Stunde der Wahrheit


Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
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#1
Die Stunde, da möglicherweise die CDU wieder an den Sesseln unserer Republik kleben wird, ist nicht weit. In Anbetracht der besonderen politischen Lage in der Welt wird uns das den Ausbau der Atomenergie bescheren. Sprich, billigen Nachtstrom im Überfluss. Nachtstromspeicher sind Verschwendung, die sollten verboten werden. Kurz, wir könnten die Abnehmer sein.
Um nicht zuviel Speicherplatz hier zu verschwenden, bitte ich, unterhalb meines "binashibh"-threads "Das Chaos ist komplett" zu lesen, 2. Thema.
Während des Schreibens wandelte sich bei mir die Einstellung gegenüber der Atomenergie in einem sehr wesentlichen Punkt.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass der dann überschüssig anfallende Nachtstrom der Kernkraftwerke über die Wasserstofftechnik den gesamten Verkehr zu 100% mit Energie versorgen kann, ohne viel Aufwand, wirtschaftlich, aber mit Kernenergie. Jeder von uns sollte sich verpflichtet fühlen, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich habe im gleichen thread, der sehr viele, auch unausgegorene Gedanken enthält, auch auf die hervorragende Bedeutung der 6-Minutenakkus hingewiesen, die inzwischen angepriesen werden (z.B. von SAFT).
Fallt jetzt nicht über mich her, sondern sagt, ob das Thema von Interesse ist, ehe uns die Entwicklung überrollt. bernd
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
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#2
Bernd Schlueter schrieb:

Die Stunde, da möglicherweise die CDU wieder an den Sesseln
unserer Republik kleben wird, ist nicht weit. In Anbetracht
der besonderen politischen Lage in der Welt wird uns das den
Ausbau der Atomenergie bescheren.
Das glaube ich kaum. Die labern zwar viel, aber in den 16 Jahren unter Altbimbeskanzler Kohl wurde auch kein Kernkraftwerk gebaut, nur eine Wiederaufbereitungsanlage gestrichen.
[...] Zusammenfassend möchte ich sagen, dass der dann überschüssig
anfallende Nachtstrom der Kernkraftwerke über die
Wasserstofftechnik den gesamten Verkehr zu 100% mit Energie
versorgen kann, ohne viel Aufwand, wirtschaftlich, aber mit
Kernenergie.
Hast du das mal praktisch durchgerechnet, wieviele neue KKW man brauchen würde, um Erdöl komplett durch Wasserstoff zu ersetzen?
Für die USA habe ich eine Zahl von mehreren tausend neuen Anlagen in Erinnerung, irgendwo habe ich da einen Link zu einer entsprechenden Studie...
[...] die hervorragende Bedeutung der 6-Minutenakkus hingewiesen, die inzwischen angepriesen werden (z.B. von SAFT).
Es gibt schon heute NiMH-Mignonakkus von Varta, die in 15 Minuten vollgeladen werden können.
Und die kann man, im Gegensatz zu dem angepriesenen Nanotechnologie-Gedöns, auch tatsächlich z.B. bei Conrad kaufen.

Ich verstehe sowieso nicht, was diese "Erfindung" bei Elektroautos für einen Sinn haben soll.
Beispiel: der BlueCar hat einen Akku mit ~30kWh Kapazität.
Um ihn in 60 Minuten vollzuladen, bräuchte man also ein Ladegerät mit einer Leistung von 30kW.
Und um ihn in einem Zehntel der Zeit zu laden, nicht nur ein Ladegerät mit 300kW, sondern auch noch die passende Steckdose dafür!
Plus die passenden Kabel für einen Ladestrom von ~1000A bei 300V Batterienennspannung...
Verluste in dem ganzen System sind dabei noch garnicht berücksichtigt.

Ich würde mal nicht immer darauf schielen, was für großartige Technologien für überübermorgen angekündigt sind, sondern mich an dem orientieren was HEUTE, 10.03.2005, verfügbar ist.
Mit NiMH, NiCd, oder ZEBRAs, und einem seriellen/parallelen Hybridsystem (Renault, Esoro, GreenPropulsion, ...) ließen sich GENAU JETZT tolle, energiesparende und serientaugliche Autos bauen.
Es macht halt nur niemand :mad:.

