Weltelektrifizierung-Rohstoff- und Umweltfragen zur Aluminiumproduktion

saxobernd

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23.07.2020
416
Eine 10.000 km lange Doppelleitung aus Aluminium von je 0,5m² Querschnitt hat einen Ohmschen Widerstsnd von 1,2 Ohm und transportiert bei einerSpannung von 2 mal 3 Megavolt eine Leistung von 3000 Gigawatt bei ca 10% Verlust. Diese hat eine Masse von 30 Megatonnen, das 60 fache der heute vorhandenen jährlichen Weltproduktion.. Rom wurde nicht in einem Jahr erbaut, wir dürfen uns ruhig 10 Jahre Zeit lassen. Elektrische Energie ist in der Sahara überreichlich vorhanden, ebenso die Rohstoffe.
Furchtbar sind die giftigen Abgase, die bei der Elektrolyse entstehen: Hier in Neuss-Norf hat jede Elektrolysestaion einen eigenen Abgasschlot, durch den alle unerwünschten Produkte in die Luft geblasen werden. Das führte neben gesundheitlichen Schäden der Bevölkerung zum Erblinden sämtlicher Glasscheiben der Umgebung (Flusssäure). Inzwischen verbessert, die Bevölkerung beschwert sich nicht mehr.
In Köln-Hürth hatte man fast die gesamte Bevölkerung von Knappsack bei der längst eingestellten Phosphor-Elektrolyse ausradiert. Phosphor in unseren Waschmitteln wurde inzwischen durch Siikat (Zeolythe) ersetzt.
Es ist ein lösbares Umweltproblem.
Ich sehe kein Problem in der Weltversorgung aus den Wüsten.
Materialersparnis dürfte Supraleitertechnik bringen, Wir können aber konventionell beginnen. Wem 1m² Leitugen zu dick sind, kann diese auch in 100 oder 1000 Einzelleitungen aufteilen.
Da wir auch auf weniger reine Tonerden zurückgreifen müssen, dürfte das Umweltproblem das Aufwendigste bei dem Projekt werden, aber lösbar.
Zwischenspeicherung: Wasser.
Die Prduktionvon Niob-Zinn ist nicht weniger umweltproblematisch.
Trotz allem: unsere zukünftige solare Welt wird wunderbar. Mein Mii freut sich schon.
 

Stefanseiner

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29.10.2021
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Saarland
mona-stefan.de
Du schlägst also vor eine Stromtrasse von Afrika nach Deutschland zu bauen um PV-Strom aus der Wüste herbei zu holen?

Gute Idee, das Projekt Desertec versucht das schon seit 2003

Problematisch sind auch hier (wie bei den meisten Knackpunkten der Energiewende) nicht die technische Machbarkeit sondern politische Schlammschlachten.

Wir bekommen es ja innerhalb Deutschlands nicht hin, ein paar Stromleitungen vom Norden (Offshore Windparks) in den Süden zu ziehen.
Seit 2012 ist "SuedLink" in Planung und seit 2013 in Bau und bislang sind gerademal 14% davon umgesetzt worden
netzausbau2021-jpg.10287

Bildquelle und Artikel dazu: Erneuerbare Energien - Stau auf der Stromautobahn


In dem Tempo bekommen wir es in Tausend Jahren nicht hin, eine solche Stromtrasse durch mehrere Länder mit ganz eigenen politischen Gemengelagen zu verlegen und falls doch hängen wir wieder ab unserer eigenen Landesgrenze an zig Bürgerinitiativen fest.


Das Team um Prof. Quaschning an der HTW Berlin hat ausgerechnet, dass wir mit den Flächen, die wir in Deutschland zur Verfügung haben, mit PV + Windkraft vollkommen aus kommen ohne Strom-Importe.
Aber bundeslandspezifische Regelungen wie jüngst in Bayern verhindern quasi zu 100% den Zubau von Windkraft, und der PV-Deckel verhindert den weiteren Zubau von PV.
Das sollte beides wieder abgeschafft werden, dann wird das auch was.
 
