Vergleich Elektro - Verbrenner - Elektroauto Forum

Vergleich Elektro - Verbrenner

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Der täglich aktualisierte THG Quoten Vergleich

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.911
Für die Herstellung von 6 Litern Treibstoff (mit einem Energiegehalt von rund 52,2 kWh) werden rund 42 kWh Energie für die Herstellung benötigt.
Der obige Vergleich ist ebenfalls nicht realistisch.
  • Es wird nicht der Energieverbrauch für die Herstellung der Batterie berücksichtigt.
  • Es wird nicht berücksichtigt dass der Strom zum Laden nicht von 100 % EE kommt.
Realistischer sind auch eher Vergleich auf Basis von CO2 äquivalenten, ob wohl diese auch nicht berücksichtigen dass solange die EE-Deckung nicht bei 100 % ist jede zusätzliche kWh Strom die für Herstellung und Betrieb zusätzlich verbraucht wird in der Regel von fossilen Kraftwerken stammt. Und das ist LNG hinsichtlich der Emissionen für die Nutzung in Gaskraftwerken genauso schlimm wie Braunkohle.

Erst bei 100 % EE Versorgung kann man hinsichtlich der CO2 Emissionen den Vorteil von E-Autos und WP nutzen.
 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Erst bei 100 % EE Versorgung kann man hinsichtlich der CO2 Emissionen den Vorteil von E-Autos und WP nutzen.
Das heißt, dass du zuhause auch deinen Ökostromtarif noch so lange mit 100% Kohle- bzw. Gasstrom rechnest, bis das letzte solche Kraftwerk vom Netz gegangen ist?
Ich bleibe da lieber realistisch und nutze die Durchschnittswerte, die das Stromnetz her gibt (immerhin letztes Jahr >55% EE).
Einzelnen Verbrauchern bestimmte Emissionen (oder Einsparungen) zuschreiben zu wollen ist einfach nicht möglich in einem großen Verbundnetz.
Man kann seinen Anteil am Gesamtdurchschnitt aber verbessern indem man seinen Verbrauch (teilweise) in sinnvolle Zeiten verlagert. Einen Anreiz dazu geben z.B. eigene PV-Stromproduktion oder dynamische Stromtarife wie Tibber oä. Hier geht die Nutzung billigen Stroms aus EE direkt in die persönliche Stromrechnung ein, die damit quasi ein Spiegel der Sauberkeit des persönlichen Strombezugs wird.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
4.181
91365 Reifenberg

schon erstaunlich, die andere Art zu vergleichen, BMW X5 versus TESLA Model S
Der Schlusssatz im erwähnten Vergleich lautet:
"Der Unterschied zwischen Verbrenner und Elektroauto wird mit jedem Jahr markanter. Im Strombereich haben wir im Jahr 2019 bereits einen Anteil von rund 40 % regenerativen Energien (Wasser, Wind, Solar), Tendenz steigend."
Oh man oh man.... 5 Jahre alt ist der Vergleich. Trotzdem interessant. Die Entwicklung ist aber weiter gegangen.

Aber was hindert mich daran, mein E-Auto wirklich nur mit Ökostrom zu betanken? Erstmal ist laut Liefervertrag mein Haussstrom zu 100% aus bayrischen Laufwasserkraftwerken. .... Na ja, gerade weil ich viele Jahre in der Netzleittechnik gearbeitet habe, kenne ich natürlich den Unterschied zu "physikalisch" und "abrechnungsmäßig". Aber gerade, weil ich viele Jahre bei Siemens in der Netzleittechnik tätig war, weiß ich auch, dass der grosse "Stromsee", in das alle einspeisen und alle rausziehen, und keiner weiß, wo sein Strom herkommt, eine grosse Unkenntnis ist. Wir haben keinen See, sondern ein Netz mit vielen Einspeisern und noch mehr Verbrauchern und tausenden von Messpunkten. Da weiss man tatsächlich heute recht genau, wo welcher Stromanteil herkommt, und wo er hingeht. Und man kann das sogar im begrenztem Rahmen recht gut steuern mit Schaltern und anderen Steuerungselementen.

Aber zumindest in den Sommermonaten lade ich mein E-Auto aber wirklich nur mit heimischen Solarstrom. Ganz echt und nachweisbar durch die vielen Zähler, die meinen Solarstrom, meinen Fremdbezug, und meine Verbräuche gut dokumentieren. Und weil ich z.Z. bzw. seit mehr als einer Woch gar nix mehr von außen, also vom bayernwerk Netz, beziehe. Im Gegenteil, es geht immer mal wieder Strom von mir ins Netz zurück.