Gruß Jens

Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand etwas
schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte. Die Menschen,
die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher
Machenschaften.
John Ruskins (1819-1900)
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
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#3
Jens, das Erdöl werden wir nicht durch Wasserstoff ersetzen können, aber, sollten wir Brennstoffzellen mit dem gleichen Leistungsgewicht wie die der neuen U-Boote bekommen, dann haben wir zusammen mit 50 kg 6-Minutenzellen ausreichend spritzige Elektroautos, um den gesamten Verkehr damit zu bestreiten. Das geht eben besonders billig mit überschüssiger nächtlicher Atomenergie zu 2,5 Cent die kWh, die sich die Elektrizitätswerke untereinander berechnen. Die wollen schließlich vernichtet sein, und die gäbe es, wenn wir Nachtstromspeicherheizungen verbieten, überreichlich. Mist, der Manfred hat doch prompt entdeckt, dass ich gelogen habe, dann kostet uns nämlich die kWh Strom frei Elektromotor nur 6,25 Cent statt 12,5 Cent, wie ich gelogen hatte. Dabei wollte ich doch gar keine Werbung für Atomenergie machen...
Alleine die Windenergie hat, wenn ich den Angaben des deutschen Windinstituts glauben darf, 2002 22 Terawattstunden erbracht. Das reicht, wenn ich 10 kWh pro 100 km annehme, für ca. 9 Millionen Elektroautos mit einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 km. Macht bei 15 Cent Vergütung (Optimist sein!) 3,75 Cent pro km. Teuer, aber geht noch. Mit Solarenergie ists Taxi billiger.
Wenn, aber da liegt der Hase im Pfeffer.Die offiziellen Windinstitute belügen uns. Jedes hat andere Werte. Das eben genannte macht 100% Aufschlag auf die Zahlen der am unteren Rande operierenden. Das ist unsolide und spricht leider noch mehr für Atomenergie, obwohl offshore-Energieparks uns leicht, ohne teure Hochspannungsleitungen, mit Wasserstoff beliefern könnten.

Auf jeden Fall, ich sehe Wasserstoff ja als Verschwendung an, aber, sollte der Fall eintreten, dass die Atomlobby mit Bin Ladens Hilfe die Bühne betritt, dann wird man uns mit Wasserstoff mehr als verwöhnen..., denn, wenn ich das richtig sehe, werden nur 3% des Stroms heute durch Wind erzeugt (nicht 4,5%) und mit Atomstrom kann man uns heute schon (ich meine , die ganze elektrische Bevölkerung) ausreichend mit billigem Überschussstrom versorgen. der Umwelt würde es guttun. Insofern muss ich meine Vorurteile gegenüber dem Wasserstoff korrigieren. 1 kg Wasserstoff entspricht netto 25kWh, allerdings passt der unter 300 bar gerade in eine 50-Liter-Flasche, die viel mehr wiegt. Wasserstoff ist übrigens nicht ganz so gefährlich, wie man denkt: nichts steigt so schnell nach oben weg, wie dieser, wenn es beim Unfall kracht.Die Negrebombe ist da eher unheimlicher.
Die Bomben kann man dann einfach tauschen, um das vielleicht gefährliche Selbstfüllen zu vermeiden. Das geht viel schneller, als tanken.
Nur an arabischen Tankstellen sollte man beim Tausch aufpassen, könnte ins Auge gehen.

Nee, nicht das ganze Erdöl ersetzen, die Heizung läuft dann eh mit Atomabwärme und Wärmepumpen und der übrige Verkehr elektrisch. Flugzeuge? Wir werden sehen...

Also, ich bin mit der Rechnung, was die offshore-Windenergie und den Energiebedarf unserer Elektroautos angeht, doch jetzt ganz zufrieden...
Die 15-Minutenzellen von Conrad haben aber nicht die 1 Million Zyklen Lebensdauer von 18+2 Sekunden, die Saft angibt, und mit leicht veränderten, aber irreführenden Angaben, Thundersky (diese kleine Internetbroschüre)...

Moment, Zusatz, ich weiß nicht, ob ich die Idee schon geschreiben habe: Unsere alten Gaswerke, mit dem bei der Elektrolyse anfallenden Reinsauerstoff betrieben, ergeben ein hochreies Leuchtgas mit fast 100% Wirkungsgrad ("Wassergas"), wasserstoff wird abgetrennt, das Kohlenmonoxyd sofort verbrannt zur weiteren Stromgewinnung, übrig bleibt besonders hochwertiger Koks.(kontinuierlicher Prozess statt Stinkgaswerke). Ich habe mal Verfahrenstechnik studiert.

Manfred, lies nicht so viel, ich kann nichts dafür, dass al Qaida hier war. Mich hat keiner gewarnt, jetzt tue ich es eben, aber nicht hier.
 

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