Schnapsidee 5-Phasen-Motor?


schachtelhalm

Mitglied
13.11.2012
286
Prost Neujahr oder willkommen im Jahr des Schweins. Vielleicht wird es das Jahr in welchem wir ein ganzes Jahr lang die Sau durchs Dorf treiben dürfen.

Drei Phasen sind besser als eine, will uns der Fachmann weiss machen - dann sollten doch fünf noch viel besser sein. Fünf Adern reichen, statt Erde und Null übertragen wir einfach zwei Phasen mehr, auf dem selben Kabel (versuchweise, damit die Starkstromelektriker sich vom Herzkasper erholen).

Beim Dreiphasendrehstrom gibt es nur die Reihenfolge 1-2-3, aber beim Fünfphasendrehstrom geht 1-2-3-4-5 oder 1-3-5-2-4 und damit dreht der Motor doppelt so schnell. Statt einem mechanischen Schaltgetriebe bekommen wir ein elektrisches und können übergangslos Drehzahl oder Drehmoment gegeneinander eintauschen.

Wenn ein Draht durchbrennt, dann steht der Dreiphasenmotor. Der Fünfphasenmotor verliert nur ein fünftel seiner Kraft und rumpelt ohne Abschleppwagen zur Werkstatt.

Liebe Grüsse und ein gesundes neues Jahr wünschen
Peter und Karin
 
Keine Ahnung, was Du damit erreichen willst.
Hier ist es mal erklärt. Ein Fünf-Phasen Motor, allerdings ein Schrittmotor. Da wird sowas gemacht.

Habe früher mal von sogenannten Magnetmotoren gehört (die Firma hieß auch so), die viele Phasen hatten. Um den Verdrahtungsverhau einigermaßen erträglich zu machen, wurde die ganze Elektronik in den Motor mit eingebaut. Wurde im Jargon als "Transistorgrab" bezeichnet.

Gruss, Roland
Sau durchs Dorf treiben? Nö, mich treibt es gelegentlich zu den Stromtankstellen nach Ebermannstadt. Da ist die Schweinerei schon im Namen, und vor dem Rathaus steht ein schöner Eber aus Bronze. Ob jetzt deshalb in diesem Jahr vermehrt hier Touristen aus China kommen?
 
Keineswegs will man 5 Leitungen in der Landschaft verlegen. Beim "geschalteten Gleichstrommotor" genügen zwei, wie bei jedem Gleichstrommotor. Schau Dir die Lamellen von Gleichstrommotoren mit Kupfer-Kommutator an: wenn ich mich nicht irre, arbeitet mein Saxo-Motor mit 36 Lamellen, damit auch 36 Phasen.
Der 5-Phasenmotor ist schon mal der Weg in die richtige Richtung, hin zur Gleichstromversorgung.
Die Direktfet-Transistortechnik ist ideal für die Integration in diesen Motoren. Das spart enorm an Kabeln, Platz und elektrischen Verlusten. Reluktanz- geschaltete Gleichstrom- und Schrittmotoren sind in der Regel solche Vielphasenmotoren. Eigentlich die simpelsten Motoren überhaupt.

Im einfachsten Fall eine Spule und ein Stück Eisen

Vorbei dieser wahnsinnige Kampf für lupenreinen Sinus und gegen Oberwellen: Integriert in das Motorgehäuse dringt keine Störung mehr nach außen.Voluminöse Controllerbox mit Wasserkühlung - was ist das?
Der TÜV mit seiner überteuerten EMV-Prüfung kann einpacken.
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.204
Es gibt doch schon lange Motoren die mit mehr als 3-Phasen betrieben werden. weil man inzwischen mit Invertern beliebig viele Phasen mit verschobener Frequenz erzeugen kann.

Ursprünglich hat man das 3-phasen Netz/Motor eingeführt weil das die einfachste Variante war einen Elektromotor mit Drehfeld zu betreiben. Die Motoren können direkt an das Stromnetz angeschlossen und in Stern-/Dreieckschaltung ohne weitere Elektronik betrieben werden. Diese laufen dann halt auch mit fester Frequenz.

