Saft STM100 + Scheibenläufer

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Hallo Leute, vor ein paar Wochen habe ich meine vier Evercells (MB80) rausgeschmissen und durch 8x SAFT STM5-100MR ersetzt.

Nach der ersten Probefahrt (Kurzstrecke) war ich ein wenig enttäuscht...
Beim Anfahren war ich eine "Wanderdüne".

Einen Tag später habe ich das EL überland ausprobiert und einen richtigen Schrecken bekommen: Ab 90km/h fühlt man sich im EL nicht wirklich wohl...

Meine Frage: Wie kriege ich das hin, das EL um 20-30 km/h zu drosseln und dafür (bei unvorsichtiger Handhabung des Strom-Pedals) beim Anfahren schwarze Streifen zu hinterlassen?

Meine Ausstattung: Perm PM132, der obligatorische Curtis und die acht "Säfte".

Mein Grundgedanke war (oder ist), das Ritzel auf der Hinterachse zu vergrößern und gleichzeitig die Spannungslage über 1bis2 Saft-Stm100-Blöcke zu erhöhen.

Macht das Sinn, oder sollte ich ein paar Hausaufgaben machen...

Gruß Wolfgang

PS: Im Bastelkeller habe ich noch einen LYNCH-LM200 nebst passendem 4qd-Steller... vielleicht kann man auch diese produktiv einbringen...
 

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Moin,
vor ein paar Stunden habe ich die ENTladeschlußspannung mittels Spindelpoti (lt. Ralf Wagners Foto das untere) soweit runtergesetzt wie geht.

Auch konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, die Strombegrenzung (oberes Poti) aufzureißen...

Der Anzug ist jetzt recht giftig... Die Hauptsicherung macht es bisher auch mit... Doch haben meine Akkus nach 30 gefahrenen km nicht mehr die Maximalspannung... Mir stellt sich also die Frage, ob ich bei frisch geladenen Akkus mit diesen Einstellungen irgendwas "versäge"...

Über Rückmeldungen, auch in Form von Erfahrungsberichten würde ich mich sehr freuen.

PS: Zur Nachricht weiter oben: Wieviele Zähne brauche ich, damit ich (ohne entsprechendes Tricksen) auf ca. 60kmh Endgeschwindigkeit komme und einen ordentlichen Anzug habe? ... Das möchte ich dann auch gerne eintragen lassen...
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Wenn Du es schaffen würdest, die Untersetzung um 25% zu vergrößern, ohne jede sonstige Änderung, wäre das natürlich ideal, Höchstgeschwindigkeit erniedrigt, aber der Anzug wäre giftig ohne negative Folgen, und etwas mehr Reichweite. Erhöhung der Batteriespannung ist für Dich dann nicht mehr sinnvoll.
Im Moment, mit dem Hochdrehen der Strombegenzung, kannst Du Dir Deinen Perm am Berg sehr schnell zerstören. Das Hauptproblem ist die Motortemperatur, wenn die gemessen würde und das Fahrpoti entsprechend zurückgenommen, würden Deine wilden Starts von einem kalten Motor sicherlich nicht sonderlich übelgenommen.

 

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Hallo Bernd,

danke für Deine Antwort. Zur Zeit habe ich ein Thermometer mit zwei Meßfühlern zwecks Überwachung der Akkutemperatur drin. Macht es Sinn, einen der Fühler an das Motorgehäuse zu kleben? Das Teil hat sogar Schaltausgänge mit programierbarer Schaltschwelle. Vielleicht kann man die ja irgendwie nutzbringend einsetzen.

Nach 40km Überlandfahrt habe ich heute mal meinen Testberg probiert. Der Spitzenstrom lag beim moderaten Beschleunigen bis auf 50km/h am Berg bei etwa 130-135A, nach der Beschleunigungsphase unter 100A. Mehr habe ich mich fürs erste nicht getraut. Liegt das noch im grünen Bereich?

Ab welchen Strömen muß ich mit Überhitzung rechnen? Ab welcher Temperatur wird die Angelegenheit kritisch?

Grüße aus dem z.Zt. verregneten Fulda
sendet
Wolfgang
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Ja, hat Sinn, aber besser ist die Lufttemperaturmessung im Gehäuse. Eigentlich die Rotortemperatur, aber das geht ja wohl nicht. 110 Ampere ist als Dauerstrom von perm-motor.de angegeben. darüber 10 Minuten bis max. 2 Minuten bei 200 Ampere. Letztere solte man möglichst vermeiden. Dein Motor heißt ja wohl Perm PMG 132?
Da der Motor nicht gut belüftet ist, wäre ein Ventilator nicht schlecht . Nicht zu starke Steigungen hochquälen und zu lange solltest ihn nicht überlasten. er hat nicht die Reserven des Thrige. Außer, es gelingt, die Untersetzung zu vergrößern.
http://perm-motor.de
produkte
Gleichstrommotoren PMG

 

Jürgen G.

