schlechte Beschleunigung


D

diers-welt

Guest
Hallo,

ich habe mir nun auch einen City-El von 1993 angeschafft und bin schon etwa 1000 km gefahren. Allerdings habe ich ein Problem: Angeblich soll die Beschleunigung ja recht gut sein, bei mir aber eher sehr schlecht: von 0 auf 45 in 12 Sekunden. Damit wird man dann leicht zum Hindernis. Ich habe z.B. meine Fahrstrecke schon so ausgewählt, dass ich nur einmal Linksabbieger bin, und selbst da muss ich schon eine große Lücke abwarten wenn ich niemandem die Vorfahrt nehmen will.

Die Einstellungen auf der Strombegrenzungsplatine habe ich testweise verstellt, konnte aber nur bewirken dass er noch schlechter beschleunigt. Interessant ist auch: egal ob mit oder ohne Speedkit (durch Schalter bei mir umschaltbar), bis 20 km/h in beiden Fällen keine Änderungen im Anzug, danach zieht der "Eller" mit Speedkit schneller an. Dabei sollte es laut diverser Forumsbeiträge doch andersherum sein. Es scheinen aber keine Räder oder so zu schleifen, da ich die Endgeschwindikgeit gut erreichen kann (dauert aber halt).

Hat noch jemand eine Idee?
Was passiert, wenn ich die Strombegrenzungsplatine ganz abziehe? Kann etwas kaputtgehen? Ich habe Vließakkus, die sollen ja angeblich Hochstromfest sein, aber Welche Belastung kann der Antriebsriemen ab?

Vielen Dank schon mal.
 
J

J-O

Guest
Hallo,

hab regelmäßig zum Testen die Begrenzerplatine ganz abgezogen.
Bisher keine Probleme dabei.
Wenn es dann immernoch mies anzieht, würd ich mal während der Fahrt
die 36 Volt an der Diagnosebuchse beobachten.
Falle es daran liegt, behutsam Gas geben, damit nichts mechanisch kaputt geht.
Normallerweise bin ich sehr schnell auf 35. Von 35 auf 45 dauert´s dann etwas...
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Bei 125 Ampere Strombegrenzung nimmt der Cityel-Motor 4500 Watt auf. Würden diese 4500 Watt zu 100% in Beschleunigung umgesetzt, würde ein 400 kg schweres Cityel nach 12 Sekunden 60 km/h erreichen. Wenn es nur 45 km/h erreicht, ist das ganz normal, denn der Wirkungsgrad beim Anfahren liegt weit unter 50%.
Beim schwachbrüstigen Scheibenläufer sieht es noch bescheidener aus, die Endgeschwindigkeit ist aber höher.
Entscheidend für die Anfangsbeschleunigung beim Reihenschlussmotor ist der Stromfluss durch die Rückschlagdioden (Plugstrom), nicht der Batteriestrom. Der ist eh anfangs gering.
 
D

diers-welt

Guest
Danke schon mal für die schnellen Antworten.
Wenn ich also bei 125 A 12 sekunden benötige, würde ich rechnerich bei 200 A (60 % mehr Strom) also 60% schneller beschleunigen (den dann noch schlechteren Wirkungsgrad mal vernachlässigt) und damit in 7,5 sec. auf 45 km/h kommen?
Was mich nur wundert ist, dass es keinen Unterschied zwischen der Fahrt mit oder überbrücktem Speedwiederstand gibt.
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Die 200 Ampere dürften noch ein bischen mehr Beschleunigung bringen, weil bei dieser Stromstärke das Feld nur teilweise in der Sättigung ist und zusätzlich mit dem Strom noch ein wenig anwächst. Das gilt aber nur während des Anfahrens bis max. 20 km/h Geschwindigkeit, dann sinkt wegen der wachsenden Induktionsspannung im Anker auch die für das Feld zuständige Spannung. Du solltest nur wenige Sekunden mit der hohen Stromstärke anfahren, erst bei höherer Geschwindigkeit bringt dann wieder der Speedwiderstand deutlich höhere Beschleunigung. Der Umschaltpunkt sollte am besten automatisch, bei stärkerer Beschleunigung gelegt werden. Auf keinen Fall mit Speedwiderstand anfahren, der verringert nur die Beschleunigung und erhöht nur unnötig den Strom, wie es Manuel mit seiner Kunstschaltung mit dem 4QD getan hat. Speedwiderstand nur, wenn wirklich erforderlich und bei möglichst hoher Geschwindigkeit, wenn Du schonend fahren willst. Anfahren auf jeden Fall mit vollem Compoundstrom und ohne Speedwiderstand. bernd
 

Nord_Andreas

Mitglied
30.04.2005
128
Gerade habe ich meine "Beschleunigung" gemessen.
Jeweils 10 Messungen gemittelt.

