THG Quote jetzt von 250,- auf 300,- erhöht!

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.670
Beim aktuellen Festpreissystem können die Unternehmen die Zertifikate entweder vom Staat kaufen, oder den Poolingunternehmen, die sie von den E-Auto Besitzern haben.

Es glaubt doch hier nicht jemand ernsthaft, dass die Mineralölindustrie beim Kauf der Zertifikate aus den E-Auto Pools den gleichen Preis bezahlt wie derzeit beim Festpreis des Staats? :rolleyes:

Wenn das so wäre müsste ja jeder E-Auto Besitzer nahezu das Gleiche Geld, abzüglich einer kleinen Provision bekommen. Das ist aber nicht so.

Die Unternehmen die das Pooling durchführen kaufen die Rechte bei den E-Autofahrern günstiger ein, da diese sich auch mit weniger Geld zufrieden geben, und schließlich verdienen die Pooler auch noch daran. So kommt es, dass die Mineralölindustrie über diesen Weg dann günstiger an die Zertifikate kommen kann als über den Festpreis des Staates.

Ab 2026, wenn der freie Handel erfolgt, führt eine Verknappung der Zertifikate durch Zurückhaltung zur Erhöhung der Preise. Dies führt dazu dass die Mineralölindustrie ihre Produkte verteuern muss, was die Nachfrage nach deren Produkten reduziert und die Energiewende beschleunigt.

Ich halte das Pooling nach wie vor für falsch, denn die Mineralölindustrie soll jetzt den vollen Festpreis dafür bezahlen und ab 2026 möglichst hohe Marktpreise.
 

Sascha Meyer

Bekanntes Mitglied
18.05.2007
4.346
Moin,
bisher hab ich nur mitgelesen, mich aber selber noch nicht um diesen Zertifikate-Handel gekuemmert.
Irgendwie beschleicht mich das Gefuehl, dass dieser Handel unsauber ist und nen Haken hat. Ich traue der Sache irgendwie nicht, da ploetzlich das Angebot gemacht wird, meinen Umweltbeitrag "abzukaufen", um damit - ja was eigentlich? Was passiert genau mit den Zertifikaten? Cui bono?

Roland, du beschaeftigst dich seit etlichen Jahren mit dem Energiesektor und der Nachhaltigkeit. Kannst du mir mal fuer Doofe eine Zusammenfassung geben, was dieser Handel eigentlich soll, wem er schlussendlich nuetzt und vor allen Dingen ob der Privatverkauf der Zertifikate unsere Sache voranbringt oder nicht.
Ist das alles ein Kuhhandel, ein Oekoschwindel? Greenwashing mit ausgerechnet unserer Unterstuetzung?

Ich gebe zu, dass ich die Sache nicht vollends ueberblicke.

Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha
 
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Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.670
Ich dachte bisher die THG-Quote orientiert sich an den Preisen der CO2 Zertifikate. Bei der Prüfung der Preise kam jetzt aber heraus dass das THG Thema eine separate Geschichte mit eigenem Markt ist.

Hier sind Erläuterungen zur THG Quote.

Für 2022 wird pro Auto für den Bezug aus dem Stromnetz ein jährlicher Stromverbrauch von 1943 kWh errechnet. Daraus ergibt sich ein Einsparung von 837,6 kgCO2/E-Auto. Würde sich der Preis an den CO2 Preisen orientieren würde das nach dem Festpreis von 30 €/tCO2 dann nur etwa 25 €/E-Auto kosten.

Das THG Thema für die fossilen Kraftstoffe ist aber separat.

Die Preise am THG-Quotenmarkt lagen vor 2019 relativ stetig zwischen 150 und 200 €/tCO2. Mit Anhebung der THG-Quote von 4 auf 6 % ist die Nachfrage deutlich gestiegen und die Quotenpreise lagen zwischenzeitlich bei bis 400 €/tCO2. Aufgrund eines geringeren Kraftstoffverbrauchs durch Corona in 2020, sind die Preise auf ein Niveau von ca. 250 €/tCO2 zurückgefallen. Es gibt einige Gründe, weshalb davon auszugehen ist, dass in den Folgejahren die THG-Quotenpreise insbesondere für die durch Dritte in Verkehr gebrachten alternativen Kraftstoffe, wie Ladestrom, Biomethan und grüner Wasserstoff, wieder steigen und auf einem stabil hohen Niveau bleiben.
  • stetig steigende THG-Quote und damit steigende Nachfrage
  • Begrenzung der aus Nahrungs- und Futtermittelplanzen erzeugten konventionellen Biokraftstoffe auf die heute bereits in Verkehr gebrachten Mengen
  • Anhebung der Pönale von 470 auf 600 €/tCO2 – diese Strafzahlung wird bei der Nicht-Erfüllung der THG-Quote für die quotenverpflichteten Unternehmen fällig
  • Gesetzlich festgeschriebene Anhebung der THG-Quote für den Fall eines sehr dynamischen Ausbaus der Elektromobilität
  • für Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen: Erfüllung der stetig steigenden Unterquote (zusätzliche Nachfrage)
Die Brutto-THG-Minderung, welche aus der Inverkehrbringung des alternativen Kraftstoffs bzw. Ladestrom resultiert, errechnet sich aus dem fossilen Referenzwert (94,1 gCO2/MJ) abzüglich der spezifischen THG-Emissionen, welche aus der Nutzung des alternativen Kraftstoffes bzw. Ladestroms resultieren.

