Schnauze voll ey!

04.09.2007
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#1
Hallo Leute,

ich ärgere mich hier mal wieder ein wenig. Da hat doch neulich die Firma Volkswagen einen Prototypen eines Ein-Liter-Autos vorgestellt. Klingt eigentlich ganz gut, bis auf den Preis: 20000 Euro für einen Zweisitzer! Mal eben ein bisschen rechnen: Der Smart verbraucht je 100km etwa vier Liter mehr, also bei 150000km geschätzter Lebensdauer ca. 6000 Liter/Euro. Der Smart kostet etwa 8500 Euro plus die 6000 Spritersparnis heißt: Die Einliterkiste darf maximal 14500 Euro kosten sonst ist sie unökonomisch und wird höchstens von ein paar „Spinnern“ wie uns gekauft. Die Automobilindustrie kramt doch alle Nase lang solche Konzepte aus ihren gut gefüllten Schubladen nur um dann zu sagen: „Ja, wir tun ja was für die Umwelt, aber es kauft ja keiner!“. Sinnvolle Konzepte wie der Twingo-Smile (Greenpeace) oder der Loremo L22 werden blockiert und alles geht seinen gewohnten Gang. Man rechnet aus, wie viel ein Kunde der Kategorie XY für ein Auto auszugeben gewillt ist, pumpt diese Geldmenge über Leasing/Ratenkauf etc. noch mal künstlich auf und konstruiert dann gerade soviel Auto drum herum, dass man mit den anderen Herstellern noch konkurrieren kann. Anschließend müssen dann irgendwelche Marketing-Spezialisten ran um bei uns die Nachfrage anzukurbeln. Da werden dann wieder Allmachts-Phantasien geweckt die schlimmstenfalls in spektakulären Unfällen mit Todesfolge enden. Von Staus und Parkplatz-Rambos, Smog und Unterhaltskosten hört und liest man in der Werbung herzlichst wenig. Was maßen sich diese arroganten Manager eigentlich an, das sie darüber entscheiden, wie unsere Autos auszusehen haben! Ich bin doch der Kunde. Wenn ich entscheide, ein einsitziges ökologisch und ökonomisch sinnvoll konstruiertes Auto fahren zu wollen, dann meine ich, dass ich auch das Recht dazu habe, dass mir so was angeboten wird. Wenn erst mal ein Automobilhersteller auf den Trichter kommt, dass man die schöne neue Computer- und Robotertechnik auch dazu nutzen kann, individuelle Kundenwünsche zu erfüllen und Fahrzeuge nach Maß ohne übertriebene Kosten anfertigen kann, wäre schon viel erreicht. Dann werden sich immer mehr Leute sagen: „Nicht immer nur Standart“ und die anderen Hersteller werden nachziehen müssen. Angeblich sind wir ja eine Demokratie hier. Das heißt, wir (das Volk) bestimmen gemeinsam, wie unsere Welt aussieht. Wir, und nicht irgendwelche Schnösel mit Geld und Macht! Es wird Zeit, dass sich das Angebot nach der Nachfrage richtet und nicht umgekehrt. Ich bin’s leid, mir Mobilität, Wohnverhalten, Arbeitszeiten und nun auch noch meinen Musikgeschmack von irgendwelchen geldgierigen Idioten aufnötigen zu lassen. Ich werde von nun an meine eigenen Entscheidungen treffen und genau da anfangen, wo individuelle Produktion bereits die Regel ist: Beim Hausbau! Tele-Arbeitsplatz, Selbstbau-Elektromobile und der ganze Rest folgen dann bei Gelegenheit. Meine schrägen Hausbau-Ideen (Passiv-Bonsai-Fertighaus) werde ich zu gegebener Zeit mal unter „Off-Topic“ veröffentlichen.

Bis dann
SternFuchs
 

hcqniost

Mitglied
12.08.2013
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#2
du sprichst mir aus der seele!ich bin ein individuum,und fühle mich öfters wie ein huhn in der massentierhaltung...

gruss,Carlo

p.s.:was hat man denn für möglichkeiten heutzutage "auszusteigen"??
 