Mit anderen Worten: Diese Diskussionen, ob das E-Auto nun gut oder besser oder schlechter oder was auch immer im Vergleich zum Verbrenner-Auto ist, also diese Diskussion interessiert mich persönlich überhaupt nicht mehr. Betrifft mich einfach nicht. Das war früher mal ein Thema, aber heute? Das war mal...

Das schöne daran ist, dass fast alle meine Bekannten und Freunde mit Elektroautos ebenfalls recht grosse Solaranlagen haben. Viele mit Haus-Speicher, also Akku. Auch die betrifft es nicht.

Diese Entwicklung ist gut so. Die Elektroantriebe lösen in vielen Bereichen die Verbrenner ab. Und das ist gut so. Und ganz sicher. Auch wenn es jetzt (hauptsächlich oder fast nur) in Deutschland einen kleinen Nachfragerückgang bei Elektrofahrzeugen gibt. Allerdings nur bei PKW, nicht bei Bussen.

Mit solarmobilen Grüßen, Roland
 
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wolfram_f4

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20.12.2007
1.675
Kreis Soest
Moinsen,
ich arbeite mich auch langsam vor, (zumind. im Normalfall) mit eigenem Solarüberschussstrom zu fahren.

Auf dem letzten Klimatreff in Soest haben wir da mit einem sehr interessanten Klimarechner rum gespielt:
EN-Roads Klima-Simulator

Aber egal, wie man da die Werte verändert, bringt die Elektrifizierung (Verkehr+Gebäude) angeblich (quasi/fast) gar nix ... auch wenn z.B. der Anteil erneuerbarer Energien erhöht wird bzw. CO2 stark besteuert wird :(

Ist da ein Fehler im System (der Simulation), oder erwarten wir uns viell. zuviel von unseren langjährigen Anstrengungen?
 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
EN-Roads Klima-Simulator

Aber egal, wie man da die Werte verändert, bringt die Elektrifizierung (Verkehr+Gebäude) angeblich (quasi/fast) gar nix ... auch wenn z.B. der Anteil erneuerbarer Energien erhöht wird bzw. CO2 stark besteuert wird :(

Ist da ein Fehler im System (der Simulation), oder erwarten wir uns viell. zuviel von unseren langjährigen Anstrengungen?
Ich weiß nicht was du hast...

Wichtig dabei ist, dass das Ganze Vorhaben "Treibhausgas-Neutralität" natürlich mit der Erzeugung (bzw. Nutzbarmachung) von Energie steht und fällt.
Nur wenn wir unseren Energiemix insgesamt sauberer machen, kann die Elektromobilität ihr Potential wirklich entfalten.
Insbesondere, da es sich um eine globale Simulation handelt weiß ich nicht, wie hoch da der Faktor Mobilität wirklich bewertet wird. Immerhin sollte im jetzigen "Status Quo" schon enthalten sein, dass in China und Indien weite Teile der Bevölkerung Fahrrad oder (elektro)Rikscha fahren, anstatt verbrauchsintensiver Straßenpanzer.
Als Beispiel: Wenn ich nun von einem normalen Fahrrad umsteige auf ein Elektrofahrrad, habe ich trotz "Elektrifizierung" keine CO2-Einsparung erreicht.
Dazu kommt, dass dieser Simulator sich auf einige ganz spezielle Studien beruft mit seinen Berechnungen, die evtl veraltete oder beschönigte Daten für den Vergleich verwendet haben:

Ich denke der Prozess wird sich in den nächsten Jahren exponentiell abspielen:
> Immer mehr BEV sind unterwegs
> immer mehr Leute haben eine PV
-> die Schnittmenge wächst
-> die Zufriedenheit wächst und wird im persönlichen Umfeld kommuniziert
> fossile Energie (z.B. Benzin, Diesel, etc.) wird teurer
-> Menschen suchen sich Alternativen
-> Das Geschäft für Tankstellen wird weitgehend unattraktiv
-> Tankstellen schließen
-> die Menschen suchen sich Alternativen
> Stromanschlüsse gibt es in (beinahe) jeder Wohnimmobilie
> technische Entwicklungen vereinfachen die Nutzung für BEV (z.B. Lastmanagement, dynamische Strompreise, Ladekarten-Kooperationen, Ladekarten-Roaming, Steckerkommunikation, usw.)
> gesetzliche Regelungen vereinfachen die Installation von Ladepunkten
-> Menschen nutzen immer stärker diese Möglichkeiten
-> ein sich selbst verstärkender Kreislauf entsteht