Die spezifische THG-Minderung multipliziert mit dem THG-Quotenpreis führt zu den Erlösen aus der Inverkehrbringung des alternativen Kraftstoffs bzw. Ladestroms.
Tatsächlich existiert also der Markt schon heute und die Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage. Die Strafzahlung beträgt heute schon 470 €/tCO2. Wenn also die E-Autofahrer ihre THG-Quote deutlich günstiger hergeben, haben die Mineralölfirmen einen Vorteil, und müssen den Preis für ihre Produkte nicht entsprechend erhöhen.


Meiner Meinung nach hätte man das mit der THG Quote auch lassen können und gleich nur die Abgaben auf die Mineralölprodukte erhöhen können. Und störend ist auch dass durch das Pooling weitere Unternehmen zwischengeschaltet sind, die gut daran verdienen werden, abgesehen von der zusätzlichen Bürokratie für die Prüfung der Zertifikate.

Mir sieht es immer noch nach einem Danäergeschenk aus. Damit die Mineralölfirmen nicht die maximal Strafen für den Verkauf von treibhaussteigernden Treibstoffen zahlen und die Preise über Gebühr erhöhen müssen, zahlt man den Nutzern von Treibstoffen mit geringeren Emissionen einen niedrigeren Ausgleich. Je mehr THG-Zertifikate auf dem Markt verfügbar werden, desto günstiger kommen die Mineralölfirmen weg. Dies wird dann eventuell nur dadurch wieder ausgeglichen, dass die Strafzahlungen auf 600 €/tCO2 erhöht werden. Ob aber dann trotz des hohen Angebotes an Zertifikaten die Preise weiter steigen, ist offen. Die durch die THG-Quote Begünstigten freuen sich natürlich, sehen aber nicht dass sich dadurch Kostensteigerung für Mineralölprodukte reduzieren und sich der Wandel verzögert.

300-400 Euro/Jahr THG_Quote sind heute kein Anreiz für den Umstieg von einem Verbrenner zum E-Auto. Dazu sind die E-Autos für den Großteil der Leute immer noch viel zu teuer und haben noch zu viele Einschränkungen, wenn man nicht Eigenheimbesitzer/-mieter mit Ladestation ist oder man am Arbeitsplatz laden kann.
 
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Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.739
91365 Reifenberg
Grundsätzlich halte ich diese THG Quoten Spiel für ein prima Steuerungselement, um den Flüssigsprit zu verteuern und das E-Fahren günstiger zu machen. Und kostet die Regierung bzw. den Staat noch nicht mal Geld. Also pro für die Energiewende. Ist nur so meine unmaßgebliche Einschätzung.

@ Sacha: Ich habe in diesem Thread bereits zweimal das Grundlagenpapier des Umweltministeriums verlinkt. Dort steht alles drin. Ich könnte es nicht besser erklären, jedenfalls nicht über das hinaus, was ich bereits in meinen vielen Beiträgen bereits geschrieben habe. Und ich finde das Papier des Umweltamtes sehr verständlich.

@Emil: solange wir als Einzelfahrer kaum eine sinnvolle Möglichkeit haben, die Quote direkt an die Interessenten zu verkaufen, ist das Pooling wohl nötig. Find ich soweit ok, wenn der Aufschlag bzw. die Gebühr für diesen Service im Rahmen bleibt. Die hier: https://elektrovorteil.de/ schreiben ja ganz offen von 15% Servicegebühr. Halte ich für akzeptabel.

Und die Möglichkeit, dass die Benzinfirmen oder so, also die, die letztlich die Quoten kaufen müssen, da eigene Servicefirmen gründen, bleibt natürlich bestehen. Halte ich sogar für sehr wahrscheinlich. Handel und Wandel halt, so funktioniert die Wirtschaft. Da rege ich mich nicht mehr wirklich drüber auf.

Gruss, Roland
Muss das wohl jetzt auch mal beantragen. Schon damit ich hier über eigene Erfahrungen berichten kann.
 
