.
Von einer sinnvollen Kombination mit Blei verspreche ich mir jedoch etwas, deshalb meine oben gestellte Frage.
Ein "Nicad-Nicad-Hybrid" hielte ich hingegen nicht für sinnvoll. Zu schlechter Wirkungsgrad. Es fehlen die positiven Effekte, die Bleiakkus bei Zwischenladung zeigen. Nur im dichten, zähen Stadtverkehr kann die Entladezeit der SBL von mindestens drei Stunden zu drei Stunden Fahrbetrieb für ca 60 km passen...
Also z.B. München, Stuttgart oder Köln im dichten Berufsverkehr.
Ich hoffe, Du ahnst, dass ich mit meinen Ambitionen auch zukünftige, schwächliche Brennstoffzellen im Hinterkopf habe, nebst Verbrennerhybriden mit ausgesprochenem Notmotor. Die Hochleistungsbatterien sind ja längst in Entwicklung und auch die Lipos sind infolge hohen Bedarfs zur Zeit noch überteuert.

 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.740
91365 Reifenberg
Hallo Bernd,
Du schreibst unverständliche und nicht belegte Zahlen - und ich frage mich wirklich, was diese Zahlen sollen:
<i>Ich verwende stets Energie- und Leistungsmasse. Da das Kewet ja wohl mindestens 5 kW für einen einigermaßen zufriedenstellenden Betrieb benötigt, errechne ich bei eine Leistungsmasse der SBL von mindestens 112,5 kg/kW eine Mindestbatteriemasse von 562,5 kg, damit der Thrige wenigstens 5 kW bekommt.</i>

Mir unklar, was Du da für Zahlen hernimmst, also mir ist überhaupt nicht klar, was Du mit 112,5 kg pro kW meinst.. Bei einem typischen Akkusatz eines KEWET mit 48V und rund 260 kg würde das bedeuten, dass Du weniger als 50 A ziehen willst. Damit kommt der Kewet kaum vom Fleck, jedenfalls nicht am Berg und nicht beim Beschleunigen. Die Ströme dürften da eher in Richtung 200A und mehr gehen.

Als Beispiel nehme ich mal einen typischen Akkusatz aus (m)einen CityEl:
36 Volt, 100 Ah, rund 100 kg. Das ist der Akkusatz an sich, noch ist kein Strom und keine Leistung angegeben.
Ergibt energiemäßig 36 Wh pro kg oder rund 27,8 kg pro kWh.

Was man dann leistungsmäßig rauszieht, hängt vom der jeweiligen Belastung ab:
Strombegrenzung auf 120 A eingestellt (normal im CityEl) ergibt eine max. Leistung, die man aus dem Akku zieht von 120A x 36V, also 4,32 kW. Bei 100 kg Gewicht macht dass dann 23 kg/kW. Ich halte diesen Strom für zu hoch für z.B. die effekta Blei Vlies Batterie und würde gerne die Strombegrenzung auf 80A zurücknehmen (was wohl einige schon getan haben). Dann bekommt der Motor zwar weniger Leistung (nur 2,88 kW), weniger Bergsteigfähigkeit und weniger Beschleunigungsvermögen, aber er quält auch nicht so die Batterie. Es ergibt sich damit ein spezifisches Gewicht pro Leistung von 34,7 kg/kW.
Den Akku nur sehr moderat mit max. 60 A belastet ergibt 36V x 60A = 2,16 kW und ein spezifisches Gewicht pro Leistung von 46,3 kg/kW.

Also: das Gewicht pro Leistung ist nicht so sehr eine Akku-Konstante, sondern hängt vom tatsächlichen Belastungsfall ab, das heißt davon, wie ich den Akku quäle. Dass hier die Akkuhersteller auch maximal mögliche Werte angeben, lassen wir mal außer Betracht. Es macht auch nur Sinn für Akkus, die wirklich auf Hochstromanwendungen getrimmt sind. Die NiCd Akkus von Saft, die hier am Anfang der Diskussion stehen, sind definitiv nicht für Hochstromanwendungen gedacht. Die SAFT Akkus STM100 in meinem Citroen AX sind für recht hohe Ströme konstruiert, genauer für 200A (bei 100Ah Nennkapaziät). Das ist schon hoher Strom, jedenfalls halten sie mehr aus als die üblichen Blei-Traktionsakkus.

