Pyrenäenleitung



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saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
813
Unter den vielen Fake-Nachrichten lese ich eine glaubhafte, dass der Bau einer Flüssiggasleitung über die Pyrenäen erwogen wird. Ich halte den Bau einer Pipeline über die Pyrenäen für wichtig für den freien Energieaustausch.Darunter fällt auch die Stromerzeugung durch Flüssiggas bei Engpässen. Bei argen Ausfällen können wir zwar auf Kohle zurückgreifen, dies ist aber mit zeitlicher Trägheit verbunden. Für Flüssiggas (=Campinggas) existiert eine gewisse private Vorratshaltung mit einem Verteilnetz über Baumärkte. Könnte auch für uns von Bedeutung sein. Insbesondere, wenn auch die Abwärme genutzt wird, was wegen der Dezentralität erleichtert wird.
Besonders effektiv auf eine schnelle Anpassung an Energieüberschüsse und -Mangel könnten unsere Elektroautos sein. Ich sehe viel zu wenig Anstrengungen, uns in die Stabilisierung des Energiemarktes einzubringen. Notgedrungen müssen dann auch Kohlekraftwerke für diese Aufgabe herhalten.
Ich sehe es als moralische Pflicht an, dass wir uns voll einbringen und entsprechende Anstrengungen in unserem dezentralen Bereich bzu unternehmen. Nur die japanische Tepco bietet ein Anschlusssystem an, dass Bidirektionalität ermöglicht.
Für die Fahrzeugheizung vermisse ich kleine , erschingliche Campinggasheizer. Bedenken wir, die könnten die Wärme fast ohne Verlust erzeugen, während der Umweg über den Strom nicht unerhebliche Verluste erzeugt.
Wir sollten wenigstens ein Informations- und Anreizsystem schaffen, das der Unzuverlässigkeit von Wind- und Sonnenenergie entgegenwirkt.
Ich sehe zu wenig Einsatz dafür.
Im Gegenteil, ich sehe nur, dass die Gewinne der Monopole und ihrer Vertreter steigen, je stärker Erschütterungen unser Energiesystem durcheinanderbringen.

Ganz nebenbei wird auch ein Energiefluss, wenn auch sehr gering, aus Afrika erleichtert. In Spanien läuft vieles über Flüssiggas. Nordafrika sollte, wo immer möglich, an unser Verbundsystem angeschlossen werden. Auch dort wird damit wirtschaftlicher Not entgegengewirkt.

Ein Anfang ist gemacht
Auch Zwischentöne
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
Für die Fahrzeugheizung vermisse ich kleine , ersch[w]ingliche Campinggasheizer. Bedenken wir, die könnten die Wärme fast ohne Verlust erzeugen, während der Umweg über den Strom nicht unerhebliche Verluste erzeugt.
Womöglich ist dir entgangen, dass moderne Fahrzeuge Wärmepumpen zur Heizung nutzen...
Mal kurz ein Überschlag:

Primärenergieträger: Kohle (100kWh - damit es leicht zu rechnen ist)
Strom aus Kohle: Wirkungsgrad 60% (60kWh)
Verluste bis Fahrzeugbatterie: 20% (-> 48kWh)
Wärmepumpe: COP 4* (192kWh)
Wirkungsgrad: 192%
*) Dieser Wert ist für Split-Klimaanlagen absolut realistisch. Ich glaube nicht, dass die Wärmepumpen in Fahrzeugen nennenswert schlechter sind.

Campinggas-Heizung: MAX. Wirkungsgrad 100% (hierfür darf das Abgas nicht wärmer sein, als die Außentemperatur - realistisch liegt der Wert also deutlich niedriger!)

Damit ist eine elektrische Fahrzeugheizung rund doppelt so effizient wie eine Campinggas-Heizung theoretisch maximal sein kann. :)

Ich sehe auch hier die fossile Heizung als nicht mehr zeitgemäß an.
Dass der Strom auch "sauber" (aus Sonne und Wind) erzeugt werden kann ist hier geschenkt.
(Und ja - man kann auch Gas aus EE herstellen, aber dann wird der Wirkungsgrad nochmal um Faktoren schlechter.)
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
813
In der elektrischen Wärmepumpe steckt noch viel Verbesserungspotential. Vor allem dienen die aber meist nur zur Kühlung. Für den Carver kostet die elektrische Wärmepumpe 1399 Euro. Sonst hast Du natürlich recht. Mein Mii ist wärmepumpengekühlt. Funktioniert wie die rein ohmsche Heizung hervorragend. Letztere lasse ich bei kurzen Fahrten aus. Voraussetzung: Du hast, wie ich, die sehr effektive und sparsame Sitzheizung eingebaut. Anfangsverbrauch mit Heizung:60 kW!!! nur ganz kurz.
 