Das Einzige, was das mMn. noch bremsen (aber vermutlich nicht aufhalten) kann wäre die massive Subventionierung von Verbrennern und/oder Belastung von BEV.
So ähnlich versuchen es ja aktuell die deutschen Autobauer und verhökern ihre Verpenner bisweilen sogar unter Herstellungspreis und geben gleichzeitig keine Rabatte auf BEV.
Dass das nicht lange gut gehen kann betrachte ich als Binsenweisheit. Die Effekte werden sich in den kommenden Jahren zeigen.
Dabei ist noch komplett unbeachtet, dass sich Chinas Autobauer derzeit aufstellen, den europäischen Automarkt von hinten auf zu rollen. (Da werden ziemlich viele Autotransportschiffe genau zu diesem Zweck gerade gebaut.)
Die haben ein immanentes Interesse in diesen zahlungskräftigen Markt zu expandieren, und eines ihrer "Einfallstore" ist die in Zentraleuropa stark verschleppte Transformation.

Das Ganze gilt auch mMn. nicht nur für den Straßenverkehr, sondern alle Lebensbereiche.
 
Zuletzt bearbeitet:

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.911
Einzelnen Verbrauchern bestimmte Emissionen (oder Einsparungen) zuschreiben zu wollen ist einfach nicht möglich in einem großen Verbundnetz.
Es ist nicht korrekt wenn man in der Argumentation auf der einen Seite reklamiert dass für bereits existierende Verbraucher der Anteil höher wird, auf der anderen Seite den Zuwachs neuen Verbrauchern zu ordnen. Das ist doppelt gemobbelt und Selbstbetrug.