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pzuend

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27.08.2021
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Das wäre ein Projekt für die EU. Anstatt die Krümmung einer Banane zu Normen.
Mit solchen Projekten würden die in Brüssel sitzenden Akteure auch wieder mehr an Daseinsberechtigung gewinnen.
 
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Stefanseiner

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29.10.2021
133
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Saarland
mona-stefan.de
Im Grunde hast Du recht, was sinnvolle, EU-übergreifende Projekte zur Klimakrise angeht, aber faktisch braucht es solch eine Trasse wie gesagt nicht, da wir genug erneuerbaren Strom im eigenen Land selbst herstellen können.
 
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saxobernd

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23.07.2020
416
...aber nicht für die Dunkelflauten speichern. Desertec ist nicht nur für die Sahara gut, sondern weltweit.
Die Chinesen machen mir Hoffnung, dass das Ganze funktionieren kann. Auch, wenn die USA sich mit Händen, Füßen und Bomben wehren werden. Es geht schließlich um die Weltherrschaft. Im Endeffekt natürkich ganz ohne Kernenergie. Auf jeden Fall , Solarenergie ist genug vorhanden, die Rohstoffe, die Sonne treibt die Aluminiumfabriken automatsch an. Sozusagen ein Selbstfahrer.
Außerdem kann man ganz klein anfangen. Mit einer HGÜ-Leitung 2 mal 3MV und 75 GW. Da wir in Marokko anfängen, geht es auch mit anfänglichen 10 GW. Dann ist aber noch nichts gespeichert und wir Elektroautofahrer müssen erst einmal einspringen.
Das Kongoprojekt ist viel größer und es gibt andere günstige Orte auf der Erde. Zwischenspeicherung in den Anden, im Himalaya, dem Altai usw. Wird dann jedenfalls eine ziemlich wässrige Angelegenheit mit entsprechenden Nebeneffekten: schöne Landschaft, landwirtschaftliche Produktion. Wenn es soweit ist, schreibe ich Euch aus China.
Die Alpen sind zu klein.
Manche stört ja schon ein harmloser Kiosk auf dem Matterhorn.
 

Berlingo-98

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23.11.2004
3.561
91365 Reifenberg
Das wäre ein Projekt für die EU. Anstatt die Krümmung einer Banane zu Normen.
Mit solchen Projekten würden die in Brüssel sitzenden Akteure auch wieder mehr an Daseinsberechtigung gewinnen.
Energieprojekte für die EU? Also die EU macht Verordnungen und so.
Energieprojekte macht die Industrie. Denk ich mal.

Die EU handelt ja auch nicht mit Bananen. Das machen die Händler und Importeure. Und soviel ich weiß, haben deren Lobbyisten diese EU Vorgaben zur Klassifizierung eingeführter Bananen gefordert und durchgesetzt.


Häufig wird die Verordnung zur Klassifizierung eingeführter Bananen in den Medien und in der Öffentlichkeit als Beispiel für überbordende Bürokratie und „Regelungswahn“ in der EU herangezogen. Dabei wird auch oft behauptet, die EU schreibe den Krümmungsgrad der importierten Banane vor. Dieser wird jedoch in der Verordnung nicht erwähnt.

Im übrigen ist diese "Bananennorm" nichts ungewöhnliches, denn:
Gesetzliche Vorgaben gelten nicht nur für Gurken und Bananen. Alles Obst und Gemüse muss bestimmte Kriterien erfüllen, um auf den Markt kommen zu dürfen. Normen befassen sich mit Anforderungen zu Qualität, Kennzeichnung und Aufmachung. Quelle


Gruss, Roland
 

pzuend

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27.08.2021
32
Energieprojekte für die EU? Also die EU macht Verordnungen und so.
Energieprojekte macht die Industrie. Denk ich mal.
...schon gut, lass stecken. Ich werde mich in Zukunft mit humoristischen Bemerkungen zurückhalten.
Und jetzt gehe ich schlitzte feilen in Kaffeebohnen, damit die EU weit auch verkäuflich sind :unsure:

Eines möchte ich aber noch sagen:
Die Industrie handelt Grundsätzlich und zuallererst gewinnorientiert. Es geht bei solchen Themen aber um Nachhaltigkeit. Und das kann meiner Meinung nach nur politisch durchgesetzt werden. Und am besten Länderübergreifend, da wir alle die selbe Luft atmen.
 