Kamikaze

Aktives Mitglied
Mein Mii ist wärmepumpengekühlt. Funktioniert wie die rein ohmsche Heizung hervorragend.
Nix für ungut, aber weil du ein (technisch) altes Auto fährst willst du eine Gasleitung über die Pyrenäen legen lassen?!
Ich wäre sofort dabei, wenn das dann als Leerrohr für ein richtig fettes Stromkabel dienen würde. Damit ließe sich damit auch in Zukunft wirklich was anfangen.
Wir müssen endlich aufhören Zeug zu verbrennen!
Es geht längst ohne, wenn man nur will.
Jetzt noch neue Gaspipelines zu legen bedeutet nur, noch viel länger in der technologischen Vergangenheit festhängen zu wollen.
 

Werni

Aktives Mitglied
19.02.2019
1.666
Heidenrod
Der aktuelle Stand zu der Pipeline ist hier ganz gut wiedergegeben.


Solange Frankreich weiter an Atomstrom glaubt, wird sich da auch nicht viel ändern. Viel wichtiger wäre, dass wir hier vor Ort mal anfangen, siehe auch den letzten Absatz.

Gruß,

Werner
 
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Wertungen: Kamikaze

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
813
Wenn die Trasse erst mal da ist, können die anderen Energietransportmöglichkeiten folgen. Wobei ich nicht verschweigen will, dass ich dem im Kongowasser zwischengrspeicherten Solarstrom den Vorzug geben würde. Zur Zeit bietet sich das verpönte LPG an.
Ich meine immer noch, dass Wasserstoffleitungen teurer sind als Stromleitungen, abgesehen vom Hin-und Hergewackele zwischen Strom und Wasserstoff. An einer Kolonie in der Sahara geht kein Weg vorbei.
Ich möchte unseren alten Kaiser Wilhelm wiederhaben oder eine andere geeignete Regierungsform.
An den Frieden durch die Wagnertruppen in der Sahara glaube ich nicht.
 

Norbert

Mitglied
19.08.2018
268
79771 Klettgau
Ich weiss nicht : Reicht es nicht wen schon eine Leitung " versenkt " wurde, muss jetzt noch eine über den Berg vergraben werden ? Lass uns erst mal weiter Tanker fahren. Ist nicht so effizient aber flexibler und unabhängiger. Wen die HGÜ ausgebaut, die Akkus im Auto bi direktional genutzt und die Brennstofzelle im Haus genutzt wird, sin / wären wir ein ganz schönes Stück weiter unabhängiger
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
813
Ja, die Leitung fehlt jetzt. Das sollte uns nicht davon abhalten, nach Alternativen zu suchen. Die Pläne, die Pyrenäen zu überwinden, begegneten mir dabei. Falls unsinnig, sollten wir es natürlich lassen. Stimmt, LPG kommt über den Seeweg. Da versperren die Pyrenäen überhaupt nichts. Auch nicht in Richtung Afrika.
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.798
Jetzt noch neue Gaspipelines zu legen bedeutet nur, noch viel länger in der technologischen Vergangenheit festhängen zu wollen.
Ich befürchte dass wir auch noch die nächsten 30 - 50 Jahre Erdgas brauchen, weil es mit den EE bei weitem nicht so schnell voran geht wie auf Powerpoint Folien gezeigt und der Bedarf an EE für eine sichere Stromversorgung in allen Sektoren völlig unterschätzt wird.

Letzte Wochen hatte wir eine Dunkelflaute wo Wind und PV zusammen teilweise weniger als 1/10 der vertikalen Last bereitstellen konnten. Würde man das hochrechnen und alle Sektoren einbeziehen bräuchte man allein für D 1000 GWp Wind und 1000 GWp PV.