Machen wir doch ein einfaches Gedankenexperiment:
Bei einer EE-Quote von unter 100 % im Strommix sind die Zuwächse der EE-Erzeugung den bereits existierenden Verbrauchern zu geordnet. D.h. wenn der EE-Anteil in der Erzeugung von 50 auf 55 % steigt dann wird die fossile Erzeugung von 50 % auf 45 % reduziert.
Jetzt stehen die Interessenten von Fahrzeugen vor der Entscheidung entweder einen Verbrenner oder ein E-Auto zu kaufen. Kaufen sie einen Verbrenner so ändert dies am Strommix für die existierenden Verbraucher nichts.
Kaufen die Interessenten von Fahrzeugen jetzt aber E-Autos, so erhöht sich der Bedarf an Strom. Dieser zusätzliche Strom kann aber von den EE nicht zusätzlich bereitgestellt werden. Es steigt zwangsweise die Residuallast durch die fossilen Kraftwerke. Diese haben verursachen dann wenn Kohle oder Fracking LNG als Energieträger genutzt wird einen CO2-Ausstoß nahe 1000gCO2/kWh.
Verbraucht ein E-Auto 200 Wh/km so liegen die Emissionen bei etwa 200 gCO2/km, der Verbrenner mit 5 l/100 km Verbrauch dagegen nur etwa 125gCO2/km.
Ähnliches gilt auch bei der Betrachtung der Wärmepumpe gegenüber Gas/Ölheizungen. Selbst wenn man eine JAZ von 4 annimmt so betragen die Emissionen bei der WP dann etwa 250 gCO2/kWh, während sie bei Öl/Gas Heizung bei etwa 220 gCO2/kWh.
Und es kommt noch hinzu, dass normalerweise sowohl bei E-Auto als auch bei WP der höchste Verbrauch dann anfällt wenn am wenigsten EE vorhanden sind. Beim E-Auto wird meist abends nach der Heimkehr, oder morgens vor Tagesbeginn geladen, wenn die PV kaum oder gar nichts liefert, geladen. Selbst wenn man nur den CO2 Anteil im Mix betrachtet, dann ist dieser zu diesen Zeiten am höchsten. Und bei WP ist 80 - 90 % des Verbrauchs im Winterhalbjahr, mit geringen PV Erträgen und Zeiten hoher fosiler Residuallast.
Jetzt kommen noch die Argumente von denjenigen mit PV auf dem eigenen Dach und dem Speicher im Keller welche sich angeblich nur mit eigenem Ökostrom versorgen. Da 99 % dieser Anlagen durch das EEG und damit von allen Verbrauchern finanziert wurden, kann vom eigenen Strom gar nicht die Rede sein. Wenn jemand den Strom nicht einspeist sondern rechnerisch selbst verbraucht, gilt das Gleiche wie für den Ökostrom. Für sich selbst wird rechnerisch der Strom sauberer, für die Anderen aber etwas schmutziger. Gewonnen ist also mit dieser Rechnung für das Klima nichts. Und beim Speicher ist es ähnlich. Einmal werden die Speicher nicht völlig netzdienlich betrieben. Sie werden gleich morgens wenn aufgeladen und der PV-Strom fehlt dann am Tagesbeginn im Netz, die Speicher sind dann meist noch vor dem Mittag voll und die PV Maximalleistung geht dann ins Netz, wenn es sowieso PV-Strom im Überschuss gibt. Würde der PV-Strom direkt eingespeist dann hätte man wenigstens auch keine 20 % Verluste und könnte die Residuallast um die Verluste entsprechend reduzieren. Heimspeicher sind wenn überhaupt nur sinnvoll wenn sie netzdienlich betrieben werden, rentabel sind sie sowieso in den seltensten Fällen. Wenn schon das Kapital vorhanden ist dann sollte eindeutig die installierte PV-Leistung maximiert werden. Wenn jemand den Speicher noch als Hobby betreiben möchte dann ausschließlich netzdienlich.
Diese Beispiele zeigen, wie unsinnig es ist die Transformation zu beschleunigen solange zusätzlicher Stromverbrauch von zusätzlichen Stromverbrauchern durch fossile Kraftwerke bereitgestellt wird. Das ist alles nur (Selbst-) Betrug und führt wenn überhaupt nur zu einer marginalen Reduktion der globalen CO2 Emissionen. Alle diesbezüglichen Rechnungen sind nur Selbstbetrug.
Auch die Rechnung mit "Ökostrom" ist reiner Selbstbetrug, denn wenn jemand einen solchen Vertrag abschließt so steht dadurch kein bisschen mehr Strom von EE zur Verfügung, sondern er wird rechnerisch nur anders auf Verbraucher verteilt. Da wird rechnerisch "Ökostrom" aus dem Ausland wie Österreich importiert. Der Strom wird für die Ökostrombezieher sauberer, davor wird aber der normale Strom der Österreicher schmutziger. Das ist alles ein Nullsummenspiel und moderner Ablasshandel und ist letztlich ebensfall sinnfrei.
Wenn die Transformation eine schnelle Wirkung auf den CO2 Ausstoß haben soll muss erst Mal Priorität auf die Reduktion der CO2-Emissionen in der Erzeugung der Residuallast gelegt werden, anstatt auf Teufel komm raus mit hohen Kosten dirigistisch die Transformation der Verbraucher mit minimaler Auswirkung auf dem Gesamtausstoß zu betreiben. Dies verursacht nur hohe Reibungsverluste und Widerstand bei den völlig überforderten betroffenen Bürgern.
Es wird doch immer gerne mit der positiven Auswirkungen des EEG argumentiert. Dies hat so gut funktioniert weil es Anreize geboten hat und so sich ein neuer Markt entwickeln konnte ohne irgendwelche Zwangsmaßnahmen. Deshalb sollte auch die Transformation über Anreize gesteuert werden und nicht über Zwang, d.h. weder Heizungsverbot noch Verbrennerverbot.
Meiner Meinung nach braucht es ein EEG2.0, das sich auf die drängensten Probleme in der EE Erzeugung und die Netze konzentriert. Dazu braucht es nicht nur dynamische Stromverbrauchstarife sondern auch dynamische Stromeinspeisetarife. Derjenige der netz- und verbrauchsdienlich einspeist muss deutlich mehr für seinen Strom bekommen als derjenige welcher ohne Rücksicht einspeist. Da gibt es viele mögliche Stellschrauben, bis hin zur Aufteilung der Strompreiszone in Teile welche die verfügbaren Netzkapazitäten berücksichtigen, so dass die Netzmanagementkosten deutlich reduziert werden. Nur so kann man dann auch kurzfristiger die CO2-Emissionen in der Stromerzeugung deutlich senken.
 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Dein Grenzstromargument ("alle neuen Stromerbraucher laufen fossil") ist keines, da ja gleichzeitig jeden Tag neue Erzeuger ans Netz gehen.
Derzeit wird der Stromnetz schneller sauber, als neue Verbraucher diese Entwicklung dämpfen können.
Anderenfalls müssten wir ja dank zunehmender Elektrifizierung von Heizungen und Fahrzeugen einen Rückgang des EE-Anteils im Strommix sehen. Das Gegenteil ist aber der Fall, und das seit etlichen Jahren.
Faktisch nutzt jeder, der Strom aus dem Netz bezieht IMMER den Strommix. Egal, ob das Gerät alt oder neu ist.