Diese Werte sind weit entfernt von Deinen 112,5 kg pro kW. Wenn Du die Akkus so gering belastest, brauchst Du halt wirklich viel Blei-Gewicht im Fahrzeug. Die Werte, die Du hier angibst, kenne ich eher von Elektroschiffen. Dort wird rund 4 bis 8 stündige Entladung benutzt, also geringe spezifische Leistung. Ein Beispiel (eines Schiffes, das ich mal 14 Tage fahren durfte): 24 Volt 360 Ah und rund 400 kg Gewicht, Blei-Gel. Häufig sind wir mit 40 A gefahren, max. Stromentnahme waren 80 A (also 24V mal 80A = 1,92 kW). Bei 400 kg und 1,9 kW kommt man dann auf ein Gewicht pro Leistung von 208 kg/kW. Die Lebensdauer bei solcher Nutzung liegt dann auch entsprechend hoch: ca. 1200 Zyklen, ca. 12 Jahre, und das sind echte Erfahrungswerte !

Gruss, Roland
 
W

wotan

Guest
Bernd
Lass dich bitte nicht mit diesen dümmlichen "Argumenten" in die Enge treiben.
wotan
mein name ist rechts zu lesen. Meine tel.ist 02921/62102. Meine adresse ist immer noch die Springstrasse 10 in 59494 Soest.
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Ja, das ist die Beobachtung von Andreas. Obwohl seine 20 Stück 200 Amperestunden Doppelzellen Energie genug hätten, werden sie diese nicht in genügend kurzer Zeit los, nach wenigen Minuten bricht die Spannung ein, weil diese SBL-zellen eben drei Stunden benötogen, um sie mit einigermaßen erträglichem Verlust leeren zu können.
Den Rest solltest Du inzwischen verstanden haben.

Wenn Du es aber partout auf Deine Weise ausgerechnet haben möchtest, wie ich auf die 112,5kg/kW komme, bitte sehr:
Andreas Batterien haben 9600 Wattstunden Nennenergie bei 360 kg Masse, macht 26,67 Wh/kg. Da Du drei Stunden benötigst, um die Energie nur einigermaßen aus der batterie zu entnehmen, bleibt eine spezifische Leistung von einem Drittel des Zahlenwertes, also 8,89W/kg. Der Kehrwert davon ist, auf kW umgerechnet, genau 112,5 kg/kW. So. Mit solch einem Wert kommst Du nicht weit, jedenfalls nicht, wenn Du diese träge Batterie nicht durch eine passende ergänzt. Das ist eben, so meine ich, im gewissen Maße möglich.

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Danke, Wotan aber ich war ja wirklich etwas "großzügig" mit dem Überlesen der Einheit der spezifischen Energie.

Nach Deinen Worten und Deinem Gespräch mit Andreas sind die SBLs ja nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei, meine Annahme mit drei Stunden Entladezeit war noch zu optimistisch und selbst eine fünfstündige Entladezeit würde noch nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Andreas eine drei Kilometer lange Klapperschlange die ganze Leopoldstraße entlang bis zur Feldherrnhalle mit Tempo 30 anführt.
Aber ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben...

 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.740
91365 Reifenberg
Hallo Bernd,
danke, dass Du mich über Deine Berechnungsverfahren aufgeklärt hast. Die Aufklärung war nötig, weil:

1. Du von min. 5 kW Leistung ausgegangen bist für den KEWET und die SBL Akkus. Bei rund 10 kWh Energieinhalt hatte ich dann schlicht und ergreifend 2 stündige Entladung zugrunde gelegt.

2. Später hast Du dann kommentarlos und ohne Begründung von 112,5 kg/kW geschrieben. Ich war so dümmlich, das einfach nicht zu begreifen. Denn leider hast Du nirgendwo geschrieben, dass Du dafür eine dreistündige Entladung zu grunde legst.

