Rekuperation ohne Erhöhung der Magnetischen Spannung


Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
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#1
Roger Stoll hat mir geschrieben und meine Befürchtung wegen der Compoundspule bestätigt: diese muss ja tatsächlich den vollen Strom der magnetischen Spannung bei der Rekubremsung tragen. Deshalb die weitgehende Entlastung von höheren Strömen.
Du soltest also darauf achten, dass möglichst lange Zeit mit mäßigen Strömen in die Batterie entladen wird.
Die Compoundspule ist ja die einzige Komponente, die das Gegenfeld zum Anker erzeugen muss. Also, kontrolliere deren Temperatur! An der Compoundwicklungstemperatur erkennst Du am ehesten, wie Du effektiv bremst!
Wegen der Induktionsspannungen solltest Du wohl einen richtigen Temperatursensor auf die Wicklung kleben, es sei denn, der Thrige hat schon einen.
die Compoundspule ist empfindlich.
Gute Bremswirkung beim Temperaturminimum= Optimum. Die Bremswirkung steigt mit dem Quadrat der magnetischen Spannung = Stromstärke, die Verluste verhalten sich genauso.

 
#2
Hallo Bernd,
zu Deiner Frage:
Wer weiß, mit welcher Stromaufnahme ich bei der Überlastung des Miniels an einem 20%igen Berg rechnen kann?

Für 20% Steigung brauchst Du rund 200 Nm an der Hinterachse. Bei rund 1:7 Untersetzung oder Übersetzung, je nachdem, von wo Du schaust, muß der arme kleine blaue Motor dann bis 30 Nm aufbringen müssen. Dafür brauchst Du dann Ströme um 230 A. Lange macht er das nicht mit. Lange machen die Akkus das auch nicht mit. Könntest Du für diesen Berg die drei 12-V-Akkus alle parallel schalten? Dann passt die Strombelastung, und 12V sollten für den Berg ausreichen. Der Motor kommt eh nicht auf Drehzahl bei dem Berg.

Meinen kleinen Motor hatte ich damals bei der Hessen Solarrallye am Frankenstein, einem Berg südlich von Darmstadt, so gequält, dass er mit Überhitzung einfach stehenblieb. Den Strom hatte ich damals nicht gemessen. Ich habe den Motor dann mit (Mineral-)Wasser gekühlt, und es ging wieder einige Meter bergan. Mit anderen Worten: Der Motor nimmt Überlastungen nicht so krumm, er wird einfach heiß.

Übrigens hatte ich Dir die Tabelle mit den Torque/Speed/Output/efficency/current - Werten damals auch mitgeschickt. Die obigen Werte habe ich dieser Tabelle entnommen. Die "Torque Constant" hatte ich mit 0,127 Nm/A ausgerechnet.

 

Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
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#3
Hallo Bernd,

nur eine knappe Antwort... Ich male Dir mal die essentiellen Innereien der Rekubox auf ein Blatt Papier und dann ist "das Geheimnis" endlich weg!
Es sind GRUNDLEGEND NUR SCHALTER in der Box. Ich habe zwar keine solche Rekubox aber nach meinem Verständnis braucht man nicht mehr...

Sollte Felix die Muße haben reinzuschauen (wenn man das kann), dann kann er ja mal ein Foto machen).

Gruß
ANdreas
 

Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
742
1
#5
Hallo Bernd,

ein Problem Deiner Idee, die Serienwicklung mit Strom zu versorgen ist der niedrige Widerstand, den Du:
- im Akku
- In der Zuleitung
- Im Schütz ( Steller)
hinbekommen musst.

Wenn Du 200A mit 2V erzeugen willst, hat Dein gesamter Stromkreis nur 0,01Ohm! Na viel Spaß!

Gruß
Andreas
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
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www.elweb.info
#6
Hallo Andreas,
Dioden über einer Wicklung sind sogenannte Freilaufdioden zum Schutz der Kontakte die die Diode schalten. Wenn man die Wicklung abschaltet, ersucht sie ihr Magnetfeld aufrecht zu erhalten, es stellt sich dadurch eine Spannung ein die gegen die bishere gepolt ist. Die Diode schließt diese Induktionsspannung kurz und schützt damit die Kontakte vor Überspannung.

Compound und Shunt sollte man nicht verwechseln. Mit Shunt wird oft der Messwiderstand für die Strommessung gemeint, die sich am Steller befindet. Ein weiterer Shunt ist unter dem Sitz zur Messung des Ladestroms.

Sonnige Grüße
Ralf
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#7
Jetzt bin ich ganz perplex, mit der 90 Grad versetzten Compoundspule. Versteh ich nicht. Am liebsten komme ich mal gucken. Bin nächste Woche in München.
Die Rückschlagdiode dient meiner Auffassung nach auch zur Abstützung des ansteigenden Ankerstromes, der doch gleichzeitig auf den Anker, wie auf die Compoundspule wirkt. neben der rückschlagverhinderung natürlich. Ohne diese Diode düfte die Rekuperation nicht funktionieren.
Ralf, die Compoundspule wird doch durch einen relativ geringen Strom erregt, der dann aber durch die Ankerdrehung ansteigt, was ja den Rekuperationseffekt ausmacht (Anstieg der sogenannten magnetischen Spannung, die messtechnisch ein Strom ist, während der Fluss ja erhalten bleibt).
Dabei erhitzt sich die Compoundspule auch, weil sie die Amperewindungen des Ankers ebenfalls , in entgegengesetzter Richtung, aufbringen muss.
Bei vielen Motoren/ Stellern ist diese Diode schon eingebaut, bei Felix war es nicht so, sie musste nachgerüstet werden.
Sie muss weit mehr Strom aushalten, als den Compoundstrom.
Die Serienfeldspule ist ja abgekoppelt während der Reku.

Andreas, dann brauchst Du nicht zu messen, wenn Compound und Serienspule ganz getrennt sind. Ich dachte, die liegen übereinander. Ich hatte eigentlich bei leichter Beschleunigung im Stillstand gedacht, aber wir haben ja schon das Oszillogramm für die Compoundspule. Müsste genauso aussehen.

 

Andreas Friesecke

Aktives Mitglied
27.04.2006
742
1
#8
Hallo Ralf,

ich meine ja die Freilaufdiode - weiss auch nicht, warum ich sie nicht so genannt habe.

Zu den Bezeichnungen: Compound bezieht sich m.E. auf den Motortyp (Compound: verbunden, kombiniert...) Shunt ist die Wicklung, die hier im Forum immer Compound-Wicklung genannt wird. Der andere Shunt ist auch klar... ;-)

@Bernd: Foto vom Motor Der Link wurde entfernt (404).

Gruß
Andreas
 

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