Das ist ja das schöne an der Elektrifizierung:
Die entsprechenden Geräte werden quasi automatisch jedes Jahr "sauberer", ohne dass man selbst dafür was tun muss.
Ganz im Gegensatz zu Verbrennern (egal ob Heizung oder PKW). Die bleiben immer gleich dreckig - ihr Leben lang.
Und sie werden absehbar sehr teuer im Unterhalt.
Strom kann (fast) jeder selbst produzieren, und so seine Kosten minimieren und sich (mindestens anteilig) von möglichen Preissteigerungen abkoppeln.
 

matzetronics

Aktives Mitglied
08.07.2020
915
Berlin, DE
der Verbrenner mit 5 l/100 km Verbrauch dagegen nur etwa 125gCO2/km
Sowas gibt es heute noch? Nimm da mal lieber mindestens 10l/100km, dann bist du näher an der Realität.

Da 99 % dieser Anlagen durch das EEG und damit von allen Verbrauchern finanziert wurden, kann vom eigenen Strom gar nicht die Rede sein.
Du bewegst dich da auf dünnem Eis. Die 99% sind eine reine Vermutung und gehen davon aus, das nur jeder 100ste PV Eigentümer seine Anlage in Eigenregie finanziert hat. Das ist aus eigener Erfahrung unwahr. Zum anderen gibt es höchstens einen Zuschuß, der weit unter den Baukosten liegt. Ich z.B. habe meine Anlage komplett selber finanziert und gebaut.
Beim E-Auto wird meist abends nach der Heimkehr, oder morgens vor Tagesbeginn geladen, wenn die PV kaum oder gar nichts liefert, geladen.
Auch das ist nur eine Vermutung von dir. Ich z.B. lade, wenn meine Anlage genügend Strom liefert. Ausserdem ignoriert diese Rechnung die Windkraft.

Die im ersten Posting genannte Website ist sicher keine objektive Quelle, nebenbei bemerkt. Aber physikalische Fakten sind nun mal der hohe Wirkungsgrad eines Elektromotors bei null Emission und der nach wie vor schlechte Wirkungsgrad eines Verbrennermotors. Ein Liter Diesel enthält etwa 9,8kWh - mit dieser Energiemenge fährt mein altes E-Auto etwa 70km weit. Wie weit kommt der Diesel mit 1 Liter?
Wieviel Energie kostet es, einen Liter Diesel herzustellen und ihn dann zu uns zu transportieren? Und wenn man mal E-Fuel als Beispiel nimmt - ein Liter Diesel kostet dann in der Herstellung etwa 20-25 kWh elektrische Energie und wird dann in eine Maschine verfüttert, die wieder nur max. etwa 35% Wirkungsgrad hat.
 

Andreas106

Mitglied
29.03.2011
262
@Emil: oben zitierst du noch den unsäglichen Verbrauch zur Herstellung von Kraftstoff.
Das Bundesumweltamt gibt für die Vorkette – Well To Tank – des Dieselkraftstoffes (Förderung, Produktion, Transport und Verteilung), 2,49 Kilowattstunden pro Liter an.
Bei einem Verbrauch von 5 l/100km könnte ich alleine mit den Verlusten mein Auto auch 100 km bewegen.
Und die Logik jedes neue eAuto verwendet fossilen Strom habe ich schon einmal widerlegt.
https://elektroauto-forum.de/beitrag/in-der-höhle-der-löwen.467344/page-2#post-933058
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.911
Jetzt ist eine politisch gesteuerte Bundesbehörde schon unabhängig, überparteilich und neutral. :rolleyes:

Du hast auch aus der Affäre um Graichen mit den ganzen Interessenesverflechtung der maßgeblichen meinungssteuernden Ökoinstitute im grünen Öko-Netzwerk aber auch gar nichts gelernt.

Aber ok, die Werte werden schon stimmen. Aber besser ist das Original . Da kann sich auch ansehen wie der Residuallastanteil aussieht, und man hat am Ende eine Tabelle in der man die maximale Residuallast und der minimale Anteil der EE an der Last ist. Dies gibt eine Indikation mit welchem Faktor man die EE multiplizieren müsste um auf dauerhaft 100 % EE zu kommen und/oder wie viel konventionelle Kraftwerkskapazität man bräuchte um die maximale Residuallast im Jahr decken zu können.