Aktives Mitglied
02.12.2004
407
Die genaueste Temperatur hast Du an den Kohlen oder dort wo der Rotor gelagert ist.
Eine Messung nur der Lufttemperatur halte ich für ungenau weil der Temp.Sensor von Kühlluft umströmt wird und so das Messergebnis verfälscht wird.

...

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Jürgen, gute Idee, bin ich nicht drauf gekommen, einfach einen kleinen isolierten NTC oder PTC passender Sprungtemperatur auf den Bürstenhalter löten oder kleben. Der Kollektor ist ja genau das Teil, das Schaden nimmt. Das gilt auch für meinen Scheibenläufer, den ich auch überlasten muss, wenn ich ihn in ein Fahrzeug einbauen sollte. Ich denke mir, dass dann ein häufiger Kavalierstart mit 200 Ampere, der ja nur wenige Sekunden dauert, keinen großen Schaden anrichtet. Wenn es funkt, dann ist es eben zuviel.
Wie heiß darf solch eine Bürste wohl werden? 125 Grad ist ein gängiger Wert für PTCs.
KTY für direkte Messung der temperatur gibt es bis 150 Grad, NTC finde ich gerade bei Conrad bis 300 Grad (Infineon) für einen halben Euro.
ich sehe gerade, fertige, isolierte Motorschutzfühler für fast beliebige Schalttemperaturen (Kaltleiter) gibt es bei Conrad für 2 Euro.
Die gehören, finde ich, in jedes Elektroauto.

 

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Mal eine ganz andere Frage: Der Perm-132 ist (siehe Nachricht von Bernd Schlüter) ausgelegt auf einen Motorstrom von 110A (Dauer) bzw. 200A (2-10Minuten).

Wie aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang eigentlich der Batteriestrom?

Hintergrund für alle mitlesenden Nicht-Elektrik-Trick-Freaks: Bei einem reinen Gleichstrom (der Curtis dürfte dann auch keinen gepulsten Gleichstrom liefern) und einer rein ohmschen Last (= Motor ohne Spulen) sollte der Batteriestrom unterhalb des Motorstromes liegen (Motorstrom = Batteriestrom minus "sonstige Verbraucher" minus Regelverluste).

In der Praxis ist das bekanntermaßen nicht so: Der Motor stellt eine recht komplexe induktiv-ohmsche Last dar. Es wäre daher auch denkbar, daß der Motorstrom den Batteriestrom übersteigt...

Meine Frage: Inwieweit ist der von mir gemessene Batteriestrom überhaupt aussagekräftig? Sollte ich im Normalbetrieb eher unter 110A bleiben oder habe ich noch Luft nach oben? Hat hier schon jemand einen Perm zerstört und dabei die GAU-Bedingungen aufgezeichnet? Hat hier schon jemand mit 200A noch immer die ersten Kohlen? ...

Über Eure Erfahrungswerte würde ich mich sehr freuen.

Grüße aus dem mittlerweile etwas sonnigeren Fulda
sendet
Wolfgang
 

Jürgen G.

Aktives Mitglied
02.12.2004
407
Miß doch einfach den Strom im Ankerkreis und dann im Batteriekreis (unter gleichen Fahrbedingungen) und vergleiche.
Bei der Ankerkreisstrommesssung bin ich mir jedoch nicht so sicher oder das Messergebnis stimmt da dort der Strom sicher lücken hat.
Müsstest ein Messgerät nehmen welches eine Echt-Effektivwertmessung bietet.

...

 

andreas Andreas

Aktives Mitglied
25.10.2005
1.402
Hallo
Der Motorstrom ist immer größergleich dem Batteriestrom. Wenn also der Strombegrenzer der Batterie auf 130A steht, kann der Motorstrom locker auf 250A steigen, der Berg muß nur steil genug sein. Der Motorstrom fließt abwechselnd durch die Batterie und die Freilaufdiode (oder aktiver Freilauf).
Das mit dem Effektivwert ist unwesentlich, er sollte sich vom Mittelwert nicht stark unterscheiden, es sei denn die Motorinduktivität ist sehr klein oder die Schaltfrequenz zu niedrig.
Am Curtis müßte man irgendwo auch den maximalen Motorstrom einstellen können. Einfach mit einer Stromzange den maximalen Blockierstrom bei angezogener Handbremse messen und einstellen. Wenn man die Richtung der Stromzange umdreht, kennt man auch ungefähr den Fehler.
Beim Thrige mit Curtis ist der Motorstrom m.W. auf 250A begrenzt.
Gruß
andreas
 

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Hallo Andreas, Danke für die Antwort... auch Dir, Jürgen.