Um diesen Ausbaustand zu erreichen würden selbst bei 10 GW/Jahr fast 100 Jahre benötigt. Bis dahin braucht man für Dunkelflautezeiten noch eine andere Versorgung. Das kann entweder nur teurer Speicher sein oder aber Erdgaskraftwerke, die 90 % der Zeit stillstehen.
 
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Wertungen: Andreas106

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.991
91365 Reifenberg
Hallo Emil,
die Zahlen erscheinen mir irgendwie recht hoch.
Ich betrachte mal nur den Strommarkt. Die maximale Leistung - jeweils in den Wintermonaten - beträgt hier rund 70 GW. Ok, kann steigen mit zunehmender Elektrifizierung. Weils so ein schöner runder Wert ist, gehen wir mal von 100 GW maximaler Leistung aus, die die Stromwirtschaft bereitstellen muss. Also die Zukunft mal angedacht mit mehr Elektroautos, mehr Strombedarf für Heizungen per Wärmepumpe und so weiter.

Ich sehe da angesichts von installierten (und gesicherten) Kraftwerksleistungen von zur Zeit mehr als 150 GW noch nicht so die Probleme. Soviel zur Leistung.

Energiebedarf und Energieversorgung ist eine andere Frage. Kommt z.Zt. von Gas mit rund 10% oder so für den Strommarkt. Ob Gas für den Strommarkt wirklich sooooo wichtig ist, ist eine technische Frage - und eine wirtschaftliche. Technisch ist ein Gaskraftwerk schnell regelbar und daher willkommen als Regelenergie. Aber Regelenergie war schon immer teurer in der Erzeugung, teilweise über 1 Euro pro kWh. Da hat sich also nichts grundlegendes geändert. Was sich geändert hat: Wir haben mittlerweile rund 4 oder 5GW an Regelenergie aus Batteriespeichern im Netz. Also für kurzfristige Regelung, und mit Wechselrichtern um Größenordungen schneller als jedes andere Kraftwerk. Kann außerdem (energetisch fast zum Nulltarif) Blindleistung zur Verfügung stellen. Das sind immerhin rund 5 bis 10 % des Gesamtleistungsbedarfs des deutschen Stromnetzes. Bei Schwachlast sicher noch ein höherer Anteil.

Nur die wohl nicht mehr zeitgemäße Preisfindung über "Merit-Order" wird wohl zur Zeit ausgenutzt, um den Gesamtstrompreis hochzufahren. Mit dem Ergebnis, dass die Stromkonzerne kräftig verdienen. Und leider nutzen die das aus und machen teilweise mehr Strom aus Gas als unbedingt nötig. Das halte ich - gelinde gesagt - für ziemlich unverschämt. Merit Order gehört also weg und aufgehört und andere Preismodelle müssen her. Und die Verstromung von Gas gehört aufgehört.

Der immer noch recht hohe Gasbedarf für dem Wärmemarkt ist eine ganz andere Geschichte. Das ist nicht mein Theme, ich bin Elektroningenieur. Gas und so ist eine andere Fakultät, ich beschäftige mich damit nicht, ich nutze keine Gas (na ja, außer für einen Campingkocher... und ein Gasfeuerzeug..). Am Rande interessant ist für mich die Behauptung (oder Wirklichkeit), dass im Gasmarkt und seinen verzweigten Leitungsnetz mehr Energie bewegt wird als im Stromnetz. Stimmt da so? Und wieweit läßt sich eigentlich Gas durch Strom ersetzen? Und wie schnell?

Gruss, Roland
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.798
Es gibt in D keine 150 GW gesicherte Leistung, sonst würde nicht über einen Strommangel und Blackout diskutiert. Wie man letzte Woche gesehen hat kann man Wind und PV nur zu etwa 1/10 als gesicherte Leistung rechnen.

Gas macht etwa 1000 TWh/Jahr und Strom etwa 600 TWh/Jahr aus. Es ist also tatsächlich so das Gas mehr bewegt wird als Strom. Hinzu kommen dann noch etwa 900 - 1000 TWh Erdöl pro Jahr.