Ich bleibe dabei, in der aktuellen Situation mit der schmutzigen Deckung der Residuallast bringt die beschleunigte Einführung des E-Auto gegenüber dem Verbrenner hinsichtlich des CO2-Ausstoßes und damit auch dem Klima nur einen marginalen Vorteil. Ja, das wird laufend besser werden, aber bezogen auf die CO2 Vermeidung ist das Geld beim Elektroauto momentan sehr ineffizient eingesetzt.

Ich bin absolut pro EE, E-Auto und Transformation, das ist die Zukunft. Aber es ist meiner Meinung nach falsch alles übertrieben schön zu rechnen und damit letztlich Selbstbetrug zu betreiben und die breite Bevölkerung damit zu täuschen. Das führt letztlich zu Fehlentscheidungen und Zielsetzungen, die einem später auf die Füße fallen und dazu führen dass man sich von der Mehrheit der Bevölkerung immer mehr entfernt. Dies auch, weil letztlich nur ein kleiner Anteil der Bevölkerung (einkommensstarke Eigenheimbesitzer, die sich auch ein E-Auto leisten können und auch die nötige Lademöglichkeit vorhalten können) davon profitiert und der Rest und Mehrheit der weniger bemittelten Bevölkerung in Form von Inflation, höheren Steuern und Abgaben dafür bezahlen muss. Hier erfolgt eine massive Verteilung von Vermögen von unten nach oben.

Es macht auch keinen Sinn durch das Setzen von völlig unrealistischen Zielen mit der vermeintlichen Vorbildfunktion gegenüber anderen Ländern wirtschaftliches Harakiri zu betreiben. Nein, am deutschen Wesen braucht die Welt nicht genesen und D braucht auch nicht mit allen Mitteln der Vorreiter sein. Es sind wie bei einem Langstreckenlauf die Resourcen vernünftig einzuteilen, sonst verausgabt man sich und kann das Ziel am Schluss nicht mehr erreichen, oder man erleidet gar einen Kollaps mit katastrophalen Folgen, ohne dass dem Klima damit geholfen wäre.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lomax223

Aktives Mitglied
16.09.2018
750
@ Emil

Guter Kommentar , in diesem Sinne :

"Man kann das ganze Volk eine Zeit lang täuschen und man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen."


Gruß

Walter
 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Etwas, das kein Verbrenner kann: Heute Mittag liegt der Strompreis bei Awattar bei 0,00€. Der Anteil EE liegt in dieser Zeit bei >98%.
Kostenlos und annähernd CO2-neutral tanken.
Wann konnte das ein Verbrenner jemals?
(Und das ist keine Zukunftsmusik, sondern HEUTE. ;) )
 
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matzetronics

Aktives Mitglied
08.07.2020
915
Berlin, DE
Du hast auch aus der Affäre um Graichen mit den ganzen Interessenesverflechtung der maßgeblichen meinungssteuernden Ökoinstitute im grünen Öko-Netzwerk aber auch gar nichts gelernt.
Es leben die Buzzwords. Das ist nicht irgendein 'Ökoinstitut', wie du es nennt, sondern die Bundesnetzagentur.
Ja, das wird laufend besser werden, aber bezogen auf die CO2 Vermeidung ist das Geld beim Elektroauto momentan sehr ineffizient eingesetzt.
Irgendwo muß man aber anfangen, nachdem hier 20 Jahre, dank der Verflechtung der Autoindustrie mit Fr. Merkel und ihren Herren Verkehrsministern, überhaupt nichts passiert ist. Stattdessen wurden zur Unterstützung der Industrie Zehntausende von Autos abgewrackt und dann neue verkauft - eine in jeder Hinsicht bedenkliche Maßnahme, bei der Steuergeld praktisch direkt in die Taschen der konservativen Autoindustrie floß.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
4.181
91365 Reifenberg
Egal wie man dazu steht, in der SMARD Tabelle steht bei der Leistung kWh...
Ja ja, das ist schon sehr bedauerlich, dass bei der Netzleistung die Einheit kWh steht. Leistung muss natürlich in Watt oder vielfachem davon angegeben werden. Also hier MW. Allerdings stimmt es wieder, wenn man genauer hinschaut. Die Energie in MWh bezieht sich immer auf den Messintervall von einer Stunde. Ist oben bei der Zeit angegeben.

Aber was ich ansonsten so aus den Bildern lesen, sind interessante Zahlen:
Mittagzeit, 13.4.2024, in der Stunde 12.00 bis 13.00 Uhr:
Gesamtenergie abgenommen 50,512 MWh
Davon erzeugt konventionell 0,998 MWh
Davon erzeugt Wind+Sonne: 54,261 MWh
Gesamte Erzeugung: 61,769 MWh

Mit anderen Worten und durch einfache + und - Rechnung ermittelt, sind rund 11,769 MWh übrig gewesen. Was ist damit passiert? Netzverluste? Strom-Export? Export gibts, taucht in der Grafik aber nicht auf. Wohin sind diese 11,769 MWh geflossen?