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Emil

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04.04.2006
2.562
Wenn Du das willst dann kannst Du auch auf den Weltfrieden warten. :rolleyes:

Die Interessen sind einfach zu divers und die politische Lage in den Erzeugerländern zu instabil. Die Abhängigkeit vom Rohöl würde nur durch eine andere Abhängigkeit von den politisch instabilen Sahara Ländern ersetzt.

Davon abgesehen kann man das auch als eine neue Form von Kolonialismus und Ausbeutung betrachten.

Es gibt eine ganze Reihe von Studien und Büchern zum Wüstenstrom, insbesondere im Zusammenhang mit Wasserstoff als Energieträger. Da stellt sich im Detail heraus, dass das doch nicht alles so einfach ist. So ist keinesfalls so dass die ganze Sahara dafür geeignet ist, weil insbesondere die Sandwüsten mit ihren Sandstürmen zu einem hohen Verschleiß der Sammler, in welcher Form auch immer führen.

Man kann auch nicht einfach eine Leitung bauen sondern braucht auch eine Speicherung zumindest um den Tag/Nachtrhythmus auszugleichen, nicht nur um die Versorgung zu sichern, sondern auch um die Resourcen wirtschaftlich und technisch sinnvoll auszunutzen. Sowohl die Gleichstromleitung, als auch ein Wasserstoffelektrolytiseur wäre nur zur Hälfte des Tages ausgenutzt. Wobei es bei der Elektrolyse Probleme gibt, wenn man sie nicht durchgehend fährt.

So ist das Thema Sahara Strom insgesamt mit vielen Fragezeichen und unkalkulierbaren Risiken behaftet, während die lokale EE Erzeugung machbar ist, und zu einer hohen lokalen Wertschöpfung führt.

Das heißt nicht, dass man nicht auch mit dem unmittelbaren europäischen Nachbarn Strom zeitweise austauscht, oder nicht auch einen gewissen Anteil von außereuropäischen Quellen bezieht. Aber meiner Meinung nach sollte jedes europäisches Land einen großen Teil der lokal benötigten Energie aus den lokal verfügbaren EE beziehen. Im europäischen Verbundnetz können dann wie heute schon zeitweise Über-/Unterdeckungen ausgeglichen werden.
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
416
Die Sahara-Bewässerungsprojekte wären alleine schon Selbstläufer, wenn sich die beteiligten Länder gegenseitig das Wasser gönnen würden. Vor genau 50Jahren stand das größte, die Auffüllung des Tschadsees mit Oubangi-Wasser kurz vor der Verwirklichung. Häuptling Bokassa wollte für das Wasser aber Geld, ca 5 Euro pro m³, soviel kostet es in manchen Oasen. Jedenfalls gab es sofort Kriege. Die Engländer hatten zur Kolonialzeit, ein Jahrhundert zuvor, schon entnervt aufgegeben, den Nilzufluss zu verbessern, ebenfalls mit Kongowasser. Alles war genau durchkalkuliert. Dazu braucht man heute Elektrizität, die gäbe es sogar gratis, mit Zwischenspeicherung auf den Bergzügen. So ganz nebenbei würden wir dann die Sahara-Stromleitung bauen und Europa mit Sonnenstrom versorgen. Mindestens ebenso viel Gewinn würde die Wüstenbewässerung bringen.
Diese Aussichten, Reichtum und Nahrungsmittel zu erzeugen, führte nur zu Dauerkriegen und Massenmorden , die nicht abreißen und deren Opfer in die Millionen gehen. Statt Strom aus der Sahara gibt es Flüchtlingsströme zu uns.
Zusätzliches Wasser für den Nil? Aussichtslos..
Trotzdem explodiert die Bevölkerung und wegen der vielen Morde, Überfälle und Vertreibungen ist das Durchschnittsalter der Afrikaner auf 18 Jahre gesunken. Der höher zivilisiertem, moslemische, Norden trägt die Mordlust und frühe Sterblichkeit in die Welt.
Im Koran steht, was uns bevorsteht und es mehren sich die Menschen, die "nur" an den Koran glauben und mit aller Kraft und Niederträchtigkeit den Prophezeihungen Glaubwürdigkeit verleihen.
Nachschub gibt es nicht nur in energetischer Hinsicht mehr als genug.
Sollten wir unsere Pläne aufgeben?
Bedenken wir, al Qaida versucht mit hoher Efektivität, so viel Schaden anzurichten, wie nur möglich. Technische Einrichtungen sind besonders gefährdet.

