Serieller Allzweck-Hybrid

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
683
Öfter habe ich schon die Idee von rein seriellen Hybriden angepriesen. Vor allem, weil dann alle alle Komponenten für sich problemlos optimiert werden können: die Batterie, die in die Nähe der Eigenschaften eines Kondensators rückt, billiger und leichter als eine Batterie, der elektrische Antriebsmotor mit voller Rekuperationsfähigkeit und das verbrauchsoptimierte Verbrenneraggregat, das eigentlich völlig getrennt vom übrigen Antriebssystem als Modul ausgeführt werden könnte.
Könnte, denn es wird beim neuen e-power als untrennbares Kompaktmodul gebaut.
Es ist damit ein reines Verbrennerfahrzeug, was bei modulweiser Bauweise nicht erforderlich wäre: man könnte sonst jederzeit auf voll elektrischen Betrieb umrüsten.
In der Hoffnung, den Mitsubishi Outlander rein seriell zu betreiben, erlitt ich schon eine tiefe Enttäuschung: katastrophaler Verbrauch, sonst schönes Fahrzeug. Ich testete es eingehend.
Also , die Marktlücke bleibt: Batterie und Verbrenneraggregat müssten herausnehmbar sein, auch so, dass man Verbrenner und Batterie nur zur längeren Urlaubsfahrt selbst austauscht: bisher gibts das noch nicht.
Verbrenneragregat im Anhänger, das wäre doch eine einfache Lösung!
Vielleicht zündet meine Vorstellung ja doch eines Tages?
Ein vollelektrisches, mäßig motorisiertes Fahrzeug, das einen Anhänger ziehen darf, würde schon allen Ansprüchen gerecht werden können. Ich würde dann mit mehreren Bekannten den Reiseanhänger mit Verbrenneraggregat und Zusatzbatterie und evtl. Sonnenpaneelen gemeinsam betreiben. Allerdings muss die Urlaubsplanung dann ebenfalls seriell erfolgen.
Dabei denke ich auch an die weitere Verwendung des herausnehmbaren Aggregats, auch für einen Schiffsantrieb, zur Notversorgung der Waldmühle und des Ferienhauses...
Anhängerkupplungen sind bereits genormt, das müsste auch bei den übrigen Kopmponenten erfolgen.
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
Da fahre ich lieber an eine Turbolade-Station, als dass ich mir einen lärmenden Stinker auf den Anhänger schraube.
Wenn der ins Fahrzeug selber eingebaut werden sollte, kämen noch alle Wartungsarbeiten dazu, die anfallen um die regelmäßige AU zu bestehen.
Dann lieber ein "Range-Extender-Akkupack" im Anhänger oder noch besser den Anhänger so ausgeführt, dass die Auflaufbremse in beide Richtungen funktioniert - also bei Zug an der Kupplung hilft ein E-Motor im Anhänger mit und übernimmt einen Teil der sonst zusätzlich nötigen Antriebsleistung. Leider ist das aber bei der momentanen Gesetzeslage nicht erlaubt.
 

Werni

Aktives Mitglied
19.02.2019
1.513
Heidenrod
Moin,

das mit dem 'Reichweiten-Extender-Anhänger' gibt es schon:


Nebenwirkung: Macht man den Anhänger noch etwas größer, ist auch bei nem kleinerem Auto das Urlaubbsgepäck kein Problem mehr.

Einen Verbrennergenerator oder was auch immer würde ich immer nur als letzte Lösung sehen, wenn man 'janz weit draussen' auf Funktion angewiesen ist oder eine sehr lange unabhängige Standzeit braucht, z.B. bei Feuerwehrfahrzeugen, die auch als große Pumpe herhalten müssen: Das schafft man aus einem Akku nicht, und ein Kanister Diesel transportiert sich nunmal sehr einfach.

Beim Verbrenner kommt man halt nie auf den Wirkungsgrad wegen der ungenutzten Abwärme.