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Eifel-Peter

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19.08.2018
123
61
Krautscheid-Ringhuscheid
Aussage von fairnergy:
"Ist das E-Auto auf eine Privatperson zugelassen, dann muss die Prämie steuerlich gem. § 22 (3) EStG angesetzt werden. Dabei gilt eine Freigrenze von 255 €. Falls du diese nicht überschreiten möchtest, dann kannst du einfach an eines unserer Impact-Projekte spenden. Falls sich die Prämie erhöht und du hast dich entschieden einen Teil zu spenden, dann addieren wir die Erhöhung zunächst auf den Spendenbetrag. Möchtest du deine Prämienverteilung ändern, dann kannst du dich einfach melden. Beachte bitte, dass auch Erlöse aus unserem Weiterempfehlungsprogramm dazu gerechnet werden müssen. Seid ihr ein Gewerbe, dann müsst ihr die Erlöse als Einkünfte angeben. Bitte beachtet, dass dies keine Steuerberatung ersetzt. Bitte wendet euch für eine genaue Klärung an eure*n Steuerberater*in "
 
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jtb30

Neues Mitglied
10.01.2022
5
Ich bekam heute eine ähnliche Mail von meinem Anbieter, jedoch wird eine andere Obergrenze angegeben:

Moin, uns erreichte in den letzten Tagen häufig die Frage: "Muss ich meine THG-Prämie versteuern?". Wir haben uns dazu mit dem Steuerberater Stefan Mücke zusammengesetzt und das Thema genauer beleuchtet.

Folgende Informationen haben wir für dich:

Geringfügige Nebeneinkünfte bis zu einem Gesamtbetrag von 410 Euro im Jahr sind gemäß § 46 EStG steuerfrei für alle Arbeitnehmer, die lediglich Einkünfte aus einer Angestelltentätigkeit erhalten haben.

Bei einem Bezug von anderweitigen Einkünften oder einer Überschreitung der Freigrenze von 410 Euro im Jahr sind die Einnahmen als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG zu versteuern. Hier existiert jedoch eine jährliche Freigrenze von 256 Euro, weshalb wir auf Wunsch deine Auszahlung auf 255 Euro begrenzen können.

Solltest du also nicht nur Einkünfte aus einem Angestelltenverhältnis haben und von der Begrenzung auf 255 Euro Gebrauch machen wollen, dann kannst du ganz einfach in deinem Account auf "Steuern sparen" drücken.

 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.670
Man muss den vollen Betrag bei der Steuererklärung auf jeden Fall unter sonstige Einkünfte eintragen. Ob man dann von den 410 € profitiert hängt von den anderen Einkünften ab. Das wird bei der Steuerberechnung automatisch berücksichtigt.
 
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Werni

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19.02.2019
1.294
Heidenrod
Naja,

ich darf dann schon zwei Prämien eintragen, falls das EL auch vom Bunbdesamt anerkannt wird. Eingereicht ist es (zusammen mit dem Smart).

Gruß,

Werner
 

Robert111

Neues Mitglied
07.01.2022
3
Wir haben uns auch mit dem Thema beschäftigt und sind gescheitert, eine Vergleichbarkeit über alle Anbieter herzustellen. Letztlich haben wir zum aktuellen Zeitpunkt 3 Anbieter identifiziert, die garantiert 300€ für 2022 auszahlen: https://www.energie-experten.org/news/thg-quotenhandel-wichtige-praemien-plattformen-im-vergleich Warum nicht das Umweltbundesamt alle Anträge bündelt und einheitlich vermarktet ist uns unklar. Weiß hier jemand mehr?
Kleine Ergänzung: Wir haben eine Insider-Information bekommen, dass es wohl formale Schlupflöcher gibt, die zum Betrug einladen und letztlich den Verkaufspreis stark drücken könnten. Die wichtigsten Risiken haben wir hier zusammengefasst: https://www.energie-experten.org/news/droht-ein-crash-am-thg-quoten-markt Seht ihr das ähnlich?
 

Stefanseiner

Mitglied
29.10.2021
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Saarland
mona-stefan.de
Im ähnlichen Thread ist die erste Auszahlung bestätigt, meine dürfte auch bald eintrudeln, die Vorabbestätigung habe ich die Tage schon erhalten
 

wchriss

Aktives Mitglied
30.12.2010
1.623
55
Egweil
Ihr könnt bei &Charge auch km für die THG Quote bekommen. Einfach nur den Fahrzeugschein hochladen und der Rest funktioniert von ganz allein. Ist wirklich super einfach gemacht :)
Also mal ganz ehrlich, damit wird jedem Betrüger Tür und Tor geöffnet !
Fahrzeugschein hat er schon, wo das Auto steht weis er auch, braucht er also nur noch das Auto knacken und ins Ausland verschieben. Wenn sich da dann noch jemand wundert fals sein Auto spurlos verschwindet, ist selber schuld.
Sorry aber wie kann man nur so leichtsinnig sein, mir scheint, wegen 300,- € läst sich jeder blenden und erkennt das Gefahrenpotzenzial gar nicht.
 

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