Was kostet ein Liter lN2 bzw. Flüssigstickstoff?

  • Themenstarter Karl Weippert
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K

Karl Weippert

Guest
#1
Hallo !

Leider finde ich keine vernünftigen Preisangaben für flüssigen Stickstoff im Netz.

Wer kennt ungefähre Preise ? Bei Lieferung oder Abholung von 100 l bis zur kompletten Lastzuglieferung ( vieviel ist dann da drin ?) z. B. nach München.

Kalte Grüße

Karl
 
19.01.2004
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Krefeld
#2
Leider ist es jetzt zu spät. Hier in Düsseldorf ist eine Vertretung von air liquide. Die sind mit Abstand am billigsten. Ich habe den Preis vergessen, 1 DM pro Liter bei Abholung?? also, ich muß noch einmal anrufen. Air liquide arbeitet nach dem Claude Prozess von 1902, von dem Erfinder selbst gegründet. Die große Konkurrenz ist Linde. Ich denke nicht, dass diese Krieg gegeneinander führen und der Preis ist entsprechend für unsere Zwecke unbezahlbar hoch. Das wären ja 2,5 Euro pro KWh Nutzenergie, also viel zu teuer.

Bei Raketenprojekten spielt das keine Rolle, die sind viel teurer. Aber bei der Vorratshaltung für unsere ehemaligen Atomraketen in Deutschland spielte der Flüssigsauerstoffpreis (das ist der gleiche) doch eine große Rolle, sodaß man auf Feststoffraketen umsattelte. Peinlich, der Krieg bricht aus und wir können keine Atombomben werfen, weil der Treibstoff verflüchtigt ist.

Meine Vermutung ist jedoch, dass man mit Hilfe der Tieftemperaturentspannungsturbine mit 88% Wirksamkeit weitaus bessere Wirkungsgrade erzielen kann, als unsere Weltfirmen uns glauben lassen. Insofern halte ich das Engagement von Herrn Marschner für nicht völlig aussichtslos. Nur diese merkwürdigen Plastikturbinen...Und diese Würth-Firma da gleich um die Ecke, ich weiß nicht....

Auf jeden Fall grüße ich alle Freunde von Alavanya und Nicola Tesla aus Kroatien!
Bernd
 
19.01.2004
145
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Krefeld
#3
Das Problem bei der Flüssig-Luft-Herstellung:
Wir pressen Pressluft von Umgebungstemperatur in einen Wärmetauscher, verflüssigen, und verdampfen wieder, dabei wird mit gutem Wirkungsgrad Kälte erzeugt, es entsteht zusätzliche flüssige Luft, die wir bei tiefer Temperatur sammeln.

Leider fehlt jetzt diese flüssige Luft im dem dem warmen Pressluftstrom entgegenströmenden , entspannten Gasstrom, sodass dieser die Pressluft nur unvollständig vorkühlen kann. Bei der tiefen Temperatur entsteht dadurch ein gewaltiger Verlust und man versucht mit zusätzlichen, abgestuften Kältemaschinen, diese Verluste zu verringern. Deshalb hatte ich dieses von mir bei Guy Negre vorgeschlagene Projekt wieder ad acta gelegt.
Im Flüssigluftmotor das gleiche, umgekehrt: wir tragen ja fertige, flüssige Luft dorthin, verdampfen diese nutzbringend bei tiefer Teperatur und erhalten folglich zusätzlich entspanntes, kaltes Gas, dessen Kälte wir nicht sinnvoll nutzen können. Eine Erwärmung geschieht aber für alle erdenkbaren Maschinen in die falsche Richtung, von kalt zu warm statt von warm zu kalt. Wir müssten wiederum mit vielen Zusatzaggregaten stufenweise arbeiten. Da heißt es, Kompromisse zu schließen.
Verwenden wir nur die Verdampfung der flüssigen Luft bei 700 bar und nachflogende Entspannung in einer idealen Dampfmaschine, erhalten wir nur ca. 136 Wh pro Kg flüssigen Stickstoff statt 320Wh möglichen und, nachdem wir mindestens 1 KWh zur Produktion hereingesteckt haben. Die wirklichen Verhältnisse sind schlimmer.
Wären Produktion und Nutzmaschine in einer Einheit und gleichzeitig, wäre alles in Ordnung, und wir hätten einen hohen Wirkungsgrad. Aber wir transportieren ja isoliert die flüssige Luft.
Nein, ich setze wieder auf das Verbrennungsprinzip! Eine leidige Geschichte, diese Tieftemperaturtechnik, zu der auch die von Guy Negre gehört. Möglich, aber unter welch entsetzlichen Mühen!
Bernd

Wie wäre es, wenn wir Herrn Marschner von einer sinnvolleren Geschichte überzeugen? Ja, wir haben gut reden, solange wir nichts als Zeit für unser Hobby investiert haben!