Telekom baut 12.000 Verteilerkästen für das Ladenetz um

Offenbar macht die Telekom jetzt ernst, startet das Unternehmen nun mit dem Aufbau eines Stromtankstellennetzes. Die ersten drei Ladepunkte wurden schon in Betrieb genommen. Doch das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange: Bis 2022 sollen in zahlreichen Städten um die 12.000 Verteilerkästen umgebaut werden.

Neues Geschäftsfeld erkannt

Jeder kennt sie: Die grauen Kästen, die am Straßenrand stehen und für die Telekommunikation wichtig sind. Eigentlich schenken wir den Verteilerkästen nicht wirklich einen Gedanken - doch für die Telekom bedeuten genau diese Kästen eine neues Geschäftsfeld. Die Technik in den Verteilerkästen versorgt nämlich nicht nur unsere Haushalte mit Internet. Hier fließt auch jede Menge Strom. Strom, der jetzt auch für Elektroautos dienlich sein soll.

Am vergangenen Montag hat der Konzern in Bonn sowie Darmstadt die ersten Stromtankstellen ausprobiert. Wie die Telekom verriet, wird durch die bereits vorhandene Infrastruktur reichlich Geld eingespart. Die Ladestationen für die Stromer können in einer Entfernung von bis zu zehn Metern aufgestellt werden.

Doch für die Aufladung ist ein wenig Zeit von Nöten. Laut externen Angaben reicht der Strom, den das Elektroauto binnen einer Stunde auflädt, je nach e-Fahrzeug lediglich für eine Reichweite von 50 bis 75 km. Die Kosten betragen je Aufladung 7,89 Euro: unmaßgeblich, wie leer oder voll die Batterie noch ist.

Genaue Zahlen bleiben ein Mysterium

Wie viele Ladepunkte entstehen könnten und wie viele Verteilerkästen betroffen sind, konnte die Telekom noch nicht mitteilen. Die Genehmigung für den Umbau seien von Genehmigungen der Kommunen abhängig zu machen. Allerdings weiß die Telekom bereits heute, dass der Ausbau für die gesamte Bundesrepublik erfolgen soll.

Für die Kommunen dürfte dieser Umstand allerdings ebenso erfreulich sein. Jochen Partsch ist Oberbürgermeister in Darmstadt und teilte mit, dass der Umbau der Verteilerkästen "eine weitere, wichtige Wegmarke für die Entwicklung zur digitalen Modellstadt" sei.

Schnellladestationen sind ebenso in Planung

Neben dem Umbau der Verteilerkästen plant die Telekom zusätzliche Schnellladestationen, die gänzlich neu gebaut werden müssen. Innerhalb der nächsten drei Monate sollen 100 Schnell-Ladepunkte integriert werden. Für die nächsten drei Jahre sind sogar 500 Schnellladestationen vorgesehen. Mit diesen schnellen Ladestationen sollen die Batterien innerhalb von zehn Minuten "aufgetankt" sein und eine Reichweite von 100 km erzielen. Kostenpunkt für die Schnell-Ladepunkte: 14,49 Euro pro Aufladung.

Quelle:
t3n.de


Bild: Deutsche Telekom
 

Kommentare

15.03.2007
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Filderstadt
www.elweb.info
#2
Das Bild der Telekom sagt vieles, was mir auch durch den Kopf geht. Die Kästen der Telekom stehen in de Regel auf dem Gehweg. Ein ladendes Fahrzeug müsste die Ladeleitung als Stolperfalle über den Gehweg ziehen, am besten noch als Spiralleitung wie hier gezeigt an ein Fahrzeug, dass gegen die Fahrtrichtung steht. Die Illustration ist auf jeden Fall sinnbefreit.

Funktionieren kann es mit einer Ladestation auf der anderen Seite des Gehwegs, wenn dieser breit genug ist.
 
Gefällt mir: Andreas106
21.08.2008
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#3
Na das mit der hin gemalten Leitung ist noch harmlos im Vergleich zu den ganzen anderen "Details".
Die renomierten Hersteller bauen dicke Säulen mit allem pipapo (Absicherung/Nutzererfassung/Zählung/Abrechnung) und die Telekom macht einfach ne Steckdose an ihre Verteiler dran und gut ist? Kann mir zwar noch vorstellen dass da Drehstrom drin ist aber doch nicht solche Kabel liegen um "nebenher" nochmal "100km" in zehn Minuten zu laden (für welches Fahrzeug bei welchem Verbrauch?), selbst mit meinen TWIKE müsste ich da schon mit 60 kW ziehen!

Hauptsache es ist klar was es einbringt - 14,49€ für zehn Minuten:)


Gruß
Martin