19.08.2013
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#3
Hallo Natascha,

Passivhaus mit Bonsai??? Wie geht das. Ich baue auch gerade ein Passivhaus aber aus Kalksandstein ;-)
Ansonsten gebe ich Dir wohl recht das man halt für sich zusehen kann etwas zu bewegen und wenn immer mehr so denken dann klappts halt irgendwann. Daher bewerbe ich die Tour de Ruhr mit Ihren Solarmobilen eigentlich immer ungern. Bei mir ist das Solarmobil einfach Alltag und ich benutze es täglich.
Wie ich auch meinen Strom mit einer WKA und den Solaranlagen auf dem Dach selber mache. Ich versuche das zwar kund zu tun, aber versuche dabei das ganze nicht als besondere Leistung darzustellen, sondern als etwas selbstverständliches! Fragt mal meine Kinder, die erklären jedem der es wissen will oder nicht wo unser Strom herkommt! Die lachen immer wenn Sie einen Kühlturm sehen und sagen kuck mal Papa da arbeiten wieder Menschen die keine Windkraftanlagen / Solaranlagen kennen...... (Wirklich, das war der Wortlaut meines Sohnes als wir auf dem E-Mobil-Cup 2002 durch Gelsenkirchen fuhren)
Man muß es einfach leben. Viele meiner Arbeitskollegen geben mir zwar grundsätzlich recht mit meinem Energiespartick, (ich mache denen immer das Licht auf dem Flur und im Klo aus ;-) ) aber so richtig durchringen selbst etwas zu tun wollen Sie auch nicht! Leider!
So weitere Disskussionen wären in diesem Forum aber falsch am Platze, hier geht es schließlich um E-Mobile!

Gruß
Bernd
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
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www.elweb.info
#4
Hallo Bernd,
ich möchte Nataschas interessante Diskussion hier eigentlich nicht abwürgen, auch wenn über diesem Forum Elektrofahrzeuge steht.

Daß das mit dem Passivhaus geht, sehe ich jeden Tag an unserem gut durch Erdwärme gekühltem und geheiztem Bürogebäude ... voraussichtlicher Verbrauch 13kWh elektrisch pro m²/a. Ich muß das Gebäude immer wieder loben...

Zum 1 Liter Auto.. das sah sehr nach einem Werk der Lehrlingsabteilung aus, ziemlich windig...

Grüße
Ralf
 
04.09.2007
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#5
Hallo Bernd,

das "Bonsai" bezieht sich natürlich auf die Größe des Hauses (ca. 36qm) und nicht auf den Baustoff ;-) Ralf hat auch recht: Die Diskussion über Passivhäuser gehört nicht hierher. Ich werde sie zu gegebener Zeit unter "Off Topic" nochmals anregen.

Bis dann
SternFuchs
 
S

Stefan S.

Guest
#6
Hallo Allerseits!
Nun ja, was individuelle Ansprüche und auf Kundenwunsch gefertigte Fahrzeuge angeht: Wie soll denn dann bloss das Ersatzteil-Problem gelöst werden? Wenn jeder eine andere Tür hat, und es 20 verschiedene Scheinwerfer gäbe, dann wäre Die Lagerhaltung nicht zu bezahlen. Ersatzteile sind für den Endkunden eh schon teuer genug.
Selbstbau-E-Mobil fände ich auch klasse, bloss wenn ich an die weniger begabten, aber nicht minder trotzdem begeisterten Schrauber überall denke....Und der TÜV schlägt auch Saltos bei dem Gedanken....

Eines steht fest: Was wir zu haben wollen, bestimmt die Werbung. Das Auto ist ein Imageobjekt, und Klein(st)wägen werden nunmal belächelt. Und wenn man dann neidvoll im Parkhaus sieht, dass die kleinen Flitzer auch mal in eine Nische passen, schimpft der Grosswagenfahrer, wieso da kein Pfosten montiert ist.

Die BigMacs haben kein Parkplatzproblem. Sie haben reservierte Parkplätze im Schatten.

Gruß,
Stefan S.
 