Und eine andere Frage kriecht bei diesen Zahlen in meinen Kopf: Die Maximallast im deutschen Stromnetz liegt bei so rund 70 MW. Vielleicht etwas mehr im Winter. Mitte Dezember wurden mal knapp 90 MW gemessen, weiss nicht mehr wann.
Wohin mit dem vielen Solarstrom, wenn wir (wie geplant) mal 100 oder 200 MW Erzeugung haben. Und Wind und die anderen kommen dazu. Stromexport? E-Autos laden? Druckluftspeicher füllen oder Wasserstoff erzeugen. Keine Ahnung, was genau die Zukunft bringt. Aber irgendwie fällt mir der Spruch von "Strom im Überfluss" dabei ein. Eines kann man wohl ziemlich sicher erwarten: Der Strom wird dann billiger. Oder anderes abgerechnet, denn die Erzeugungskosten spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Hauptsächlich gibt es Anlagekosten für Erzeugung und Verteilung.

Ansonsten lese ich für mich aus diesen schönen Grafiken klar heraus, dass man tatsächlich ziemlich genau weiß, wo der Strom herkommt, und wo er hingeht. Muss ja auch sein bei den tausenden von Messstellen an allen Netzknoten, Einspeise- und Abnahmestellen. Und außerdem lese ich daraus, dass man - wenn überhaupt - sein E-Auto mittags laden sollte. Also wenn man "netzdienlich" laden will. Oder wie man das nennt...

Im übrigen: Ich denke jetzt im Alter nicht mehr drüber nach, die Welt zu verändern. Das habe ich früher beruflich gemacht, z.B. 1980 bei der Mitarbeit am Landesentwicklungsplan Erneuerbare Energien für Kenia. Und bei anderen Projekten. Bin ja nicht mehr beruflich unterwegs, und denke daher fast nur noch drüber nach, was ich noch tun kann, also hauptsächlich für mich. Und ich kann 100% sauber mein E-Auto laden und meinen elektrischen Bedarf im Haus decken. Das reicht mir. Fast. Denn immer wieder kommen andere, die das nicht können, und die berate ich dann gerne, wenn sie nachfragen.

In diesem Sinne die Welt verändern: Erstmal selber bei sich anfangen. Kleine Brötchen backen. Wobei ich grosse Projekte auch gerne habe. Allerdings fast nur, um sie zu besichtigen. Wie 2019 EL-Noor, eines der größten Solar-Tower Projekte in Marokko. Oder am 18.7. (geplant) die Magnetschwebebahn der Firma Bögl.
Bei eigenen Projekten bin ich bescheidener: BMS für den Hausakku aktualisieren und verbessern, Hotzi fertigmachen, und natürlich meine Haupt- und Dauerbeschäftigung als Hausmeister. Nennt man heute Facility Manager, und stimmt auch, denn um die Strom- und Wasserversorgung muss ich mich ja auch kümmern. Und dann noch Teilzeit-Gärtner. Zuhause.

Gruss, Roland
Bleibt natürlich die 1 Million Euro Frage: Wie kommen wir elektrisch und wärmemäßig über den Winter.
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
4.181
91365 Reifenberg
Zusatzinfo:
Auf einer weiteren Internetseite der Bundesnetzagentur wird klar veröffentlich, wieviel MWh exportiert oder importiert werden. Ist ja ganz normal in einem europäischem Verbundnetz, dass da Strom hin und her geht, je nach Bedarf oder Überschuss, und auch je nach Preis. Hier also die Daten für den 13.4.2024, 12:00 bis 13.00 Uhr:



Wer hätte das gedacht, dass soviel nach Dänemark und Frankreich geht.

Gruss, Roland
 
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Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.911
Ja wenn der Strom von D verschenkt wird dann greifen viele gerne zu. :rolleyes:
Und D muss dann zu anderen Zeiten sehr viel für den Importstrom bezahlen, der auch nicht unbedingt CO2 frei ist. Früher wurde im Stromhandel noch ein Exportüberschuss erzielt, jetzt ist D beim Strom ein Importland geworden.
Dass der Strom dadurch generell billiger wird ist nicht zu erwarten, denn die Netzkosten und Speicherkosten werden steigen. Denn das gehört auch zur Wahrheit. Man darf nicht nur die Gestehungskosten betrachten sondern muss die Netzkosten dazu nehmen. Die dezentrale EE Erzeugung, oft an Orten welche nicht so viel Verbrauch haben, hat seinen Preis, auch hinsichtlich der CO2 Emissionen.

