Reku beim Kewet - die Zweite


Andreas Friesecke

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27.04.2006
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#1
Erster Bericht des Umbaus:

Ich habe ein Reku-Schütz eingebaut, welches wie unter Der Link wurde entfernt (404). zu sehen, die Serienwicklung abtrennt und den Anker des Motors auf Masse legt.
Aktiviert man dieses Schütz unter Beibehaltung der V/R-Schütze, ergibt sich, bei Beaufschlagung des Motors mit einem Compoundstrom ein Bremseffekt, der offensichtlich über den Curtis passiert.
Aktiviert man dieses Schütz unter Umpolung der V/R-Schütze, ergibt sich, bei Beaufschlagung des Motors mit einem Compoundstrom eine Rekuspannung am Anker, die jedoch weit unter der Betriebsspannung des Fahrzeugs liegt, so dass nichts zurückgespeist wird und auch keine Bremswirkung eintritt.

Die Frage ist nun (vor allem an Ralf, wenn er denn die Frage beantworten möchte), wie z.B. die JME-Reku trotzdem ausreichend Spannung und damit Stromfluss erreicht.
Eine Bitte an Bernd: Bitte keine Sprüche über "Geheimnisse" mehr, sondern Fakten, wenn welche bekannt sind.

Da Felix in seiner Reku keinen A2 Anschluss benutzen kann, da dieser nicht am Curtis vorhanden ist, muss es ja wohl auch ohne diesen funktionieren...


Gruß
Andreas
 

Andreas Friesecke

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27.04.2006
742
1
#2
Folgendes stelle ich mir vor bezüglich der Funktionen der JME-Rekubox:

- Die Box hängt bekanntermaßen in der Vorwärts-Rückwärts-Steuerung vor den Schützen und verwendet ein zusätzliches Rekuschütz. Weiterhin wird die Compoundwicklung vom Motor mit einer Schutzdioden versehen, was auf eine PWM-Steuerung oder zumindest eine Umschaltfunktion schließen lässt.

- Fahrbetrieb: Die Box übernimmt eine (stufenlose) Beaufschlagung des Motors mit einem Compoundstrom um das Anfahrverhalten und die Höchstgeschwindigkeit zu verbessern. Dazu wird das Tachosignal benötigt. Die Beaufschlagung passiert nur, wenn das Fahrzeug fährt oder bremst. Nicht, wenn es rollt oder steht.

- Bremsbetrieb: (Aktiviert durch das Bremspedal: )Die Box tauscht über einen Umschalter die Fahrtrichtung des V/R-Schützes aus. Die Box aktiviert das Rekuschütz. Die Box fährt den Curtis auf 0-50% PWM (wahrscheinlich einstellbar mit dem Reku-Mengen-Poti). Dies passiert, indem das Gaspedal vom Curtis weggeschaltet wird und das Reku-Mengen-Poti zugeschaltet wird (Poti vermutlich etwa 2,5kOhm).
Da mit abnehmender Geschwindigkeit der Compound immer stärker beaufschlagt wird, nimmt die Bremswirkung zu langsameren Geschwindigkeiten hin zu. Bei Stillstand wird der Compound und der Curtis abgeschaltet.

Es sind also eigentlich zwei unabhängige Funktionen in dieser Box: Einmal die geschwindigkeitsabhängige Compoundsteuerung. Zum Zweiten die Umschaltung auf Reku über die Schütze und das "Gas"pedal des Curtis.

ACHTUNG: Dies sind alles nur Vermutungen. Es besteht keine Garantie, dass es wirklich so ist. Macht halt mal einer so ein Ding auf...

Gruß
Andreas
 

Ralf Wagner

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#3
Hallo Andreas,
fast richtig Deine Annahmen. Der Compoundstrom wird aber nicht geregelt, sondern geschaltet und am Bremspedal gabs keinen Poti. Das PWM des Stellers wird langsam hochgefahren und damit auch der Ladestrom. Das ganze wird bei der JME Rekubox geschwindigkeitsabhängig gemacht.