04.09.2007
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#7
Hallo Stefan,

das angedeutete Ersatzteil-Problem lässt sich glaube ich recht einfach lösen: Durch Standart-Komponenten (statt teurer Neuentwicklungen) und Minimierung der Einzelteile (Aus wievielen Teilen besteht nochmal der SAM? Sind jedenfalls so um den Faktor 10 weniger als beim Smart). Und was die Selbst-Schrauber anbelangt: Einfach gehaltene Technik und gute Dokumentation sollten reichen. Schließlich braucht man keinen IQ von 150 um Autoschlosser zu werden ;-) . Das ganze Thema ist beim Normal-Mobil ohnehin eher ein Marketing-Trick. Teure Ersatzteile als "Sollbruchstellen" die zehn Jahre nach der Markteinführung schon kaum noch zu bekommen sind, damit sich auch ja jeder ein neues Auto kaufen muss und (unnötigerweise) so komplizierte Technik, dass für jede kleine Reparatur eine Werkstatt benötigt wird (man bedenke nur mal diese "Wartungsintervall-Warnleuchten-Rücksteller" bei BMW) sollen halt den Umsatz bei allen Tochterfirmen ordentlich ankurbeln. Eine kleine Firma wie City-com, wo man nicht genau weiß, ob man in zehn Jahren noch existiert, die machen so einen Schwachsinn nicht! Und wir Kleinstwagen-Fahrer werden auch nicht mehr lange belächelt. Der Smart hat dafür gesorgt, das die breite Masse in Deutschland endlich wieder ein kleines Auto akzeptiert. Und wenn den Dicke-Daimler-Piloten irgendwann mal das Geld ausgeht werden sie auch umdenken müssen!

Bis dann
SternFuchs
 
S

Stefan S.

Guest
#8
Hallo Natascha,
bedenke, dass es (nicht wenige) Leute gibt, die es nicht schaffen, ein IKEA-Regal zusammenzuschrauben. Und das muss ihnen nichtmal bei einem Unfall das Leben retten können.
Ich meine, in der 50ern oder 60ern des vergangenen Jahrhunderts gab es mal Automobile als Bausätze zu kaufen.
Doch das hat sich wieder verloren. Gut möglich, dass man das wegen schlechter Erfahrungen wieder fallen lies.
Und um bei dem IKEA-Beispiel zu bleiben:
Schau Dir mal an, wie lang die Schlage am Ersatzteil-Tresen ist ("Bei meinem INGO fehlt ne Schraube...")
Und wenn das Auto dann "nur" 2500 Teile hat (sind da alle Kabelclipse und U_Scheiben mitgezählt?), dann gute Nacht!

Gruß, Stefan
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
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#9
Hallo Stefan,
es gibt auch heute noch Selbstbau Autos, das funktioniert denke ich ganz gut. Es sind oft Replika mit Standardteilen und Kunststoffkarosserie. So ein Fahrzeug wäre denkbar für den Umbau. Ich würde mir allerdings lieber ein Fantasiefahrzeug umbauen statt ein Porsche 356 Replika mit E-Motor (völlig stiellos) zu fahren.

regnerische Grüße
Ralf
 
#10
Hallo Ralf,

Eis am Stiel mit Stil essen, Autos stiellos oder doch lieber mit Stil fahren? Na ja, ich war vor einiger Zeit mit Martin Möscheid (TWIKE Rosenthal) in England auf einer Kit-Car show. Er war besonders vom sehr sauberen Porsche Nachbau begeistert. Der hatte Stil !!
Ich war mehr hinter den sehr leichten Fischer Fury oder Fischer Elegance her (oder SILVA elegance). Alles im Netz zu finden, ich reise jetzt nur noch "virtuell", die hohen Diesel-Preise in England schrecken ab (rund 2,60 DM damals pro Liter).

Um es kurz zu sagen: die englische Kit Car Szene lebt von sogenannten Donor-cars, sehr häufig ist das der Ford Cortina (heißt bei uns wohl Escort). Da kommen dann sehr viele mechanische Komponenten her, also z.B. Bremsen, Räder, Radaufhängungen und noch viel mehr. Die Kit Car Firmen, oft nur ein bis zwei Leute, selten mehr als 10 Mitarbeiter, liefern nur die Rahmen (sehr oft Rohrrahmen), die Kunststoffkarossen und die Pläne. Raus kommen dabei superleichte Sportwagen mit Gewichten um 500 bis 600 kg, und das schon mit dem Benzinmotor. Ich bekomme übrigens noch immer ab und zu über Verwandte die Zeitschrift "Which Kit" aus England.