@Andreas: Das habe ich nicht gewuß, jedoch geahnt/befürchtet (ich habe halt nur die Halbahnung vom Elektrik-Trick).
Heißt das nicht, daß das El-DD (oder Fact-four) mit einer ab Werk eingestellten Strombegrenzung von 80A (Wanderdünde) oder 120A (Selbstzerstörer) eine Fehlkonstruktion ist?
Andrereseits fahren doch seit einer ganzen Weile recht viele (120A) davon ohne Selbstzerstörungs-Meldungen herum. Auch habe ich trotz Suche in den letzten zwei Jahren noch keine Beschwerde von jemandem gelesen, der bei der Ausfahrt aus einer Tiefgarage vor der Schranke hängen geblieben ist (80A).
Bin jetzt verwirrt...

@Jürgen: Ich habe leider kein Zangen-A-Meter. Das mit deinem Bordcomputer liest sich interessant. Gibt es hier irgendwo einen Baubericht?

Gruß

Wolfgang
 

Reinhold Schebler

Aktives Mitglied
17.12.2005
510
Hallo Wolfgang!
Die Orginalübersetzung beträgt im 3/8" Modul 70Z : 17Z.
Dieses Modul ist aber als Industriemodul für unsere Belastungen nur bedingt geeignet.
Die Kette längt sich das Motorritzel wird schnell unbrauchbar; Lebensdauer 5000km~
Es gibt auch eine 1/2" Motoraddteileuntersetzung; die läuft mit 59:13
Als Kette sind die O oder X-Ringketten möglich.
Im Detlev Louis Katalog findest Du die Teile.
Viel spass beim basteln!
Reinhold
 

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Hallo Reinhold,
ich habe zur Zeit 70/21Z. Die 06B-1 (3/8") kam mir auch etwas schwächlich vor. Vor zwei Monaten war sie mir dann bei der Fahrt durch ein Schlagloch gerissen. Am liebsten hätte ich je ein zusätzliches Ritzel draufgebrutzelt (oder brutzeln lassen) und die doppelte (06B-2) Kette benutzt, doch fehlt dafür irgendwie der Platz...
Daher hört sich für mich Dein Vorschlag mit den 1/2" Motorradteilen recht verlockend an. Ich werde mir den DL-Katalog gleich mal ergooglen, oder gibts den nicht im Internet? Sind die Teile mit Motorwelle/Hinterachse halbwegs kompatibel oder muß ich etwas Besonderes beachten?
Grüße aus dem verregneten Fulda
sendet
Wolfgang
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
Eigentlich sollte ich beim Reinhold mit meinem Scheibenläufer nächste Woche vorbeikommen?
Werden die Ketten nicht viel leiser, wenn die Zahnräder mehr Zähne zeigen?
Redet nur weiter. Wir hören alle zu!

 

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Hallo Jürgen, hallo Andreas, hallo Bernd, hallo Leser+Schreiber,

ich habe soeben ein Telefongespräch mit Herrn Thiesen (Hersteller von HF-Lader und dyn. Strombergrenzer) geführt mit folgenden (von mir herausinterpretierten) Ergebnissen:

1. Der Perm hat zwar nicht die Reserven eines Thrige, doch allemal ausreichende Reserven.

2. Durch seine innere Konstruktion sorgt der Perm für eine bei ausreichender Drehzahl auch ausreichende Lüftung/Kühlung.

3. Man sollte den Perm nicht dicht am Limit minutenlag den Berg hochquälen, sondern lieber (auch bei höheren Strömen) zügig hochsausen (siehe 2.).

4. Die Motorstromkomponente, die im Extremfall für eine Überhitzung sorgen kann, liegt recht dicht beim Batteriestrom. Es reicht also aus, letzteren zu überwachen.

5. Bei einer Tour zum Hoherodskopf hat sich der Curtis im EL von Herrn Thiesen (ähnliche Bestückung wie bei meinem EL) wegen Überhitzung lange vor einem möglichen Kollektor-Tod stillgelegt.