Einen Stromlaufplan der Außenbeschaltung der Box habe ich noch. Wenn Ihr bzgl. des Innenlebens was wissen wollt, müßtet Ihr den Urheber der Box, Jürgen Mittnacht direkt anschreiben. www.mittnacht.net

Es gab damals auch eine Variante für den Kewet El Jet3. Nach meinem Wissen sit die Box über EAT Stoll in der Schweiz zu beziehen. Ob er auch die Kewet variante hat, müßtet ihr erfragen.

Sonnige Grüße
Ralf Wagner
 

Bernd Schlueter

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10.12.2004
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#4
Der Ralf hatte mir ja schon verraten, dass die da einen gewaltigen Aufwand getrieben hatten. Sozusagen den Curtis vergoldet. Also, das hätte ich mir nicht träumen lassen, aber wenn man das Drahtgewirr im Kewett von Felix anschaut, das schlägt selbst dem 4QD den Boden aus. Jedenfalls, das muss auch mit dem 4QD funktionieren, wenn man während der Reku die Serienwicklung abtrennt.
Also, da lobe ich mir doch die Hochgeschwindigkeitsbremse durch Erregen der Serienwicklung..
Jetzt ist klar, wie es im Innern von Jürgens Box aussieht, ich verrats auch keinem weiter.
Klar, Umpolen vom Compound is nich.
Nee, is schon genial, aber der Felix hat sicher tüchtig geschwitzt.
Also, wie Felix schon gemessen hat. Reku ohne Erzeugen magnetischer Spannung durch Kurzschluss geht nicht. Felix hatte in der Garage schon auf 90 km/h beschleunigt, bei vollem Compound und da tat sich kaum etwas. Ich hatte daraufhin schon aufgegeben und wollte mit dem Serienfeldantiturbo anrücken.
Naja, vielleicht tue ich das auch irgendwann, wenn ich ein Opfer finde, das näher wohnt. :)

Bei mir wird da ohne 4QD nichts sein, wie ich den Laden so sehe , allenfalls mit Miniel1 mit Spannungshalbierung von 48 Volt auf 24 Volt. Dann läufts sicher 100 km weit.

Weiß jemand, ob der scientifisch-pacifistische Motor Takten verträgt? Was hat der für Magnete? Ferrit? Die würden Takten vertragen.

 

Bernd Schlueter

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#5
Also, die Kewett4-Variante hat EAT Stoll jetzt. Beim Felix funktionierts jetzt nach einigen unschönen Überraschungen. Aber, wenn ein Schweizer etwas anfängt, dann wird es auch zu Ende geführt. Ich hätte, glaube ich, die Brocken hingeworfen angesichts des Drahtgewirrs von Jürgens Zauberbox.
Sagt mal, sind 4Qds denn soo schlecht?

 

Andreas Friesecke

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27.04.2006
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#6
Hallo Ralf,

Danke für die Bestätigung. Ich meinte jedoch kein Poti an der Bremse sondern nur ein Poti, mit dem man die Bremswirkung einstellen kann - sprich bis zu welcher Pulsweite der Curtis regelt. Gehe ich richtig in der Annahme, dass bei 50% Tastverhältnis die Reku maximal wird?

Gruß
Andreas
 
#7
Hallo Bernd,

zu Deiner Frage:
Weiß jemand, ob der scientifisch-pacifistische Motor Takten verträgt? Was hat der für Magnete? Ferrit? Die würden Takten vertragen.

Mein Mini-El Serie 1 mit dem blauen Pacific Scientific Motor lief ab 1989 und für einige Jahre problemlos mit dem Curtis PWM-Steller. Hatte ich damals gleich nach Kauf bei Firma Erk in Kassel umbauen lassen, und es gab keine technischen Probleme mit dem Zusammenspiel des permanenterregten Motors mit dem Curtis Steller. Ich glaube schon, dass der Motor Ferritmagnete hat.

Die Schaltpläne vom Umbau habe ich mittlwerweile an viele Interessenten geschickt, auch (soviel ich weiß) vor einiger Zeit an Dich, und auch an Ralf Wagner fürs Einstellen ins El.-Web unter technische Unterlagen Serie 1.

