Welche Wallbox ist die beste?


Guter Junge

Neues Mitglied
21.03.2021
4
Ich habe in den letzten Tagen viel zu diesem Thema gelesen, aber wirklich schlauer bin ich nicht geworden.

Festgestellt habe ich, dass die "günstigen" Wallboxen i. d. R. nicht KfW-gefördert werden. Liegt das an der ggf. fehlenden kontrollierten Abschaltbarkeit des Netzbetreibers?
Gibt es zwischen den Boxen elementare Unterschiede und gilt "you get what you pay"?
Ist es sinnvoller, eine Box eines "freien" Herstellers zu kaufen oder eine von einem Autohersteller?
Paßt jedes Typ2-Auto an jede Typ2-Box, egal von welchem Hersteller? Mercedes wirbt damit, dass auch die Fahrzeuge anderer Hersteller an diesen Boxen geladen werden können. Ist das immer so oder kommunizieren Box und Auto so miteinander, dass eine Ladung an einer Fremdbox nicht oder nur eingeschränkt funktioniert (ich traue den Herstellern alles zu!)?
Der Markt wird sich in den nächsten Jahren sicherlich extrem verändern, da möchte ich mich ggf. nicht an einen Hersteller binden.
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
447
IdR. funktioniert der Typ2-Anschluss einer Wallbox an allen Typ2-Fahrzeugbuchsen.
Ausnahmen sind - wenn es sie gibt - softwareseitig eingebaut.
Genau deshalb werde ich mich für eine WB mit freier Software (open-source - z.B. OpenWB) entscheiden. Da könnten solche "Features" im Zweifel selbst unschädlich gemacht werden und ich bin softwaremäßig nicht auf das Wohlwollen irgendeiner Supportfirma (und deren Überleben) angewiesen.

Die Förderung ist daran geknüpft, dass die WB 11kW Ladeleistung bringen und samt Installation mehr als 900€ kosten muss.
Andere Kriterien sind mir aktuell nicht bekannt.
Die Netzbetreiber würden diese Teile gerne steuern können, was aber (noch?) keine gesetzliche Pflicht ist und demnach nur mit einem entsprechenden Vertrag möglich wäre.
Die einzige Steuerung, die ich meiner WB freiwillig spendieren werde ist die Möglichkeit zur Überschussladung von der PV-Anlage und ggf. entsprechende prognosebasierte Ladesteuerung. Der Netzbetreiber soll sich da nach Möglichkeit raus halten.
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.661
Filderstadt
www.elweb.info
Doch es gibt eine Menge Anforderungen an geförderte Wallboxen. Kernthema ist, dass sie durch den Netzbetreiber ansteuerbar sind, d.h. keine "dumme" Wallboxen ohne Steuereingang.

An der Steuerung der Wallboxen wird noch gearbeitet, im Sinne der Energiewende und weiter steigender Elektrifizierung der Antriebe brauchen wir die Steurbarkeit. Es geht dabei nicht nur um Abschaltung bei Netz notfällen, sondern auch um Lastmanagement und temporäre Drosselung.

Grundsätzlich ist Typ 2 ein Herstellerübergreifender Standard, lediglich renault hat mit "ZE Ready" Extra Anforderungen, das kann nicht jede Box.

Nebenher braucht man einen beim Netzbetreiber zugelassenen Elektriker der installiert....
 
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Wertungen: Kamikaze

Kamikaze

Aktives Mitglied
24.08.2020
447
Kernthema ist, dass sie durch den Netzbetreiber ansteuerbar sind, d.h. keine "dumme" Wallboxen ohne Steuereingang.
Da geht es aber soweit ich weiß nur um die theoretische Möglichkeit einer solchen Steuerung, oder?
Da noch weder Schnittstllen, noch Steuerprotokolle definiert sind, ist so eine Steuerung durch den Netzbetreiber aktuell faktisch noch garnicht möglich. (Also theoretisch schon - die Wallboxen könnten es ja, aber der nB wird sich nicht für jede Wallbox eine eigene Steuer-App holen...)
Korrigiert mich bitte, wenn ich hier falsch liegen sollte. :)
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.249
91365 Reifenberg
Da geht es aber soweit ich weiß nur um die theoretische Möglichkeit einer solchen Steuerung, oder?
Da noch weder Schnittstllen, noch Steuerprotokolle definiert sind, ist so eine Steuerung durch den Netzbetreiber aktuell faktisch noch garnicht möglich. (Also theoretisch schon - die Wallboxen könnten es ja, aber der nB wird sich nicht für jede Wallbox eine eigene Steuer-App holen...)
Korrigiert mich bitte, wenn ich hier falsch liegen sollte. :)
Na ja, die Förderbedingungen sind ja im Anhang des Merkblatts der KfW ziemlich detalliert genannt. Ist zwar viel Text, aber zur Vereinfachung darf ich den hier mal zitieren:

Zur bestmöglichen Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien beziehungsweise zur Vermeidung von temporären Überlastungen des Verteilnetzes gelten folgende Anforderungen an die Steuerbarkeit der zu fördernden, intelligenten Ladestation:
• Die Ladestation muss über eine sichere digitale, bidirektionale Kommunikationsschnittstelle verfügen und über gängige, standardisierte Kommunikationsprotokolle angesteuert werden können, um mit anderen Komponenten innerhalb des Energiesystems kommunizieren zu können. Über die Ansteuerung muss die Leistung der Ladestation begrenzt oder nach entsprechenden Vorgaben zeitlich verschoben werden können.
• Die Kommunikationsschnittstelle kann zur Steuerung der Ladestation entweder kabelgebunden (Ethernet) oder kabellos ausgeprägt sein.
• Die Ladestation muss eine sichere Software-Update-Fähigkeit gewährleisten, sodass zukünftige technische Entwicklungen, wie zum Beispiel eine sichere Anbindbarkeit an ein Smart Meter Gateway (SMGW, § 2 Satz 1 Nummer 19 des Messstellenbetriebsgesetzes), die Integration von Energiemanagementsystemen sowie neue Funktionen (zum Beispiel § 14 a EnWG Anpassung) umgesetzt werden können. Über das Smart Meter Gateway kann eine sichere Authentifizierung und gegebenenfalls Netzanschlussleistungsbegrenzung ermöglicht werden. (Hinweis: Die Funktion des lokalen Energiemanagementsystems erfolgt bei direkt am Netz angeschlossener Ladestation innerhalb dieser. Auch hierfür muss die Software-Updatefähigkeit sichergestellt werden.)
• Die Ladestation muss in die Lage versetzt werden können (gegebenenfalls über ein Software-Update) auf Vorgaben und Fahrpläne des Leistungs- und Energiemanagementsystems für Netzanschlussleistungsmaximalwerte von berechtigten Stellen zu reagieren.
• Auf Anforderung des Netzbetreibers ist die Steuerung der Ladestation zuzulassen. Die Ladestation ist dann als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG zu behandeln.
• Bezüglich einer Steuerung der Ladestation durch den Netzbetreiber gelten gegebenenfalls auch die gesonderten Anforderungen des Netzbetreibers an die Ladestation.

Meine cFos wallbox ist gestern gekommen, ausgepackt und aufgeschraubt. Mehr noch nicht. Auf der Internetseite des Herstellers stehen die vielen Kommunikationsmöglichkeiten und so. Ein Chargemanager für bis zu 3 wallboxen ist enthalten, mehr sind möglich. Das wallboxen Standard Kommunikations Protokoll vor allem für öffentliche Stationen (ja, sowas gibts schon), nämlich OCCP, kann die Box.
Da muss ich mich erstmal im Detail einarbeiten. Habe ja vor einigen Tagen auch einen smart meter für die Hausstromversorgung bekommen und muss jetzt schauen, das alles gescheit zusammenzubringen. Es eilt aber nicht, denn noch kann ich über einfache mobile wallboxen, genauer: ICCB, ganz gut laden.
 
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Wertungen: Ralf Wagner

saxobernd

Mitglied
23.07.2020
165
WAS EINE WALLBOX KANN UND WAS SiE NICHT KANN
Sie hängt an der Wand und besitzt eine 7-drähtige Verbindung zum Stomnetz, meist abgesichert mit einer Gleich- und Wechselstromfehlerschutz schaltung, wenn es hoch kommt, auch versehen mit geeichtem Stromzähler.. Dazu einigen Anzeigen für Zustände und Auftreten von Fehlern, häufig auch mit bidirektionalem Internetanschluss.
Alles andere erfolgt über zwei dünne, digitale Drahtverbindungen, die mit dem bordeigenen System verbunden sind und dadurch schon einmal stark in Ihrer Steuerbarkeit eingeschränkt sind. Ist das Fahrzeug nicht bidirektional in seiner Leistunsaufnahme und -Abgabe nicht regelbar, kann die Box das auch nicht und hängt im Wesentlichen nur an der Wand und hält das Anschlusskabel.
Also dann viel Geld für wenig.
Die Steuerung über das siebente Kabel kann auch jeder Atmel-Tiny für 45 Cent übernehmen.
Wesentlicher Bestandteil ist dann auch die Schraube an der Wand, die dafür sorgt, dass die Wallbox an der Wand samt Kabel nicht herunterfällt.
Aber das ist ja alles unwichtig, weil die Box ja sozusagen kostenlos ist.
Die Idee von NEWMOTION halte ich nicht für schlecht, damit ein erschwingliches Abrechnungssystem zu verbinden. 35 Cent Abrechnungsgeühr sind, wenn nicht gerade ein Cityel tankt, für jeden erschwinglich. Hier in der Gegend gibt es wenige solche öffentlich zugänglichen Wallboxen, die nun von der Firma Shell betreut werden. Auf Privatgelände, darum meist auch besser beaufsichtigt als manche öffentliche Ladesäule.
Meine Meinung: das System sollte ausgebaut werden und auch an allen Shelltankstellen vorhanden sein. Shell-Tankstellen sind ausgesprochen gut in der Landschaft zu erkennen und auch ohne Internet auffindbar.
Ob es dort auch den 1-Cent-Preisnachlass bei ADAC-Mitgliedschaft gibt, ist mir unbekannt.
Ca 500 Stationen gibt es bisher in Deutschland, ca 1500 in den Niederlanden.
Die Shell Recharge App gibt es inzwischen auch.
Shell-recharge-System
2 Cent Rabatt auf Benzin im Shell-Club.
Werde es meinem Vermieter vorschlagen.
Nebeneffekt: Shell erleichtert es den Umstieg auf Elektromobilität.
Ob man das eigene Solardach und das Gasheizkraftwerk einbeziehen kann, ist mir unbekannt.
 

Guter Junge

Neues Mitglied
21.03.2021
4
Vielen Dank für eure Antworten.
Ich muß zugeben, so richtig weitergebracht haben die Antworten mich nur teilweise.
Der Elektriker, bei dem ich ggf. auch eine Solaranlage bestellen möchte, hat openWB empfohlen. Die sind allerdings auch recht teuer, dafür dass es - frei nach Bernd Schlüter - nur ein paar abgesicherte Drähte sind.

Die Shell-Lösung mag charmant sein, für mich ist es nicht die Lösung, die ich anstrebe. Eher würde ich auf on charge verweisen.

Nun denn, ich werde weiter das Netz quälen, um eine Lösung für mich zu finden.
 

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