Daher also meine Fragen, die Du ganz locker und ohne "Beissen" beantwortet hast. Danke dafür. Meine Bitte: wenn Du wieder solche Zahlenspiele machst, so gib bitte den Weg und die Ausgangsdaten an. Und zur Erläuterung: Gewicht pro Leistung ist eine Angabe, zu unbedingt die tatsächlich entnommene Leistung dazugehört. Denn da man prinzipiell auch wenig Leistung entnehmen kann (was gut für die Akkulebensdauer ist) ergeben sich dann ganz merkwürdige Werte für Gewicht pro Leistung.
Die Batteriehersteller spezifizieren diesen Wert dann auch anders, nämlich bezogen auf die wirklich max. entnehmbare Leistung. Auf einen Grenzwert also, auf das, was die Akkus gerade noch aushalten. Das hat mit irgendwelchen Betriebsbedingungen mit 2stündiger, 3stündiger oder 10stündiger Entladung aber wenig zu tun. Das sollte man zum Verständnis eines Akkus schon wissen.

Um bei dem (dümmlichen) Wort zu bleiben: Ich finde es dümmlich, alle Zahlen und Werte einfach so zu überlesen und hinzunehmen, ohne zu wissen, wie sie zustande kommen. Ich hoffe, dass Du mir diesen Kommentar jetzt nicht übel nimmst. War nicht persönlich gemeint. Ich wenn ich was nicht verstehe, werde ich immer wieder nachfragen. Das lasse ich mir von keinem auch noch so dümmlichen Kommentar nehmen.

Gruss, Roland, bsm
P.S. Ich nehme mir weiterhin das Recht heraus, Seitenhiebe, die meinen Namen enthalten, aus Forenbeiträgen dann zu löschen, wenn sie unnötig sind und mit der Sache an sich nichts zu tun haben.
 
O

Open Karl

Guest
Nur zur Info:
Biete 2 Gelbatterien. Techn.Daten: 12 Volt, 88AH, Grösse 30/17/20, Gewicht 30Kg, hoher Entladestrom 800-4200 Amp.,Bezeichnung UPS12-310 von Dynasty USA, Stück 20 ¤ plus Versand (9¤). Der Neupreis liegt bei ca.180 ¤. Datenblatt kann per PDF zugesand werden.
daisy3@gmx.de Sunday, October 30, 2005 at 06:31:43 (MET)

gefunden in:
Hamradio.de Flohmarkt
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Karl, ja das sind ganz andere Werte, 4100 Ampere Kurzschlussstrom. wenn ich mir dagegen die Daten der SBL-Nicads für Notstromversorgung in Krankenhäusern anschaue, die ja Andreas eingebaut hat und Karl (Weippert) beabsichtigt, einzubauen, kann einem ganz anders werden:
http://www.saftbatteries.com/130-Catalogue/PDF/data_bb_ge.pdf
Hier Seite 39: Dort kann man ablesen, dass die 131 Amperestundenzelle erst bei gleichmäßiger Entladung über 10 Stunden fast die ganze Kapazität hergibt: 128 Ah, entsprechend einem Strom von 12,8 Ampere. Bei dreistündiger Entladung sind es noch 116,7 Ah bei 38,9 Ampere. Bei zwei Stunden rund 50 Ampere, entsprechend 100 Amperestunden. Die Werte bei den gebrauchten Batterien von Andreas sind noch deutlich bescheidener.
Trotzdem wäre es doch einmal interessant, die von Andreas gemessenen Werte hier stichprobenartig aufzuschreiben, damit wir uns ein Bild über die Nicad-Batteriealterung machen können.
Notstrombatterien fallen massenhaft und regelmäßig an und sind deshalb fast umsonst zu bekommen. Mit Kapazität, aber kaum Leistung.

Im Zusammenhang mit meinem Energiepufferprojekt möchte ich darauf hinweisen, dass die Berliner Verkehrsbetriebe Busse mit Energiepuffern im Probebetrieb laufen haben:
Statt dem bekannten Schwungrades nun Bleiwickelakkumulatoren (ähnlich den Hawker-Zyklon oder Optima) , im Verbund mit Ultracaps. Ob das nicht zuviel des Guten ist? Beide stellen gewaltige kurzzeitige Leistungsreserven zur Verfügung. Der Verbrenner braucht dann nur sehr schwach sein. Ein dicker Stadtbus kommt dann mit einem 50 kW-Diesel aus.

 

Anmelden

Neue Themen