geplante Kraftwerke

In ganz Afrika gibt es nur zwei funktionierende Atomkraftwerke, in Südafrika. Warum trotzdem viele afrikanische Länder den Bau von Atomanlagen und deren besondere Anwendungen anstreben, ist unzweideutig. Um Energiegewinnung geht es dabei jedenfalls nicht.
Ich fühlte mich in Düsseldorf genötigt, die weltweiten Zerstörungspläne zu beobachtem.
Nur diese sind das Problem.

Transaqua

Die Gegner des Untersuchungsausschusses zum Fall Amri (Gedächtniskirche) beobachte ich in diesem Zusammenhang mit besonderer Aufmerksamkeit.
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
416
Nur noch mal nachgerechnet: flächenmäßig macht die Sahara ca 2% der Erdoberfläche (!) aus, also ca das Doppelte der von der Sonne effektiv beschienenen Fläche. Nicht zu verwechseln mit dem Anteil der Landflächen.

Ich finde gerade einige Zahlen zu den Flächenanteilen der Wüsten;
Nordamerika: 20%
Südamerika 19%
Asien 37%
Afrika: 25% Vollwüsten, 40% zusätzliche Trockengebiete
Australien: 18%, kaum Möglichkeit zur Zwischenspeicherung, in allen anderen Gebieten, außer Europa, ist genug Wasser zur Zwischenspeicherung vorhanden.

Zu beachten: Zwischenspeicherung mittels Wasser führt zu Wolkenbildung, Abkühlung und Abschattung. Da alle Wüstenprojekte erst nach Befriedung der Welt möglich sind, entfallen die Flüchtlingsbewegungen.
Es wird zu einem Überfluss an Nahrungsmitteln kommen, der Bauchumfang wächst, ohne SUV wird es nicht mehr gehen. Gegenmittel: Twike oder die Pferde vom Schuster.
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
416
Noch mal eine kleine Abschätzung:
Eine 5000 km lange Doppelleitung von 100cm² Querschnitt, aus Aluminium, hat eine Masse von 300.000 Tonnen. Also wie ein übergroßer Panzerkreuzer Graf Luckner oder ähnlich. Panzerkreuzer bauen, ist ein gewaltiges Unterfangen, einen fetten Aluminiumstrang aus der Schmelze ziehen, überhaupt nicht.
Wir dürfen nicht von Baumarktpreisen ausgehen. Die Fabrik herstellen und das Graphit für die Elektroden, dürften die Hauptanforderungen sein, dazu die Masten. Eine knappe Milliarde kostet das Aluminium heute im Allerweltsladen. Ich rechne mit einem kleinen Bruchteil davon. Energiekosten Null, falls Ihr Euren Teller auch weiterhin brav leer esst. 3 Megavolt zum Quadrat geteilt durch 30 Ohm, macht 30 Gigawatt bei 10% Verlust.
3 Millionen Euro pro Stunde Solarernte bei einem Preis von 10 Cent/kWh. Bei 2000 Sonnenstunden/Jahr 6 Milliarden Einkommen.
Da lohnt es sich, den Teller leer zu essen.
Gestern bin ich total nass geworden. Irgendeine von Euch muss den Teller nicht richtig leer geessen haben. Sonja, warst Du das?
 