Fazit: Es ist relativ schwer, den Perm in Verbindung mit dem aktuellen Curtis (bei den Standard-Curtis-Einstellungen) zu schrotten. Beim Perm-Vorläufer (Lynch) ist das wohl schon einigen Leuten mit den Kohlen gelungen. Wenn ich die Amperes riechen und den Motor ruinieren möchte, dann muß ich wohl am Curtis rumschrauben oder gleich den 4QD (>=400A) einbauen...

Meine Bitte an alle, die anderer/gleicher Meinung sind oder andere/gleiche Erfahrungen gemacht haben:

Gebt bitte Euren Senf dazu, denn ich habe das oben Geschriebene noch nicht selbst getestet und möchte nicht, daß sich ein Forenleser aufgrund der obigen Ausführungen sein EL zerlegt.

Liebe Grüße

Wolfgang
 

Wolfgang Siebert

Mitglied
26.06.2003
248
Hallo Bernd,

schön, daß Du wieder online bist. Ich hatte schon die Befürchtung, daß meine Frage bezüglich Fehlkonstruktion wegen Selbstzerstörung zu provozierend war...

Hat Dich der Reinhold auch schon ganz heiß gemacht?

Gruß Wolfgang

PS: Lies Dir bitte mal meine Zusammenfassung zum Thema Motorstrom und Perm-Schrotten durch und gib und Deine Meinung dazu.
 

Reinhold Schebler

Aktives Mitglied
17.12.2005
510
Hallo Wolfgang!
Ich habe mir besondere Mitnehmer für die Hinterachse und Motorwelle fertigen lassen.
Auf Nachfrage schicke ich Dir auch ein Bild.
Das hintere Kettenrad ist von einer 125er Kawasaki; mit den 59Z.
Recht viel mehr geht nicht.
Das 13er ist von einer Geländemaschine.
Das läuft leider nicht ganz so leise wie der 3/8" Antrieb; aber die Lebensdauer ist mir wichtiger.
Wenn man regelmässig schmiert ists schon erträglich leise; natürlich viel lauter als der Riemen...
Tschau
Reinhold
 

Jürgen G.

Aktives Mitglied
02.12.2004
407
Kette:
Ich hab die vom ´Kürten drinn - seit ca. 2500km - und konnte bis dato keine Längung feststellen.
Rein von der Optik her hat sie die Größe einer stärkeren Mopedkette.
Fahrstrom:
Ich hab mein EL unwissentlich ohne Strombegrenzung gefahren - bei 48V:
Der Curtis hats ausgehalten und der Thrige auch.
(Hauptsicherung 125A blieb heile)
Gemessener Anfahrstrom ca. 270A.
Pos.Nebeneffekt: Durchdrehendes Hinterrad und einen abnormen Anzug :)
Neg. Nebeneffekt: Batterien nach 1700km im Sack :-(
Soweit ich beim zerlegen und Datenblatt lesen sehen konnte, hat der Curtis einen Überstrom/Überspannungs und Übertemperaturschutz eingebaut.
Bordcompi:
Nö, keine Bauanleitung weil zu aufwendig für die, die sich elektronisch schwer tun (das sind viele...)
Stattdessen diese Saison Testlauf des Prototyps und nächstes Jahr als Fertiggerät (wenn nix dazwischen kommt) geplant.
Bilder vom Prototyp hast sicher schon gesehen.
http://www.lichttuning.homepage.t-online.de/cityel/cityel.htm

....

 

andreas Andreas

Aktives Mitglied
25.10.2005
1.402
Hallo
Ich habe keinen Perm im Einsatz, deshalb kann ich auch nichts über die Belastbarkeit sagen. Kann ja gut sein, daß der Hersteller zwar nur 80-120 A angibt, der Motor aber das doppelte verträgt. Das ist normal. Vielleicht ist es auch so, daß der Perm so wenig Strom zieht, daß die Batterie bzw Motorstromstrombegrenzung nur für kurze Zeit beim Anfahren aktiv ist. Das mit dem schnellen Bergfahren schont zwar den Motor, weil er gekühlt wird, aber nicht die Batterien.
"
5. Bei einer Tour zum Hoherodskopf hat sich der Curtis im EL von Herrn Thiesen (ähnliche Bestückung wie bei meinem EL) wegen Überhitzung lange vor einem möglichen Kollektor-Tod stillgelegt.
"
Woher weiß Herr Thiesen, daß es nicht im nächsten Moment den Kollektor zerlegt hätte? Wenn es aber stimmt, dann brauchst Du keine eigene Temperaturüberwachung im Motor.
Gruß
andreas
 

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