 

Ralf Wagner

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#8
Zum alten Motor bleibt anzumerken, dass der ein super Wirkungsgrad durch die permanentmagnete hatte, aber sehr schwach auf der Brust war und noch schneller überhitzte. Viele Motoren, darunter auch meiner sind durch Überhitzung und Wicklungsschluß gestorben, meiner beim Rückspeisen! Wenn man in Stuttgart mit dem 40 km/h el die Berge runtergerauscht ist und dann bei 65 km/h den Fahrschütz kommen ließ, hat der wunderbar zurückgespeist, ganz ohne Elektronik. Leider ging die Rückspeisung dann einmal in eine fast Blockade des Motors über. Er ließ sich kaum noch abschleppen, da der kurzgeschlossene Läufer im permanterregten Feld stockte.

Also laßt das besser mt dem alten Motor.

@Andreas. Über das Taktverhältnis kann ich Dir leider nichts sagen, da gibts Grenzen aber das ist ziemlich lange her...

Der Trick der Reku ist, den Anker kurzzeitig kurzzuschließen um ein Feld aufzubauen und dann entsprechend abzuleiten. Das richtige Taktverhältnis zu finden ist die Kunst und das macht die JME Rekubox ganz gut.

@Bernd, beim cityel macht man am Steller nix, der bleibt wie gehabt. Die Rekubox wird bei dem 10 poligen Stecker zur Schützgruppe zwischengeschaltet, dazu der Hauptschütz zum umschalten Fahren / Reku, das wars. Den Umbau habe ich in meinen besten Zeiten in 90 Minuten gepackt (Fahrzeuge Seriennummer größer 3006).

grüße
Ralf Wagner
 

Bernd Schlueter

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#9
Während der Entladephase des Ankers dringt der magnetische Fluss in den Anker ein und ist direkt von der induzierten Spannung abhängig. Wie wir aus dem Experiment von Felix wissen, ist die Induktionsspannung aber sehr gering und erreicht bei voll übersteuertem Compoundfeld erst bei rund 90 km/h die Batteriespannung. Folglich wird der Fluss bei niedrigen Geschwindigkeiten sehr schnell an der Batteriespannung entladen und Du erhältst dann den höchsten Rekustrom, wenn die Ladephase lang, die Entladephase kurz ist. Der Punkt der maximalen Reku ist also geschwindigkeitsabhängig und liegt insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten bei einem hohen Taktverhältnis, wenn ich mit hoch meine, kurze Ausschaltzeit des Curtis zu langer Einschaltzeit. Je länger die Einschaltphse, sprich Kurzschluss des Ankers, desto höher steigt die magnetische Spannung, sprich, der Ladestrom an.
Hätte ich nicht gedacht, dass die Erfinder solch einen Aufwand getrieben hatten, obwohl Ralfs Worte eigentlich daran keinen Zweifel ließen.
Trotzdem, ich denke , die Einfachstreku (eigentlich Geschwindigkeitsbegrenzung bergab) müsste mit einem starken Serienfeldstrom in der normalen Richtung, also entgegen dem Rekustrom, möglich sein, ganz ohne Taktung.
Die Mitnachtsche Reku ist hingegen eine vollständige Zweiquadrantensteuerung und unterscheidet sich in ihrer Funktionsweise nicht von der der Modelle von 4QD.
Nur, Jürgen, warum baut ihr nicht gleich eine vernünftige Vierquadrantensteuerung?
Oder liegt das daran, dass der Curtis musterzugelassen ist und man es in der Schweiz und in Deutschland mit Neuentwicklungen viel zu schwer hat?
Wenn ich mir da die niedrigen Preise in England für die 4QD und die Preisdifferenz zwischen 200 Ampere-Relais und 200 Ampere-Transistoren anschaue...
Reicht da nicht ein einziges Relais als Sicherheitsschalter und der Rest nur Halbleiter?

