Hi alle,
ich schreib mal hier fuer alle Daheimgebliebenen ein
Rheinebene-Tour-Tagebuch
Ankunft am Donnerstag, 16.07. an der Waldmuehle Die tapfere Truppe traf nach und nach am 16.07. an der Waldmuehle ein. Unfassbar, dass aus einer locker dahingesagten Idee tatsaechlich eine richtige mehrtaegige Tour geplant und durchgefuehrt wurde. Manchmal muss man einfach mal machen und nicht so viel reden.
Der erste gemeinsame Abend an der Muehle war einfach schon Weltklasse. Wir grillten und futterten bis kurz vor den Magenstillstand und liessen uns auch nicht vom eintretenden Regen abhalten, zumal wir aufgrund der Temperaturen den Regen wirklich begruessten und eine Abkuehlung erwarteten. Die hielt nur kurz an, aber immerhin.
Hier mein EL vor dem Aufbruch zur Waldmuehle
Unsere Kameraden aus Kiel waren schon mit zwei ELs eingetroffen, als Ralf und ich die Waldmuehle erreichten. Auch Werni und Wolle, unsere Smart-Begleit-Entourage und Markus mit dem Marbella waren da.
Toller Abend, soweit, so gut.
Aufbruch und Abfahrt nach Kehl am Freitag, 17.07. Die Abfahrt gestaltete sich etwas ueberstuerzter, als gedacht, da Michael doch irgendwie mit seinen Vorbereitungen nicht ganz fertig war (und auch so einige Ausruestung vergessen hatte). Um mal reinzukommen hatten wir auch eine erste kurze Etappe geplant, wobei wir erstmal einen Baumarkt in Karlsruhe anfuhren, da Michael meinte, es sei eine gute Idee, ein Zelt dabei zu haben, wenn man zelten will. Zwar gab es dort keine Campingabteilung und kein Zelt, aber Werni hatte im Keller seines Wohnwagens noch ein Reservezelt. Klar. Das wird sich uebrigens als Dauermotiv hier bewahrheiten: wenn jemand etwas brauchte, hatte es irgendwer dabei und konnte helfen.
Wir machen dann an einer Tankstelle bei Karlsruhe einen kurzen Halt und Dirk stiess mit seinem Microlino zu uns. Der erste Ladehalt war dann in Au am Rhein, wo ein schwarzer Volvo ganz nonchalante einen Ladesaeulenplatz zuparkte. Dafuer ging eine Ladesaeule bei Ralf auf Stoerung und biss sich an seinem Ladestecker fest. Einige frustrane Telephoniererei, bis Werni mit einem neuen Ladeauftrag den Stecker befreite.
Danach (hier komme ich jetzt ins Schwimmen, da ich den Wolkenbruch von der Lokalitaet nicht mehr richtig einordnen kann) gerieten wir in einen Wolkenbruch, der zum Bau einer grossen Arche einlud. So richtig mit Blitzen und so schlechter Sicht, dass man kaum den Hintermann in der Kolonne erkannte. Wir hielten an einem Supermarkt, da wir eh noch vorhatten, einzukaufen, wurden aber dennoch bei einem kurzen Sprint ueber den Parkplatz ziemlich nass. Ueber die Standortfreigabe von WotzEpp kam dann auch noch Joachim mit der Zoe zu uns. Endlich hoerte der Regen auf und wir hielten an der Gierseilfaehre Plittersdorf. Beeindruckende Konstruktion.
Weiter zur Staustufe Iffezheim. Hier - in meiner Erinnerung - eine eher frustrane Laderei. Keine Ahnung, was da war. Heiss, kaum Schatten, Staustufe halt.
Und wieder weiter nach Kehl auf den Campingplatz. Sehr freundlicher Empfang mit Applaus. Regen hatte aufgehoert und wir konnten trockenen Fusses unser Lager aufschlagen. Strom gabs auch und zum Essen fielen wir im Campinglokal ein.
Direkt nach dem Essen fiel wieder Wasser vom Himmel. Reichlich. Die Zelte blieben aber trocken und wir verkruemlten uns in einen Aufenthaltsraum. Etwas nasse Waesche konnte im Campingtrockner gestreichelt werden. Satt, muede und gluecklich gings ins Bett.
Weiterfahrt ueber Strasbourg nach Mulhouse, Samstag, 18.07. Morgens konnten wir netterweise vor Ort Broetchen kaufen und mit Wernis Ausruestung an Tischen und der im Supermarkt organisierten Fourage gab es ein tolles Fruehstueck. Kaffee gabs auch, weil alles irgendwo da war, inkl. Wasserkocher. Etwas Hektik, da Michaels Portemonnaie spurlos verschwunden war, aber Gottseidank wieder gefunden wurde.
Jetzt gehen mir die Handyphotos aus, weil ich eher am Geniessen denn am Knipsen war.