Gruß,

Werner
 
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Kamikaze

Aktives Mitglied
z.B. bei Feuerwehrfahrzeugen, die auch als große Pumpe herhalten müssen: Das schafft man aus einem Akku nicht, und ein Kanister Diesel transportiert sich nunmal sehr einfach.
Aktuell ist das korrekt.
Insbesondere Katastrophenschutzfahrzeuge werden denke ich auch mit zu den letzten gehören, wo noch neue Verbrenneraggregate eingabaut werden.
ABER: "normale" Feuerwehrautos könnten durchaus elektrisch betrieben werden.
Wenn das mit großen Baumaschinen geht - warum denn nicht mit Feuerwehrautos?
In Katastrophengebieten können schon jetzt die großen Notstrom-Diesel von den Energieversorgern requiriert werden. Die haben teilw. bis zu 1MW el. output. Da könnte man ganz problemlos mehrere Pumpfahrzeuge anstöpseln.
Bei normalen Feuerwehreinsätzen ist idR. ein Trafohäuschen oder ein Stromverteilerkasten in der Nähe der Hydranten - insb. in Städten. Gäbe es hier eine genormte "Schnittstelle" (Feuerwehr-Typ3 oder so), könnte man auch dort "anstöpseln".
Auch führen die meisten Feuerwehrfahrzeuge Stromerzeuger mit. Diese könnten die Fahrzeugakkus bei Bedarf ebenfalls stützen.
Eine Alternative wäre hier noch die Verwendung modularer Pumpen (auch diese werden hier wieder vermehrt genutzt), da diese unabhängig vom restlichen Fahrzeug genutzt werden können. Diese sind dann idR. mit einem eigenen Verbrennermotor ausgestattet, der unabhängig vom Antriebsmotor ist.

Also: Im derzeitigen Status Quo ist deine Aussage durchaus korrekt, aber es ist kein "göttliches Gesetz", das man nicht hinterfragen darf. :)
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.720
Wie müssen mittelfristig weg von Treibstoffen. Range-Extender mit Verbrennungsmotor sind da kontraproduktiv.

Mit dem Akkutauschsystem von Nio ist doch Reichweite kein wirkliches Problem mehr.

Die erste Station wird bereit in Zusmarshausen gebaut.

Wie Björn Nyland mit Nio ES8 1000 km challenge with battery swap zeigt, erreicht man damit Reisezeiten wie beim Verbrenner.

Man kann dann zwischen verschiedenen Akkus wählen. Lokal fährt man den kleinsten und günstigsten und wenn man Fernstrecke fährt oder einen schweren Anhänger zieht, nimmt man den 150 kWh Akku.

Der Range-Extender hätte schon vor mehr als 10 Jahren kommen müssen. So wurde er von der technischen Entwicklung überholt, genauso wie Micro-BHKWs.

Wenn Nio es schafft innerhalb der nächsten paar Jahre das Netz an Tauschstationen hier in Europa signifikannt auszubauen, könnte zukünftig auch ein Nio ES7 unseren Wohnanhänger ziehen. :cool:

Ergänzung:
Sorry, hatte das falsche Video verlinkt.
 
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Werni

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19.02.2019
1.513
Heidenrod
Nur mal als Denkanstoß:

Eine alte Tragkraftspritze hatte einen 36PS VW-Industriemotor. Der wird mit dem Transport von 800l Wasser pro Minute bei 8 Bar auch ausgenutzt. Stellen wir hier also mal so 25 kw Leistung an.

Die größeren Feuerwehrfahrzeuge bewegen heute (Nennwerte) mit ihrer Pumpe 2000l bei 10 Bar. Auch wenn die Pumpenentwicklung weitergegangen ist, denke ich werden da schon 50 kW gebraucht.

Ein Einsatz von 10 Stunden kommt auch mal vor. Und ne 22 kW Ladesäule reicht da halt nicht... Zudem willst du an einer Einsatzstelle, wo mit viel Wasser gearbeitet wird, nicht unbedingt noch Starkstromleitungen rumliegen haben.

Den zusätzlichen logistischen Aufwand musste auch erstmal stemmen - WENN Wasser über längere Wegstrecken transportiert werden muss, ist das schon eine Herausforderung, da willste dich nicht noch um die Stromversorgung der Verstärkerpumpen an der Förderstrecke kümmern müssen...