Klar kannst Du Dich bei Deiner Betrachtung auf den Strom beschränken, aber dadurch dass Du die anderen Sektoren ignorierst geht das Problem mit dem CO2 Ausstoß nicht weg. Würde man sich auf 100 % EE im Strommarkt beschränken hätte man das Ziel Deutschland CO2 frei zu machen nur zu etwa 25 % erreicht.

Aber nehmen wir mal an wir beschränken uns auf Strom. So war mit etwa 60 GWp PV und 60 GWp Wind letzte Woche die minimale Einspeiseleistung von PV+Wind bei etwa 3 GW, die tatsächliche Höchstlast lag aber bei etwa 70 GW.

Wieviel PV und Wind müsste man also im schlimmsten Fall zubauen um die komplette Last auch unter solchen Bedingungen zu decken?

Natürlich kann man die rein rechnerische Differenz reduzieren, in dem man zusätzlich elektrische Tages- bis Wochenspeicher baut und auch mehr auf Offshore setzt. Aber das alleine wird nicht reichen. Die energetische Überkapazität für Wasserstoffproduktion wäre zwar da, aber ich sehe nicht wie in D 100 GW Elektrolysekapazität entstehen sollen, und wer die Kosten dafür tragen soll.

Man sollte auch bedenken dass uns heute Wind und PV ganz grob etwa 5 ct/kWh kosten. Wenn wir die 5-fache Kraftwerkskapazität brauchen dann kostet uns das auch 5-mal so viel. Diese Differenz muss durch die Überschüsse in guten Zeiten erwirtschaftet werden. Da werden die Strompreise aber eher unter 0 ct/kWh liegen, wenn wir die Energie nicht irgendwie speichern und anderweitig nutzen können. Insofern braucht man die anderen Sektoren. Den Strommarkt isoliert zu betrachten bringt uns nicht weiter.

Das eröffnet dann aber auch neue Chancen, wie z.B. dass man überschüssigen Strom tatsächlich längerfristig als Wärme in Hochtemperaturspeichern speichert und dann zu kälteren Zeiten zur Heizung von größeren Wohnquartieren nutzt, anstatt dann wenn man sowieso wenig Strom hat in jedem einzelnen Haus eine komplexe Wärmepumpe laufen lässt. Ein Wärmespeicher ist pro kWh viel günstiger als ein Stromspeicher.

Ich halte deshalb die aktuelle Strategie auf Teufel komm raus überall Wärmepumpen einzubauen etwas kurzsichtig. Denn damit erhöht man für die Zukunft den Stromverbrauch zu Zeiten in denen sowieso immer ein Strommangel herrscht. Aber wahrscheinlich müssen die WP sowieso nach 20 Jahren wieder ersetzt werden, weil sie ihre technische Lebensdauer erreicht haben, und sie dann nur eine Übergangslösung hin zu einer Nah/Fernwärmeversorgung aus saisonalen Hochtemperaturwärmespeichern sind.

Wie ich schon schrieb wird meiner Meinung nach die Gesamtaufgabe D zu Dekarbonisieren noch völlig unterschätzt. Das wird nichts bis 2040, 2050, 2060, ..., sondern wird weit länger dauern.
 
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saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
813
Merit order - schon oft gehört, bisher nie verstanden. Die alternativen Energien Sonne und Wind sind absolut unelastisch, sie richten sich nicht nach Angebot und Nachfrage. In einem gut funktionierenden Wirtschaftssystem gleichen sich Störungen des Gefüges schnell aus. Nicht aber, wenn sich Hedgefonds auf die Lauer legen und Marktschwankungen nutzen, diese verstärken und damit Gewinne abschöpfen, die wiederum spekulativ angelegt werden. Das passiert in unserem Börsensystem aber unentwegt.
Es fehlt ein stabilisierender Effekt, wie ihn die Gemeinschaft der Elektroautofahrer erzeugen könnte. Gegen den Eingriff in den Strommarkt wehren sich aber die Profiteure des merit-order Prinzips. Rückspeisung ist unerwünscht.Einen stabilisierenden Faktor stellen die Kohlekraftwerke dar, deren Rohstoff ist praktisch unbeschränkt verfügbar, zudem speicherbar. Braunkohlenkraftwerksbetreiber brauchen nur an einem Drehgriff die Produktionskette schneller und langsamer zu stellen.
Wir dürfen das nicht, auch, wenn wir lautere Absichten haben.Regelleistung, verantwortungsvoll angewandt, halte ich für wertvoll, auch wenn sie auf Gas als Brennstoff beruht.
Der Verdacht besteht, dass es an verantwortbarer Energiepolitik einen Mangel gibt. Zur Zeit wird der Gasmangel schamlos ausgenutzt.
Wir Elektroautofahrer hätten die Möglichkeit, gerade auf dem Feld der erneuerbaren Energien Marktschwankungen auszugleichen. Wie werden daran gehindert.