Von Kehl ging es direkt ueber die Grenze nach Frankreich und durch Strasbourg, wo sich die Kolonne im Verkehr verlohr und in zwei Gruppen den Ladehalt Sundhouse erreichte. Dort etwas Regen, nix wildes.
Dann nach Neuf-Brisach zum Aldi, laden und einkaufen.
Das Tagesziel Campingplatz Mulhouse vor Augen mussten wir den ersten ungeplanten Stopp einlegen, da Peters EL ploetzlich keinen Strom mehr annahm. Bei leichtem Regen und kaum Verkehr auf einer Landstrasse hielten wir an einem Kanal (uebler Geruch durch verrottendes Treibgut) ging es auf Fehlersuche, wobei Ralf mit seinem Elektro-Voodoo echt respektabel einen abgefaulten Widerstand identifizierte, ueberbrueckte und die Weiterfahrt ermoeglichte. Parallel wurden bereits mehrere Alternativen wie Abschleppen zum Campingplatz und dergleichen durchgesprochen.
Von Weiterfahren war allerdings erstmal keine Rede, da die naechste Panne dazwischen kam: Michaels hinteres Rollerrad war sowas von platt. Mit haeufigem anhallten und aufpumpen erreichten wir den Campingplatz Mulhouse (Verkehr dort ist doof, Beschilderung auch). Netter Empfang, viele Tour-de-France-Fans, ordentlich Betrieb. Wir kamen als Gruppe auf einer Wiese unter, wobei die Lademoeglichkeiten fuer unsere Fahrzeuge etwas entfernt waren. Ebenfalls die Sanitaerbereiche, bei welchen die komplett fehlenden WC-Sitze erwaehnenswert sind. Nochmal, die hatten im Scheisshaus keine Klositze! 2026, Autos fahren autonom, in Altenheimen gibt es KI-Serviceroboter, man kann vom Handy aus daheim den Rolladen steuern, aber auf dem Campingplatz Mulhouse gabs keine Klositze. Traumatisierend.
Abends wieder tolles Beisammensein und Essen.
Automuseum Collection Schlumpf, Sonntag, 19.07. In Mulhouse waren gleich zwei Uebernachtungen eingeplant, da wir uns ja die Ausstellung anschauen wollten.
Absolut unfassbar, dieses Museum! Fuer uns alle ueberfordernd. Ein Exponat schoener als das naechste.
Gleichzeitig die naechste Panne, die Schuhsole von Wolle wollte nicht mehr so richtig. Das Problem konnte abends geloest werden, da Michael Schuhkleber dabei hatte. Klar. Hat man so dabei. Abends ging es auch an den platten Reifen von Michael, wobei die morgendliche Jagd von Joachim und mir nach einem passenden Schlauch ergebnislos blieb. Zur allgemeinen Ueberraschung war der Reifen allerdings schlauchlos, sodass das undichte Ventil provisorisch mittels mitgefuehrter Ausruestung (Fahrrad-Flickzeug mit Kleber von Ralf, Reifen-vulkanisier-Zeug von Wolle und Reifenmontagehebel nebst Montageschlotze von mit) gerichtet wurde.
Ach ja, morgens wurde das Kaffee-Problem (Stromanschluss zu weit weg, aber Wasserkocher will Strom) von Markus geloest, der - wie koennte es anders sein - im Seat Marbella einen Wechselrichter verbaut hat.
Wieder gemeinsames Gelage abends und ueberraschen guter Schlaf. Zumindest bei mir, ich hoere mich ja nicht schnarchen.
Weiterfahrt nach Klettgau zu Norbert, Montag, 20.07. Nach dem Grenzuebertritt zurueck nach Deutschland diese Bildchen:
In Weil am Rhein war es glaub ich, wo Michael bei einem Reifenhaendler zwei passende Reifenventile fand und fuer Umme erhielt. Weiter und rein nach Basel, wo mein EL ploetzlich bockte. Ralf blieb bei mir und half, den Kohlentraeger zu wechseln, da ich davon ausging, dass ein Feld nicht richtig bestromt wurde. Fuehlte sich irgendwie so an. Das war es aber nicht, der Fehler blieb. Anfahren ohne Probleme, aber ab 20-30 km/h ein seltsames Ruckeln mit Stromaussetzer. Ok, es ging ruckelig weiter zum naechsten Ladehalt nach Deutschland. Dort hab ich nicht viel mitgekriegt, weil ich schweissgebaded im Reparaturtunnel war. Ralf war sich nach einigem Fehlervoodoo sicher, dass mein Kelly-Controller den Geist aufgegeben hatte. Konnte ich mir absolut nicht vorstellen, aber nachdem der Rest ausgeschlossen wurde, war klar, dass die Reise fuer mich zu Ende war. Wenn nicht zuuuufaellig Peter nen Ersatz-Kelly dabeigehabt haette. Eins zu eins umgeklemmt, Kiste lief wieder. Weiter zu einem Ladepunkt in Laufenburg, bestimmt eine der schoensten Staedte im Sueden.