0-40 in 14,4 sec ohne Speedwiderstand.
0-40 in 13,9 sec mit Speedwiderstand.

Was sagt uns das nun?
Habe ich ein besonderes El oder kann das jemand anderes bestätigen?
 
D

diers-welt

Guest
So genau habe ich es nicht gemessen, aber in etwa habe ich die gleichen Werte. Ich dachte, da wär´mehr drin. Ich habe übrigens gestern abend den Test ohne Strombegrenzungsplatine gemacht (leider ganz ohne Stoppuhr). Ich schätze, es war ca. 1 Sekunde schneller. Zumindest reißt er auch dann keine Steine aus dem Asphalt.

Um auf Werte unter 10 sek. zu kommen, muß wohl doch ein Zweiganggetriebe eingebaut werden.
 
K

Karl

Guest
Hallo Freunde,

ich denke Ihr macht einen Denkfehler !
Ohne Speedwiderstand heißt voller Strom auf der Compoundwicklung , also Speedwiderstand 0 Ohm! Ihr testet wohl keinen Speedwiderstand = unendlich viele Ohm Speedwiderstand ?

Karl
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Jedenfalls bekommt Ihr mehr Beschleunigung bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch, wenn Ihr den Speedwiderstand zunächst aus- und bei einer bestimmten Geschwindigkeit einschaltet (Modell mit Compoundwicklung). Der optimale Umschaltpunkt wäre zu ermitteln. Da die optimale Regelung kontinuierlich verlaufen würde, wäre es sinnvoll, dafür eine kleine Platine zu bauen, die abhängig von Geschwindigkeit und "Gas"pedalstellung, evtl. auch abhängig vom Ladezustand der Batterie und der Wicklungstemperatur den günstigsten Strom für die Wicklung steuert. Um den Asphalt in der Straße zu lassen, reicht es, den Motor- , also nicht den Batteriestrom zu begrenzen und eine Wicklungstemperaturüberwachung wäre auch sehr einfach zu integrieren. Ein einziger Mosfet reicht zur Regelung. Manuels Umschaltproblem wäre dann ebenfalls gelöst.
Das gibt dann einen Cityel mit Kennfeld"zündung". Außer, dass Ihr dann trotz höherer Beschleunigung und Geschwindigkeit weniger Strom verbraucht und steilere Berge erklimmt, dürft Ihr dann mit Eurem kennfeldgesteuerten Rennboliden auch auf den Nürburgring, oder besser Hockenheimring, damit Ihr beim Wiederaufladen bei Andrea nicht ihr gutes Mühlenwasser verschwendet.
Für manchen könnte sich der Umbau auf einen Scheibenläufer dann etwas relativieren. Das würde mich glatt reizen, solch eine Platine billig herzustellen. Auf einem gewöhnlichen Leistungsprüfstand lässt sich relativ schnell die günstigste Ansteuercharakteristik ermitteln (beste Beschleunigung bei geringstem Strom, abhängig von der Geschwindigkeit und Gaspedalstellung, also vier Parameter).
An die Wicklungstemperatur und den Ladezustand passt sich das System dann automatisch an.
Da es zwei verschiedene Ausführungen des Thrige gibt, ließe sich beim Modell ohne Compoundwicklung auch eine Drehzahlbegrenzung gegen Zerlegen bei Riemenriss integrieren. Auch sieht hier die Steuerung etwas anders aus und dürfte der Compoundgeschichte noch beim Anzug deutlich überlegen sein, wenn wir Gregors Hintereinanderschaltung der Feldwicklungshälften integrieren..
bernd
 

Nord_Andreas

Mitglied
30.04.2005
128
Mit dem El auf die Nordschleife. Das wäre mal ein echtes Abenteuer.
Nach einer Runde dürften die Batterien leer sein.

Bleiben nur 2 Probleme:
650km Anfahrtsweg und die sicherheitstechnisch erforderliche Absperrung der Strecke.
Wer will schon erleben wie ein Porsche GT3 mit 200km/h versucht im Batteriekasten einzuparken?