Ich wolle sowas damals umbauen auf E-Antrieb, der Hersteller des Silva-Elegance (den ich deshalb aufgesucht hatte) war begeistert. Ich schiebe das Projekt noch immer vor mir her, einfach, weil ich einen solchen Wagen nicht wirklich brauche. Andere in der Szene haben den Gedanken aufgegriffen, vielleicht baut ja jemand so ein Ding! Der deutschte Importeur sitzt in Düsseldorf.
Übrigens: ich kenne mindestens drei Lotus-Elan Umbauen, und dann noch den ähnlich GUN von Stefan Rittler/Martin Kyburz, gezeigt und gefahren auf einer der Tour de Ruhr Veranstaltungen.

Was ich damit sagen will: Selbstbauer ran. Antriebe gibts genug (siehe z.B. in der An- und Verkaufs-Datenbank, z.Z empfehle ich, einen der Renault Clios oder Express günstig zu kaufen und auszuschlachten. Bei den Express sind sogar Akkus dabei..).
Es würde die Szene sehr bereichern, wenn mal wieder solche Umbauten auftauchen. Und u.U. könnte man eine kleine Firma draus machen.

Gruss, Roland Reichel, bsm
 
L

Lutz Windus

Guest
#11
Hallo,

bei unseren Nachbarn auf der Insel gibt es heutzutage eine Reihe von Firmen, die interessante Autobausätze herausbringen. Da gibt es viele Repliken, Messerschmitt-Kabinenrollernachbauten, etc.

"Selbstbau" klingt für unsere Ohren üblicherweise nach "kostengünstiger", leider ist das nicht der Fall. Die Kit-Cars aus UK sind im Gegenteil oft ziemlich teuer, da sie in Kleinserie und Handarbeit gefertigt werden (müssen).

Außerdem sind es keine "PnP"-Lösungen, die man rasch zusammengebaut hat, weil von den Firmen nur wenige Komponenten als Standard ausgeliefert werden. Ganz elementare Dinge, wie der eigentliche Antrieb (Motor, Getriebe), Bremsen, einfache Extras, wie Scheibenwischermotoren usw. sind bereits nicht im Grundset enthalten, und man muß sich selbst auf die Suche nach geeigneten Spenderfahrzeugen zum Ausschlachten machen (immerhin kann man bei den Firmen auch direkt bestellen, man erhält dann Komponenten, die sich als geeignet erwiesen haben).

Mit anderen Worten, bestellt man sich ein "Rundum-sorglos-Paket", um ein halbwegs mit Serienfahrzeugen vergleichbares Fahrzeug zu bauen, so hat das seinen Preis. Und dann ist es noch nicht einmal ein Elektro-Auto, sondern ein ganz normaler "Stinker".

Den KIT-Firmen geht es weniger darum, kostengünstige Alternativen zu Serienfahrzeugen anzubieten, als vielmehr um die Individualität und das Wissen, ein einzigartiges Auto zu fahren, das sonst keiner hat, verbunden mit einem großen Spaß-Faktor.

Bei uns gibt es dann noch das Problem mit der Zulassung für die öffentlichen Straßen (man bedenke, jedes Fahrzeug wäre individuell und müßte eine eigene Zulassung erhalten). In UK hat man diese Sorgen weniger, dort kann man zum Beispiel im Zubehörmarkt eine komplette Lichtleiste für Anhänger erstehen, baut sie an seinen Selbstbau-Anhänger an, und fertig.

Damit Kit-Fahrzeuge auch bei uns mehr Liebhaber finden, müßte man wirklich bis zur letzten Schraube alles geliefert bekommen, das Fahrzeug müßte zugelassen sein, und es dürften nicht zuviele Variationen möglich sein (wegen der Übersichtlichkeit *g*). Der Bau müßte ohne Schweißen und ähnliche Spezialwerkzeuge möglich sein. Und natürlich müßte man es am günstigen Preis (vor und nach dem Bauen...) merken, daß man selbst Hand mitangelegt hat.

Viele Grüße,
Lutz.
 

Willi Schmidt

Neues Mitglied
09.10.2006
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#12
Der 1l.VW wurd als Ziel von dem Scheidenden Vorstand angesagt.
Zwangsweise mußte so ein Ding nun von der Lehrlingswerkstatt zusammengebaut werden. Der Vorstand hat es auch gefahren. Aber er hat nicht gesagt, daß es zu
kaufen ist. Das sind Alibi Maßnahmen . Damit beruhigt man das Volk.
Ich las mich von sowas nicht beeinflussen. Ich handle selbst. Und das rate ich auch
allen andern.
" Es gib nichts gutes, außer mann tut es"
Packen wirs weiter an.

Willi