Gruß,

Werner
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
Eine alte Tragkraftspritze hatte einen 36PS VW-Industriemotor. Der wird mit dem Transport von 800l Wasser pro Minute bei 8 Bar auch ausgenutzt. Stellen wir hier also mal so 25 kw Leistung an.
Unsere Tragkraftspritze (Baujahr 2015) hat eine Motorleistung von 80kW und pumpt 2000l/min bei 10 bar.
Das Teil wiegt etwa 120kg und kann von vier Leuten getragen werden.
Die größeren Feuerwehrfahrzeuge bewegen heute (Nennwerte) mit ihrer Pumpe 2000l bei 10 Bar. Auch wenn die Pumpenentwicklung weitergegangen ist, denke ich werden da schon 50 kW gebraucht.
Unsere Fahrzeugpumpe leistet theoretisch 4000l/min bei 10 bar. wirklich genutzt haben wir bisher davon max. 2000l/min bei 8 bar (wie auch bei der Tragkraftspritze). Von einem Testbetrieb kurz nach der Beschaffung mal abgesehen...
Ein Einsatz von 10 Stunden kommt auch mal vor. Und ne 22 kW Ladesäule reicht da halt nicht... Zudem willst du an einer Einsatzstelle, wo mit viel Wasser gearbeitet wird, nicht unbedingt noch Starkstromleitungen rumliegen haben.
Hattest du schon mal Probleme mit dem Laden im Regen?
Ich nicht... :unsure:
Den zusätzlichen logistischen Aufwand musste auch erstmal stemmen - WENN Wasser über längere Wegstrecken transportiert werden muss, ist das schon eine Herausforderung, da willste dich nicht noch um die Stromversorgung der Verstärkerpumpen an der Förderstrecke kümmern müssen...
Diesel und Benzin muss auch verteilt werden. Wenn man schon Schläuche verlegt - warum nicht gleich zusätzlich ein Kabel nebendran?
Ein Stromkabel muss nur einmal verlegt werden - die Treibstoffbefüllung kann dann an einem für die Logistik günstigen Punkt erfolgen und ggf. durch das Stromnetz unterstützt werden.

Ist aktuell nicht wirklich spruchreif, aber "geht nicht" stimmt einfach nicht. :)
 

Werni

Aktives Mitglied
19.02.2019
1.513
Heidenrod
Ich sehe, ich bin bei Tragkraftspritzen nicht aufm aktuellen Stand. Ne 2000/10 kannte ich noch nicht. Aber leg doch mal das Kabel dafür an ner langen Wegstrecke.

Für 80 kW brauchste bei Drehstrom 121A - pro Phase. Es ist nicht wie bei den Schläuchen, wo das Wasser erst nach dem verlegen reinkommt. Kupferkabel für soviel Strom wiegt, es sei denn du willt ein Drittel der Spannung aufm Weg verlieren (so könnte man aber das Problem der Vereisung im Winter lösen ;-) ).

Beim Fahrzeug haste das gleiche Problem... Zudem muss das ganze Kupfer erstmal an den Einsatzort verbracht werden. Bis 32A Drehstrom, also 22kW ist das irgendwie noch handelbar, danach? Einzigster Ausweg wären höhrer Spannungen, mit dem dann noch schwerer abzubildenden Berührungsschutz in einer Umgebung, wo man mit Strahlwasser rechnen muss. Elektroauto aufladen ist kein Vergleich, da wird erst nach erfolgtem Einstecken und hergestellter Kommunikation scharfgeschaltet - im Einsatzszenario wirst du irgendwo Verteiler brauchen, hast also nicht so einfach zu handelnde Punkt-zu-Punkt Verbindungen.