Um für Fahrzeuge eine variable Drehzahl zu realisieren hat man sie an einen Frequenzumrichter angeschlossen und die Drehzahl über die Frequenz geregelt. Dabei hat man die 3-phasen erst Mal beibehalten, weil 3-phasen Asynchronmotoren günstige Standardware ist. Allerdings ist die Effizienz nicht sehr hoch und die Drehzahlreglung ist nicht so fein.

Ein nächster Schritt war dann die Zahl der Pole zu vervielfachen, z.B. auf 6. Ein Beispiel ist der Motor von Tesla bei MS/X.

Bei den Permanent-erregten Synchronmotoren hat man die teilweise Zahl der Pole weiter erhöht um die Effizienz in Verbindung mit den PM weiter zu verbessern.

Bei all diesen Motoren hat man oft die gleiche Zahl von Polen am Stator und am Motor.

Dann kommen wir zu den modernen Hybrid Syncronmotoren mit Reluktanznutzung. Hier hat man in der Regel eine sehr hohe Zahl von Polen, wobei die Zahl der Pole im Stator und im Rotor unterschiedlich ist, im Rotor meist weniger. Denn nur dadurch kann man auch die Reluktanz zusätzlich zur Induktion für den Antrieb nutzen.

Der Tesla Model 3 Motor hat z.B. 54 Windungen am Stator und einen Rotor mit 6 Polen.

Also findet das was Du vorgeschlagen hast im Prinzip schon lange Anwendung und hat dann natürlich auch den Vorteil wenn eine oder mehrere Wicklungen ausfallen.
 
Zuletzt bearbeitet:
.... Integriert in das Motorgehäuse dringt keine Störung mehr nach außen..
Zu Deiner Kenntnis und Beruhigung: Da ist man schon lange drauf gekommen und macht es auch. Hier z.B. als Start-Stop Maschine bereits 2013. In großen Stückzahlen z.B. jetzt bei den 48V Start-Stop Maschinen, die immer mehr eine Art Standard bei Mild-Hybriden werden. Gibts von Bosch, Conti, Mahle..... und und... Bosch hat einen eigenen Bereich, der Anwendungen in anderen Branchen dafür sucht, z.B. in kleinen Nutzfahrzeugen, Marineanwendungen und so weiter, siehe Bild, das Bosch im letzten Jahre auf einer Veranstaltung gezeigt hat.
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schachtelhalm

Mitglied
13.11.2012
286
Danke für den Zuspruch. Die Sache mit dem Schrittmotor ist sehr vielversprechend Wenn ich mit meinem Arduino Impulslabor weiter komme könnte ich mich daran versuchen.
Liebe Grüsse von Peter und Karin
 
Die Dreiphasenmotoren waren seit Nikola Teslas Zeiten festgeschrieben und werden bis heute gebaut, auch , wenn eigentlich durch die Halbleitertechnik überholt. Aber die Halbleitertechnik passt sich auch diesen Motoren an und das zementiert ebenfalls die Technik von gestern.
Dass kommutierte Gleichstrommotoren so viele Phasen = Lamellen haben, liegt auch daran, dass die Kohlen beim Übergang von einer Lamelle zur nächsten um so mehr funken, je größer der Lamellenabstand ist.
Reluktanzmotoren könnte man gar nicht mit mechanischen Kommutatotkontakten betreiben, das gäbe ein Abreißfunkenfeuerwerk, das bei Halbleiterschaltern gar nicht erst auftritt. Die Radiostörfrequenzen sind bei diesen aber unaussprechlich und bleiben tunlichst im geschlossenen Motorgehäuse. Der arme Tüv wird arbeitslos. Null Störstrahlung, das hatte man bisher noch nicht. Trotzdem wird der TÜV versuchen, weiter zu kassieren.

Das ich keine Kurzwelle mehr empfangen kann, liegt allerdings nicht am Verkehr. Da drückt der TÜV, zum Ärger aller Funkamateure, alle Augen zu.
 

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