Ich werde nochmal die Beschleunigung bis 20 und 30 messen.
Gegen 14sec auf 40 sind 12sec auf 45 ja fast schon sportlich.
Vielleicht sollte ich den Strombegrenzer rausschmeissen? Allerdings tut der den Batterien sehr gut.
Beim Start sind am Shunt 120A zu messen. Bis nach 40km/h reduziert sich der Strom immer weiter bis auf 60A.
Bleibt also nur übrig NC Zellen direkt auf den Motor zu schalten.
Wenn 2 Stränge je 40A liefern, dann hätte ich 80A direkt am Motor anliegen.
Dies würde ich gern mit Mosfets realisieren welche von einem Mikroschalter am Gaspedal angesteuert werden.
Bernd, hast Du dafür einen soliden Schaltplan, welcher die Mosfets gegen Spannungsspitzen, etc. absichert?

LG
Andreas
 

Mackgyver

Neues Mitglied
19.05.2006
17
Hallo Bernd,

hast Du mal den Bericht zu einer Automatik Speed Kit Schaltung im Private Umbauprojekte http://www.elweb.info/projekte/dieterwerner/SPEEDKIT.pdf von Dieter Werner schon gelesen? Jemand der für diese Schaltung Platinen ätzen könnte wäre schon nicht schlecht. Vielleicht solltest Du mal den Dieter anrufen, damit der Gehirnschmalz nicht doppelt verbraucht wird. Ein Bastelkit mit Platine, Bestückungsliste und Bauteile findet hier sicher Abnehmer, weil den meisten zwar nicht der Lötkolben aber das sonstige Know How fehlt.

Gruß Mackgyver
 
H

Hans-Georg Olimart

Guest
Hallo alle zusammen,
mein El litt vor einiger Zeit auch an zunehmender Beschleunigungslosigkeit, was auch bei abgezogener Strombegrenzung nicht viel besser wurde.
Also bevor ich es spannend mache.... langer Rede kurzer Sinn..

Die Bremshebel an den hinteren Trommelbremsen, in die das Handbremsseil eingehakt wird und die über eine Welle und einen Exzenter die Bremsbacken betätigen, haben nach langer Winterfahrt langsam dicke Backen gemacht - sie gingen immer schwergängiger und lösten nicht mehr richtig. Das war so nicht zu merken.
Nachdem ich einige Arbeit und Öl in die Sache gesteckt habe läufts wieder prima.
Auch hat ein höherer Reifendruck (der wurde auch etwas vernachlässigt) wieder erheblich was gebracht.
Gr.
Hans-Georg Olimart
 

weiss

Administrator
15.01.2004
2.045
Bernd Schlueter schrieb:

Jedenfalls bekommt Ihr mehr Beschleunigung bei gleichzeitig
geringerem Stromverbrauch, wenn Ihr den Speedwiderstand
zunächst aus- und bei einer bestimmten Geschwindigkeit
einschaltet (Modell mit Compoundwicklung). Der optimale
Umschaltpunkt wäre zu ermitteln. .....
bernd
hallo allerseits:)
der "richtige" umschaltzeitpunkt ist bei einem 36V mit dem TT-motor bei ca. 35km/h. eher etwas früher - so meine subjetive meinung- da merkt man den "turbo" am meisten. ;)
euer weiss aus dornbirn am bodensee
 
A

andreas

Guest
Hallo Noname von Diers-Welt
Find ich ja toll, daß Du eine eigene Mail-Adresse für Dein Cityel eingerichtet hast. Ich weiß nicht genau, was die maximale Beschleunigung bei meinem ist, da ich beim Anfahren das Gas sowieso selbst drossele. Aber ich hatte erhebliche Probleme mit den Batterien selbst, wie ist denn die Reichweite? Die BEschleunigung war damals auch mies. Für das Kurzschliessen (Überbrücken) des Shunts der Kompoundwicklung habe ich einen Schalter oberhalb der Parkbremse eingebaut, der den Strom zur Kompoundwicklung direkt führt, ohne Relais oder sonstigen Schnickschnack. Es kann mit Umschaltung nur besser werden, ich schalte bei 35-45km/h um, je nach Situation.
Meins schafft jetzt täglich 20 km im harten Frankfurter Stadtverkehr, fragt mich mal im März 2006 wieder, wie es aussieht...
Gruß
Andreas
 

Enno

Mitglied
15.05.2006
232
Hallo Herbert,
die Stromanstiegsgeschwindigkeit am Curtis habe ich schon probiert zu verstellen.Wenn Du das entsprechende Poti am Curtis zu viel verstellst, ruckt das El einmal beim anfahren an,wenn Du das Strompedal betätigst, so als wenn eben dort der Mikroschalter und das Strompoti am Gasfuß nicht richtig auf einander abgestimmt sind. Genau unterhalb diesen Verhaltens ist die Grenze zwischen Materialschonung und Optimum.
Viel Erfolg
Enno
 

weiss

Administrator
15.01.2004
2.045
Enno schrieb:

....wenn Du das Strompedal betätigst, so als wenn eben dort
der Mikroschalter und das Strompoti am Gasfuß nicht richtig
auf einander abgestimmt sind. Genau unterhalb diesen
Verhaltens ist die Grenze zwischen Materialschonung und
Optimum.
Viel Erfolg
Enno
hallo enno :sneg:
mit der beschreibung kann ich beim besten willen nichts (nix) anfangen.
bitte um eine andere formuilierung...
euer weiss aus dornbirn am bodensee
 

Enno

Mitglied
15.05.2006
232
Hallo weiss,
technische Zusammenhänge gut zu erklären ist immer schwierig: 2. Versuch
Wenn Du dir das Strompedal am Cityel ansiehst, schaltest Du dort über den mechanischen Weg erst einen kleinen Mikroschalter und dann bewegst Du mit der kleinen Schubstange das Strompotenziometer. Genau in dieser Reihenfolge muß das geschehen, sonst fährt das El mit einem Ruck an.Einzustellen sind beide Bauteile uber den Federhebel am Schalter oder uber die Position des festgeschraubten Potis.
Aber diese ganze Erklärung sollte ja nur ein Gleichnis sein zu dem Thema, was passiert, wenn ich am Curtis die Stromanstiegsgeschwindigkeit am Poti unten am Curtisgehäuse verstelle.Irgendwann habe ich nämlich obiges Symtom. Ich hoffe mich nun verständlicher ausgedrückt zu haben.
Viele Grüße
Enno
 

weiss

Administrator
15.01.2004
2.045
Enno schrieb:

Hallo weiss,
technische Zusammenhänge gut zu erklären ist immer schwierig:
2. Versuch
Wenn Du dir das Strompedal am Cityel ansiehst, schaltest Du
dort über den mechanischen Weg erst einen kleinen
Mikroschalter und dann bewegst Du mit der kleinen Schubstange
das Strompotenziometer. Genau in dieser Reihenfolge muß das
geschehen, sonst fährt das El mit einem Ruck an.Einzustellen
sind beide Bauteile uber den Federhebel am Schalter oder uber
die Position des festgeschraubten Potis.
hallo enno :)
so sollte es bei jedem sein! ansonsten killt man die schützen. ;)
Aber diese ganze Erklärung sollte ja nur ein Gleichnis sein
zu dem Thema, was passiert, wenn ich am Curtis die
Stromanstiegsgeschwindigkeit am Poti unten am Curtisgehäuse
verstelle.Irgendwann habe ich nämlich obiges Symtom.
...ahhhha! wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, heisst das folgendes:
wenn man am curtis die schraube für den "stromanstieg"(5sec. derzeit) zu sehr verkürze(2sec. oder weniger) dann überlagern sich der ankerstrom mit dem stromanstieg...
siehe: http://www.ralfwagner.de/mini/technik/ecurtis.htm
Ich hoffe mich nun verständlicher ausgedrückt zu haben.
Viele Grüße
Enno
ich glaube schon. vielen dank für die mühen,
euer weiss aus dornbirn am bodensee
 
D

diers-welt

Guest
Das mit dem schnelleren Stromanstieg klingt sehr gut. Wenn ich den Motorstrom durch Entfernen des Strommbegrenzers auf 200 A erhöhe, wird der Antriebsriemen wohl doch sehr stark beansprucht. Wenn aber der volle Strom nicht erst in 5, sondern in 3 Sek. ansteht, so dürfe dies einen echten Vorteil ohne Mehrbelastung bringen. Werde es mal ausprobieren.
Und wenn der Riemen wegen der Überlastung doch mal reißt und die Compoundwicklung abgeklemmt wurde: Wie lange dauert es, bis der Moter überdreht? Habe ich noch Zeit, den Fuß vom Gas zu nehmen? Habe ich noch Zeit, meiner Frau (wenn sie mal fährt) am Handy das aufjaulende Geräusch zu erläutern? :))

Am besten sollte man vieleicht alle Möglichkeiten kombinieren:
- Stromanstieg auf 3 Sekunden.
- Strombegenzung auf 150 A.
- Reifendruck auf 5 bar.
- Leichtere Batterien um Gewicht zu sparen (nur schwer möglich).
- 3 Wochen Diät um 10 kg Abzunehmen (noch schwerer möglich).

Gruß

Reiner
 

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