Gruß,

Werner
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
Elektroauto aufladen ist kein Vergleich, da wird erst nach erfolgtem Einstecken und hergestellter Kommunikation scharfgeschaltet - im Einsatzszenario wirst du irgendwo Verteiler brauchen, hast also nicht so einfach zu handelnde Punkt-zu-Punkt Verbindungen.
Warum sollte eine Datenverbindung und einschalten nach Prüfungsroutine nicht möglich sein?
Heute noch viel zu teuer und mangels Steckernorm auch nicht wirklich für den Einsatz geeignet, aber grundsätzlich sicher nicht unmöglich.
Ich könnte mir da bis 10.000V ganz gut vorstellen um die Menge an Metall auf ein erträgliches Maß zu bekommen. Das entspräche auch weiten Teilen des Mittelspannungsnetzes - so dass man auch auf dieses aufschalten bzw. davon zapfen könnte ohne große Umwege.
Aber ist aktuell ohnehin alles ferne Zukunftsmusik. Vorerst Dieseln die roten Autos erst mal weiter.
Mir jedenfalls wäre Strom wesentlich lieber als z.B. Wasserstoff als Treibstoff...
 

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.850
91365 Reifenberg
Aber ist aktuell ohnehin alles ferne Zukunftsmusik. Vorerst Dieseln die roten Autos erst mal weiter.
Mir jedenfalls wäre Strom wesentlich lieber als z.B. Wasserstoff als Treibstoff...
Nicht ganz Zukunftsmusik. Etwas ist schon Gegenwart.
Die ersten grossen Feuerwehrfahrzeuge für Flughäfen sind vorgestellt mit Elektroantrieb. Hingewiesen wird auf den Hauptvorteil: sie sind schneller am Einsatzort - durch die bessere Beschleunigung des Elektroantriebs. Bei Flughafeneinsätzen scheint es wirklich auf Sekunden anzukommen.
Ich glaube Rosenbauer oder so ähnlich heißt die Firma, die sowas macht.

Gruss, Roland
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
683
One Zweifel brennen wasserstoffbetriebene Feuerwehrpumpen besser und vor allem rückstandsfrei.
Mit einer einzigen solchen Feuerwehrpumpe hätte man drei Fukushimareaktoren nach dem tsunamibedingten Ausfall der Stromversorgung kühlen können. Nichts wäre passiert.10 bar Druck, das reicht für 80 Meter Höhe... Zur Kühlung hätten 20 Liter Meerwasser pro Sekunde und pro Reaktor ausgereicht.
Leider sperrte Premier Naoto Kan alle Löschfahrzeuge aus. Sie waren in der Betriebsanleitung für Tsunamis nicht vorgesehen und störten nur.
Für Notfälle halte ich Verbrennermotoren für zuverlässiger.
Kernenergieanlagenbetreiber bei uns arbeiten damit. In Japan arbeitete die Notkühlung batteriebetrieben. Nur scheinbar umweltfreundlich. Glücklicherweise verhinderte ein einziger betriebsbereiter Notstromdiesel noch Schlimmeres.
 
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Werni

Aktives Mitglied
19.02.2019
1.513
Heidenrod
Nicht ganz Zukunftsmusik. Etwas ist schon Gegenwart.
Die ersten grossen Feuerwehrfahrzeuge für Flughäfen sind vorgestellt mit Elektroantrieb. Hingewiesen wird auf den Hauptvorteil: sie sind schneller am Einsatzort - durch die bessere Beschleunigung des Elektroantriebs. Bei Flughafeneinsätzen scheint es wirklich auf Sekunden anzukommen.
Ich glaube Rosenbauer oder so ähnlich heißt die Firma, die sowas macht.

Gruss, Roland

Nun, das Rosenbauer-Fahrzeug hat laut Bericht einen Range-Extender verbaut. Weil, lange Pumpzeiten und so...

Tatsächlich ist aufm Flughafen Zeit kritisch: Wenn sich ein Brand bis zu den Treibstofftanks durchgearbeitet hat, ist das dann ganz schnell für die Passagiere zu Ende. Die großen Panther liegen bei knapp 40 Tonnen Gesamtgewicht und bewegen sich im Bereich von 120-140 km/h. Das sind schon sehr große kinetische Kräfte...
Der Plan A ist da nicht, das Flugzeug zu retten, sondern die Treibstofftanks so lange kühl zu halten, bis die Passagiere herausgeholt werden konnten.

Gruß,

Werner
 
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saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
683
Das klingt absolut überzeugend, sofort betriebsbereit und Allradantrieb ist bei Elektroantrieb kein Thema.
 

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