Spiel im Getriebe - Elektroauto Forum

Spiel im Getriebe

Denis Matt

Neues Mitglied
17.02.2016
3
Hallo Leute,
habe eine Anfrage wie es denn mit dem Getriebespiel aussehen sollte.
Mir ist aufgefallen, dass bei niedrigen Geschwindigkeiten (bis 30 km/h) immer beim Umschalten von Fahren auf Rekuperieren ein Ruck zu spüren ist. Er ist umso mehr zu spüren als man mit dem Pedal langsam über den Nullpunkt fährt. Leider kriegt man es nicht hin, ihn mit null Verbrauch rollen zu lassen.
Jemand der sich über den Wagen keine Gedanken macht, wird das nicht mal gross bemerken oder denken dass da etwas automatisch geschaltet wird. Aber ich habe schon den Eindruck, dass da jedesmal eine grosse Kraft abrupt aufgefangen werden muss. Ich habe Sorge dass alles viel schneller verschleisst, Verbindungen oder Lager ausschlagen als wenn es nur wenig Spiel hätte.
Man merkt es auch bei aufgebockter Vorderachse wenn man an einem Rad hin- und herdreht. Es fragt sich nun wieviel ist wenig und wieviel ist viel Spiel.
Habe den üblichen 12 kW Leroy-Somer Motor.
 

DH@SoKa

Mitglied
09.05.2012
135
Hallo Denis,

bei vielen Forenbeiträgen, die vom Ruckeln handeln, wird gerne auf das Poti des Gaspedals verwiesen, das entweder falsch kalibriert sein kann oder dessen Schleifbahnen oxidiert sein können. Das wäre ein denkbarer Aspekt. Vielleicht prüfst Du mal die Potiwerte über das Diagnosesystem? Die Zahlenwerte sollten beim langsamen Betätigen des Gaspedals nicht springen, sondern sich kontinuierlich ändern.

Die "Segelstellung", d.h. lastfreies Rollen, ist bei den PSA-Fahrzeugen typischerweise nur mit viel Erfahrung und Gefühl genau zu treffen, vor allem deshalb, weil der Lastwechsel beim intakten Fahrzeug praktisch nicht wahrnehmbar ist. Im Grunde ein Zeichen für eine besonders gelungene Auslegung der Ansteuerung, auch wenn dem "Extrem-Elektroautofahrer" dadurch leider das besonders sparsame "Segeln" kaum möglich ist. Der gemeine Autofahrer findet die normalerweise völlig fließenden Übergänge zwischen max. Beschleunigung und max. Rekuperation natürlich sehr komfortabel und nicht bei jedem Hersteller klappt das so perfekt wie bei den (alten) PSAs.

Sollte der Ruck beim Lastwechsel aber tatsächlich aus der Mechanik kommen:
Wie sieht denn der Ölstand in Deinem Getriebe aus?
Ist der Motor auf seiner Unterseite trocken und sauber?
Hintergrund der Fragen: Bei 100000km werden typischerweise die Wellendichtringe undicht und das Getriebe verliert Öl. Im häufigsten (und ungünstigsten) Fall verabschiedet sich das Getriebeöl Richtung Elektromotor, wo es auch Unheil anrichten kann. Irgendwo tritt das Öl dann aus und verteilt sich auf der Unterseite des Motors. Es findet sich dann gerne auch mal ein Ölfleck auf dem Stellplatz, kann aber sehr unauffällig und wenig sein, selbst dann wenn der Verlust bereits relevant ist. Sollte Öl im Getriebe fehlen, kann man probehalber mal nachfüllen, um zu prüfen, ob das Getriebe dann wieder "spielfrei" arbeitet. Undichte Wellendichtringe dann aber umgehend ersetzen, sonst sifft es irgendwann in den Motor.

Das Spiel, das man beim Drehen der Räder in aufgebocktem Zustand feststellen kann, setzt sich aus mehreren komponenten zusammen, vom Getriebe bis zum radseitigen Gelenk der Gelenkwelle. Es lohnt sich hier auch ein Blick auf die Manschetten.

Über sich ankündigende Elektronikdeffekte (IGBT) wollen wir jetzt mal noch nicht spekulieren...

Mit sonnigen Grüßen aus Karlsruhe,
Dirk
(Citroen AX Electrique)
 

Martin Heinrich

Aktives Mitglied
21.08.2008
1.836
Hallo Denis,

nach so (wie gewohnt) ausführlichen Infos von Dirk bleibt mir nur zu fragen ob Du schon mal das Motorgegenlager angesehen hast.
Das wär jedenfalls mal was wo schnell und (relativ) billig zu machen ist das war bei meinem AX auch schon drann.


Gruß Martin
 

mc-elli

Mitglied
07.04.2010
75
Hallo Denis,

die LS Motor-Getriebe-Kombination ist von Haus aus sehr Spiel behaftet. Wie Martin schon geschrieben hat könntest du sicherheitshalber das Motorgegenlager prüfen.
Ansonsten muss man leider damit leben, ich versuche immer die Lastwechsel so sanft wie möglich anzufahren und ein ständiges fahren an der Nulllinie zu vermeiden.

Gruß René
 

Denis Matt

Neues Mitglied
17.02.2016
3
Hallo Leute,
vielen Dank erst mal für eure Infos und Anregungen.

Ich hab auch mal ausgerechnet, dass ich pro Tag immer über 200 Lastwechsel habe (100 Stop and go), weil ich den Wagen für Lieferungen benutze. Ich dachte mir, dass ein E-Auto ideal wäre für solche Stop and Go Aktionen. Aber es geht ja jedesmal auf Getriebe und Motoraufhängung.

In der Tat ist es schade, dass die Segelstellung nur schlecht erreicht werden kann. Vielleicht liegt es am Dauerstrom, der auf den Stator geschickt wird. Der könnte einen magnetischen Widerstand erzeugen, wie die Rastung bei den neuen Permanentmagnetmotoren. Daher müsste immer ein kleiner Fahrstrom fliessen um ihn aufzuheben.

Ich erinnere mich, dass schon vor einem Jahr als er aufgebockt war, sich jeweils eines der Räder um ca 1cm ohne Widerstand drehen liess, während das andere in die Gegenrichtung ging. Das Spiel lag also offensichtlich zwischen Differentialgetriebe und Motor. Den Ruck beim Rekuperieren merkte ich auch schon damals auf der Probefahrt. Der Mechaniker zuckte nur mit den Schultern und die Kontrolle hat es nicht bemerkt.
Gaspedal gecheckt und Öl gewechselt hatte ich auch schon damals. Getriebedichtungen und Achsmanschetten hatte ich auch gewechselt. Trotzdem ist bis heute die Unterseite des Getriebekastens immer leicht ölig (keine Tropfen, nur ein Film). Leider ging damals beim Zusammenbau alles recht schnell und ich hatte auf Anraten meines Mechanikers normales Getriebeöl bis Unterkante Einfüllöffnung eingefüllt.
Über die art des Getriebeöls habe ich kürzlich hier im Blog was gelesen, das betraf aber den Renault Kangoo. Bevor ich da nun auf die Suche nach dem richtigen Öl gehe: Welches kann man nehmen und wie hoch füllt man ein ? Es hat ja kein Schauglas.

Ein genereller Check up steht bei mir sowieso demnächst an, da wird sich das eine oder andere überprüfen lassen. Es kann aber eine Weile dauern bis es vollbracht ist und ich hier berichten kann.
 

mc-elli

Mitglied
07.04.2010
75
Hallo Denis,

ein Auszug aus dem Service Handbuch:



allerdings für den Berlingo. Getriebe müsste bis auf die Untersetzung baugleich sein.

Gruß René
 

Admini

Mitglied
03.07.2010
92
Hallo,

das Saxo-Getriebe hat eine Untersetzung von 7,2:1 bzw. 0,1388, das ist also (annähernd) gleich übersetzt.

Allerdings hat der Berlingo im Getriebe eine Feststellbremse, der Saxo nicht.
Zudem ist das Berlingo-Getriebe etwa 5kg schwerer.

MfG. Admini
 

Denis Matt

Neues Mitglied
17.02.2016
3
Vielen Dank, René und Admini, diese Infos hatte ich bisher nicht. In meiner Ausgabe der KDS sind diese Angaben stark gekürzt.
 

Gerald Dufek

Neues Mitglied
15.08.2012
0
Hallo Denis,

hast du schon die Drehmomentstütze am Motor kontrolliert. Da sind 2 Gummidämpfer drin. Bei meinem Berlingo hat es die zerbröselt und dann hat der bei jedem Lastwechsel geruckelt. Das sind ganz normale Normteile. Nachdem ich die ausgetauscht habt geht er wieder seidenweich.

Liebe Grüße

Gerald
 

Denis Matt

Neues Mitglied
17.02.2016
3
Vielen Dank Gerald,
heute den Wagen vom Mechaniker zurückbekommen. Er hat mir bestätigt dass die beiden Gummibüchsen im Eimer sind. Das komplette Aluteil (NR 1806 66) sei aber nicht mehr lieferbar.
Hat mir jemand die Teilenummer oder Abmessungen von den Gummidämpfern ? Vielleicht auch die dazugehörigen Fahrzeugdaten, falls es von einem andern Automodell was gibt.
Wäre super, denn dann könnte ich sie grad in einem Arbeitsgang wechseln und muss nicht zweimal auf den Lift.
 

Gerald Dufek

Neues Mitglied
15.08.2012
0
Hallo Denis,

Im Berlingo sind 2 Stk Gummi-Metall-Buchse BU 12.30-28.34 NK60 eingebaut.
Der Link wurde entfernt (404).
Bohrung 12 mm, Außendurchmesser 30 mm, Buchsenbreite 28 mm, Innenhülsenbreite 34 mm.
http://www.stoeffl.at/katalog/pi/gummi-metall-buchsen.html

Austauschen der Drehmomentstütze geht ziemlich einfach, man muss sich nur unter den Wagen legen und die beiden Schrauben lösen. Ich habe die Metallhüllen der alten Buchsen in der Drehmomentstütze aber nur mehr auf der Drehbank herausdrehen können. Anders habe ich die nicht mehr heraus bekommen.

Falls du es nicht auseinander bekommst müsste man das Aluteil eventuell selbst herstellen. Wichtig ist eigentlich nur der Abstand der beiden Buchsen zueinander.

Liebe Grüße

Gerald
 

Denis Matt

Neues Mitglied
17.02.2016
3
Hallo Leute,
also die neuen Gummibuchsen sind drin und das Spiel weg ! Jedenfalls fast ganz weg. Ich hab mir natürlich inzwischen auch automatisch den "schonenden Lastwechsel" angewöhnt. Aber die Gummibuchsen sollten nun wieder eine Weile halten.
Ich habe, nicht wie später üblich zwei kleine, sondern eine kleine und eine grosse (D 40mm) Buchse, diese war nicht voll ausgegossen sondern hatte vier (?) Stege. Wahrscheinlich damit sie weicher federt. Das hätte man auch mit einer weicheren Gummimischung erreichen können.

Wegen dem Spiel welches man spürt wenn man beim aufgebockten Wagen die Räder bewegt: Das ist laut Mechaniker Nr. 2 völlig normal und auch ok so. Ich machte mir halt erstmal Sorgen: Wenn der Lastwechsel, und vorallem der langsame Lastwechsel, elektronisch offenbar nicht feiner machbar ist, könnte es ja sein dass das Getriebe darunter leidet. Denn etwas was schon Spiel hat, ist viel viel anfälliger auf Schläge, als etwas was kein Spiel hat.
Aber sonst kann man mit der Elektronik recht zufrieden sein was die Motorsteuerung betrifft.
 

joseluis7

Neues Mitglied
22.06.2025
1
Hallo Leute,
habe eine Anfrage wie es denn mit dem Getriebespiel aussehen sollte.
Mir ist aufgefallen, dass bei niedrigen Geschwindigkeiten (bis 30 km/h) immer beim Umschalten von Fahren auf Rekuperieren ein Ruck zu spüren ist. Er ist umso mehr zu spüren als man mit dem Pedal langsam über den Nullpunkt fährt. Leider kriegt man es nicht hin, ihn mit null Verbrauch rollen zu lassen.
Jemand der sich über den Wagen keine Gedanken macht, wird das nicht mal gross bemerken oder denken dass da etwas automatisch geschaltet wird. Aber ich habe schon den Eindruck, dass da jedesmal eine grosse Kraft abrupt aufgefangen werden muss. Ich habe Sorge dass alles viel schneller verschleisst, Verbindungen oder Lager ausschlagen als wenn es nur wenig Spiel hätte.
Man merkt es auch bei aufgebockter Vorderachse wenn man an einem Rad hin- und herdreht. Es fragt sich nun wieviel ist wenig und wieviel ist viel Spiel.
Habe den üblichen 12 kW Leroy-Somer Motor.