Und die Speicherung ist immer noch ein großes Problem, insbesondere die saisonale Speicherung. Bei noch mehr EE Ausbau reicht vielleicht auch die Speicherung über 2-3 Wochen + Spitzenlast von konventionellen Kraftwerken.

Hier ist auch noch eine schöne Übersicht in der man den Stromfluss an den Zonengrenzen mehr oder weniger live sehen kann.


Wie schon geschrieben kann man bei Energy Charts auch sehr schön sehen wie hoch die Residuallast ist, auch die Minimal- und Maximalwerte.

 

Kamikaze

Bekanntes Mitglied
Ja wenn der Strom von D verschenkt wird dann greifen viele gerne zu. :rolleyes:
Das ist doch andersrum genau so.
Wenn in D der Strom gerade teuer, aber in Dänemark oä. billiger, dann kauft D billig Strom zu, anstelle selber teure Kraftwerke hoch zu fahren.
Nennt sich Außenhandel und ist absolut nichts neues.
Im Gegensatz übrigens zu Fossilbrennstoffen. Da ist D reines Importland - auch zu Höchstpreisen, wie die Gaskrise ganz deutlich gezeigt hat. Das stört komischerweise niemanden.
Und D muss dann zu anderen Zeiten sehr viel für den Importstrom bezahlen, der auch nicht unbedingt CO2 frei ist. Früher wurde im Stromhandel noch ein Exportüberschuss erzielt, jetzt ist D beim Strom ein Importland geworden.
D muss samt und sonders alle Fossilbrennstoffe importieren.
Nun hat man diese Importe reduziert, und musste kurzzeitig dafür einen Bruchteil dessen an Strom zukaufen.
Big deal.
Schon dieses Jahr dürften wir wieder deutlich mehr Strom exportieren, als importieren, da der Zubau von EE beständig voran geht (wenn auch nicht überall gleichmäßig).
Dass der Strom dadurch generell billiger wird ist nicht zu erwarten, denn die Netzkosten und Speicherkosten werden steigen.
Dann rechne da mal die Inflation dagegen, und du wirst sehen, dass der Strom gemessen an der Kaufkraft tatsächlich billiger wird.
Denn das gehört auch zur Wahrheit.
;)

Man darf nicht nur die Gestehungskosten betrachten sondern muss die Netzkosten dazu nehmen. Die dezentrale EE Erzeugung, oft an Orten welche nicht so viel Verbrauch haben, hat seinen Preis, auch hinsichtlich der CO2 Emissionen.
Dass die Stromnetze, die Jahrzehntelang weder ausgebaut, noch nennenswert gepflegt wurden nun ertüchtigt werden müssen ist kein Effekt der EE, sondern Jahrzehntelanger "anderer Prioritäten" (um nicht "Verschleppung" oder "Misswirtschaft" zu sagen).
Den Ausbau bräuchte es auch mit konventionellen Kraftwerken.
Die flächenhafte Energieerzeugung durch EE könnte (wenn man es denn wirklich wollte) den nötigen Zubau an Leitungskapazitäten deutlich senken. Dagegen wehren sich aber einige Bundesländer.
Und dagegen wiederum geht inzwischen die EU vor, damit die Kosten dieser Verschleppunkstaktik auch bei den Verursachern bleiben und nicht von denen bezahlt werden müssen, die die Transformation bereits quasi abgeschlossen haben.
Und die Speicherung ist immer noch ein großes Problem, insbesondere die saisonale Speicherung. Bei noch mehr EE Ausbau reicht vielleicht auch die Speicherung über 2-3 Wochen + Spitzenlast von konventionellen Kraftwerken.
Ich rechne eher mit Speicherbedarf für rund 1-2 Tage in den kommenden 10 Jahren.
Das würde allerdings starke Netze und funktionierende Preissignale voraussetzen.
In sofern könnte der tatsächliche Ausbau eher in Richtung deiner Schätzung tendieren...
Hier ist auch noch eine schöne Übersicht in der man den Stromfluss an den Zonengrenzen mehr oder weniger live sehen kann.


Wie schon geschrieben kann man bei Energy Charts auch sehr schön sehen wie hoch die Residuallast ist, auch die Minimal- und Maximalwerte.

Da kann man sich auch verschiedene Szenarien anschauen, wie es zukünftig gehen könnte:

Dazu auch:
 
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