 

Ralf Wagner

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#10
Hallo Bernd,
ich weiß nicht ob Jürgen Mittnacht noch mitliest, ich denke mal nicht, darum antworte ich mal. Ziel war die Reku mit möglichst geringem Kostenaufwand zu bauen. Sie war von der Entwicklung her schon aufwändig genug.

4 Quadranten-Steller wie sie heute verfügbar sind, gab es damals im bezahlbaren Bereich noch nicht. Die Entwicklung einer solchen Steuerung war für ein kleines Büro sicher nicht rentabel. Das ganze lief 1993, also vor 13 Jahren.

Was es damals schon gab waren die Drehstromsteuerungen von Brusa. Die Steuerungen waren damals noch analog und sehr aufwändig und teuer. Schon damals war aber klar dass der optimale Antrieb im Elektrofahrzeug ein permanenterregter Drehstrom-Synchronmotor war. Alternativ ist man damals mit Asynchronmaschinen gefahren. Auch heute wäre noch das Ziel einen kleinen Drehstromantrieb für das cityel zu bauen, mit einer Spannung von 60-120V. Durch die schnellen Prozessoren sind die Drehstromsteuerungen auch einfacher geworden und es gibt ja heute auch genügend Steuerungen, z. B. Sepex von Zivan. Bis jetzt ist diese Entwicklung leider nicht in die Serie eingegangen.

Zulassungsechnisch gab es nach meinem Wissen keine Schwierigkeiten oder Gründe gegen die Reku. Die Reku hat ja nur beim Bremsen gewirkt und hat sonst keinen Einfluß gehabt auf die Endgeschwindigkeit, außer einer besseren Beschleunigung.

Grüße
Ralf
 

Andreas Friesecke

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27.04.2006
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#11
Lieber Bernd,

wäre es nicht möglich, die vielen lustigen Gedanken, die Dir so durch den Kopf schwirren in einen eigenen Thread zu posten? Ich habe ernsthaft versucht, etwas zur Funktionsweise der Reku an einem Kewet zu schreiben und inzwischen ist auch aus diesem Beitrag ein heilloses Durcheinander geworden. Vielleicht könnten wir im Elweb ein Unterforum "Bernds Gedanken zu Elektroautos" aufmachen, in dem dann sicherlich interessante Anregungen zu finden wären.
Also: Bitte überlege Dir, was in welche Threads reinpasst, und was nicht, sonst bekommst Du einen <°)))><

Gruß
Andreas

P.S. Was ist mit meinem Wandler? Ist die Post pleite?
 
#12
Hallo Bernd,
da bin ich aber sehr enttäuscht, dass Du Georgs MiniEl noch immer nicht wieder hingebracht hast. So jedenfalls entnehme ich es Deinem Beitrag, oder irre ich da?

Und zur Klarstellung: Ich habe Dir nicht nur so einen Tip zur Reparatur gegeben, sondern die komplette Zeichnung des Umbaus laut Firma Erk plus die Drehmoment/Drehzahlkurven des blauen Motors. Außerdem hatte ich Dir noch das Programm zur Drehmoment/Leistungsauslegung geschickt.
Schade, hattest wohl alles nicht so genau angeschaut.

Zu den 20%: Das kannst Du vergessen. Da brauchst Du so um die 200 Nm an Drehmoment an der Hinterachse, und die kriegst Du auch mit den besten Strömen aus dem blauen Motor nicht raus. Ich bin damals nicht mal die 13 % meines "Hausberges" hoch gekommen, was letztlich der Grund für den Verkauf des Mini-El war.

 

Ralf Wagner

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15.03.2007
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#13
Hallo Bernd,
ich kann Euch für die 20% nur wärmstens den Thrige Titan Motor empfehlen. Spätestens wenn mit hochgedrehtem Batteriestrom schafft er die Steigung gut. Wenn man einen alten Steller hat, bei der der Ankerstrom einstellbar ist, wirds noch einfacher. Der Thrige Titan Motor hat eine starke Reihenschlußcharakteristik ist also kaum zu stoppen.

Grüße
Ralf
 

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