Virtuelles Kraftwerk

Gunnar Kaestle Ist auf diesem Gebiet für eine Stabilisierung des Strommarktes tätig, so sein Einsatz für den Versuch von "Lichtblick", ein "virtuelles Kraftwerk" , auch auf Verbraucherseite zu verwirklichen. (Uni Clausthal-Zellerfeld)

Auch eine gesteuerte Reaktion auf der Verbraucherseite kann den Extremschwankungen auf dem Markt entgegenwirken und die Preiskurve (Grenzpreis) abflachen.
Noch haben wir wenig Einfluss.
 
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Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.798
Merit-Order hat mit Preisschwankungen nichts zu tun, sondern beschreibt die Preisbildung in einem Markt mit austauschbaren Gütern.

Das gibt es im Strommarkt, aber auch auf dem normalen Wochenmarkt mit Kartoffeln. Wenn ein Bauer auf dem Markt die Kartoffeln für 5 €/kg und Produktionskosten von 4 €/kg gut verkauft, warum soll nicht ein anderer Bauer, der nur 3 €/kg Produktionskosten hat, seine Kartoffeln nicht auch für 5 €/kg verkaufen und dafür 2 € Gewinn einstecken?

Auch die EE profitieren von der Merit-Order. Deren Grenzkosten liegen nahe 0 €, sie erhalten aber den Preis des teuersten Kraftwerks. Ich habe kürzlich mit eine Projektierer für Windkraftanlagen gesprochen und der sagte dass er bei einigen Anlagen den Strom kürzlich für einen kompletten Monat für 32 ct/kWh verkauft hat. Er macht ein bomben Geschäft.

Das Merit-Order Marktmodell ist ein sehr effizientes Model wenn ein ausreichendes Angebot und Nachfrage vorhanden ist. Wenn es allerdings wie derzeit eine Mangelsituation gibt, und gleichzeitig die Preiskurve sehr steil ist, dann führt es zu stark überhöhten Preisen.
 
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Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.991
91365 Reifenberg
Zum Thema - nein, nicht Gas - sondern Strom und Leitungen und so lohnt es sich vielleicht, mal zu schauen, was andere in südlichen Ländern so an grossen Strom-Projekten machen. Dies hier erreicht Dimensionen, die schon beeindruckend sind. Also von der Größe, nicht so von der installierten Leistung. Dafür aber machbar.
Nicht so irrwitzig wie den Kongo absenken oder Wüste aufstauen oder umgekehrt oder so (Projekte, die wahrscheinlich schon an den Einsprüchen der Nachbarn scheitern).


Gruss, Roland
 
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Wertungen: Emil

Berlingo-98

Administrator
23.11.2004
3.991
91365 Reifenberg
Merit-Order hat mit Preisschwankungen nichts zu tun, sondern beschreibt die Preisbildung in einem Markt mit austauschbaren Gütern.

Das Merit-Order Marktmodell ist ein sehr effizientes Model wenn ein ausreichendes Angebot und Nachfrage vorhanden ist. Wenn es allerdings wie derzeit eine Mangelsituation gibt, und gleichzeitig die Preiskurve sehr steil ist, dann führt es zu stark überhöhten Preisen.
Neben den kurzfristigen Strombezug mit Börsenpreisen haben allerdings - und das ist gut so - viele Verteiler, also Stadtwerke und ähnliches, langfristige Verträge mit festen Preisen. Hat auch was für sich.