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Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
133
39
Saarland
mona-stefan.de
Nochmal:
1.) wir haben genug Fläche und Sonne im eigenen Land
2.) Leitungen durch mehrere,politisch teils instabile Länder bauen gilt es klugerweise zu vermeiden.
Es gibt keinen sinnvollen Grund für Solarstrom aus dem Ausland,aber mehrere dagegen. Das wird auch nicht besser,wenn das Leiter-Aluminium geschenkt ist.

Wir müssen lediglich wieder in die Puschen kommen und den Ausbau von PV auf öffentlichen und privaten Flächen konsequenter umsetzen als in den letzten 10 Jahren. Das war's,simpler geht im Grunde nicht.
 
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Kamikaze

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Es gibt keinen sinnvollen Grund für Solarstrom aus dem FERNEN Ausland,aber mehrere dagegen.
So gefällt mir das besser. :)
Das europäische Verbundnetz macht nämlich durchaus viel Sinn - insbesondere in Verbindung mit EE.
Aktuell stützen wir ja Frankreich, damit in der Atomnation nicht das Licht ausgeht. Auf solche Möglichkeiten zur "Nachbarschaftshilfe" sollten wir nicht ohne Not verzichten.
Mehrere Länder durchqueren ist immer eine bescheidene Infrastruktur-Idee. Wie war das noch mit unrechtmäßig angezapften Gas- und Ölpipelines? Lieferstopp, weil politisch gewollt?
Wenn Afrik irgendwann mal in ausreichender Stärke ans europäische Verbundnetz angeschlossen werden sollte, dann habe ich rein garnichts dagegen, dass diese Länder zu Energie-Exportnationen werden.
Notwendig ist das aber glücklicherweise nicht.
 

Berlingo-98

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23.11.2004
3.561
91365 Reifenberg
Nochmal:
1.) wir haben genug Fläche und Sonne im eigenen Land
2.) Leitungen durch mehrere,politisch teils instabile Länder bauen gilt es klugerweise zu vermeiden.
Es gibt keinen sinnvollen Grund für Solarstrom aus dem Ausland,aber mehrere dagegen. Das wird auch nicht besser,wenn das Leiter-Aluminium geschenkt ist.

Wir müssen lediglich wieder in die Puschen kommen und den Ausbau von PV auf öffentlichen und privaten Flächen konsequenter umsetzen als in den letzten 10 Jahren. Das war's,simpler geht im Grunde nicht.
Bin voll einverstanden mit dem "in die Puschen kommen". Wir haben genug Fläche im eigenen Land. Allein die Fläche, die derzeit für Kraftwerke und Kohletagebau und ähnliche Energieprojekte genutzt wird, würde - mit Photovoltaik vollgepflastert - mehr als genug Strom für Deutschland liefern. Die Berechnungen dazu liefen vor einigen Wochen durch die Presse und wurden auch hier im Forum diskutiert.


Aber Desertec bzw. ähnliche Gedanken und Pläne sind nicht verschwunden. Ganz im Gegenteil. Heute machen einige Länder das selbst und primär schon mal für den eigenen Bedarf. Das zeigen Projekte wie das Solarkraftwerk bei Ouarzazate in Marokko (war im Oktober 2019 dort), und die großen Windkraftprojekte in Marokko und in Kenya. Jeweils in Größenordungen von 300 bis 500 MW.


Afrika ans europäische Verbundnetz anbinden geht nur über DC Kupplungen. Also ist der Ruf nach HGÜ Technik durchaus sinnvoll. Das 50 Hz Netz stößt bei Lambda/halbe an seine räumlichen Grenzen. Es könnte dann wie eine riesige Antenne zuviel Leistung abstrahlen. Das will wohl niemand.

Es gibt übrigens eine Desertec Folgefirma, die die Ideen weiterverfolgt.


Gruss, Roland
 
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Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.562
Bei solchen Großprojekten geht es meiner Meinung nach letztlich um die Monopolisierung des Marktes, genauso wie es mit den Gas und Öl ist.

Afrika braucht den erzeugten Strom mittelfristig erst mal selbst, um die Lebensbedingungen dort zu verbessern. Gegen einen Stromaustausch spricht ja trotzdem nichts, solange er in Grenzen bleibt, und nicht wieder eine neue Abhängigkeit schafft.
 

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