Das Thema „Spiel im Getriebe“ ist echt wichtig, besonders bei Elektroautos, wo Präzision und Laufruhe eine große Rolle spielen. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Technik ständig weiterentwickelt. Übrigens bin ich kürzlich auf https://mostbetnl.com/ gestoßen — nicht direkt mit Autos verbunden, aber eine Seite, die sich durch gute Übersicht und interessante Inhalte auszeichnet. Manchmal überrascht es mich, wie vielfältig solche Plattformen sind, und es lohnt sich, ab und zu mal über den Tellerrand zu schauen.
Danke für die Information!
 
Zuletzt bearbeitet:

davenport

Neues Mitglied
18.03.2026
1
Danke für die Information!










Ich sehe das Thema ähnlich – manchmal unterschätzt man wirklich, wie sehr passende Ausrüstung und gute Planung den Unterschied machen. Gerade wenn’s in die Berge oder auf längere Touren geht, kann ein paar Euro mehr für funktionelle Kleidung oder richtiges Schuhwerk am Ende echtes Komfort‑ und Sicherheitsplus bringen. Aber klar, jeder hat andere Prioritäten und Erfahrungswerte. Übrigens bin ich neulich beim Stöbern auf https://spinlanderonline.de/ über einen Beitrag gestolpert, der genau solche Ausrüstungs‑Entscheidungen fürs Trekking sehr praxisnah beleuchtet hat – fand ich echt nützlich für meine eigene Packliste!
Hallo Leute,
also die neuen Gummibuchsen sind drin und das Spiel weg ! Jedenfalls fast ganz weg. Ich hab mir natürlich inzwischen auch automatisch den "schonenden Lastwechsel" angewöhnt. Aber die Gummibuchsen sollten nun wieder eine Weile halten.
Ich habe, nicht wie später üblich zwei kleine, sondern eine kleine und eine grosse (D 40mm) Buchse, diese war nicht voll ausgegossen sondern hatte vier (?) Stege. Wahrscheinlich damit sie weicher federt. Das hätte man auch mit einer weicheren Gummimischung erreichen können.
 
Zuletzt bearbeitet:

betheaeric

Neues Mitglied
18.08.2026
1
Hallo Leute,
habe eine Anfrage wie es denn mit dem Getriebespiel aussehen sollte.
Mir ist aufgefallen, dass bei niedrigen Geschwindigkeiten (bis 30 km/h) immer beim Umschalten von Fahren auf Rekuperieren ein Ruck zu spüren ist. Er ist umso mehr zu spüren als man mit dem Pedal langsam über den Nullpunkt fährt. Leider kriegt man es nicht hin, ihn mit null Verbrauch rollen zu lassen.
Jemand der sich über den Wagen keine Gedanken macht, wird das nicht mal gross bemerken oder denken dass da etwas automatisch geschaltet wird. Aber ich habe schon den Eindruck, dass da jedesmal eine grosse Kraft abrupt aufgefangen werden muss. Ich habe Sorge dass alles viel schneller verschleisst, Verbindungen oder Lager ausschlagen als wenn es nur wenig Spiel hätte.




Mit Spiel im Antriebsstrang eines Elektroautos umzugehen, kann echt frustrierend sein, da der leise Elektromotor jedes mechanische Klicken hörbar macht. Eine frühe und klare Diagnose ist entscheidend, um langfristigen Verschleiß der Getriebe zu vermeiden. Es ist immer toll, so detaillierte technische Fehlersuche-Threads wie diesen zu sehen. Nebenbei bemerkt: Wenn ich mir eine Pause von der Automechanik gönne, schätze ich gut regulierte Plattformen wie sichereonlinecasino für sichere Online-Entspannung. Ich hoffe, du bekommst das Problem mit der Getriebetoleranz bald gelöst!
Ich habe, nicht wie später üblich zwei kleine, sondern eine kleine und eine grosse (D 40mm) Buchse, diese war nicht voll ausgegossen sondern hatte vier (?) Stege. Wahrscheinlich damit sie weicher federt. Das hätte man auch mit einer weicheren Gummimischung erreichen können.
 
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