Im übrigen ist der regulierte Strom- und Energiemarkt schon etwas anderes als der Wochenmarkt. Wobei da sehr oft die teuren Anbieter auf ihrer Ware sitzen bleiben. Ist nur zu hoffen, dass das auf dem Strommarkt auch passiert.
Und da genau liegt die Problematik dieser Merit-Order Preisgestaltung: Ich habe den Eindruck, dass derzeit einige grosse Stromhersteller oder Händler oder wer auch immer grosses Interesse am Merit Order Maximalpreis haben. Also wird Gas verstromt auch dann, wenns nicht unbedingt nötig wäre, nur um den Preis hochhalten zu können. Man verdient dann mit den 90% Strom aus anderen Primärenergien prächtig.

Wie erwähnt: Der Börsenpreis für Strom ist nicht so ein einfaches Ding wie der Marktpreis für Tomaten auf dem Wochenmarkt. Es gibt hier Absprachen und Interessen. Leider nicht die Verbraucherinterressen.

Gruss, Roland
Leider können sich weder die einzelenen kleinen privaten Haushalte noch die kleinen Stadtwerke (wie z.B. meine Stadtwerke mit nur rund 40 Mitarbeitern) gegen diese Preisfindung wehren. Tibber wird für mich z.Z. schwierig bis unmöglich, weil die meinen Logarex Zähler noch nicht erfassen können. Aber eigentlich gibts - theoretisch jedenfalls - die freie Wahl des Messstellenbetreibers. Im privaten Bereich fast unmöglich, jemand da zu finden. Der Heise Verlag hat dazu gute Infos in der aktuellen CT Nr. 26 unter dem Titel "Smarte Zähler: nützlich, aber schwer zu kriegen" einen recht lesenswerten Bericht verfasst.
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.798
Alle diejenigen mit hohen Preisen sitzen zum großen Teil auf teureren langfristigen Kontrakten. Die liegen eben bei 30 - 40 ct/kWh und da kommen dann wie bei Tibber halt noch 13 - 20 ct oben drauf.

Genauso wie es früher die Anbieter mit günstigen kurzfristigen Kontrakten übertrieben haben, und dann beim Preisanstieg überrascht worden sind, geht es jetzt den Anbietern die angesichts der stark gestiegenen kurzfristigen Preise auf langfristige Preise umgestiegen sind, mit den am kurzfristigen Markt wieder gesunkenen Preise.

Beides ist nicht optimal, die Mischung machts.

Auf der anderen Seite brauchen wir aber langfristig den kurzfristigen Markt immer stärker, damit die Überschüsse bei der EE Erzeugung über Preissignale optimal verwertet werden. Tatsächlich müssen wir weg von der Spekulation mit Terminkontrakten hin zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage am Day-Ahead Markt, auch wenn manchmal die Preise für eine Stunde extrem hoch sind, bei EE Überschuss fallen die Preise wieder in den Keller.
 

saxobernd

Aktives Mitglied
23.07.2020
813
Ein festgezurrter Markt hat auch seine guten Seiten, so die Planwirtschaft der derzeitigen chinesischen Führung. So lange die Zahlen stimmen, würde ich auch hinter der Corona-Politik des Staatsführeres stehen.
Die Seidenstraße ist langfristig angelegt. In Sri Lanka gibt es wegen des Ausbaus zur Zeit eine Hungersnot, für die ich alleine Sri-lankische Politiker verantwortlich mache. Ja, für Afrika sehe ich auch schwarz. Da kommt der leuchtende Stern in Dubai gerade zur rechten Zeit. Eine kontinuierliche Versorgung rund um die Uhr, jahraus, jahrein, das ist, was wir benötigen, allen Hedgefonds - Einmischungen zum Trotz. Unsere Kohlestromverträge sind auch normalerweise langfristig angelegt. Warum sollten wir auf diese Sicherheit vorschnell verzichten? Auch Sabotageaktionen wollen geplant sein, um zu starke Verwerfungen zu vermeiden. Mein Kongoprojekt sehe auch ich als gefährdet an. Unser Staatsführer heißt nicht Xi Jinping, den ich nach wie vor verteidige.
Wenn ich entsprechende Zahlen vorliegen habe, fällt er in meiner Gunst.
 

Lomax223

Aktives Mitglied
16.09.2018
523
Hallo Bernd !

Köstlich !!!

Geh doch mal mit Urban Priol auf die Bühne !

Gruß
 

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