Danach bei herrlichem Wetter und toller Strecke nach Klettgau zu Norbert´s Cousin, wo wir in einer Halle naechtigen und uns am Grill den Magen fuellen konnten.
Aber vorher ging es noch zum eigentlichen Ziel der Tour, zum Rheinfall nach Schaffhausen, wieder in die Schweiz.
Normalerweise deutlich imposanter, aber mit Regen isses grade ja nich so. Wir waren dennoch maechtig beeindruckt vom Fluessli.
Abends wurde noch der Reifen von Michael durch ein neues Ventil repariert. Hielt.
Wir blieben ein wenig laenger auf und konnten Werni um Mitternacht ein Geburtstagsstaendchen singen. Natuerlich wurde er dann zum Koenig des Tages (Folgetag) ernannt.
Zwischenbericht - Der Koenig des Tages Zu erwaehnen ist noch, dass wir (ihr erinnert euch an die Werner-Geschichte und die Reise im Oldsmobile nach Korsika) an den jeweiligen Reisetagen jeweils einen Koenig des Tages bestimmt haben. Standesgemaess mit Fliegenklatsche als Zepter. Am Rheinfall war Chrissi ein wuerdiger Koenig des Tages.
Fahrt durch den Schwarzwald nach Kirnbach (Wolfach), Dienstag 21.07. Zuerst noch kurzes Sightseeing.
An diesem Tag fuehrte uns Chrissi als Navigator auf einer vorher ausgemachten Route ueberraschend flach durch den Schwarzwald. Wenige steile Anstiege, ehrlich gesagt ein Witz. Dabei auch ein Streckenabschnitt, welcher im Nachgang von uns als "Achterbahn" getauft wurde. Ca. 3 km stramme, leicht huegelige und kurvig-flotte Fahrt durch einen Wald. Super Strasse, etwas schmal, kein Gegenverkehr (dem Herrn sei´s getrommelt und gepfiffen!). Vor allem mit Smart und angehaengtem Wohnwagen.
Zwischenladen in ?, hier ein Wirtshaus aus 1556.
Ankunft auf dem Campingplatz Kirnbach. Sehr steile Anfahrt hoch zum Platz, sodass wir die ELs anschieben mussten. Pizza vom Lieferdienst, sehr schoen gelegener Platz. Klobrillen vorhanden.
Mittwoch, 22.07. Aufenthalt im Schwarzwald Michael entschied sich dazu, nach einer (fuer uns) wunderbar kuehlen Nacht seinem Bauchgefuehl nachgebend schonmal zur Waldmuehle zu fahren. Wieder mal ein morgendliches Gelage (auf den Campingplaetzen waren jeweils Backwaren erhaeltlich).
Nachmittags ging die Truppe zur Besichtigung in ein Silberbergwerk (nein, da gab es nichts zu holen) und hinterher noch auf ne Burgruine. Leider war die Rodelbahn ueberlaufen.
Abends zauberte der Ex-Koenig Chili con carne mit Reis.
Donnerstag, 23.07., Rueckfahrt zur Waldmuehle Das Ende der Reise kam und wir fuhren durch das recht flache Kinzigtal (Danke fuer diesen tollen Tipp an Theo) raus aus dem Schwarzwald ueber Offenburg (Stadtverkehr is doof) wieder nach Au am Rhein. Diesesmal waren die Ladesaeulen nicht gefraessig, aber der schwarze Volvo parkte wieder auf einem Ladeplatz.
Mooooment, vorher hatten wir noch irgendwo an einem Golfplatz geladen. 6 x Typ2 11kw, Toilette (mit Brille), tolles Wetter.
Der Stadtverkehr Karlsruhe war wieder nervig, aber wir schafften es dann doch noch zurueck zur Waldmuehle. Auf der vorletzten Etappe ging bei Wernis Smart 3x ne Warnlampe an, aber nix wildes.
Fazit: Eine Reise, welche uns allen noch sehr lange im Gedaechnis bleiben wird. Toller Zusammenhalt, die Mannschaft hat gut harmoniert und sich klasse gegenseitig unterstuetzt. Wuerdige Koenige. Im Nachhinein waren alle Zwischen- und Ausfaelle gar nicht so schlimm, da die gegenseitige Hilfe einfach klasse war. Ersatzteile, Adapter und Stecker, irgendwie war immer alles greifbar.
Die Landschaft war toll und sehenswert, ebenso unsere Ziele.
Ein tolles Erlebnis, gerne in der Zukunft irgendwann wieder. Bei manchen schwirrten schon Ideen in den Koepfen. Wer weiss..
Danke an alle Teilnehmer!
Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha